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 PfWB Mach-katze (Bd. 4, Sp. 1092)   PfWB Katze (Bd. 4, Sp. 118)   PfWB Minne-katze (Bd. 4, Sp. 1337) 
  -katze f.:
1. 'weibliche Katze', -katz [ZW-Käshf, verbr. WPf VPf vereinzelt NPf]. Zu PfWB machen 1 b δ. —
2. 'kinderreiche Mutter, die ein weiteres Kind bekommt'. Des isch e aldi M. [ LA-Gommh]. — Südhess. IV 468. —

 

   Katze f.:
1.
a. 'Hauskatze', im bes. 'die weibliche Katze', Katz (kads) [verbr.], (kḁds) [KU-Kaulb Kreimb mancherorts NPf u. nördl. VPf KL-Lind verbr. mittl. u. südl. VPf]; Pl. -e (-ə); Dim.: Kätzche, -je [WPf NPf nördl. VPf], Kätzi (kędsi) [ KU-Schmittw/O Adb Roth], Kätz(e)l, Pl. Kätzle [verbr. mittl. u. südl. VPf], Kätzlche, Pl. -er [PS-Gersb LU-Alsh NW-Wachh LA-Birkw Heeger Tiere I 18], Pl. Kätzlich [mancherorts um Land BZ-Gossw Dierb]; vgl. PfWB Kätzin. Zs.: PfWB Frühjahrs-, PfWB Haus-, PfWB Heimer-, PfWB Herbst-, Kitze-, Kramm-, PfWB Kratz-, PfWB Mach-, PfWB Mieze-, PfWB Minne-, Sau-, PfWB Schnaus-, Schoß-, PfWB Sommer-, PfWB Spiel-, PfWB Stuben-, PfWB Winterkatze. Scheuchruf für die K.: Katz! [RO-Lohnsf, verbr.]; auch: Katzekatz! [ RO-Rehbn]; e schwarzi, e grooi K. [verbr]. Die K. schnorrt, mauzt, macht e Buckel, butzt sich, fangt Mais, spielt mit der Maus [verbr.]. Die K. macht (gebiert) Junge [KU-Roßb, verbr.]. Vgl. u. RA.: Er is falsch wie e K. [KU-Kaulb, verbr.], naß wie e K. [PS-Erfw NW-Hardbg BZ-Albw verbr. NPf verbr. Gal], zäh wie e K. [verbr.]. Er is so fromm

[Bd. 4, Sp. 119]
wie Salomons Katz, spöttisch, denn diese hat angeblich den Tempel verunreinigt [Hebel 17]. Der is wie e K., denne kannschde werfe wie de willt, er fallt immer uf die Fieß [verbr. Don Gal Buch]. Er hat Auwe wie e K. 'hat scharfe Augen' [ KL-Reichb Weilb]. Der sieht wie e K., dass. [ RO-Rehborn]. Er hot Rotzaae wie die vornehmscht K., scherzh. [ RO-Dielkch]. Der guckt wie die K., wann's dunnert (blitzt) [Zweibr Pirmas PS-Saalstdt KU-Trahw Hebel 14 mancherorts Don vereinzelt Gal]. Er macht e Buckel wie e K., wann's dunnert [ RO-Obd, mancherorts], macht e Gesicht [ NW-Geinsh, vereinzelt Don]. Er hot e Lewe wie e K. (ein zähes Leben) [ KB-Kriegsf NW-Hardbg mancherorts Don Gal Buch]. Er dreht un wendt sich wie e K. [ NW-Ungst]. Er geht drumrum wie die K. um de hääße Brei 'packt nicht an' [LU-Alsh Hebel 16]. Er schleicht wie e K. [ PS-Erfw]. Er zittert wie e nassi K. [ GH-Hatzbühl]. Ein Schalk hot mihn Bosse im Kopp wie 's Kurfirschte ehr K. [ KU-Schmittw/O]. Wer mit einer Sache nicht zurechtkommt, versteht dovun so veel wie die K. vum Hairoppe [KU-Trahw Hebel 15 verbr. Don Gal Buch]. Die lewe wie Hund un K. [PS-Schmalbg, verbr.]. Die Gail sein wie die K., wenn sie bergauf gut ziehen [ KU-Adb]. Wenn einer nicht angeschaut werden will, erwidert man: 's därf doch e K. a e Käs angucke [ RO-Lettw]. Wer bleiche Wangen hat, sieht aus wie 's Kätzche am Bauch [ KU-Eschau]. In einem Sack mit vielen Löchern fangen hunnert Katze kee eenzichi Maus [ Don-Tscherw, mancherorts Don Gal Buch]. Wo große Armut herrscht, finnen hunnert Katze ken Maus [ LA-Nußd]. Einem, der Geliehenes nicht wiederbringt, sagt man: In Zukunft leh'n ich der die K., die geht vun selwer häm [Hebel 29]. Nachdrückliche Versicherung, daß etwas geheim bleibe: Das werd die K. hinnerm Owe net gewahr [Kaislt Don-Schowe]. In die schmutzigen Ohren des Kindes hot die K. neigschessen [ LA-Herxh]. Auf die Bemerkung, daß man schon gespeist habe, erwidert der Gast: Do helt's (holt es) eich a ken K. meh [ KU-Bedb]. Langschläfer schlafen, bis die K. kräht [ PS-Erfw, mancherorts]. Ankündigung, daß man nicht allzulang auf sich warten lasse: Ich kumm, eb die K. e Ei legt [ LU-Böhl SP-Heiligst]. Aufforderung an den Wirt, einen besonders guten Wein zu bringen: Hol emol ene aus dem Faß, wu die schwarz K. drufsitzt [ GH-Kand NW-Ungst]. Der hot die K. im Sack kaaft [KL-Weilb, verbr.]. Wer seine wahre Meinung sagt, hot die K. aus'm Sack geloß [ RO-Rehborn]. Wenn sich einer beklagt, er könne wegen Dunkelheit nichts sehen, so heißt es scherzhaft: Nemm die K. unner de Arem! [KU-Kaulb GH-Nd'lustdt Hebel 28 mancherorts Don Gal Buch]. Ich muß halt wirrer die K. dorch die Bach ziehe 'die schwerste Arbeit verrichten' [KL-Hirschhn Hebel

[Bd. 4, Sp. 120]
27]. Wer Unnötiges tut, traacht Katze no Speyer [ BZ-Dernb]. Jetz gihn de K. die Hoor aus 'Und damit Schluß!' [KU-Schmittw/O, vereinzelt, Reichard Penns 433]. Einem rauchenden Knaben ruft man zu: Raach de K. ehrn Schwanz! [ LA-Venn, mancherorts, auch Gal]. Var.: Du kannscht noch de K. ehrn Schwanz ins Maul nemme! [ZW-Marthh LU-Ruchh Heeger (GH-Westh) verbr. Gal]. Wer einen anderen schwer beleidigt hat, hot de K. ins Ääg gschlagge [ GH-Zeisk]. Klage der Hausfrau, wenn bei Tisch wenig gegessen wurde: Des do war heit werre fer die Katze gekocht [Kaislt]. Was nichts taugt, was nutzlos ist, das is fer die K. [KU-Körbn, verbr., auch Gal]. Wer im Gesicht Kratzspuren hat, der hat mit de K. gespielt [ ZW-Bechhf]. SprW.: Katz isch Katz 'Ein falscher Mensch bleibt immer falsch' [ NW-Geinsh]. Bei Nacht sein alle Katze groo [ KU-Kaulb, mancherorts, auch Gal]. Die K. springt (fallt) immer uf die alte Fiß [Schandein Sprachsch.], uf die Fieß [verbr. Gal]. Was mr spart am Mund, freßt die K. un de Hund [HB-Kirrbg, verbr. Don Gal Buch]. Wann die K. net deheem is, springen die Mais uf Disch un Bänk rum [LU-Ruchh, verbr., auch Don Gal Buch, Hebel 48]. Wann die K. fort is, halle die Mais Hochzeit [ ZW-Lambsbn], sinn die Mais Herre [vereinzelt Don Gal]. Peift se frieh de Spatz, so frißt en am Owend die K. [PfMus. 1925, S. 179, mancherorts Gal]. Wer nix hot, dem brecht kee Kuh kee Horn un scheißt kee K. ins Korn [ Gal-Kaisersdorf, mancherorts Gal, Don-Gertianosch Rußl-Worms]. Der K. is hortich gschtraat (gestreut) [Gal-Otths, verbr. Don Gal Buch]. BR.: Wann die Katz Gras fresst, gebt's ball Rege [Fogel Beliefs Penns Nr. 1234]. Wann die K. uf's Dach geht, werd's Frihjohr [ KL-Stelzbg]. Volksgl.: Wer Katze un Hunne gut fiedert, hot ach e scheener Hochzeitstag [ Gal-Sap]. Wann en Weibsmensch heire will, soll sie die K. aus ihrm Schuh fiedre fer Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 216]. Wann e K. em Brautpaar wirrer de Weg laaft, bedeit's e Unglick [ RO-Imsw FR-Bockh]. Wer Katze gut leide kann, werd e guder Ehemann [ LA-Nußd]. Wann sich die K. wäscht, kommen Gäscht [ Gal-Obersd]. Mer kriegt Streit, wammer traamt vun Katze [Fogel Beliefs Penns Nr. 280]. Wann dern weissi K. iwwer die Stroß springt, gengscht besser widder heem [Fogel Beliefs Penns Nr. 462]. o. J.: Der arm man soll auch han ein deiszhem (Sauerteig), ein kacz und einen hanen [Grimm Weist. V 669 (KL-Landstl)]. Rätsel von der Katze: 's lääft was die Stääg 'nuff, un hott de Kochlöffel a(n)hänke [Hebel 119]; weitere Rätsel s. PfWB Apfel 1, PfWB Bampel 1e. VR.: Kätzel miau, wer hot der gedau (getan)? 'm Müller sei' Bu, der loßt mer ke Ruh. Er nimmt mich am Schwänzel un führt mich zum Dänzel [Heeger Tiere II 21]; weitere VR. s. ABC, Amsel 1, PfWB popeia,

[Bd. 4, Sp. 121]
ernähren, Hünkel 1 a, PfWB Rauch.
b. e wild Katz 'eine verwilderte Katze' [vereinzelt]; Zs. PfWB Feld-, PfWB Wildkatze. —
2. übertr.
a. Pl. 'kätzchenähnliche Blüten', Kätzcher, -jer, Kätzelcher, Kätzle, Kätzlich.
α. der Salweide [verbr., Wilde 256]; Zs. PfWB Palmkätzchen, PfWB Kitzenkatzen, PfWB Weidenkätzchen. —
β. des Spitzwegerichs (Plantago lanceolata), Ketze [ KU-Jul], Katz(e)le [Wilde 254 (NPf)], klane Katzele [ RO-Bistschd]. —
γ. des Haselstrauchs, Kätzelche [ KB-Bennhs]; Zs. PfWB Haselnußkätzchen. —
δ. der Hagebutte, Kätzcher [ ZW-Dellf]; Zs. PfWB Arschkatzelchen. Syn. s. PfWB Hagebutte 1 (K. 183). —
ε. der Fichte, Katze [Wilde 59 (PS-Winz)]. —
ζ. der Tanne, Kätzcher [ IB-Ballw], Kätzelche [ KU-Körbn], Katzele [RO-Sippf], Katzelcher [ KU-Diedk]; Zs. PfWB Tannenkatze 1. —
η. der Kiefer, Kätzcher [RO-Sippf]; Zs. PfWB Tannenkatze 2. Syn. s. PfWB Butzel1 4 (K. 74). —
θ. der Edelkastanie, Katzele [ KB-Dannfs]. —
b. e hoorich Kätzje 'weibliches Geschlechtsorgan' [ KB-Kriegsf]. —
c. 'weißer, dikker Klicker aus Porzellan', Katz [ RO-Alsbr Schweisw Frankth FR-Bockh Lambsh Mühlh NW-Weish/S]; Syn. s. PfWB Schießklicker. —
d. = PfWB Geldkatze. Rappelt die Katz (als Syn. für 'Geld') [Otterstetter 228 (Pirmas)]. —
e. die schwarz (schwarze) Katz im Owe 'das erloschene Feuer' [ KU-Bedb]. —
f. 'Bremsvorrichtung am Wagen, die bei Glatteis verwendet wird', Katz [ IB-Bliesmg/Bolch]; vgl. PfWB Bremse2 2. Syn. s. PfWB Mechanik. —
g. Uzname für die Bewohner von KU-Haschb, Kätzcher; KB-Boland, Katze; GH-Knitth u. Hatzbühl, Katze. Die Bewohner von ZW-Rimschw neckt man: Ratze reire uf de Katze. Zs. PfWB Rußkatzen. —
h. FlN in NW-Ungst: amtl. u. mda.: In der Katz; a. 1490: in Katzellen; a. 1509: in der Katzen.
i. ein beliebtes Turnspiel Katz un Maus [ NW-Frankeck, mancherorts]. —
j. s. auch: Eich-, Feuer-, Frier-, Frost-, Gaul-, Grau-, Grauel-, Kletter-, Krabbel-, Meer-, Schleich-, Schmeichel-, Schmus-, Spiel-, Wald-, Wildkatze. Südhess. III 1187 ff.; RhWB Rhein. IV 272 ff.; Lothr. 279/80; ElsWB Els. I 484/85 Bad. III 87/88.

 

   Minne-katze f.: Kosename der Katze, meist kindersprachl., Minnekatz [mancherorts], Dim. -kätzche [ KU-Albb Kaulb], -kätz(e)l [LA-Edk GH-Jockgr Zeisk Heeger Tiere I 22 Keiper 65 Kleeberger 126]; vgl. PfWB Minne1 1 a; Syn Minze1 1. Geb acht, die M. krämmt (kratzt) [ BZ-Dernb]. Südhess. IV 674.