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| PfWB Mähre (Bd. 4, Sp. 1123) | PfWB Schinken (Bd. 5, Sp. 984) | |||||||||||||||
1. a. 'Stute', Märr [Bliesg (PfId. 91, Heeger Tiere I 13) Lambert Penns 102], Marr [Beam Penns 68]. — b. 'altes, mageres, abgetriebenes Pferd', Märr, Pl. Märre [verbr. VPf vereinzelt WPf NPf], Mähr, Pl. Mähre [FR-Bockh LU-Alsh/Gr LA-Böbing Herxh Impfl GH-Rh'zab Bergz], (die) Märre [ KL-Siegb NW-Weish/S], Mähre [ RO-Lohnsf], (der) Märr [ LU-Schauh], Märre [KU-Friedhs RO-Hochst Steinb Stett KL-H'spey KB-Bischh Kirchhbol Mauchh Standbl Zell NW-Weidth], (das) Mähr [ NW-Ungst], Märr [ FR-Heßh], Marr [ Gal-Hohenbach]; [Bd. 4, Sp. 1124] Zs.: PfWB Schindmähre; Syn.: PfWB Bock 1 b β, PfWB Bohrer2, PfWB Bracken3 2, PfWB Diener 1 e, PfWB Dörrenbach(er) 2, PfWB Fell 4 b, PfWB Fuhrenpferd, PfWB Füllen 1 b α, PfWB Geiß 2 c, PfWB Geiß(en)bock 2 a, PfWB Gurre 1 a, PfWB Habergeiß 2 a, PfWB Häcker 2 b, PfWB Haken 5 b, PfWB Häuter 1 a, PfWB Hei, PfWB Henker 1 c, PfWB Hippe2 1, PfWB Hisse, PfWB Holzbock 2 b α, PfWB Hutmacherstand, PfWB Kappengestell 2, -stand 2, PfWB Klapper 2 a α, PfWB Kloben 3, PfWB Koller 2 a β, PfWB Krachbärbel 2 b, PfWB Kracher 3 a, PfWB Krampen1 2 a α, PfWB Kramper 2, PfWB Krapfen1 3 b α, PfWB Krücke 2, PfWB Kruckser 3, PfWB Licker 1, März(en)füllen, PfWB Racker, Raßbock, PfWB Rübengaul, PfWB Sägebock, PfWB Schäker, PfWB Schäsengaul, PfWB Schassör, PfWB Schindaas, PfWB Schinder, PfWB Schindgaul, -knochen, -luder, -mähre, PfWB Schirrach, PfWB Schlawiner, PfWB Schlepper, PfWB Schlocker, Schlorber, PfWB Schunken, PfWB Spreuwupper, PfWB Stecher(t), PfWB Storren, PfWB Zebra; oft mit Attr.: e aldi (e alder) M. Dobei war der Gaul e alter Merre, dem wo sei(n) Daafschei(n) längscht nimmi gedenkt hot [Kühn Palz 96]. Volksgl.: Wenn die Adventsmännchen ('Geister in der Adventszeit') herumgingen, dann hun die Merre uf kee Fuhrmann geheert, sin vum Weg abkumm un sin im Schnee stecke geblibb [J. Enders in: Feierowend 1953, Nr. 48, S. 3]. — c. 'magere, alte Kuh', Märr [RO-Messbhf GH-Berg (Stehle 20)]. — 2. a. 'sehr magerer Mensch'; e derrer Mähre, Schimpfw. [ KU-Bedb]; Zs.: PfWB Saumähre. — b. 'alte Frau, die noch einmal heiratet oder sich jugendlich putzt', Märr [ FR-Albsh]. — Südhess. IV 491/92; RhWB Rhein. V 748/49; LothWB Lothr. 350; ElsWB Els. I 700.
| 1. a. 'Schinken (des geschlachteten Schweins)', Schinke (iŋgə), Schunke (uŋgə) [verbr. (geogr. Scheidung unmöglich; Schunke überwiegt, Schinke ist im Vordringen; vielerorts erscheinen beide F. nebeneinander, wobei Schunke mehr von der älteren, Schinke von der jüngeren Gener. verwendet wird)], Schunke [PfId. 129 Christmann Kaulb 15, 69 Mang 101 Müller Dietschw 68 Höh 53 Bertram S. 49/50 Heeger Südostpf. 9 Krämer Gal 194, mancherorts Don Buch], Schunke u. Schinke [Lambert Penns 146], Schonke (oŋgə) [WD-Niedkch HB-Kirrbg Don-Schowe Torscha Lenauheim]; Zs.: PfWB Bauern-, PfWB Vorder-, PfWB Hinter-, Roll-, PfWB Sauschinken; geraachde Sch. 'geräucherter Sch.' [Claus 27]. De Sch. werd ausgebäänt (ausgebeint) [ WD-Niedkch]. Die Schunke henkt mer in de Schornschde [ KU-Schmittw/O]. Gerichte: Sch. un Keppelsalat (Kopfsalat) [ BZ-Albw]; Aajer in die Pann schlae, Sch. un Speck dromm [ ZW-Gr'bundb]. Nach erfolgreicher Brautwerbung gibt es Brot mit Budder, Käs, Worscht un Sch. [ LU-Böhl]. Vgl. auch PfWB Osterschinken. RA.: eem de Sch. rolle 'einen verhauen' [ KL-Wörsb]. Der det aach die Worscht noch em Sch. schmeiße 'mit geringem Einsatz etwas Wertvolleres bekommen' [ LA-Gommh, mancherorts]; Var.: mit Brot noch em Sch. werfe [ LU-Opp], e Brotworscht (Bratwurst) geje'n (noo'm) Sch. schmeiße [ NW-Kallstdt, mancherorts]. Umgekehrt: Er dut mi'm Sch. noo de Brotworscht schmeiße 'wegen eines kleinen Vorteils viel riskieren' [NW-Freinsh, Kaislt Thielen So rerre mer 108]. De darfscht aa emol dei Sch. bei meim Kraut koche 'bei mir einen Vorteil erzielen', ironisch [ WD-Niedkch]. Quackvers: Quack, Quack, drei Eier im Sack, e Stick Schunke un e Stick Speck, sunscht gehn mer nimmeh vor de Deer eweg [ HB-Altstdt]. Einen Spottreim s. PfWB Kommunist; ein Rätsel s. PfWB Bampel 1 e. — b. 'Oberschenkel, Gesäß', derb. Aufforderung: Hock dich uf dei Schinke! 'Setz dich!' [Krieger 46]. SprW.: Wann die Schinke en Herr krigge, g'heere se weg 'Wenn ein Mädchen einen Freund hat, soll es heiraten' [ LU-Opp]. — 2. von alten, abgenützten, abgetragenen Dingen. a. 'altes Gewehr', Schunke [KU-Konk SOPf (Heeger Nachl.) Hee- [Bd. 5, Sp. 985] ger Tiere I 17]. Do loßt 'r schun sein Sch. krache [Kühn Hamet 8]. — b. 'altes, rostiges, abgebrauchtes Messer'; Schunke, selten: Schinke; daneben: e alder Sch., e roschdicher Sch. [mancherorts ges. Pf]; vgl. Krottengiks(er); Zs.: PfWB Krottenschinken. — c. 'verschlissenes Buch'; en alder Sch. [ LA-Nd'hochstdt]. — d. 'altes, mageres, abgetriebenes Pferd'; e alder Sch. [ ZW-Mittb]; Syn. s. PfWB Mähre 1 b. — 3. a. 'dummer Mensch' [Pirmas (Otterstetter 251)]. — b. s. die Zs. PfWB Jammerschinken. — c. Schimpfw.: en krummer Sch. [ GH-Kand]. — d. Neckname der Bewohner von KU-Konk, Pl. Schunke [Umg. KU-Konk]. Spottreim: Die Jule hat mich lieb, / Sie sagt, sie wär von Kunke. / Un wer die Jule krieht, / Der krieht en alte Schunke [Vogelsgesang 47]. — Südhess. V 308 ff.; RhWB Rhein. VII 1141 ff.; LothWB Lothr. 469, ALLG I 335; ElsWB Els. II 422, ALA II 91.
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