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| PfWB mäh (Bd. 4, Sp. 1114) | PfWB Schneider (Bd. 5, Sp. 1300) | PfWB Laus (Bd. 4, Sp. 827) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. a. lautmalend für das Blöken [Bd. 4, Sp. 1115] ![]() [Bd. 4, Sp. 1117] des Schafes, mäh; mäh, mäh [verbr., Lambert Penns 101], mäh, bläh [ LA-Ilbh]; vgl. PfWB mähen. Der kreischt mäh wie e Schoof [ KL-Reichb]. — b. lautmalend für das Meckern der Ziege, mäh; mäh, mäh [verbr.], mäh, he, he [ WD-Niedkch LU-Maud Opp], (męhęh) [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB meck, PfWB meckern. Neckvers auf den Schneider s. PfWB Schneider, PfWB Schneidergeiß. — 2. subst. 'Ziege', Kinderspr., das Mäh [ BZ-Nd'horb]. — Südhess. IV 486; RhWB Rhein. V 660; ElsWB Els. I 637.
| 1. 'Handwerker, der Kleidung aus Stoffen herstellt', Schneider (naidər) [vereinzelt, Lambert Penns 137 Krämer Gal 190], Schneirer (nairər) [verbr., Mang 121, Krämer Gal 190], Schneiðer (naiðər) [ KU-Kaulb], Schneiler (nailər) [ KU-Bedb HB-Einöd ZW-Bechhf LU-Altr], Schniller [IB-Ensh (Glass 107)]; vgl. PfWB Schnitter; Zs.: PfWB Batzen-, PfWB Bucksen-, PfWB Dorf-, PfWB Flick-, PfWB Geißbock-, PfWB Hosen-, PfWB Kappenschneider; em Schneirer sein Hut [ BZ-Dierb]. De Schneirer macht en Paar House [ BZ-Dernb]. De Schneirer hot de Anzuch verhunzt 'verdorben' [ KB-Kriegsf]. Eener kaaft se ferdich, der anner loßt se beim Schneirer mache, nämlich die Kleidung [ ZW-Gr'bundb]. 's war e Maßa(n)zuch vum Schneirer [Ranssweiler 96]. E Schnejder ohne Scher, der werd nie wer [Kraus Arwed 26]. Der Schneider ist aus verschiedenen Gründen Ziel von Berufsneckereien: man sagte ihm wegen seiner Stubenhockerei eine schwächliche Kondition und Körperkraft nach, dazu geringes Körpergewicht, mangelnden Appetit, Neigung zum Frösteln, übergroße Furchtsamkeit; vgl. Becker Vk. 173/74; s. PfWB Bock 2c, PfWB Fips 2a, PfWB Geiß 2bα, PfWB Geißbockschneider, PfWB Geißenbart 1 bβ, Geißenbock 2bβ, Meckes1 3f, Nadel 2a, Schneiderbock 1a, -fips, -geiß 1a, -meckes, -pritsche 2, PfWB Schnischna-schnak. Ich un mei zwee schtarke Brieder han emol e kranker Schneider verschlaah, ironische Antwort für einen Kraftprotzer [Krieger 63]. E Märche: E Schneirer es mähe gang. »Schneirer, wo gehscht de hin?« »Ich geh' mähche!« Oufem Hämweg: »Schneirer, wo [Bd. 5, Sp. 1301] warschte?« »Ich war mä, mä, mä!« Vor Mattigkeit harrer 's mähe nemmer erausbrocht [ WD-Niedkch]. E därr, armselig Schneiderche, Hanskaschber war's gedaaft [Sommer Ich frää mich 57]. Mit dere dinne Gaulsdeck owwe druff dhet er friere wie en Schneider [Hartmann Unkel 72]. RA.: e derrer (dürrer) Schneirer 'ein magerer Mensch' [ KU-A'glan], de lahm Schneiler, Neckname [ KU-Bedb]; freere (frieren) wie e Sch. 'sehr stark frieren' [KU-Kaulb NW-Frankeck LA-Impfl]; zirrere (zittern) wie en Sch. [ LU-Alsh/Gr]. Do freert mer wie e Sch. [Kaislt]. Der friert wie e Sch. [Land BZ-Dierb, Alfred Kloss in: Westricher Kalender 1957 103]. Der laaft wie e Sch. 'Er läuft sehr schnell und leichtfüßig, da er kein überflüssiges Körpergewicht mitschleppen muß oder weil er so furchtsam ist' [ KU-Brück]. Der hot en krumme Sch. g'hatt, von einem mit krummen Beinen [ BZ-Dernb]. De Sch. hot gemäänt, ich wär e Elefant, wenn das neue Kleid zu weit ist [ ZW-Battw]. E Sch. loßt sich net unner der Nas' kitzle 'Ein Schneider ist empfindlich, wenn man ihn verspotten will' [ PS-Burgalb]. Ich muß de Sch. erauskloppe, sagt man, wenn man bemerkt, daß ein Kind neue Kleider trägt. Dabei schlägt man leicht mit der flachen Hand auf das neue Stück [ KU-Kaulb, KU-Bedb]. Var.: Mer muß de Sch. aus de neie Hosse (aus'm Anzuch, aus de Kleirer) kloppe [ KU-Schmittw/O KL-Hütschhs]. Kumm emol her, ich klopp de Sch. aus deine Kleirer [ KU-Schmittw/O]. De Sch. wird rausgekloppt [ GH-Schwegh]. Dann auch: de Sch. erausschlage 'verhauen' [ RO-Münchw]. SprW.: Dr Schuschter geht in v'rrisseni Schuh', dr Schneid'r in dr alde Hose 'Man arbeitet für andere, für sich selbst bleibt einem oft nichts' [ Don-Neufutok]. Wenn zwei gleichzeitig sprechen, kommt ein Jud zur Welt oder ein Schneider in den Himmel, von seltenen Ereignissen; weil man den Schneidern nachsagte, sie veruntreuten Stoff und kämen daher selten in den Himmel [ ZW-Gr'steinhs]. Sagsprichwort: 's is alles wie mer's nemmt, sacht de Schneider, do horre wirre die Hosselatz hinne hi gemach [Kaislt, Hebel 49]. Alles mit Maß, saat der sell Schneider, do hat er sein Fraa mit de Ell dotgeschlaa [Hebel 49, Trifels 20/1928]. Als das, saat das sell Märe (Mädchen), do hat's mit me buckelig Schneider gedanzt [Hebel 50]. AR.: 's geht 'n Mann 's Berchl nuf, / loßt e Färzel fahre, / kummt de Schneirer henne noch, / mit Nodle un mit Fare. / Liewer Schneirer, stech mich nit / ich geb der alles, was ich häb, / un du bist weg [ LA-Roschb]. Schneider, Schneider hopp, hopp, hopp, / mach mir einen andern Rock. / Bis ich zähle eins, zwei, drei, / muß das Röcklein ferdich sei [ BZ-Albw]; vgl. PfWB hopp 1 a. Var.: Schneider, Schneider hopp, hopp, hopp, / mach mir einen Rock, Rock, Rock. / Bis ich zähle eins, zwei, drei, / muß das Röcklein ferdich sei. / Eins, zwei, drei, [Bd. 5, Sp. 1302] / ferdich is die Schneiderei [ PS-Schmalbg]. Schneider, Schneider, hopp, hopp, hopp! / Ich will e neies Röckel. / Wenn ich zähle 1, 2, 3, / muß das Röckel fertig sei. / 1, 2, 3 - das ist die ganze Schneiderei [Feierowend 5/1950 1, Viktor Carl in: Pfälzer Tagblatt 19. 3. 1960]. KR.: Schneirer, Schneirer, mock, mock, mock, / mach mer eine neie Rock, / net so groß und net so klein, / morje muß er ferdich sein [ KU-Schmittw/O]. Schneiðer, / mach die Hosse weiðer, / mach se net se eng, / suscht gebt's e Buckel voll Fäng! [ KU-Kaulb]. Die Sunn scheint, 's Veelche (Vögelchen) greint 'weint', de Schneiðer hockt im Laðe, schneid nix as Kuche un Flaðe [ KU-Kaulb]. Zu Kanaan im Judenland, da sitzt ein alter Schneider, hat seine Nadel in der Hand und macht so schöne Kleider. Er macht sie so schön, daß jedermann die Kleider lobt, Zinderadada! [Feierowend 5/1950 1, Viktor Carl in: Pfälzer Tagblatt 19. 3. 1960]. VR.: Schneider-Geiß-Spott (vgl. Röhrich 873 ff.): Schneirer, Schneirer meck, meck, meck, Spott, bei dem die Stimme der meckernden Ziege nachgemacht wird [ RO-Dielkch, KU-Kaulb KL-Reichb Stelzbg PS-Geisbg LU-Alsh/Gr Altr Oggh NW-Freinsh Kallstdt LA-Gommh]; vgl. PfWB meck; weitere Var.: Schni-schna-schnock, de Schneider esch en Gäßbock [ LA-Wollmh]; vgl. PfWB Geißenbock. Ich bin der Schneirer meck, meck, mäh [ FR-Tiefth]; vgl. PfWB mäh 1b. Schneiderbockgäß, mach d' Supp hääß, schlupp unner de Disch, kreisch Kehrwisch! [ GH-Kand]. 99 Schneirer wieje hunnert Pund, un wann se das nit wieje, dann sein se nit gesund [Thielen So rerre mer 109, KL-Alsbn]. Was hämmer dann fer'n Schneider / in unsre alde Stadt? / De Schneider esch 'n dummer Spatz / er macht in d' Hose gar keen Latz! / Was hämmer dann fer'n Schneider [ LA-Hainf]. Der Petzer (hier ein Spitzname) hot e Megelche 'weibliches Ferkel', der Schneider hot e Tregelche (Tröglein); quick, quick, quick; quick, quick, quick [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB Pfetzer 1. Schneider, meck, meck, / e Schissel voll Dreck, / e Schissel voll Wanze, / d'r Schneider muß danze [ Gal-Bagbg]. Schneider mäck, mäh, / e Schissel voll Fleh, / e Schissel voll Leis, / is dem Schneider sei Speis [Pirmas]. De Schneider un die Laus, / die fordern 'nanner raus. / Do nemmt die Laus die Owerhand / un schmeißt de Schneider unner die Bank, / un wär de Floh nit beigesprung, / do wär de Schneider ums Lewe kumm, eine Anspielung auf die nachgesagten geringen körperlichen Kräfte des Schneiders [ZW-Reifbg (Viktor Carl in: Pfälzer Tagblatt 19. 3. 1960), Feierowend 5/ 1950 1]. Ich weeß, was ich weeß! Em Schneider isch de Bock verreckt, jetzt haust er mit de Geeß [Feierowend 5/1950 1, Viktor Carl in: Pfälzer Tagblatt 19. 3. 1960]. Der Schneirer von Buff, was er heut näht, geht morje uff [Hebel 100]. Schneirer, Schneirer, wick, wick, wick, hoschte [Bd. 5, Sp. 1303] ball mein Hosse geflickt? [Hebel 99]; vgl. PfWB flikken 1 a. Var.: Schneirer, Schneirer wick, wick, wick, hosch mein House noch nit g'flickt? [ LA-Essing]. E X un e Z, die Schneider sein nett, die Schneider sein Leut, die han Geld un han Schneid! [Feierowend 5/1950 1, Viktor Carl in: Pfälzer Tagblatt 19. 3. 1960]. Willewillewitt, was macht de Schneider? Willewillewitt, was macht de Bock? Willewillewitt, er hängt am Galje, willewillewitt, er zappelt noch [Feierowend 5/1950 1]. Die vierunzwanzich Schneider, die finne mol en Schneck. / En jeder hot sich gferricht, en jeder halt sich weg. / Dann schtreckt die Schneck die Haerner, so wie e gleeni Kuh. / Nau schpringe, Schneider schpringe! / Sie will eich ebbes duh! [Penns (UHeim. 1935/1936 232)]. Die Geiß, die hat e kurzi Pritsch 'Schwanz' Pritsche 1aβ, da ist der Schneider heruntergeritscht; die Geiß, die hat e langer Fuß, das ist dem Schneider sein Schnupfduwacksdus (Schnupftabaksdose) [ PS-Fehrb]. a. 1384: Heintze snider [Doll Seelb. NW-Lach 97]. a. 1425: so man dem snyder den gezug dar zu gibt [LeinArch. Löhne]. — 2. 'das Insekt Libelle (Aeschna cyanea)', de Schneider [mancherorts VPf östl. NPf vereinzelt übrige Pf, PfId. 127], Schneirer [verbr.], Schnaarer (nārər) [ KL-Drehthhf], Schnäärer (nrər) [ KL-Weilb], Schneiðer [ Gal-Josbg], Schneiler [ LU-Altr BZ-Steinf]; Pl. wie Sg.; vgl. ALA II 196; Zs.: PfWB Bachschneider 1, PfWB Schneidergeiß, PfWB -knecht, PfWB Wasserschneider; Syn. s. PfWB Libelle 1; blooer (blauer) Schneirer [ KU-Nerzw], de geel (gelbe) Schneirer [ KU-Krottb]. — 3. 'das Insekt Wasserläufer (Gerris gibbifer)' [mancherorts VPf vereinzelt übrige Pf]; vgl. PfWB Bachschneider 2; Syn. s. PfWB Wasserläufer; geeler (gelber) Schneirer [ KU-Etschbg]; de griene (grüne) Schneider [ RO-Münchw]. — 4. 'das Insekt Mistkäfer (Geotrupes)', de Schneirer [ LA-Roschb]; vgl. K. 40; Syn. s. PfWB Pferdskäfer. — 5. 'der Weißfisch Schneider (Alburnoides bipunctatus)', Schneider [LU-Opp, Heeger Tiere II 13 PfId. 127], Schneirer [ RO-Dielkch LU-Limbghf], Schneiler [ LU-Altr]. — 6. 'sehr junger Hecht (Esox lucius)', Schneiler [ LU-Altr]. — 7. 'Feuersalamander (Salamandra salamandra)'; geeler Schneirer [mancherorts NWPf], geeler (gelber) Schneiðer [ KU-Frankb Kaulb]; vgl. PfWB Salamander 1; Syn. s. PfWB Feuersalamander. Wann e geeler Schneirer em Bronne is, han die Päär (Pferde) kee Wasser getrunk [ KU-Dittw]. Volksgl.: Wann der geel Schneirer Gift spretzt, geht 's Feier aus [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB spritzen 1 b. — 8. a. Ausdruck beim Kartenspiel; Sch. sein 'die Hälfte der zum Spielgewinn nötige Augenzahl nicht haben' [ LU-Limbghf NW-Hardbg]; vgl. PfWB schwarz 2 c sein; de Sch. han (hun, hawe) 'als Spieler 31 Augen 4 e, als Gegner 30 Augen haben' [ KU-Bedb RO-Dielkch NW-Frankeck LA-Wollmh]; nicht den Sch. haben 'die Hälfte der [Bd. 5, Sp. 1304] zum Spielgewinn nötigen Augenzahl nicht haben' [ LU-Limbghf]; de Sch. mache [Land]. Mer hawe (hän) de Sch. 'Wir haben die vorgeschriebene Augenzahl, 30 Augen' [ LU-Opp LA-Gommh]. Er hat de Sch. [Pirmas]. Mir kriehe no nit de Sch., mir sin g'schnitte 'Wir haben gerade 30 Augen, wir sind ohne Stich' [ ZW-Battw, GH-Kand]; vgl. PfWB schneiden 5 a. Er ist nicht aus dem Sch. 'Er hat nicht einmal die Hälfte der Punkte, die er zum Spiel haben müßte' [ Don-Schowe Torscha]. Mer sin Schneirer frei 'Wir haben wenigstens die Hälfte der Augen beim Kartenspiel' [ NW-Freinsh]. — b. 'Verlierer beim Klickerspiel' [ LU-Oggh LA-Ilbh GH-Neubg]; vgl. PfWB Placken-, PfWB Bockschneider. Er is (isch) Sch. 'Er hat alle Klicker verloren' [ NW-Lach/Speyd LA-Gr'fischl GH-Hay]. Er isch blott Sch. [ BZ-Queichhmb]. — c. 'wer beim Spiel nur noch drei Bohnen hat'. En Sch. hawe [ LA-Wollmh]. — d. 'mit Garn umsponnener Wäscheknopf beim Knopf- und Klickerspiel' [Kaislt]. — e. übertr. vom Kartenspiel: 'unsichere, eingeschränkte finanzielle Verhältnisse'. Meer will endlich ausem Schneider [Damm Pälzer 33]. Un kummt'mer endlich ausem Schneider, dann lääbt'mer ziemlich u'beschwert - wie sich's fer Geldleit so geheert! [Damm Pälzer 80]. — 9. 'kranke Frucht', z. B. Zwetschge [RO-Winnw (Wilde 277)]. — 10. FlN, amtl. Im Schneider [LA-Impfl]. — 11. 'Tierkastrierer' Ver-, Vieh-, Füllen-, Hengst(en)-, Ochsen-, Sau-, Sauver-, Stierschneider. — 12. Weitere Bed. s. PfWB Auf-, PfWB Beutel-, PfWB Diel-, PfWB Vor-, Frat-, zen-, PfWB Futter-, PfWB Gesichter-, PfWB Glas-, PfWB Grimassen-, PfWB Haar-, Halsab-, PfWB Holz-, PfWB Huppser-, PfWB Kraut-, PfWB Rüben-, PfWB Sächsel-, PfWB Strohschneider. — RhWB Rhein. VII 1597 ff.; LothWB Lothr. 460, ElsWB Els. II 494 Schnider; Schwäb. V 1054 ff.; Hess.-Nass. III 352 ff; Kluge-Seebold22 647; DWB DWb. IX 1268 ff.; Frankf. V 2785/86.
| 1. 'schmarotzendes Insekt an Menschen und Tieren'. a. 'die Kopflaus', Laus (laus) [verbr. außer SWPf, Christmann Kaulb 20, 23 Heeger Tiere II 17 Mang 125, 127 Müller Dietschw 47 Schneckenburger 48 Lambert Penns 97, verbr. Don Gal Buch Rußl], Lous (lǫus) [mancherorts SWPf], Luss (lus) [lothr. SWPf], Luus (lūs) [ IB-Ormh]; Pl. Lais (lais) [verbr. außer SWPf], Lies (līs) [lothr. SWPf]; Zs.: PfWB Kleider-, PfWB Kopflaus; Syn.: PfWB Biene 2 d, Vögelchen 2aα, PfWB Haaramsel 1, PfWB Kinnem; Lais fange [ KU-Schmittw/O]; Lais knicke 'zerquetschen' [Krämer Gal 139]. L waar en Lump un den bloge die Leis [Birmelin Penns Gezw. 34]; vgl. L. RA.: Lais fange 'Schläge bekommen' [ RO-Münchw, ZW-Bottb]; die grebschte Lais runnermache 'ordentlich die Meinung sagen, zurechtweisen' [Pirmas]; eem e L. in de Pelz setze, wie schd. [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal]; e L. in de Bart hocke (setze), dass. [ LU-Neuhf]; e L. in de Bussem setze, dass. [ Buch-Illisch Rußl-Worms]; Lais (so groß) wie Quetschekern [ LU-Limbghf, mancherorts], wie e Gerschtekern [ KU-Bedb, LU-Friesh Opp NW-Kallstdt], wie e Stobber [ LU-Opp], wie Stiwwelspitze [ LA-Mörzh]. Von einem verlausten Menschen oder Tier sagt man: Er wimmelt voll Lais wie e Emetzehaufe [ PS-Geisbg]. Der is voll Lais wie de Hund voll Fleh [ NW-Kallstdt]. Dem hon die Lais die Hoor abgefreß [ KL-Fischb, KU-Diedk]. Von einem verlausten Kalb: Des han die Lais halwer gefreß [ ZW-Battw]. Er hot Angscht, die Lais däle me (täten ihm) vefriere, von einem, der seine Kopfbedeckung nicht abnimmt [ KU-Bedb, vereinzelt]. Es juckt (kitzelt) mich uf'm Kopp, als wenn ich Lais hätt [ ZW-Battw]. Er esch hinnerher, wie d' Laus of'n Bettelmann 'Er ist arg auf etwas versessen' [ GH-Zeisk]. Ich verschlaa dich, daß die Lais vun dr laafen [ Gal-Josbg]. Mir fehlt nix wie e Grindkopp un e Judd voll Lais [ Gal-Bagbg]. Des macht de L. ke Buckel 'das ist nicht [Bd. 4, Sp. 828] der Rede wert' [ Don-Heufeld]. E Frääche wie e Haus, e Männche wie e L., von einem in Körpergröße und -umfang ungleichen Paar [Schandein Notizen]. Die hat nit bloß Leis, die hat ach Fleh, bei zwei Mängeln, Krankheiten [Bergz (Kamm 41)]. Eich han kei Geld for Stroh, darr (daß) eich mei Lais verbrenne kennt 'Ich bin bettelarm' [ WD-Niedkch, mancherorts]. Do koscht die L. 'n Daler 'Da ist alles teuer' [ NW-Kallstdt]. Du muscht noch Lais krieche un uf'm Mescht verrecke! Verwünschung [ BZ-Dernb]. Den fressen noch die Lais! 'Mit dem wird es schlimm enden!' [NW-Kallstdt, verbr.]. Do kennt mer (jo) Lais krieche!, vor Ungeduld, Aufregung [LA-Gommh, verbr.]. Do beiße mich mein beschte Lais!, dass. [ LU-Limbghf]. Jetzt kriegt 's Kälwel Lais! 'Jetzt ist guter Rat teuer, jetzt wird es kritisch' [ebd.]. Er is frech wie e L. [Kaislt, vereinzelt]. Dem is so wuhl (wohl) wie de Laus im Grind [RO-Dielkch, verbr.]. Der hot's im Griff wie de Bellmann (Bettelmann) die L., wenn jemandem eine Tätigkeit mit geübten Griffen von der Hand geht [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch]. Dem isch e L. iwwer die Lewwer gekrawwelt (geloffe), von einem mißmutigen, verstimmten Menschen [Land, verbr.]. SprW.: Besser e L. im Kraut wie gar ke Flääsch (Speck) [LA-Gommh, verbr., Horne Penns 103 Don Gal]. E Bub wie e L. packt e Mädel wie e Haus [LU-Oggh, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. Kläärer (Kleider) mache Leit un Lumpe mache Lais [NW-Wachh, verbr.]. Wann die L. aus'm Grind kommt, werd's 'r wohl, von Menschen, die von ärmeren in bessere Verhältnisse kommen [Rockhs, mancherorts], werd se frech, dass. [Hebel 45, vereinzelt, verbr. Don Gal Rußl], werd se fett, dass. [Kirchhbol], wird se wierig (wütend), dass. [ WD-Niedkch], steckt se de Berzel in die Heh, dass. [ NW-Wachh]. Die L., wu in de Grind g'hockt werd, wihlt meh wie die, wu drin gebore is, dass. [NW-Freinsh, in Var.: PfMus. 1925 179, Feierowend 20/1949 7]. Wann die L. uf de Disch kummt, fangt sie o se danze [ Gal-Brig]. BR.: Bardelmee (Bartholomäus, 24. August) bringt Lais un Fleh [ LU-Oggh]. Volksgl. Wammer vun Lais träämt, kriet mer Geld [ KU-Diedk, Herchw]. Wammer Lais im Haus hot, soll mer 's Haus uf die Fasenachet auskehre un der Kehrdreck uf'me annere sei Land trage, noh gehn sie weg [Fogel Beliefs Pens Nr. 1320]. Wammer rore Erdäppel ißt, kriet mer Lais [ KU-Schmittw/O]. Wenn man von Läusen, von Eyern, von gelbem Obste, von vielem Gewässer und von Blumen träumt, so bedeutet es Unglück [Journ. 8/1790 142-144]. Volksmed.: Mittel gegen Fieber: Läuse in PfWB Katzenpapier gewickelt und zerstoßen und nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang gegessen [Heeger Vhk. 35]. [Bd. 4, Sp. 829] Wenn dem Roß die Würm in den Leib laufen, so nimm eine L. und mach dem Roß ein Kreuz im Namen des Vaters ... und gib sie ihm in Satz zu genießen. Es genest daran [Roß- u. Arzneibuch v. 1765 (LU-Opp)]. Mer kriggt ken Lais, wammer eppes Grines eßt uf der Grindunnerschdag [Fogel Beliefs Penns Nr. 1337]. Scherzrätsel: Was geht genauer als die Uhr? Antwort: Die Laus. Die Uhr geht uf d' Sekund, die L. geht uf's Hoor [ BZ-Dernb]. VR.: Die Letzt is mein, die Laus ist dein, beim Scherzschlag zum Abschied unter Kindern [Pirmas]. L., L., L., grausige L. / Wann d' mich beischt, reiß ich der die Zähn eraus [ LU-Opp]. Weitere VR. s. PfWB Bettelleute, PfWB Floh, PfWB Himmel, PfWB Lottchen, PfWB Schneider. — b. 'Wanze', Laus [ LA-Dammh]; vgl. PfWB Wandlaus. — c. 'andere, auf Tieren oder Menschen lebende Parasiten'; vgl. PfWB Bienen-, PfWB Blut-, PfWB Filz-, Hammel-, PfWB Hühner-, Hunds-, PfWB Hünkels-, PfWB Immen-, PfWB Kuh-, PfWB Ochsen-, Sau-, Schaf-, Vogellaus. — 2. a. 'Pflanzenschädling'; in den Zs.: PfWB Blatt-, PfWB Garten-, PfWB Reb-, PfWB Schildlaus. — b. sonstige Tiere; in den Zs.: PfWB Mist-, PfWB Ohr-, PfWB Wasserlaus. — 3. übertr.; vgl. PfWB Kelter-, PfWB Kleider- 2, Schlaflaus, Pferds-, Gäulsläuse. — Südhess. IV 191 ff.; RhWB Rhein. V 213 ff.; LothWB Lothr. 346; ElsWB Els. I 615/16.
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