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| PfWB Mädchen (Bd. 4, Sp. 1097) | PfWB Kopf (Bd. 4, Sp. 453) | DWB kopf (Bd. 11, Sp. 1744) | |||||||||||||||||
1. a. 'ledige weibliche Person', Sg. Mädche (mdχə, mdə; -ǟ-), Pl. Mädcher [verbr. westl. Teil der nördl. VPf vereinzelt übrige VPf (in der NPf u. WPf als Dim. zu Mäde, Märe u. a., s. unten)], Pl. Mädercher [Schandein Ged. 242 Müller Luscht un Lewe]; Sg. Madche [ HB-Altstdt RO-Lettw]; Sg. Mädel (mdəl, mdl, -ǟ-), Pl. Mädle [verbr. VPf O-PS Bertram 135 Schandein Bav. IV,2 229], Pl. Mädlich [Umg. Land], Mädele [SP-Mechth Schandein Ged. 242], Dim. Mädelche, Pl. Mädelcher [NW-Lach/Speyd LA-Gommh Land]; Sg. Madel [ GH-Neubg Wind], Mädil [ GH-Westh], Märel (mrəl) [KL-Lind Rodb NW-Elmst Speybn LU-Muttstdt LA-Essing Mörzh BZ-O'ottb Rinnth Wilgws Bertram 135], Pl. Märle [ NW-Neidfs]; Dim. Märelche, Dim. Pl. Märelcher [Schandein Ged. 242]; Sg. Marl [ PS-Bruchw], Mälel [südl. VPf (PfL 27. 1. 1923)]; Sg. Malel, Pl. Malele, Dim. Malelche [ LU-Altr], Mäl [PS-Hintwdth NW-Wachh LA-Burrw Frankw Göckling Hainf Roschb Venn BZ-Albw Dierb Eußth Hergw Ingh Stein Bertram 135], Pl. Mälich u. Dim. Pl. Mälcher [ BZ-Dernb]; Sg. Mäle [ LA-Rhodt]; Sg. Mäle, Pl. Mälich [ BZ-Steinf Nd'ottb]; Sg. Mäde, Pl. Mäd u. Mäde, Dim. Mädche [KU-Diedk Kus HB-Einöd Mimb Schwarzack Seyw IB-Habkch ZW-Hornb Ixh RO-Dörrmosch PS-Lu'wink Ruhbk Ruppw Pirmas BZ-Schwarzb Schandein Ged. 242 PfId. 90]; Sg. Mäde, Dim. Mädelche [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)]; Sg. Mäðe (alte Gener.) Märe (junge Gener.) [KU-Kaulb (Christmann Kaulb 48, 82)], Made [ PS-Schönau]; Märe (mrə, mǟrə), Pl. Mäd (md, -ǟ-), Dim. Mädche [verbr. WPf NPf FR-Heuchh Schneckenburger 21 Schandein Bav. IV,2 229]; Sg. Märe, Pl. Märe u. Mäd [ ZW-Battw]; Sg. Mere [ RO-Duchr/O'hs, vereinzelt], Mare [ KU-Herchw Körbn WD-Hoof Ostbr PS-Bundth]; Sg. Mäle, Pl. Mäd [ KU-Bedb Erdb Jul Patb IB-Ensh]; Sg. Mäire [ WD-Niedkch], Maire [ KU-Konk]; vgl. F.; Auslandspfälzer: Mädche, Mädsche, Pl. -er u. Mädel, Pl. Mäd [Lambert Penns 101]; Medel, Pl. Med [Beam Penns 69]; Medelche, [Bd. 4, Sp. 1098] Pl. -r [Birmelin Penns Poems 25]; Mädche, Medche, Pl. -er; Mädel [Krämer Gal 145]; Mädche [Don-Tscherwk Gert verbr. Buch], Mädel [verbr. Don, Rußl-Katht Land Spey Sulz Worms]; Mäde, Mede [Don-Schowe Torscha Bulkes Hatzf Liebling verbr. Gal (Krämer Gal 145) Buch-Illisch St. Onufry]; (mēðə) 'erwachsenes, geschlechtsreifes Mädchen', Pl. (mēd), Dim. (mēdχə) 'kleines Mädchen' [ Gal-Dornf Josbg]. Der hier bezeugte Bedeutungsunterschied ist in der Pf weitgehend verblaßt. Zs.: PfWB Blitz-, PfWB Braut-, PfWB Tanz-, PfWB Juden-, PfWB Kirbe-, PfWB Konfirmanden-, PfWB Lade-, PfWB Laus-, PfWB Lehr-, PfWB Nachbars-, PfWB Neben-, PfWB Schul-, Sonntags-, PfWB Staats-, PfWB Stadtmädchen, (-mädel, -mäden); e jung, e klaan (klään) e schään, e hibsch (bildhibsch), e sauwer M. [RO-Dielkch, verbr.]; e leddich, e ausgewachse M. [Beam Penns 69]; e wiischt M. [ IB-Wolfh]; e alert (e wild) 'temperamentvolles' M. [ LU-Opp]; e stolz M. [LU-Oggh, verbr.]; e beduucht 'reiches' M. [ RO-Lettw]; e scheen mocklich 'molliges' M. [Krieger 37]; e Bild vum'e M. [ KU-Schmittw/O]; e M. wie gemolt [ LU-Opp]; e schään M., ironisch von einer bösen Frau [ KB-Gauh]. Des M. hot Backe wie Äppelcher (auch: wie Milch un Blut) [ RO-Dielkch]. Was hot des M. rore Backe! [ KU-Krottb]. Des M. is schick angezooh [Krieger 16], is ganz bläächsichdich (bleich) [ KL-Reichb], is arich blutarm, dass. [ NW-Freinsh], bringt 's Maul nimmi zamme (vor Lachen) [ PS-Burgalb]. Ei, der is e M., der hot noch kä Hosse oon!, von einem kleinen Buben, der noch Röckchen trägt [ KU-Schmittw/O]. Das M. esch en nettes, butziges Ding [ BZ-Dernb]. Vorderpfälzisch: Dess isch (d'esch) d'r emol e bitterbeis Mädel, dess hot mich unn mei Peter was ar'ch gescholte! Westrich: Das is (ess) d'r mol e birrerbes Märe (Märelche), das hot mich (meich) un unser Perer ebbes arig verscholl! [Schandein Bav. IV,2 229]. 's is schrecklich, norre dran zu denke, / Wie do die Mädcher un Madame / Han brotzle misse in de Flamme [Münch Weltgesch. 104]. Lob an ein tüchtiges M.: So e M. kennde mer aa brauche! [NW-Wachh, verbr.]. Die Borsch fehre die Mäd zum Danz (fehre se hääm) [ KU-Schmittw/O]. Der Borsch geht bei die Mäd [ RO-Dielkch], met eme M. [ ZW-Bechhf], geht dem M. zu Gefalle [ KU-Diedk]. Er dut die Mädle dricke (knotsche, kisse, bussiere) [NW-Frankeck, verbr.], de Mäd de Kopp vedrehe [KU-W'mohr, verbr.]. Er hätt gere e M., wo dausend Woche alt is [ KU-Schmittw/O, PS-Erfw]. For des M. geb ich mein Middagesse oun e gut Nachtesse drum [ LA-Wollmh]. Er kommt nit vun dem M. (los) [ KU-Diedk]. Das M. will ne net (zum Mann) [ PS-Schmalbg]. Werbung: Guck, des wär so e M. for dich! [ NW-Freinsh]. Ich wißt e M. for dich; auch: Ich kinnt der e M. verrore (verraten) [ LA-Nd'hochstdt]. [Bd. 4, Sp. 1099] RA.: Der ißt wie e M. (wenig) [ KL-Wörsb]. Er wääß nit, esch er e Bu oder e M. 'Er ist verwirrt, verlegen' [verbr.], auch von einem Betrunkenen [ NW-Haardt]. Das M. geht uf de Strich 'ist mannstoll' [ BZ-Dernb]. 's hot'n e M. gebesse (gekißt) 'Er hat aufgesprungene Lippen (Ausschlag an den Lippen)' [ GH-Zeisk]. Der had'n an dem raulich (schlechten) M. vebrennt 'Er ist geschlechtskrank' [ KL-Reichb]. Wenn man sich mit etwas weniger Zufriedenstellendem schließlich doch abfindet, sagt man: Als das!, saat das M., wie's mir'm (buckelige) Schneirer gedanzt hat (weil es keinen anderen Tänzer gefunden hat) [KU-Bechb, Hebel 50]. SprW.: Langes Fädche, faules M. [verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. E Bub wie e Laus packt e M. wie e Haus [LU-Oggh, verbr., auch Don Gal Buch]. E M. wie e Maus packt e Bu wie e Haus mit'm Maul [ebd.]. E M. wie e Faust packt e Bu wie e Haus [ BZ-Dernb]. Eher halt mer e Hand voll Fleh als wie e M., wann's Flääsch un Hoor kriet (wann's siebzeh Johr alt is) [ LU-Limbghf]. Var.: Mer kann leichter e Sack (e Korb, e Stubb) voll Fleh hiete wie e veliebtes M. [Krieger 26, RO-Dielkch BZ-Dierb]. 's is schwerer e M. zu hiede wie e Sack voll Fleh [verbr. Don Gal Buch]. Mäd sin net for in de Glasschrank se stelle [ Gal-Dornf]. 'n anner Städtche, 'n anner Mädche [Horne Penns 103]. Geheirat is kä Perd vekauft, M., mach die Aue auf! [ KU-Rammb]. E Rieb noch de Weihnachde, e Appel noch de Ouschdere un e M. noch de Dreißich sin nimmi begehrt [ LA-Herxh]. Mädcher, wu peife un Hinkel, wu krähe, denne soll mer beizeide de Hals erumdrehe [verbr., auch Penns Don Gal Buch]; Var. s. PfWB Pfarrer 1, PfWB hinausjagen. Volksgl.: Wann en M. peift, muß sie schur (engl. sure 'sicher') en Hurekind ufziege [Fogel Beliefs Penns Nr. 321]. Die Med in're Familie kriege ken Menner, wammer Pohahnefedre ('Pfauenfedern') im Haus hot [ebd. Nr. 180]. Den Mädchen soll man bei abnehmendem Monde die Haare stutzen [ NW-Frankeck]. Brauchtum: E M. kann heirade, wann's Brot backe kann [verbr. Don Gal Buch], wann's Brot backe un e Mannshemd mache kann [ Gal-Slawitz], wann's Pannkuche rumschnicke kann [mancherorts Gal Buch Don-Alexhs], wann's de Zopp dreimol um die Nos wickle kann [ Don-Gottlob], wann's de Mamlicke 'Maisbrei' koche kann [ Buch-Illisch]. Am Sonntag vor der Kerwe werden im Wirtshaus die Märe verstäägt (versteigert) [ PS-Erfw]; s. Mädchenversteigerung. Die Mädchen treffen sich Sonntags abends mit ihren Burschen in der Gastwirtschaft, wo sie sich unterhalten und singen [ LU-Limbghf]. Scherzfrage: Was ist unnötige Arbeit? Scholle kloppe un de Mädcher die Ditz roppe [ NW-Kallstdt]; Var.: Scholle kloppe un Märe wecke is unneerig (denn die Schollen [Bd. 4, Sp. 1100] zerfallen, wenn es regnet und die Mädchen stehen auf, wenn sie ausgeschlafen haben) [ BZ-Dierb, Albw]. Ein Rätsel s. PfWB Krug 1. VR.: Rege, Rege, Troppe, / Die Buwe muß mer kloppe; / Die Mädcher muß mer traa, / Die Buwe muß mer schlaa [ Gal-Neudorf]; Var. s. PfWB Bube 1, PfWB Federbett, PfWB Kaffeebohne 1, PfWB Kopf I 1, PfWB Schloße, PfWB Weide. Was batt mich mein Grase, / Wenn d' Sichel net schneidt; / Was batt mich mein M., / Wenn's bei mir nit bleibt [ SP-Harths]. Danz, M., danz, / So lang die Schuh sin ganz; / Brauchscht dich net se reie, / De Schuster macht der neie [ Gal-Brunndorf]. Daß ich e luschtig Mädel bin, / Des sieht ma an unserm Haus, / Die vorderscht Wand, die wackelt schun, / Die hinnerscht fallt ball raus [BZ-Wernbg (Feierowend 2/1950 1)]. Un 's Märe werft un wippt die Be', / Sei' Röckelche dut bamble, / Dann freilich is die Ehr net kle', / Die erschte Drei ze strample! [Schandein Bav. IV,2 385]. M., dreh die Locke, sunscht bleibscht hocke! [Pirmas]. Var.: M., brenn der Locke, bleibschte aach net hocke! [Krieger 24]. M., wu bisch du geschder gewäßt? / Drauß im grüne Gärdel. / Sach mer, wer isch dann bei der gewäßt? / Der mit dem schwarze Bärdel [GH-Berg (Stehle 35)]. Wann die Mäd geheirat hun, geschieht e Wunner: / Vorne werr'n die Reck zu korz un hinne hängen se runner [ Gal-Brotschk]. Weitere VR. s. PfWB ätsch, PfWB Pelznickel 1, PfWB Pfarrer 1, PfWB Brunnen 2, PfWB Bube 1, PfWB pumpen 1 a, PfWB Butelle, PfWB Dotter 1, PfWB drüben, PfWB Grumbach, PfWB Hafersack 1 a, PfWB iks, PfWB Johann-Peter 1, PfWB kaputtärgern, PfWB Katzenschwanz 2 b, PfWB Laden 1 a, PfWB lieben, PfWB Nebelkappe, PfWB Rose, PfWB Saft, PfWB Schublade. Kinderspiel: Willst du wissen, wie's die kleinen Mädchen machen? Beschreibung s. PfWB wissen. a. 1751: Die Buben sollen auf den Esel und die Mägdger in die Trille (zur Strafe) [Zweibr. I 61 (HB-Altstdt)]. a. 1787: Wan einer den Andern Bey einem Mädgen sieht, so soll er seinen weg gehen und keinen Lermen machen [A. Becker Eine Pfälzer Burschenschaft, in: PfW 1906 129]. — b. Im bes. α. 'Tochter', meist in Verb. mit dem Possessivpronomen, familiär; mei(n) M., unser M. [verbr., vorn. WPf]; vgl. PfWB Tochter 1; Zs.: PfWB Brudersmädchen. Die hän e klää M. kriecht 'Ihnen ist eine Tochter geboren worden' [LA-Gommh, verbr.]. Die hot lauder Mäd [ RO-Dielkch]; auch: Do sin die Märe gerore (geraten), wenn es in einer Familie nur Töchter gibt [ PS-Erfw]. RA.: Gib dem Bub das M. un die alt Kescht! (Kleiderkiste, die zur Aussteuer gehörte) 'Gib die Zustimmung zur Verlobung!' [ IB-Bliesmg/Bolch]. Er zieht anner Leit ehr M. groß, scherzh. von einem jungen Ehemann [ FR-Grünstdt]. SprW.: Dem reiche Mann sei M. un dem arme Mann sei Korn werren iwwer Nacht zeidich [JKurpf. 1927 16]. Volksgl.: Wann in're [Bd. 4, Sp. 1101] Familie lauder Buwe sin un noch ken Med, dann heescht (s. PfWB heißen 1 b α) der letscht Bu Adam, noo gebt's Med [Fogel Beliefs Penns Nr. 2024]. a. 1358: der ehrbaren Frau Katherinen, herrn Cunrades mede [HornbReg. n. 270]. — β. 'Freundin, Geliebte'; mein M. [Land, verbr., auch Don Gal Buch Beam Penns 69]; vgl. PfWB Mensch. Er geht zu seim M. [ LA-Gommh]. Du bisch mei M.! [Kaislt, mancherorts]. Neujahrswünsche: Ich winsch der e glicklich neies Johr un e M. mit roude Hoor [ GH-Schwegh]. Prost Neujohr! Ich winsch eich e Märe mit schwarze Hoor. Wann's rore hot, kann ich nix devor [KU-Krottb (Vogelsgesang 5)]. — γ. 'Verlobte, Braut', 's M., mei M. [Ingb HB-Brenschb Walsh KL-Landstl FR-Bobh Schneckhs NW-Forst Gönnh Haardt LU-Altr]. — δ. 'ältere unverheiratete Frau', e M. [ ZW-L'wied], e alt M. [KU-Bedb ZW-Battw RO-Dielkch KB-Kriegsf LU-Limbghf Oggh LA-Ilbh Gommh PfId. 90], e groß M. [ NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Jungfer 1 b, PfWB Magd 3 b. Die Anna isch jetz ää schun e aldis M. [ PS-Erfw]. — c. 'Dienstmagd', 's Mädel [ LU-Oggh, vereinzelt], dafür verbr. Magd 1 a; in berufsbezeichnenden Zs. häufiges Grundwort: Austrag-, Bedien-, Dienst-, Fabrik(s)-, Hacker-, Hanf-, Haus-, Kehr-, Keller-, Kellner-, Kinder-, Kinds-, Kultur-, Laden-, Lauf-, Lehr-, Milch-, Monats-, Näh-, Nähters-, Reitschul-, Schenk-, Servier-, Singer-, Wald-, Wirts-, Zeitungs-, Zimmermädchen, (-mädel, -mäden); Bauernmädchen 1. — 2. übertr. a. 'Klitoris', Mädel [ BZ-Dernb]. — b. α. die Spielkarte Dame, Medche [Beam Penns 69]. — β. die Spielkarten Kreuz- u. Schippendame im Kartenspiel Solo, die Märe [ ZW-Battw]. — γ. das Kartenspiel Kreuzsolo; mit de Mäd [ KU-Diedk]. — 3. 'Wiesenschaumkraut (Cardamine prat.)' in der Zs.: PfWB Bauernmädchen 2. — F.: Die west- u. nordpfälzischen Mäde, Märe, Mäle setzen *meidin (ahd. magatīn) voraus (zur Lautentwicklung d > r, bzw. l s. PfWB Jüdin, K. 215), Mädche, Mädel sind Dim. zu PfWB Magd (Etym. s. d.). Die hist. bezeugte F. megdgen (mit vorhandenem -g-) ist kanzleispr. Der Diminutivgehalt des -l in Mädel, Märel ist verblaßt, weitere Diminuierung mit dem aus dem NW in den vorderpfälzischen Raum vordringenden -che in Mädelche, Märelche. — Südhess. IV 474 ff.; RhWB Rhein. V 697 ff.; LothWB Lothr. 349; ElsWB Els. I 650/51, ALA I, K. 13; Eichhoff WA I, K. 2.
| I. 1. K. des Menschen und des Tieres, Kopp (kob, kǫb) [verbr.], Kopf [SOPf], Kupp [ KU-Dennw/Frohnb], Kapp [ LU-Alsh]; Pl. Kepp (kęb), Kepf (kebf); Dim. Sing. Keppche, Keppsche, Kepp(e)l, Kepf(e)l, Kepp(e)lche, Kepp(e)lsche; Dim. Pl. Keppcher, Keppscher, Kepple, Kepfle, Kepfel, Kepplich, Kepflich, Keppercher, Keppelcher, Keppelin; zur Verbr. des Dim. Pl. s. K. 255. Syn., scherzh. u. verächtl. Bez. für K.: Ballon 2, PfWB Batterie 2, PfWB Birne 2a, PfWB Bläß 3b, PfWB Dach 2a, PfWB Dachdeckel, -schädel, PfWB Deckel 2a, PfWB Deez, PfWB Deezkopf, PfWB Depot 4, PfWB Dickwurzel 2, PfWB Torsch 2bβ, PfWB Trassem, PfWB Tupee 2, PfWB Tüpfen 5b, PfWB Erbse 2c, PfWB Verstandskasten, PfWB Viernzel 2a, PfWB Gedächtniskasten, PfWB Giebel 2a, PfWB Gipfel 2a, PfWB Gips 2bα, PfWB Gipser 2, PfWB Gipskopf 1a, PfWB Glatze 2, PfWB Gnaust 2, PfWB Grutz(en) 4a, PfWB Hafen 2a, PfWB Haupt 1, PfWB Hirn 1b, PfWB Hirnbüchse, -deckel, -kasten, -schädel, PfWB -schale, PfWB Kaul 2, PfWB Kaulkopf 2, PfWB Kegelkugel 2, PfWB Kibes, PfWB Kiste 2bβ, PfWB Kistenkopf, PfWB Klotz 2aγ, PfWB Knorzen 4a, PfWB Kohlrabe, PfWB Kompaß 2, PfWB Kürbis 2, PfWB Latetel, PfWB Masser, PfWB Massik, PfWB Melone, PfWB Mollo, PfWB Mörser, PfWB Nischel, PfWB Nolles, PfWB Oberstübchen, PfWB Rübe, PfWB Schädel, PfWB Schapiter, PfWB Schwolles, PfWB Schwollkopf, PfWB Sester, PfWB Simmern, PfWB Sumser, PfWB Wirsing, PfWB Zwirbel. — a. Aussehen und Beschaffenheit. Zs.: PfWB Anrauch- 2, PfWB Batz-, PfWB Birnen-, PfWB Platsch- 1, PfWB Platt-, PfWB Blond-, PfWB Blutt-, PfWB Polka-, PfWB Buben-, PfWB Bubi-, PfWB Buchs-, PfWB Bürsten-, PfWB Putzwolle-, PfWB Dachs- 1, PfWB Taler-, PfWB Dick- I, PfWB Dickrüben-, PfWB Dickwurzel- 1, PfWB Toten- 2, PfWB Trassem-, PfWB Dreck- 1, PfWB Dutzel-, PfWB Eier- 1, PfWB Erbsen- 1, PfWB Eulen- 1, PfWB Fackel- 1, PfWB Fasel-1, PfWB Viernzel- 1, PfWB Flachs-, PfWB Vogels-, PfWB Freß- 1a, PfWB Fuchs-, Geiß-, PfWB Gips- 1b, PfWB Glatz- 1, PfWB Gnaust-, PfWB Gneist-, PfWB Grau-, [Bd. 4, Sp. 454] Grind- 1, PfWB Grundbirnen-, PfWB Grutzen-, PfWB Haferapfels-, PfWB Hecht-, PfWB Heiden- 1, PfWB Heidesin-, PfWB Hoden- 1, PfWB Holler-, PfWB Holzbirnen-, PfWB Hudelwisch-, PfWB Igels-, PfWB Kahl-, PfWB Kegelkugel-, PfWB Kinder-, PfWB Kisten-, PfWB Klicker-, PfWB Klöß- 1, PfWB Klotz-, PfWB Knall- 1, PfWB Kraus-, Kroll-, PfWB Krubbel-, Krull(en)-, Krusel-, PfWB Krusten-, PfWB Kuckucks-, PfWB Kugel-, Kukumer-, PfWB Künstler-, PfWB Locken-, PfWB Masser-, PfWB Milchhafen-, PfWB Mohren-, PfWB Mollochsen-, PfWB Mondschein-, PfWB Mords-, Mummel(s)-, PfWB Nissen-, PfWB Nuß-, PfWB Ochsen-, PfWB Quadrat-, PfWB Quecken-, PfWB Ratten-, Rebenhäsel-, PfWB Roll-, PfWB Rot-, PfWB Schepp-, PfWB Schlapp-, PfWB Schlenker-, PfWB Schmärren-, PfWB Schneidbanks-, Schnitzelbanks-, PfWB Schor-, PfWB Schrammen-, PfWB Schrubb-, PfWB Schwartenmagen-, PfWB Schwarz-, PfWB Schwoll-, PfWB Sellerie-, PfWB Sester-, PfWB Siebenachtels-, PfWB Simmern-, PfWB Spatzen-, PfWB Spitz-, PfWB Staats-, PfWB Stachel-, PfWB Straub-, PfWB Strubbel-, PfWB Strupf-, PfWB Wackel-, PfWB Wacken-, PfWB Wanzen-, PfWB Wasser-, PfWB Weiß-, Weißlaibels-, Well-, PfWB Wirr-, PfWB Woll-, PfWB Worr-, PfWB Wuschel-, PfWB Wusel-, Zasel-, PfWB Zement-, Zichorien-, PfWB Zigeuner-, PfWB Zottel-, PfWB Zusel-, PfWB Zwei-, PfWB Zwiebel-, PfWB Zwurbelkopf. E schepper (schiefer) K. [ KU-A'glan, allg.]; e blodder 'kahler' K. [ KL-Bann]; e verschameriseerder 'zerschundener' K. [Kus]; e grendicher (grindiger) K. [LA-Böching, verbr.]; e rorer (roter) K. [ KB-Rams]; e doller 'benommener' K. [ ZW-Gr'bundb]; e kleenes Keppche [ Don-Gertianosch]. Vergl. u. RA. über Aussehen und Beschaffenheit des Kopfes: Der hat e K. wie e Vernsel (Getreidehohlmaß, s. PfWB Viernzel) [ LU-Opp, mancherorts], wie e Simmere (dass.) [LA-Herxh, SOPf], wie e Sestere (dass.) [ KU-Schmittw/O], wie e Vertl (Hohlmaß, s. PfWB Viertel 2a) [Don (Steinmetz)], wie e Merjets (Hohlmaß, etwa 15 l) [ Don-Liebl], wie e Fassel [ KU-Trahw], wie e Faß [ KU-Schmittw/O], wie e halb Faß [ ZW-Gr'bundb], wie e Wacke 'Stein' [Kus], wie en Mond [ GH-Nd'lustdt], wie en Schlääl (Schlegel) [ LU-Alsh], wie en Wickel Werg, von einer unordentlichen Frisur [ PS-Fehrb], wie e ungrischer (ungarischer) Ochs [KU-Lohnw LU-Friesh Hebel 13], wie e Ochs [ NW-Elmst BZ-Dernb], wie e englischi Sau [ NW-Kallstdt], wie e Kaulquabbe [Krieger 46], wie e ausgefressener Paschdor (Kaplan) [ ZW-Battw], wie e Kloschderbruder [ LU-Oggh], wie ne Pader [ LU-Böhl], wie Zinnower 'ein zinnoberroter K.' [NWPf], wie Wachs 'ein schöner K., ein schönes Gesicht' [ ZW-Gr'bundb]. Der macht e alde K. 'sieht älter aus als er ist' [ NW-Elmst]. Er hat sich e K. rausgefreß (angefreß) 'hat sich gut gemästet' [KU-Lohnw, verbr.]. Er hat e K., als wenn die Mais dran gefresse hätte, von schlecht geschnittenem Haar [ ZW-Battw]. Er hat e Loch im Strump wie e K. 'ein großes rundes Loch' [ KU-Schmittw/O Hundh], Grumbeere 'Kartoffeln' wie [Bd. 4, Sp. 455] ![]() b. Der K. als Körperteil. Zs.: PfWB Pferds-, PfWB Deez-, PfWB Toten- 1, PfWB Gauls- 1, Geiß-, PfWB Gips- 1, PfWB Hasen-, PfWB Hinter-, PfWB Hirn-, PfWB Hunds- 1, PfWB Kalbs- 1, PfWB Katzen- 1a, PfWB Kuh- 1, PfWB Mosch-, PfWB Ochsen-, PfWB Sau-, PfWB Schweinskopf. Wendungen, Vergl., RA.: Der dut de K. schirrle (schütteln) [KL-Hirschhn, verbr.]. Du was uf de K.! 'Ziehe eine Kopfbedeckung an!' [LU-Alsh, verbr.]. Der hat mer e Loch in de K. geschmiß [Kus]. Ich hab de K. werrergestoß (widergestoßen) [ LU-Limbghf]. Er frißt aam die Hoor vum K. erunner 'Er entzieht einem das Lebensnotwendigste' [KB-Kriegsf, [Bd. 4, Sp. 456] verbr.]. Wann die Katz ehre K. dorch e Loch bringt, kann se aach dedorch schluppe [ KU-Schmittw/O]. 's kitzelt mich uf'm K., als wenn ich Lais hätt [ZW-Battw, verbr.]. Do werds eem ganz dabbich im K. 'benommen, unwohl' [Krieger 62]. Ich habs im K. 'Ich habe Kopfschmerzen' [PS-Erfw, verbr.]. Do mecht eem grad de K. verspringe (bei Lärm, Tumult, Schmerz) [RO-Lettw, verbr.]. Ich bin heit ganz dumm im K. 'ganz benommen' [Kus]. Er hot im K. 'Er ist betrunken' [FR-Kirchh, verbr.]. 's is em in de K. gestee (der Alkohol) [KU-Bedb, verbr.]. Dem is die Millich 'Sperma' in de K. gstiche, wenn z. B. ein Junggeselle plötzlich überschnappt [Frankth LA-Gommh]. Der brummelt eem de ganze Dag de [Bd. 4, Sp. 457] K. voll 'Er nörgelt den ganzen Tag' [RO-Semb, verbr.]. Wenn einem plötzlich etwas klar geworden ist, dut mer sich vor de K. schlaan [KU-Kaulb, verbr.]. Bei einem überraschenden oder erschrekkenden Ereignis dut mer die Hänn iwwer'm K. zammeschlaae [ ZW-Battw, allg.], sich an de K. fahre [LA-Maik, verbr.]. Um sich vor einer schwierigen Situation zu ermuntern, sagt man: Se werre mer de K. net erunner ma'e (machen) [KU-Kreimb, verbr.], auch: 's werd nit de K. koschde [BZ-Albw, verbr.]. Der Selbstmörder hot sich e Kuul dorch de K. gejaat [KB-Stett, verbr.]. Jemanden Kopps kärzer mache 'ihn umbringen, hinrichten, enthaupten' [RO-Schönbn, verbr.], en K. kleener (kerzer) mache, dass. [LA-Herxh, verbr.]. Er is Kopps greßer 'um einen K. größer' [HB-Kirrbg, verbr., Siebenlist 85]. Ich kennt der grad de K. erunnerreiße (vor Wut) [KU-Kaulb, verbr.]. Jemanden verhauen, verprügeln heißt: of de K. schlaan [Ingb, mancherorts], an de K. schlaan [ KU-W'mohr RO-Semb KL-Wörsb], de K. treffe [ KU-Erdb Neunkch KL-Lind Niedkch Wörsb], de K. verschlaan [ KU-A'glan Kaulb KL-Wörsb], de K. vernusse [ KU-Albb KB-Stett LU-Limbghf], de K. ufmache [ IB-Rohrb KL-Hütschhs], de K. vollschlaan [ KU-W'mohr], de K. butze [ KL-Enkb], de K. zwicke [ KL-Wörsb], uf de K. duppe [ KB-Gauh], die Aue (Augen) vor de K. schlaa [ PS-Burgalb], de K. voll Bawere ('Beulen', vgl. PfWB Baber 2) schlaan [ KU-A'glan], de K. vermalträteere [ WD-Niedkch]. Wenn man jemanden zurechtweist, dut mer'm de K. serechtsetze (zurechtsetzen) [KB-Boland, verbr.], de K. wäsche [LU-Neuhf, verbr., Krieger 51], de K. zwische die Ohre stecke (setze) [ZW-Gr'bundb, verbr., auch Don], die Knepp aus'm K. mache [ ZW-Battw]. Der Stolze, Hochmütige dut de K. stelle [KU-Kaulb, verbr.], traat (trägt) de K. hoog [RO-Lohnsf Krieger 19], halt de K. wie e Herregaul [mancherorts Gal], wie e Paradigaul [ Don-Gertianosch], wie e Kalandrese Fille [ Don-Tscherwk], hält (stellt) de K. wie e Schäsegaul 'Kutschpferd' [ZW-Gr'bundb, verbr.], stellt de K. wie e Soldadegaul [ NW-Frankeck], wie e Gockl [ NW-Kallstdt]. Wer sich nicht entmutigen läßt, dut de K. steif halle [KB-Kerzh, verbr.]. Der Mutlose loßt de K. hänge [ FR-Bockh, allg.]. Menschen, die erregt werden, steigt 's Blut in de K. [NW-Deidh, verbr.]. Der dut'm vor de K. stoße, wie schd. [allg.]. Der dät noch de K. vergesse, wenn er net angewachs wär, von einer vergeßlichen Person [KL-Hirschhn, verbr.]. Häschde kaan K., braichschde kaan K., sagt man zu vergeßlichen Menschen [ KB-Albish]. Wenn jemand viel weint, dut er sich die Aage vor de K. greine [ ZW-Battw], sich die Aage aus'm K. rausbrille 'herausweinen' [ LA-Nd'hochstdt]. Wammer sich die Aue aus'm K. greint, werds aach net annerscht [ KU-Schmittw/O]. Do kammer sich die Aue var de K. dricke [Bd. 4, Sp. 458] (hewwe), wenn eine Last zu schwer ist [ KU-Schmittw/O Kaulb]. Dem sin die Aue näägscht 'beinahe' aus'm K. gefall vor Verwunderung [ KU-Bechb]. Du hasch de letscht K. ufsitze, sagt man zu einem, der stark hustet. Als Antwort kommt dann: 's gebt jo noch Krautkepp [ PS-Hetths]. Jemanden mißachten, sich nicht an ihn stören heißt: eem uf de K. scheiße (spauze) [ KB-Harxh NW-Elmst]. Dem scheiß ich uf de K. un stell'n in de Keller, bes er grooe Hoor kriet, dass. [ KU-Kaulb]. Wer sich alles gefallen läßt, loßt sich uf de K. rumdanze [LU-Friesh, verbr.]. Dem muß mer erscht mid'm Hammer uf de K. schlaa, wenn einer schwer begreift [mancherorts, auch Gal], mid'm K. drufstoße, de K. drufstoße, dass. [LU-Böhl Neuhf, verbr.]. Um seinen Widerwillen zu überwinden, dut mer 'm Deiwel uf de K. trede [LA-Herxh, verbr.]. Drohung, wenn es blitzt und donnert: Unser Herrgott schlagt der sein Klippel uf de K.! [ BZ-Dernb]. Kleine Kinder, die unbedingt mit den Eltern in die Kirche gehen möchten, schreckt man mit: Oh weh, de Parre schleet der e Naal in de K.! [ KU-Kaulb]. Drohung an ein Kind, das etwas Verbotenes tat: De Herrgott schlaat der e Naal in de K.! [ Don Gal Buch]. Das is besser wie e Loch im K., sagt man von einer Sache von geringem Wert [ Gal]. »Des war e Zufall!« hat des Weib gsaat, wie'm die Kellerdier uf de K. gfall is [ Don-Gertianosch]. Der hilft der, bis d' kee Hoor meh uf'm K. hoscht 'Der hilft dich zugrunde richten' [ NW-Geinsh]. Eem die Haut iwwer de K. ziehe (strippe) 'jemanden übervorteilen' [KU-Bedb, verbr.]; die Kepp zammestecke 'heimlich miteinander tuscheln' [Land, verbr.]; von K. bis zu Fuß [ KU-Obw/Tiefb FR-Bockh], vum K. bis zu de Fieß [ LA-Nd'hochstdt], vum K. bis zu de Zeh 'von oben bis unten, voll und ganz' [ KL-Reichb]; iwwer Hals un K. 'in überstürzter Hast' [ NW-Haßl]. Er steckt iwwer K. un Ohre in Schulde [Miller Pennsylv. German 1911]. Glei war der Henry in de Lieb / Bis iwwer K. un Ohre; / Mit all dem hie un här Gezieg, / Do hot er's Härz verlore [Birmelin Penns Gezw. 59]. Er is die Ohre am K. net wert, von einem Nichtsnutz [ Don-Schowe]. Von Menschen, die viel reden, sagt man: Er bappelt eem de K. ab un widder dran [Rockhs], auch: Der redt ääm e Loch in de K. [ LU-Opp]. Er dut mer de K. voll mache 'versucht mich durch Worte zu beeinflussen' [ KU-Schmittw/O]. Der hot Budder uf'm Kopp 'Er hat ein schlechtes Gewissen' [ Don Gal Buch]. SprW.: Wann d' ere Krott de K. abbeiße witt (willst), derfscht se net lang betrachte [Heeger Kerwe 59]. Mer sieht de Leit uf de K., awwer net in de Kropp [ Gal Buch]. Wemmer de Kinner de Wille loßt, stein s'm uf de K. [ Buch-Illisch]. Der Fusch (Fisch) fangt vum (am) K. aa (on) ze stinke [Don Gal Buch Rußl-Katht Rastadt]. Wer Budder uf'm K. hot, soll net in die Sunn gehn 'Wer selbst nicht fehlerfrei ist, soll [Bd. 4, Sp. 459] sich zurückhalten' [Don (Steinmetz)]. Die Määcher wo peife un Hinkel wo krähe, de soll mer de K. uf de Rick (Rücken) erumdreh [ ZW-Gr'bundb, vereinzelt, auch Gal-Dornf Buch-Illisch]. Wann de K. ab isch, hot de Aarsch Feierowend [ LA-Gommh]. Rätsel vom Menschen: 's geht rum un hot siwwe Lecher im K. [ LU-Böhl]. VR.: Reeche, reeche Troppe, fall mer uf mein Koppe, fall mer in mein Budderfaß, werr mer all minanner naß [ LA-Altd], mit anderem Schluß auch ZW-Bechhf u. Gal. Witt (willst) e Beer (Birne) — stoß de K. widder die Deer (Tür). Witt e Appel - geh Steg nuf un bappel. Witt e Nuß - lang 'm Kälwel an die Schnuß [Wilde 23, ähnlich auch LA-Essing]. Spottvers: Ich wollt ich wär im Himmel un du im Paradaas / ich wollt ich härr (hätte) e Schimmel un du e K. voll Laas (Läuse) [ KL-Siegb]. — c. Der Kopf als pars pro toto. Zs.: PfWB Bankerts-, PfWB Barras-, PfWB Pferds- 2, PfWB Pfetz-, PfWB Pfeifen- 2, PfWB Platsch- 2, PfWB Platt- 1b, PfWB Blau-, PfWB Blech-, PfWB Blutt- 1b, PfWB Brause-, PfWB Brutz- 2, PfWB Brummel-, PfWB Brumms-, PfWB Pulver-, PfWB Buttermilch-, PfWB Teufels-, PfWB Dick- 2, PfWB Toll-, PfWB Dös-, PfWB Dreck- 2, PfWB Dumm-, PfWB Turmel-, PfWB Dusel-, PfWB Eier- 2, PfWB Enten-, PfWB Erbsen- 2, PfWB Esels-, PfWB Fackel- 2, PfWB Fasel-2, PfWB Faxen-, PfWB Flacker-, PfWB Flatter-, PfWB Franzosen- 1, PfWB Freß- 2, PfWB Geiz-, PfWB Glatz- 2, PfWB Grind- 2, PfWB Groß-, PfWB Grün- 2a, PfWB Hammels-, PfWB Hitz(e)-, PfWB Hoden- 2, PfWB Hohl-, PfWB Holz- 2, PfWB Horn-, PfWB Hunds- 1b, PfWB Kalbs- 2, PfWB Kamels-, PfWB Käse-, Kästen-, Kaul(en)- 2, PfWB Kinds-, PfWB Klöß- 2, PfWB Knärbel-, PfWB Knorzel-, PfWB Kommiß-, PfWB Krangel-, PfWB Kratz-, PfWB Kreuz-, PfWB Krotten-, PfWB Kruddel-, Launen-, PfWB Laus-, PfWB Männchens-, PfWB Mollen-, PfWB Muff-, PfWB Muffel-, PfWB Murr-, PfWB Mus-, PfWB Mutz-, PfWB Narren-, PfWB Quassel-, PfWB Quatsch-, Rage-, PfWB Rappel-, PfWB Ratten-, PfWB Rotz-, Rund-, PfWB Sau-, PfWB Sauermilch-, PfWB Sauf-, Schaf-, PfWB Schikanen-, PfWB Schlaf-, PfWB Schlapp-, PfWB Schlau-, PfWB Schmalz-, PfWB Schoren-, PfWB Schwach-, PfWB Schweins-, PfWB Sellerie-, PfWB Stachel-, PfWB Stier-, PfWB Stroh-, PfWB Stieben-, PfWB Uz-, PfWB Wackel-, PfWB Weiß-, PfWB Wirr-, Wirsing(s)-, Zickels-, PfWB Zwatter-, PfWB Zwatzer-, Zyriakuskopf. E verbrillter K., von jemandem, der viel weint [ ZW-Gr'bundb]. RA.: Uf de K. hunnert 'ganz genau hundert' [ KU-Kaulb Kreimb]. Um dem sein K. is schad 'Es ist schade um ihn' [ NW-Elmst]. Er hot kän Dach mehr iwwer'm K. 'Er ist verarmt' [ LU-Opp]. Die sin ään K. un ään Arsch 'Sie denken, handeln wie eine Person, sind immer einer Meinung' [PS-Glashütte, verbr., auch Gal-Dornf]. SprW.: Veel Kepp, veel Sinn 'Viele Personen, viele Ansichten' [LU-Limbghf, verbr., auch Gal Buch Miller Pennsylv. German 1911]. Mer kann net alle Kepp unner een Hut bringe [Krieger 30]. — 2. Der Kopf als Sitz geistiger Fähigkeiten. a. Intelligenz, Denkvermögen, Gedächtnis. Zs.: PfWB Schlaukopf. Der Gescheite, Begabte hats im K. [KU-Obw/Tiefb, verbr.], hot eppes im K. [NW-Kallstdt, [Bd. 4, Sp. 460] verbr.], hat Gritz im K. [Krieger 20], isch net letz 'verkehrt' im K. [SOPf], is (harr) e gurre (guten) K. [ WD-Niedkch, mancherorts], hot e uffene K. [ Gal-Dornf], harr e helle K. [HB-Breitft, verbr.]. Dann Pälzer Leit sin hell im K. [Krieger 4]. RA.: Demm sei kleener Finger is gescheider wie annere Leit ehr K. [Buch-Illisch, verbr. Don Gal]. Der esch nit uf de K. gfalle [ LA-Herxh, allg.]. Der Hochmitige hot Gritz im K. wie halwe Ebbel [BZ-Steinf (Wilde 8)]. Wer über etwas nachdenkt, läßt sich etwas durch de K. geh [PS-Lu'wink, verbr.], hat de K. voll [ GH-Schwegh, KU-Kaulb]. Angestrengtes Nachdenken: de K. verbreche [KL-Enkb, verbr.], sich de K. verreiße [RO-Lettw, verbr.]. Mer muß aach mit'm K. schaffe 'Man muß bei der Arbeit auch denken' [ NW-Geinsh Gal-Dornf], de K. basamme han 'konzentriert sein' [ PS-Lu'wink]. Im K. hätt er's noch, von jemandem, der sonst nichts mehr leisten kann [ NW-Geinsh]. Im K. han ichs, ich brings nor net an die Wand, von einem angehenden Malergehilfen [Krieger 50]. Das schlaa der nore aus'm K.! [KU-Kaulb, verbr.]. Ich weeß nimmi, wu mer de K. steht 'Ich kann keinen klaren Gedanken fassen' [BZ-Nd'horb, verbr.]. Er hot de K. verlore 'Er kann nicht mehr klar denken' [NW-Kallstdt, verbr.]. Das Märe (Mädchen) hot'm ganz de K. verdreht [ RO-Obd Lettw]. In meim K. geht alles drunner un driwwer [Kus]. Bei dem gehts dorchnanner im K. wie Kraut un Riwe 'Er ist unklar in seiner Denk- und Ausdrucksweise' [HB-Kirrbg, verbr.]. 's geht mer als (eppes) im K. erum 'Ein Gedanke beschäftigt mich' [KL-Stelzbg, verbr.]. 's geht mer net aus'm K., dass. [LU-Alsh/Gr, verbr.]. Von jemandem, der ein gutes Gedächtnis, Lernvermögen hat, sagt man: Er hot en behaltsame K. [ RO-Semb], hot alles im K. [ LA-Gommh]. Im K. lerne 'auswendig lernen' [ PS-Fehrb]; im K. hawwe 'sich etwas (auswendig Gelerntes) merken' [ LU-Friesh]. SprW.: E heller K. is bares Geld [Krieger 28]. Aus'm K. aus'm Sinn [ebd.]. Was mer net im K. hot, muß mer in de Fiß (Fieß, Bään) hawwe [GH-Schwegh, verbr., auch Don Gal Buch Horne Penns 98]. Volksgl.: En Mittwochskind hat ken guder K. fer lerne [Fogel Beliefs Penns Nr. 14]. — b. Dummheit, geistige Störung, Verwirrung. Zs.: PfWB Boll-, PfWB Toll-, PfWB Dös-, PfWB Dumm-, PfWB Esels-, PfWB Gips-, PfWB Hohl-, PfWB Holz- 2, PfWB Kamels-, PfWB Katzen- 1b, PfWB Kinds-, PfWB Narren-, Schaf-, PfWB Schwach-, PfWB Stroh-, PfWB Wasser-, PfWB Wirrkopf. RA.: Der Begriffsstutzige, Dumme hat e schwache K. [ KU-Kaulb], keen K. [ LA-Herxh], kän K. un kän Hern (Hirn) [ HB-Breitft], ken K. un ken Sinn [ LA-Herxh], nix em K. [ebd.], Stroh im K. [Krieger 35], e Brett vor'm K. [KU-W'mohr, verbr.]. Dem Dummen will nix in de K. enin (hinein) [Kus], geht nix in de K. [BZ-Dernb, verbr.]. Er bringt nix in de K. [KU-Schmittw/O, verbr.]. Mer mäint, der wär [Bd. 4, Sp. 461] uf de K. gefall 'Er verhält sich begriffsstutzig' [ebd.]. Der Gedankenlose hot gar ken K. [ NW-Geinsh]. Vom Verrückten sagt man: Er har e Käwer im K. [LA-Ilbh, verbr.], hat e Bobe 'Käfer' im K. [ IB-Reinh], hat e Worm im K. [ KU-Friedhs], hat e Sparre im K. [ ZW-Schmitshs], hat e Spang im K. [ HB-Schwarzb], hot im K. zwelf Stihlcher un dreizeh Männercher; das aan bohrt immer, weils net sitze kann [ KB-Zell], hot Wasser im K. [ KL-Reichb]. 's hat'm en de K. geräänt (geregnet) [ WD-Niedkch]. Weitere RA. für 'Er ist verrückt': Dem rappelts im K. [ KU-A'glan]. Er is uf de K. gefall [KL-Enkb, verbr.]. 's is eppes im K. nit sauwer [Kus]. Er hat de Rappel im K. [ KU-Wolfst]. 's fehlt'm im K. [ KL-H'spey, mancherorts]. Der is nit richdisch im K. [LU-Altr, verbr.], net klor im K. [NW-Haßl, verbr.], net hell im K. [ZW-A'hornb, verbr.]. SprW.: Wann eener närrisch (verrickt) werd, fangt er im K. an [Kus, verbr.]. VR.: Lange Hoor un korzer Sinn, dicker K. un wenich drin [ LU-Neuhf]. — c. Starrsinn, verstiegene Pläne. Zs.: PfWB Bocks-, PfWB Brutz- 1, PfWB Dachs- 2 a, PfWB Tetes-, PfWB Dick- 2, PfWB Trotz- 1, PfWB Farrens-, PfWB Viernzel- 2, PfWB Hart-, PfWB Hochmuts-, PfWB Knall-, PfWB Knorzel-, PfWB Most-, PfWB Mutz-, PfWB Naupen-, PfWB Ochsen-, PfWB Quer-, PfWB Rappel-, PfWB Starr-, PfWB Stieben-, Storr(en)-, PfWB Stoß-, PfWB Strack-, PfWB Stur-, PfWB Stütz-, PfWB Wirr-, PfWB Zwerch-, Zworkopf. RA.: Der Eigensinnige, Eigenwillige, Unnachgiebige esch (immer) seins Kopps [BZ-Dernb, verbr., auch Don Gal Buch-Illisch Satulmare Heeger Kerwe 33 Schandein Ged. 155]. Er is seines Kopps wie der Gääßehert (Sauhert) vun Lannstuhl (wie de Lannstuhler Gääßehert) [KU-Ulm Wolfst Schandein Sprachsch. Hebel 22]. Er is seins Kopps wie der Batscher Bäck [Don-Schowe (Steinmetz)]. Die Eigensinnige horr (hat) ehre K. [RO-Dielkch, verbr.], hot ihre äjene K. [ LU-Opp], e harte, dicke K. [ KU-Kaulb]. Die hot ehr K. wie em Feikert sein Gääß [ RO-Dielkch]. Der Starrköpfige will m'em K. durch d' Wand (renne) [LA-Herxh, verbr.], setzt sein K. dorch [FR-Bockh, verbr.], hot sich eppes in de K. gesetzt [ KU-Schmittw/O]. Wie alles seim K. nohgang eß, do war's 'm gebroot 'Nachdem es nach seinem Willen ging, war es ihm recht' [ WD-Niedkch]. Do werd nix draus, un wann de dich uf de K. stellscht [RO-Semb Feierowend 5/1953 Nr. 24]. Jemand, der trotzt, macht e K. PS-Burgalb, verbr.], e krumme K. [ KU-Schmittw/O], setzt de (sei) K. uf [LA-Herxh, verbr., auch Gal]. Kindergebet: Lieber Herrgott, brech mei Köppel, sunscht werr ich 'n armes Tröppel [Schandein Bav. IV, 2 351]. Wer eigenwillige, nichtsnutzige, überhebliche Pläne hegt, hat (große) Roseine (Rosinen) im K. [ NW-Hardbg, mancherorts], Knepp im K. [ KU-Schmittw/O], Bosse im K. [FR-Bockh, verbr.], große Stange im K., oft mit dem Nachsatz: awwer kan Wärscht far dran [ KU-Obw/Tiefb [Bd. 4, Sp. 462] BZ-Dernb], hat e Forz im K. [Pirmas]. 's erem in de K. gestee 'Es ist ihm in den K. gestiegen', d. h. 'Er ist überheblich' [KU-Kaulb, verbr.]. Die laaft aa mehn (mehr) uf'm K. wie uf de Fiß 'Sie ist eingebildet' [ RO-Semb, mancherorts]. Er hot veel em K. un nix em Sack 'Er ist arm aber eingebildet' [ LA-Herxh]. a. 1617: Der Reitknecht Grissinger ist wieder angenohmen worden, und weil er etwaß vertrossen war und deswegen nicht jedesmahl uff ein oder andern Befehl des Herrn Bürgermeister gehorsam, sondern seines Kopfes ist, soll er sich dessen hinfüro enthalten [Küchler 109]. — 3. übertr., 'oberster, erhöhter, vorderer Teil'. a. im Gelände. Zs.: PfWB Acker-, PfWB Esch-, PfWB Eulen- 2, PfWB Franzosen- 2, Geiß- 2, PfWB Hagen-, PfWB Harz-, PfWB Heide-, PfWB Höllen-, PfWB Hunds- 3, PfWB Jakobs-, PfWB Kiefern-, PfWB Kuh- 2, PfWB Mühl-, PfWB Nonnen-, PfWB Olig-, PfWB Osel-, PfWB Rosen-, PfWB Roten-, Schanz-, PfWB Schinder-, PfWB Schlicht-, PfWB Schwamm-, PfWB Silber-, PfWB Sonnen-, PfWB Stein-, PfWB Wacken-, PfWB Wald-, PfWB Wolfskopf. Kopp, Keppche 'Hügel, Anhöhe, Gipfel eines Berges' [verbr., PfId. 78]. Do muß mer so e Keppche enuf [ HB-Breitft]; uf'm K. drowe 'auf dem Berggipfel' [ HB-Breitft]. Denken emol hin, wie eich d'r owwe uff de Kobb (Gipfel des Steinernen Mannes) kumm, schteht d'r uff emol eener vor m'r! [Feierowend 1953, Nr. 47, 2]. Auch als FlN in der Pfalz weit verbr., z. B.: Rorer (roter) Kopp [ RO-Nd'mosch], Am Hooche K. [ PS-Lembg], Hunsbrunner K. [ KL-Fischb], Steene Keppl [ BZ-Nd'horb], Hasler Keppche [ ZW-Marthh]. — b. an Pflanzen. α. 'Kohl-, Salatkopf'; e K. Salat (Kraut) [KU-Bedb, verbr.]; vgl. PfWB Kopfsalat. Zs.: PfWB Trotz- 2, PfWB Kappes-, PfWB Kohl-, Kohlrabi-, PfWB Kraut-, PfWB Salat-, PfWB Weißkraut-, PfWB Wirsing(s)kopf. Rätsel: Wer hot sein Herz im K.? Antwort: 's Krauthaapt [ RO-Lohnsf]. — β. 'Blütenstand der Tabakspflanze'. Der Duwak geht in die Kepp 'das Schießen der Tabakspflanze' [ SP-W'see LA-Gommh GH-Otth]; vgl. PfWB Kopfblatt. — γ. 'Blütenkopf allg.' [verbr.]. Zs.: PfWB Distelkopf. — δ. 'abgeschlagene Granne des Getreides', Pl. Kepp [ KU-Godhs]. — ε. 'die runden Samenbehälter der Zwiebel und des Schnittlauchs', Dim. Pl. Keppelcher [ NW-Geinsh]. Zs.: Knoblauch-, PfWB Zwiebelkopf. — ζ. vgl. Magsamenkopf. — η. ' Teil der Kartoffel, der die zur Fortpflanzung nötigen meisten Keimaugen aufweist' [ KU-A'glan]. — θ. 'Austriebsstelle des Rebstocks, dicker Teil des Rebstocks direkt über dem Boden' [ NW-Kallstdt LU-Fußgh]; vgl. PfWB Kopfschnitt. Zs.: PfWB Knorbel-, PfWB Rebenhäsels-, PfWB Rebenkopf. — ι. vgl. PfWB Platt- 4, PfWB Brems-, PfWB Rüben-, PfWB Rummelnkopf. — κ. K. als Grundwort in den Pflanzenbezeichnungen: Pfaffen- 1 u. 2, PfWB Bluts-, PfWB Blutt- 2, PfWB Teufels- 2, PfWB Dick- II2c, PfWB Dickwurzel- 2, PfWB Grind- 3 d, Kaiser-, Natter-, Schellen-, Schoren-, Sitz-, Studenten-, [Bd. 4, Sp. 463] Stutzenkopf. — c. als Grundwort in den Tierbezeichnungen: Dick- II2a u. b, Gauls- 2 a — c, Grün- 1, Kaul(en)- 1, PfWB Mollen-, PfWB Schlapp-, PfWB Schröpfkopf; PfWB Pauschköpfchen. — d. Kopfförmiges, auch an Sachen und Geräten. α. 'Kopf an der Stecknadel, am Nagel usw.' [allg.]. Zs.: PfWB Nadel-, PfWB Nagel-, PfWB Schrauben-, PfWB Schuhnagels-, PfWB Spellen-, PfWB Spengels-, PfWB Stecknadelskopf. RA.: Er hot de Naal uf de K. getroff [verbr.]. Rätsel vom Schuhnagel: Wer geht uf'm K. die Stee (Stiege) enuf? [KU-Kaulb, verbr., Horne Penns 105]. — β. 'Streichholzkopf' [verbr.]. — γ. 'Brause an der Gießkanne' [mancherorts]; vgl. PfWB Kopfschnauze. Zs.: PfWB Gießkannen-, PfWB Spritzkopf. — δ. 'vorderer, durch Einkerbung entstandener Teil des Stammes, der über den hochgeladenen Erntewagen gelegt wird'; K. am Wiesbaam [ ZW-Gr'bundb, mancherorts]. Zs.: PfWB Wiesbaumkopf. — ε. 'Holzverdickung um die Radnabe, in der die Speichen sitzen' [Klein Wag. 109]. — ζ. 'vorderes Ende des Pflughauptes' [Klein Wag. 118]. — η. 'oberer Teil des Kummets' [ LU-Alsh/Gr]. — θ. 'Schlagfläche des Maurerhammers' [Krebs 16]. Syn. s. PfWB Ber2. — ι. 'stumpfes Ende der Axt' [ LU-Altr]; vgl. PfWB Axthaupt. — κ. 'das untere, dicke Ende einer Roggengarbe' [mancherorts], auch: 'eine Garbe Korn als Hut über neun Garben, die mit den Ähren nach oben aufgesetzt wird'; de K. uf'm Kornkaschde [ ZW-Gr'bundb]; vgl. PfWB Hut 2 a. — λ. 'der obere Teil der Wingertsstiefel (im Kammertbau)' [ LA-Nußd]. — μ. 'aus einer ausgehöhlten Rübe oder einem Kürbis hergestellter Totenkopf, von innen mit einer Kerze erleuchtet' [ PS-Nd'simt]. Zs.: PfWB Katzen- 2 b, PfWB Kürbis-, PfWB Rummelnkopf. — ν. 'Brotanschnitt'; 's Keppel [ LA-Siebdg]. Syn. s. PfWB Knorzen 3 b, K. 247. — ξ. 'Zehenspitzen', Pl. Keppche [ZW-Stamb]. — ο. 'das spitze Ende des Eies' [ LU-Opp]. — π. 'der kleinste Klicker', Dim. Keppl [ LA-Mart]; vgl. Dickkopf II2 d. Syn. s. PfWB Schießklicker. — ρ. K. un Arsch 'dünnes und dickes Ende des Baumstammes' [ KL-Fischb]. — σ. Koppe un Minz 'Bildseite und Seite mit Wertangabe einer Münze (beim Spiel)' [ Gal-Dornf Josbg]; vgl. PfWB Heidenkopf 2. — τ. 'Briefmarke', Köpel [PfId. 78]. Zs.: PfWB Briefköpflein. — υ. zu Kopp sitze 'an der Spitze der Tafel sitzen' [ NW-Geinsh]. Er stellt alles uf de K. 'bringt alles durcheinander' [LA-Herxh, verbr.]. Auch abstrakt: Des hot (kän) K. un (kä) Arsch 'Das hat (kein) Vorne und (kein) Hinten, das hat (nicht) Hand und Fuß' [BZ-Dierb, verbr., Don-Alexhs]. Das hot K. un Ohre 'Das ist in Ordnung' [ KU-Kaulb Schmittw/O]. — φ. vgl. die Zs.: PfWB Anrauch- 1, PfWB Pfeifen- 2, Press-, Tanz(el)-, PfWB Flaschen-, PfWB Grind- 3 b c e, Grün- 2 b, PfWB Holz- 1, PfWB Hunds- 2, PfWB Klarinetten-, PfWB Meerschaum-, PfWB Mohren-, PfWB Rechen-, Schaf-, Schneidbank-, PfWB Schnitzelbank-, [Bd. 4, Sp. 464] PfWB Schröpf-, PfWB Schwanenhals-, PfWB Spinnkopf. — II. Gefäß. 1. 'kleine, meist henkellose Obertasse' (mit Henkel meist Kumpfchen), nur Dim. Keppche [mancherorts NPf nördl. VPf KL-Fischb PfId. 74], Koppche [KU-Adb FR-Lambsh NW-Weish/S PennsDeitschEck 22. 3. 1941 Buffington Penns Var. 241/62 PSA K. 75], Keppl [SOPf (Heeger Nachl.)]; zur Verbr. vgl. K. Kumpfchen. Zs.: Tassen-, Henkels-, PfWB Kaffeeköpfchen. E Keppche Kaffee 'eine Tasse Kaffee' [ NW-Kallstdt]. Ich trink noch e K. [ KU-A'glan]. a. 1537: Ein klein verguld köpflin [Spey-TreudInv. 1 A 800]. a. 1547: ein vergults silbern Köpfchen [Inventar im Klosterhof v. 30. 7. (Kaislt)]. — 2. 'Gefäß, Trinkgefäß', Kopp [ KU-Schmittw/O NW-Erph]. a. 1507: Am andern haben sie ein vergulten kopf dem ornat gesetzt uberantwort [Krebs Prot Domk Nr. 2523]- a. 1525: item 9 gedeckter Kopf, sylbern und vergult und 2 klein gedeckt Becher [Inventar v. 15. 10. (WD-Werschw)]. — Zum Verhältnis von Kopf 'Körperteil' und Kopf 'Trinkgefäß' vgl. Kluge-Mitzka20 412, DWB DWb. V 1744 u. DWB 1747, R. Hildebrandt Ton und Topf. In: Deutsche Wortforschung in europ. Bezügen 3. Gießen 1963, S. 297-441. — Südhess. III 1649 ff.; RhWB Rhein. IV 1206 ff.; Lothr. 303/04; ElsWB Els. I 458 ff.
| 1) als trinkgefäsz, nach 2, 319 'kugel- oder halbkugelförmig', mit fusz, vom becher unterschieden, also wie die heutigen römer. aber auch mit henkeln, griffen: kopf mit ainem or, otha, potatorium ventrosum, mit zwaien oren, diotha, plecta. voc. inc. teut. n iiija. a) kopf überhaupt, mhd. oft, z. b.: den dûhten becher gar enwiht, ich hieʒ in (den rittern) schenken über al, ich hain ducke (oft, s. DWB dicke 2, 1077) horen sagen, köpf und gleser (der bauern) waren krüg. ring 34c, 32. In vocab. des 15. jahrh. chopf, kopf, koph, nd. kop, cyathus, scyphus. 116c. 518c (nicht unter cupa), bei 249b ein kopf darausz man trinkt, cupa, diatretum, calix, scaphium, obba, capis, cratera; die voranstellung von cupa deutet schon die heute geltende ableitung an, wie Frisius unter cupa kopf voranstellte, während noch Dasyp. unter cuppa nicht an das deutsche wort dachte. Es war noch im 16. jh. und länger in voller geltung: kopf mit heiszem wein. 89 (1555); 2 köpfe des besten alten weins. 1, 241b; s. weiter unter b. noch Schönsl. f 6d gibt kopf, trinkgeschirr, culullus, irrdin kräuslin, trulla, trinkkopf; das letzte auch noch bei 1012, Rädlein, nicht mehr bei Kirsch, Ludwig, Steinbach, aber noch beim Schweizer 2, 175a kopf, cupa, auch bei 1224b.b) besonders oft ist früher von goldenen u. dgl. köpfen, oder kopfen wie der pl. urspr. war, die rede, die zu den kleinoden des hauses gehörten: wenn (denn) ausz einem krug wer mir dein (des weines) lieber ein süeszer tropf, [Bd. 11, Sp. 1745] s. flader ff.). anz. 6, 248, v. j. 1399; ain silbrein chopf unvergolten, ain chopf mit (aus) ainem strauszenai, beschlagen mit silber innen und auszen und auch vergolt innen und auszen, und ain fladrein chopf, beschlagen mit zwain coron. mon. boica 3, 214, v. j. 1415, beide mal neben kannen, schalen, bechern. in dem brautschatze einer österr. princessin unter fürstl. geschenken (aus Siebenbürgen) 1543: vier vergült köpf sibenbürgerischer arbait. der gröszer hat künig Januschen wappen, die andern haben geschmelzte (in émail) rote erper (erdbeeren). font. rer. austr. I. 1, 357. 359; ain groszen kopf durchaus von getribner arbait, oben mit der Judith auf dem lid (deckel) 360. c) es gab sogar doppelköpfe (s. DWB doppelbecher 2), deren fusz wieder einen becher darstellte: 143 guld. reinisch umb ainen zwifachen übergülten kopf (als ehrengabe). Augsb. chron. 2, 386, 25, v. j. 1442; dem von Wallsee ein zwifach vergült knorrat kopflein mit eim einfachen ör (nur einem henkel) ... dem österr. kanzler ein zwifach vergült köpflein on ör. Nürnb. chron. 3, 399, von 1444. das wird auch so ausgedrückt: zwen köpf ob einander vergült, zwen vergult kopf ob einander. 3, 347. 30. 34. 348, 4. 26; ein par vergulter köpf obeinander. 2, 10 anm. 5. d) aber auch von einfachen stoffen. besonders von holz, denn der drechsler machte welche, s. DWB kopfdreher und: tornare, dreen, (z. b.) becher oder köpf. Brack voc. bei 588c (vgl. DWB baumkanne sp. 165). dasz sich doch auch derer die kunst und prachtliebe bemächtigte, zeigen die fledrin köpfe unter b. nach Schönsleders worten unter a zuletzt müszte es aber auch irdene gegeben haben. gläserne (damals kostbar) werden schon ahd. erwähnt: fiola, clasechoph, glasecopf 4, 371. 5, 569a, mnd. glasecop 232c. ein voc. des 15. jh. gibt anaglyphus, gemalt kopf 33a, anz. 6, 218, von holz, nrh. gemailt cop, ambesi Teuth. 56a, von holz? form und stoff des trinkgefäszes sind nicht gleichgültig für ermittelung seiner herkunft. e) noch jetzt ist kopf nicht ganz erloschen. in den makamen nr. 26, 19 braucht es als 'schüssel, becher'. aus Schwaben gibt Augsb. wb. 288a schenkkopf, groszer kupferner oder zinnerner schenkkrug, der z. b. bei hochzeiten in dienst kömmt; da weicht denn auch die form des gefäszes von der gewöhnlichen ab (vgl. u. 2, a). Sie stimmt aber noch zu angabe u. 1 beim nordd. kopp von der obertasse (eben so schwed. kopp m., dän. nl. kop, engl. cup), die auch in dem dortigen hochdeutsch kopf heiszt, tassenkopf, theekopf u. ä. öfter doch mit demin. köppken, wie hd. köpfchen (s. d.), das auch im md. noch weithin gilt Aus Luxemburg gibt 249 sogar noch allgemein 'kopp f., pl. koppen, die kuppe, der becher, die trinkschale, la coupe'; aber das ist franz., wie schon das fem. zeigt (doch vgl. 4, b zuletzt). 2) als masz aber, wie kanne und andere trinkgeschirre, gilt es bis jetzt. a) im 14. jh. war z. b. in Nürnberg ein kopf gleich zwei seidel (s. zu den Nürnb. chron. 2, 549b): dornach musz man idem menschen (im spital) daʒ mol (bei jedem der zwei hauptmahle) geben ein seidel pirs, macht des tags der person einen kopf vollen pirs. in Regensburg ward 1354 der eimer statt wie bisher in 60, in 64 chopf getheilt, s. 2, 319, das. und 1, 633 weitere nachweisungen über das verhältnis des bair. kopfes vom 14.—17. jh. (als bier- und weinmasz) zu masz, vierteil, eimer, er ist ein wenig geringer als die masz. so noch schweiz. kopf, als 'eichenmasz (s. eichmasz) zu flüssigkeiten, d. i. metallener krug von zwei masz' 2, 122, also mit abgehen von der form, wie u. 1, e. s. auch DWB köpflein, DWB kopfkanne, viertelskopf. auch nl. noch kop, z. b. für milch. merkwürdig kommt schweiz. auch haupt so vor, nur durch umdeutung von kopf? b) auch als trockenmasz, so schweiz. kopf, nrh. kop für getreide, hannöv. kop der 16. theil eines scheffels 109a. auch nl. kop, z. b. für salz. hess. köpfchen eine achtelmetze 218. Adelung nennt auch eine form köpf (sg.), aus Österreich, Regensburg. c) endlich selbst als gewicht, schweiz., von 7 pfund. Stalder. ähnlich ist holst. en kopp botter, ein stück von einem bestimmten gewichte, der name daher weil das stück mit einem napfartigen gefäsze, dem botterkopp, abgemessen und geformt wird (vgl. 4, d), s. 2, 322; ditm. heiszt beides köppken 416. 3) auch als gefäsz überhaupt, wenigstens wird in der Schlierser chronik von 1378 ( 2, 319) ein groszer kopf pei sechs maszen (6 masz haltend) erwähnt, den wir prauchen an dem antlasztag (gründonnerstag) zu der mandat, d. i. zur fuszwaschung, wol in form einer halbkugeligen schale. auch altn. koppari [Bd. 11, Sp. 1746] bötticher 362b bezeugt die bed. holzgefäsz überhaupt, koppr m. ist dort als gefäsz (oder vertiefung) etwas zu sammeln oder zu bewahren angegeben, schwed. kópp bei 346a als holzfasz oder (metallenes) kochgeschirr, norw. kopp bei 232a als gefäsz von holz und kochgeschirr überhaupt. 4) von ähnlichen dingen zu andern zwecken. a) so übersetzte Luther 2 Mos. 25, 31. 33. 34 zuerst, bei der schilderung des leuchters im tempel, daran sol der schaft mit röhren, kopfen (var. köpfen), kneufen und blumen sein, ein igliche röhre sol drei kopf (köpf) haben wie die mandelnusse u. s. w., wofür er später schalen setzte; die vulg. hat scyphos, die nd. übers. behielt köppen, köppe bei, und schon ahd. ward diesz scyphos der vulg. mit chophâ gegeben ( 4, 371). b) besonders aber schröpfkopf, bis heute, mhd. lâʒkopf, in vocab. des 15. 16. jh. bei 611a ventosa, laszkopf, schrepfkopf, badkopf, blutkopf, md. kop, ventosare, köpf (kopf) setzen, nd. koppe setten (daher dän. kopsätte, schröpfen); mnd. auch stkop, stugecop (stube badstube) n. gl. 378b, nnd. kopp, auch koppglas 134, 2, 322. undern kopfen sitzen, sich schröpfen lassen denkm. 418. vgl. DWB köpfeln, DWB kopfen. ebenso engl. cup, nl. dän. kop. Hier tritt aber eine nebenform auf: nd. nrh. koppe ventosa 611a, auch hd. kopfe nach dem pl. 'kopfen im bade, damit man laszt' voc. inc. teut. n 4a; ist diesz koppe fem.? als luxemb. gibt Gangler kopp, pl. koppen f., schröpfkopf. auch schwed. koppa f., it. coppetta. c) hierher gehört auch der pfeifenkopf, nl. pijpekop, obwol er wirklich franz. tête de pipe, dän. pibehoved, schwed. piphufvud heiszt, wol aus misverständnis des nl. (vgl. das haupt u. 2, a a. e.): gott grüsz euch, alter! — schmeckt das pfeifchen? d) auch napf als guszform. so im Teuth. für feines backwerk: cop van posteiden (pasteten) of vladen, arcopta 56a, posteyden of vladen cop 196b. ebenso oberhess. demin. köppel m., käsköppel käseform 218, 'köppelkäs, ein viereckender käs, den man im köppel machet' Estor das. 5) die herkunft. a) man sieht es als lehnwort an, als mutterwort lat. cūpa fasz, tonne (cuparius bötticher), oder vielmehr eine nebenform davon, cuppa ( wb. 1, 139), das schon in ahd. glossen und wieder im 16. jh. (s. 1, a) mit dem deutschen worte zusammengestellt wurde. nun lebte auch, wie Diez nachweist, das lat. wort in den rom. sprachen fort, cupa z. b. in span. cuba fasz, franz. cuve kufe (vgl. DWB kübel), cuppa z. b. in ital. coppa, span. copa becher, frz. coupe trinkschale u. ä.; und da diese neue bed. sich auch bei der ersten form z. b. in sp. cubilete würfelbecher, pastetenmodell (vgl. 4, d), frz. gobelet trinkbecher zeigt, so machte auch die lücke zwischen den begriffen fasz und becher keine schwierigkeit, vergl. gr. κύπελλον becher mit lat. cupa fasz, wobei freilich die deminutive form wie bei cubilete den übergang begreiflicher macht. doch erscheint ja auch unser wort als fasz (3). b) für das deutsche wort ist aber die sache nicht so einfach. aus dem fem. cuppa konnte nicht ein masc. choph werden, nur ein fem. chupha, das in der bed. mütze ahd. vorliegt (mhd. gupfe) und nach 1, 150 auf cuppa zurückgienge (doch vgl. sp. 782 unten). zwar gibt es auch ital. eine masc. form coppo krug (und augenhöhle, ganz wie das altn. koppr u. 3 auch, s. Fritzner 362b), ebenso port. copo m. trinkgefäsz, span. cubo m. kübel, wanne, die auf eine späte lat. nebenform cuppus, cupus hindeuten könnten (vgl. mlat. caupus krug). aber auch dann müszte das masc. bei uns nur als schwesterform, nicht als einzige erscheinen (das luxemb. fem. unter 1, e reicht nicht aus, zumal dort auch kopp caput fem. ist). nimmt man aber die frühe selbständige entwickelung des germ. wortes hinzu, wie sie sich ags. in starker und schwacher bildung nebeneinander zeigt (s. ebenso nd. unter 4, b), vielleicht in schwed. kapp m. becher neben kopp mit ablaut, und dasz altn. koppari böttcher (3) doch aus mlat. cuppa fasz schwerlich zu begreifen ist (aus hd. küfer, nd. küper doch wol auch nicht), so tritt die annahme eines heimischen wortes nahe, das freilich der berührung mit dem romanischen nicht entgehen konnte. c) überhaupt reicht das lat. wieder einmal nicht aus, alles vorhandene zu erklären (wie man aus jahrhunderte alter gewöhnung [Bd. 11, Sp. 1747] gern thut). goth. wb. 2, 257. 532 bringt kelt. wörter bei, die zum theil mehr eigen als lat. oder rom. aussehen, gael. cupa m., cupan, copan m. (letzteres auch grübchen), kymr. cwppan m., breton. kôp, gôp, skôp m., zu letzterm vergl. d. ferner südsl. kupa becher (sloven., kroat., serb.), wie alban. rumän. kup, neugr. κοῦπα, vgl. 322b; aber auch russ. kubok'' pokal, litt. kúpka becher 211b, vgl. ehstn. kup napf, ossetisch koppa becher. d) ferner läszt sich die häufige erscheinung von stämmen mit k- und sk- (p- und sp-, t und st-) nebeneinander hier wiederfinden, z. b. in gr. σκύφος becher neben κῦφος fasz, κύπελλον becher, und auch bei uns in schoppen trinkgefäsz neben kopf, ahd. sciphi phiale, schifelîn cimbia 6, 457, mit ablaut mhd. schaf, ahd. scaph gefäsz. und wie in 'schiff und geschirr' die begriffe schiff und gefäsz zusammentreten (s. sp. 204), so kann hier schiff navis in die verwandtschaft kommen, und damit gr. σκάφος schiffsbauch und schiff, σκαφίς trog und kahn, ohne das s- nordhumbr. cuópel navicula, engl. coble fischerkahn, vgl. lat. caupulus, mlat. gaupolus ein schiff mit caupus gefäsz unter 5, b. da aber bei solchem schwankenden s- die verschiebung gern ausbleibt (s. sp. 1566), so tritt die möglichkeit vor, dasz unser kopf mit lat. cupa wie mit denen unter 5, c urverwandt wäre. und da das alles, schiff wie gefäsz, doch wol urspr. ein aus holz ausgehöhltes ist, so können auch gr. κύπη höhle (hütte), skr. kûpas grube, höhle (auch ölschlauch, vgl. etym. nr. 83b) herzutreten und die weitere aufklärung andeuten. s. übrigens das folg. kopf und kufe, kübel; auch koben hütte, kober, kiepe korb kommen in frage.
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