lügen st.: 1.a. 'die Unwahrheit sagen', li(j)e (liə, līə, lijə) [verbr. WPf mancherorts NOPf, Christmann Kaulb 27 Mang 163 Müller Dietschw 48 Otterstetter 217 Schneckenburger 32, 55 PfId. 88 Lambert Penns 100 Krämer Gal 144 Don-Schowe Torscha Werb], lien (līn) [ PS-Lembg], liege (līgə) [mancherorts VPf, Buffington-Barba Penns 155], ligge (ligə) [ NW-Lach/Speyd GH-Max'au], lieche (līχə) [mancherorts mittl. u. südl. VPf, Krell 38], liche (liχə) [Neustdt BZ-Gräfhs], liesche (līə, līžə) [vereinzelt mittl. VPf]; Part. Perf. geloo (gəˈlō) [verbr. WPf, Henn Mda.-Int. 98 Mang 151, 164 Schnekkenburger 25], gelou (gəˈlōu) [HB-Böckw KL-Lind (Höh 104)], gelooe (gəˈlōə) [mancherorts NOPf NW-Esth PS-Bundth Hirschth], geloge (gəˈlōgə) [mancherorts NPf vereinzelt SOPf], (gəˈlogə) [vereinzelt VPf], g(e)loche (gəˈlōxə, gəˈloxə, glōxə, gloxə) [verbr. SOPf mancherorts NOPf, Bertram § 206 Heeger Südostpf. 16], geloje (gəˈlōjə) [ LU-Altr NW-Ungst], gelojje [Lambert Penns 100]; Zs.: PfWB an-, be-, PfWB herab-, PfWB heraus-, PfWB herunter-, PfWB vor-, PfWB zusammenlügen; Syn.: angocksen, PfWB fabeln 2 b, PfWB faukeln 2, PfWB flunkern, PfWB gocksen, PfWB schwindeln; häufiger jedoch umschrieben in RA. Mer derf net l. [ LA-Gommh]. Du hoscht geloo [ KU-Schmittw/O]. Es hatt'm das L. nix genitzt [ KL-Reichb]. Dei L. helft dr nix, du warscht's! [ KL-Reichb]. Nerjends werd so veel geloo wie em Krieg, uf de Jagd, vor de Wahle un vor de Hochzet [ KB-Kriegsf, in Var. mancherorts]. Schlecht zu lige, is abscheilich, / Aber gut, des is ganz nett [Ney 181]. RA.: Des is gstunke un geloge 'Das ist [Bd. 4, Sp. 1054] ganz und gar unwahr' [ LU-Friesh, mancherorts]. Das es vun A bes Z geloo, dass. [ RO-O'hs, mancherorts]. Das isch geloo, daß die Schwart kracht [ PS-Geisbg]. Dem steht's L. am Stere (an der Stirn) angeschreb [ WD-Niedkch]. Wann der liet, so saat er's [ PS-Saalstdt]. Froo mei Brurer in de Kich, der liet grad so (noch besser) wie ich, wenn jemand zweifelt [Kaislt, in Var. mancherorts, auch Don Gal Buch Rußl]. Von einem notorischen Lügner heißt es: Was der bät (betet) esch gelogge [ LA-Nd'hochstdt, mancherorts, in Var. auch Don Gal Buch]. Der liet wie gedruckt [KL-Reichb, verbr., auch Auslandspfälzer]. Er liet, wie der Deiwel druckt [ RO-Obd]. Er liet stärker als zeh Perd ziehe [ HB-Kirrbg, mancherorts]. Er liet so schnell (stärker) wie e Gaul laaft [ KU-Trahw, Schmittw/O]. Er liet stärker wie e Kuh träppelt (läuft, s. PfWB träppeln) [ PS-O'simt]. Der liescht, daß sich die (dickschde Bääm) Balke bieje [LU-Opp, verbr.]. Die dun lie, daß sich die Bord (Dielen) werfe [ KU-Schmittw/O]. Er liet, daß es uf ke Kuhhaut geht [ KU-Odb, mancherorts], daß em die Knepp an de Hose abspringe [ KL-Reichb], daß aam die Aae Wasser gewwen [ FR-Bockh], daß mer dabei danze kann [Hebel 22], daß mer bloo werd [ebd.], daß mer im Gesicht ganz schwarz werd [ KL-Stelzbg]. Der liegt, bis 'r schwarz werd [NW-Hardbg u. Umg.]. Der liggt 's Schwarz vum Dach [ NW-Ellstdt]. Er liet 's Bloo vum Himmel [ PS-Windsbg, mancherorts]. Der liet, daß er's selbsch glaabt [ HB-Höch]. Der lieht so oft er sei'n Bart schdreicht [Feierowend 5/1953 Nr. 24]. Der liegt wie e behmischer Därk (böhmischer Türke) [NW-Hardbg u. Umg.]. Der liegt in sein Sack 'Der lügt zu seinem finanziellen Vorteil' [ BZ-Gossw]. SprW.: Wer viel schwätzt, liegt viel [Horne Penns 103]. Wer liescht, der stiehlt, der sengt, der brennt [ LU-Opp, vereinzelt]. Vum Heeresache liecht mer gern [BZ-Dierb, Penns]. Was alle Leit saan, is geloh 'Gerüchte sind meist unwahr' [Krieger 54]. Was de Herr Jedermann saat, is geloh, dass. [Krieger 18]. a. 1580: Item wann einer den andern vor der Gemeindt heist liegen der soll der Gemeind 5 β geben [Friedel (KL-Hoheck)]. — b. sachl. 'täuschen' [ KU-Schmittw/O]. 's Furer (Esse) liet net 'Das Futter (Essen) lügt nicht', d. h. 'man kann das gute Futter, Essen nicht verhehlen, die Nahrung schlägt gut an' [ebd.]. — 2. 'leugnen' [ ZW-Bechhf HB-Walsh. O-H'stätt]; vgl. K. 279. — ALA I 318; Südhess. IV 420/21; RhWB Rhein. V 587 ff; LothWB Lothr. 339; ElsWB Els. I 576 liegen. | | NRhWB PfWB ElsWB LothWB liegen II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk laiə, –ęi-, dau lais, er lait (-ęi-); lairər (liegt er); Mosfrk lę·i.ə(n), dou leis, er leit; dieses Diphthongeb. reicht bis einschl. Malm-Aldring Vith, Schleid-Kronenbg, Ahr, rrhn. Wiedbachtal, Altk-NMörsb Daaden [einige Orte des Geb. haben in den flekt. Formen statt -ai-, –ęi-, –ei- Monophthonge līs, līt usf., z. B. Birkf-Kirnsulzb -ī- (aber lęirər); Hettenr Idar Schwollen Siesb --; Wend-Grumb Offenb -ī-; Dickesb Ausw --; Simm-Mörschb -ī-; Michelb --; Saarl-Eimersd, Merz-Zwalb, Saarbg-Irsch Ockfen --; Bitb-Echtershsn Neuerbg Sinspelt, Wittl-Esch -ē-; Daun-Brück OEsch --; Feusd -ī-; Glaadt Jünkerath -i-; Bernk-Hellertshsn Mülh --, –ē-; Zell-Löffelschd -ē-; Bärenb -ī-; Koch-Gevenich --; Moselkern -ē-; Kobl-Bassenach Kettig --; May-Ettring --; Prüm-Binschd Mürlenb Schönf --, –ē-; Ormont -ī-; Auw Schüller Stadtkyll -i-; Aden vielfach -īχs, –i-, –e-; Ahrw vielfach līs, –i-]; n. des Diphthonggeb. Siegld lęjə; im Rip lijə(n) lī·ə.(n), liə [MüEif le·i.ə u. liə], dū liχs, –e-, lis, –e-, h liχ, –e-, lit, –e- [hier u. da auch [Bd. 5, Sp. 459]
Längen: -ī- Monsch-Rott, Schleid-Dollend Hecken (-ē- Sistig), Eusk-Herrig, vielfach Rheinb, Bo-Bornh, Köln-Efferen, Bergh-Bottenbr, Eup-Raeren; līχs rrhn. vielfach kurköln. Neuw [laiχt NBieber], Sieg-Birkenf Hanfmühle Winterschd; -ē- Alsen Schneppen; līs MülhRh vielfach; im Berg lījən, eχ līχ, dū līs, h līt (u. vielfach -ē-, –i-) [Barm, Elbf, Mettm, Lennep-Ronsd leiə, ek lei, du leis, h leit; Barm līās, līāt; Wermelsk eχ lēχ; Sol līən, h lit; Lennep-Hückeswg lērən] [die sndfrk., klevld. geminierten Formen leks, lek, –i- begegnen LRip in Malm-Bracht Lommersw Schoppen, Schleid-Dreiborn Wollseifen, Dür-Gey Gürzenich Heistern Lucherbg Schlich, Jül meist, Aach-Bergr Eschw Merkst Schevenhütte Warden Werth]; SNfrk, Klevld haben die geminierte Form legə(n) [MGladb-Stdt hat noch lījə, eχ līχ, du liχs u. lis, h liχ u. lit], eχ lek, du leks, he lek usf. (SNfrk statt -e- auch -i- u. -ę-; Heinsb-Saeffelen liχt; Wehr, Kemp-Vorst -ī-; Kref līət; Geld, Mörs, Klevld let, –ę-, –ē-; Klev γe leχt u. lekt, lēt [MülhRuhr ligə, līăs, līăt]; Prät. in der WEif lū:x, –ō:-, Konj. -ī:-, –ē:-; im Rip -:-, Konj. -:-; Berg -:-, –-; Konj. -:-, –-; SNfrk -·ə.-, Konj. -ȳ·ə.-; Klevld lęi; Part. Rhfrk gəlē; sonst gəljə(n), –:-, –ə-, –ēə- st.: 1. wie nhd., mit persönl. u. sachl. Subj., im bes. a. im Gegens. zu bewegen, fallen, rollen, stehen usf. oder zufällig; bardaf, do lig he (der eben fiel); lei, wo de leist, eich hiwe dich nit meh uf (zum Kinde, das hinfiel); do leit en Stän (Stein) usf. RA.: Do hat er gele (der Gestürzte, Niedergeschlagene) wie e Händsche (Handschuh), — e Sack, — e Wisbam, — gestreckter Längs Saarbr, — wie ene nasse Sack Rip, Allg. Halt in an, he lit do! Zuruf an einen Betrunkenen Köln. Vento, we nit süht, de leit do! Ruf des Schlittenfahrers, auf Seite! Mettm-Velbert. Wann ander Löck (Leute) falle, da lig der at do er kommt überall zu früh Sieg-ODollend. Du könns noch e Kette en Bäng (Bande) ze l. ins Zuchthaus Aach-Merkst. Do lig der Has em Peffer! die Sache wird heikel Rip, Allg.; du loəg de Katt en't Gare! Kemp. En Gesicht mache wie en Bock, den em Leid (Ohnmacht) leit Daun-NWinkel. — Wu dat liat, ka noch miahr l.! wenn einem etwas entfällt Mülh-Ruhr, Allg.; wo neist leit, kann neist ofstohn Trier-Mehring; dat lit do für Holz on Kolle die Sache liegt unbeachtet u. unbenutzt da Rip, Allg.; da liət et un seiht (sieht) nicks! Gummb. Et Gras (de Froch, et Korn udgl.) lig nach schwerem Regen Rip, Allg. E leit, e leit! der Königsvogel ist abgeschossen Ahrw. Leggende Krag Liegekragen Mörs. Doə l. alle Fif (5), sät he, doə fel (fiel) he möt veir Kolver (Kälber) en de Keller Kemp-Süchteln. Den l. ok de Nierkes wärm er ist gut genährt Mörs. Wo de Bom henfällt, do leit e Elbf, Allg. Die Lung leit em se noh am Dag Entschuldigung für einen Betrunkenen Zell-Sohren. Wonn de Kar do leit, gohn der [Bd. 5, Sp. 460]
guder Weg vill last (vorbei) Prüm, Daun. Et Für lit doə wie ene duən (toter) Hongk (Hund) es will nicht brennen Aach. Et leit dorchenanner wei Hei on Streh, — Kappes on Tebak, — Hackmus (s. d. W. u. Mus, Rübe, Bohne); et leit wie en Sau Daun-Strohn; das leit do, als wenn's Wasser es bracht hätt Kreuzn-Bockenau. De wess (weiss), wou de Kromm (Sichel) op der Heck leit Prüm, Bitb, Saarbg, Merz. Ich han et Woərt (der Nam) op en Zong (Zunge) l. ich komme gerade nicht mehr darauf Aach, Allg. Dat lig op der Hand Rip, Allg. Dau hoscht se (et) noch em Salz l.! kriegst noch Hiebe Goar, Rhfrk, Hochw, NBerg; et lit jet für dich e jen Eissig! Aach. Im Blei l. waagerecht Goar. Dat let noch in wiə (weiten) Säck ist noch lange nicht entschieden Geld, Dat lit noch lang gen Bur e gen Fenster geht keinen was an, ist nicht so eilig Eup, Rip. SNfrk. Dat ka mich en an Og (Auge) l.! nicht das Geringste kriegst du Aach. Es leit in de Luft ein Gewitter udgl. Rhfrk, Allg. — Der Schacht leit er geht nicht senkrecht, sondern mit weniger als 90° in die Teufe; die Haldenjungen han en l. sie haben eine gewisse Menge (gerösteten) Eisenstein aufgespeichert, den sie sondern wollen; leiənder Gang ein häufig im Liegenden des Haupteisensteinganges zu diesem parallel streichender, nicht ganz so mächtiger G.; leiənde Wand Liegendes; leiənde Dag guthabende Tage, in der Bergmspr. Altk, Siegld; es Leiənde in der Kohlengrube u. im Bergwerke, im Gegens. zum Hangenden Saargeb., Allg.; leie Der Falltüre Simm; lege Got Liegenschaft MüEif; wat net liges en röhres wor niet- u. nagelfest Eup, Aach. — En hot ä (eine, einen Furz) quersch l. klagt u. stellt sich krank Bitb, Allg. He hät se net richtig l. ist nicht gut gelaunt Aach-Waarden (u. so viele a. RA.). — b. mit Absicht l., etwa um zu ruhen: got, saft (sanft), net got, schlech l.; stell, räuhig l.; he hät schef (schief), op der lenke Sitt (udgl.) gelege; em Bett, op der Bank, em Gras, em Schlof udgl. l. Allg.; lei ruh! sei ruhig Trier-Mehring; dat Kengk log räuhig schlofe u. log r. on schlef Rip. RA.: He lit (su krommb) wie ne Kiərschehok Rip, Berg, — en Kitschel (Tragwulst) Goar-Karb, — en kromm Bettschiər (-schere) MGladb, — en Löffelmess Simm-Riegenr, — ne Rollkochen Sol-Burschd, — ene Keckpädd (Frosch) Mörs, — ne Kroətsch (Kröte) Jül-Linnich; — e Ochs schläft Ottw; de lich esu warm wie e Möllche Sieg; he l. mer wie de Here (Herren) so gut Rip, Allg.; et Kengk (Kind) litt doə wie ene Prenz schön gebettet Aach. Der Langschläfer muss sei Zeit gele hon wie et Brot Rhfrk, Mosfrk, Ahr, — e Gebach (Gebäcke) Br. Bernk, — en achpöngig (achtpfündig) Br. Schleid-Dotteln; der l. wie e Br. kann morgens nicht aufstehen (oder er liegt steif) ebd. Et is mer egal, ob ich dresche ore l.; ich l. awwer am liebste Simm-Laub. De hat gut l. er steht in guten Verhältnissen Goar-NGondershsn. [Bd. 5, Sp. 461]
Wie men sech et Bett makt, kömmt men te l. wie man seine Vermögensverhältnisse gestaltet, so hat man's Heinsb, SNfrk. Soll de Kos (et Esse) got gedeihe, moss mer noch en Stond drop l. Mosfrk, Rhfrk. Besser vor Bauch (Panz) nit l., as vor Hunger nit schlofe Rhfrk, Mosfrk, Rip. Am (im) Aprel leit mer e Stinnchen stell, am Mai l. mer er zwei, am Jan (Johannistag) l. mer, su lang mer kan Trier-Schleidw. Wer freh opsteht, sein Sach verdeht; wer lang leit, werd er och queit Daun-Tettschd, Kreuzn, — wen net lang leit, haust noch es (einmal) su weit Trier-Schleidw. De het et önnescht (unterst im Bett) gelege ist klein geblieben Aden-Virnebg; de hät nass gelege, der hät sech getrocke (krumm gezogen) Dür; de hät schef (schief) gelege Mörs-Wallach, Sieg; er moss kromm l. sich einschränken Allg.; er hat of de lenks Seit gele Ottw-Wiebelsk. De liət och noch em Gedriəte (Gescheisse) wer morgens lange schläft Kref-Fischeln; e lit em Bett, bes em de Sonn en et Gatt (Gesäss) schengk (scheint) Dür, — bes de Sonn iwer Berg on Dall scheint Merz-Saarhölzb. He lit em Bett om Boch (Bauch) on schleht den Arsch met Füssen (Fäusten) Gummb-Harschd. We em Wengkter litt op de Bank, bei dem hält em Sommer et Brut net em Schrank MülhRh-Eulenth. — Hen hot de leie Krankhet an et fresse Fiewer er ist faul WBitb, — hätt de fresse Kränk on de leie Plog (Plage) Schleid-Dreiborn. — Me söckt (sucht) genge henger ene Struch (en Heck), of me hat selfs derhenger geleəge Aach, Allg. Op de fule Hut (om Röckstrang) l. faulenzen Rip, Allg.; op e Bretsch l. Klev. Den häbbe se op et Hemb gelege er hat schlechte Laune Mörs-Veen. Die l. (zesamme) onger ener Deck handeln einträchtig Rip, Allg. Wen enner der Bank soll l., kennt net drop Prüm-Ihren. Ounder (unter) gen Trapp l. sich um Gunst bewerben Eup. Wo de Has gejöngkt (jung geworden ist), do leckt er et lefste Heinsb. Dat küt drop an, wie de Sau ze l. küt kommt auf die Verhältnisse an Eusk-Dirmerzh. Wenn de Katz of em Dach leit! dann komme ich, im Sommer Birkf. — c. krank l.; he lig krank im Bett; he küt ze l.; net an et l. kunn sich trotz Unwohlsein aufrechterhalten; platt (pall Klevld) l. mosse Rip, Allg. — d. vom Sterben u. Tod; om (em) Sterve l. Rip, Allg.; de lit op et Gappe Aach-Breinig, — op der Duət (dernidder) Rip; der Tote leit iwer Eərd Bitb, Prüm, Malm, — op et Strohj Klevld, — op dem Schof (Schaub) Eif, Rip, SNfrk; e leit schunn im Sarge Saarbg-Wellen. Beter dot l. as dot ärbeie Klev. De leit op dem Idderich (Wiederkauen) auf der faulen Haut Prüm-Ihren. — Gelen niedergekommen von der Wöchnerin WBitb. — e. etwas (einen) l. lassen, wie nhd. Allg., auch de Arbet l. losse (u. absol.) vernachlässigen Allg. RA.: Wu der neist methellt (mitholt), ment (meint) er, er hätt ebbes l. geloss der Gewohnheitsdieb Bernk-Merschd, Ahrw-Ramersb; he [Bd. 5, Sp. 462]
kann nüs l. losse Rip, Allg.; de leisst nemme (nur) Millsten (Mühlensteine) (Amböss) on glihdig Eise l. Prüm, Allg.; ich losse alles l., wat nit ming (mein) es Köln-Stdt. Loss dat l., dat hesch (heisst) dech nit Här! lass fremdes Gut l. Mülh-Rh-Heumar; loss l., da's för et Kehrmädche! Köln-Stdt; loss l., was de nit packscht! Saarbr; loss et l., dat isst einem kei Brut af! wenn man Unnützes verwahrt Köln. Wat mer net heəve (drage) kann, mott mer l. loəte MGladb, Allg.; Sten, de mer net hevve kann, de moss mer l. losse Rip, Allg. He kann de grote Arbet gott seihen (sehen) on die klein löt he l. Lennep-Hückeswg. Er hat sei Maul dehäm in de Schublad l. geloss der Wortkarge Meis. Ich han em en l. geloss Ohrfeigen gegeben Bitb-Ehlenz; dem han mer se awwer noch ens wös (wüst) l. geloss Daun-Wiesbaum. De hät et fleddig (schmutzig) l. lote hat ein schlechtes Andenken hinterlassen Heinsb. Der hät et sing Dag rauh l. losse er war rauh in Sitten u. Umgang Sieg. — Enen lenks l. losse nicht beachten Rip, Allg.; enen für Holz on Kolle (Heu on Strüh) l. losse Rip, Berg. — f. l. bleiben, wie nhd. Allg. RA.: De Leit (Leute) begenen (begegnen) sech, on de Berg bleiwe l. May, Mosfrk. Ech hauen dech, datste l. blifs! Rip, Allg. Hei (hier) as ene l. bliewen sagt man bei einem Unfallkreuz; hier ist einer verunglückt u. gestorben Mosfrk. — 2. übertr. a. in Garnison sein; dat Regement lig en N.; die (Zaldate) l. en N. Rip, Allg.; e leit bei den Soldaten er ist Soldat Saarl; en (em) Quartier l. von den Soldaten Allg. — Dat Dorp lit (ganz allein) en der on der Gegend, — om Berg, — an der Stross; der Berg lit noch weck (weit) van us Rip, Allg. RA.: Ech wet (weiss), wuə Ophove leckt ich weiss Bescheid (Heinsb-Ophv, ein kleiner Ort, liegt ziemlich versteckt) Heinsb-Karken. Wat lit medde en Rom? der Buchstabe ‘o’ MGladb. — b. übernachten, der Zug wor grad fort, do mot ech en N. l. blive Rip, Allg. — c. sitzen; he loəg en de dredde Bank Erk-Elmpt. — d. das Ackerstück leit em Foder (Futter) ist Wiese Prüm-Burb. — e. im Ärger gesagt. α. sich aufhalten, täglich irgendwo verkehren; he lickt doə emmer hält sich immer da auf Heinsb, Allg.; he lig de ganze Dag en der Wiərtschaf, — henger dem Ovve, — mem fule Arsch em Dönge (op der Bank); de Wechter (Kinder) l. de ganze Dag op der Stross; die l. de g. D. zesamme Rip, Allg.; he liat mer ümmer om Dörpel MülhRuhr; de lit der ganzen Dag op der Gader stützt die Arme auf die Halbtüre u. gafft, er ist ein Müssiggänger Rip; de lit der ganze Tit a gene Trebenal (am Gerich) er ist prozesssüchtig Eup, Allg.; he lig met dem em Prozess Allg.; mer muss nit glich en de Plute (Lumpen) l. mutlos sein Köln-Stdt; den let schwor op Las hat ein schweres Durchkommen Mörs; (do) eröm l. müssig sein, herumschlendern Rip, Allg.; he lit dorömmen wie'n gebaschte (geborstenes) Hohn, [Bd. 5, Sp. 463]
— al Au (Schaf) Gummb-Nümbrecht. — Deə loəg märr (nur) drop, för uttekratze er sann nur immer darauf, wegzulaufen Eup. — β. einem lästig fallen, in folg. Wend.: Ümmes om hals l. Ruhr, Allg.; he lit mich ömmer a je Lif Aach, Eup, — om (op et) L. Allg., — om Leif wie e Schwär Trier-Welschbillig, — of de Pell Mettm, — op die Täng (Zähne) MGladb, — om Kneck Ahrw-Remag, — op en Plagge Aach, — op den Back (Trog) Geld, — op der Täsch Rip, Allg., — op der Dür Rip, — op der Kost Berg; gej mott niet ömmer bej Moders Muspott l., fremde Oge make Mensse Klev. Enem emmer en de Uhre l. wie nhd. Rip, Allg., — en de Ferschte l. stets hinter ihm sein Schleid. — γ. sich unordentlich betragen, flegelhaft; wie ligste do widder am Desch! Rip, Allg. RA.: He lit der ganzen Dag üvver Stöhl un Bänk Köln. De leit om Teller wie en Sau om Trog Bernk-Malborn. De lick üvverall möt sin Schnut drin er ist vorlaut MGladb. — δ. von schwerer Last, Sorgen, Gedanken; et leit uf mer wie e Berg Rhfrk; dat lig mer om Lif die Sache möchte ich mir vom Halse schaffen Sieg, Allg.; et lit mer we Blei en de Glidder ich fühle mich krank Köln, Allg.; dat lit mich schwor (wie enge Sten) op ene (em, om) Mag (Magen) Aach, Allg., — be zwei Pond weiche Saf (Seife) May; dat lit mech ävver op de Nack MGladb; dat lit mich e jene Kopp (Häuf) macht mir Sorgen Aach, Allg.; et leit im an (in) der Nos er hat heftiges Verlangen Bitb. Enem drop l. ihn drängen Rip, Allg. — ε. sech en de Hore l. sich streiten Allg. — f. (be)ruhen, mit sachl. Subj.; doren lit der Ongersched (Unterschied) net; de Schold lit an mir; die Sach (dat) lit weck (weit) zeröck; do lit kenne Senn (Verstand) dren Rip, Allg. — g. unpersönl. α. et log mich so schwor ich hatte Albdruck Mörs-Neuk. — β. dat (et) leit mer net, — wöll mer net l. es passt mir nicht, ist mir nicht gegeben zu tun, es lässt Herz u. Gemüt nicht zur Ruhe kommen Bitb, Allg. — γ. dat ka dre l. die Annahme scheint richtig zu sein; dat lit dre, sat der vollen (betrunkene) Antun, duə loəg heə e jen Sif (Gosse) Aach-Stdt. — Et lickt dra, wie et fillt (fällt)! damit macht man seine Zusage, seinen Entschluss von irgendeinem Nebenumstand abhängig Selfk. — δ. et (dat) lig (stich) bei dem em Geblöt (em Holz, Stoff) seine natürliche Anlage treibt ihn dazu Rip, Allg. — ε. et lig an dir, dat et dir schlech geht; et lig net an mir, dat ech ze spät kunn die Ursache, Veranlassung sein; wodran lig dat (mag dat l.), dat du net mih zo us küs? was ist der Grund; auch pleonastisch et lit an mir gelege ich habe die Schuld, bin die Veranlassung Rip, Allg.; an dem Schwengel lig et net, dat (wann) de Pomp (der Pötz) ken Wasser git Rip. — ζ. dodran lig mer necks ich habe kein Interesse daran; wat lig mir dran! mir ist es gleichgültig Rip, Allg.; was mir dron leit! meinetwegen Saarbr; et es [Bd. 5, Sp. 464]
(mej) necks dran (an den Kerl, an de Sak) gelege wie nhd. Mörs, Allg.; daneben pleonastisch et lit mer gar nicks dran g.; wat lit mer doran g.! es ist für mich nicht bedeutend, wichtig Rip, Berg, SNfrk; et lit dir op nicks wat g. du bist gleichgültig Gummb; do lig mer en alen Dröss (Scheiss) dran g. rein gar nichts Sieg, Sol. — h. l. drückt bei jeder Tätigkeit die für einen Dritten lästige Dauer aus, in folg. Verb. α. de Lü l. on lope (laufen); do l. de Lü on kalle sie haben gut sprechen Heinsb, Nfrk, Kemp. — β. l. te lache, te lope, te quärke, te rupe; öm en Dreck (um eine Kleinigkeit) l. te lope; gej leggt mej den ganzen Dag an den Kopp te quärke; et is mor (doch) gut, dat de Kermes gedohn es, dor l. se acht Dag lang te frete en te suppe en Dag en Nacht te danse Geld, Mörs, Klev, Rees (nicht ärgerlich setten ‘sitzen’). — γ. he lit sech luter (stets) övver Sache ze expleziere, wo de nüs va kenns (u. a. Tätigkeiten) er liebt es MüEif. — i. das Part. gelegen. α. g. sein; dat Hus es für en Geschäf ganz g.; do es vill dran g., dat de dat häs das ist sehr wichtig; an Goddes Sege es vill g. Rip, Allg. — β. g. kommen günstig, passend; du küs mer grad g.; dat Geld küt mer gr. g. Rip, Allg. RA.: E kimmt mer esu g. wie en Sau en e Judenhaus Mosfrk. Aprelren (-regen) küt em Bur g. Dür-Geich. — γ. dat leck ärg g. sehr günstig Kemp, Allg. — δ. en g. Stöck (Gegens. en afg. St.) günstig, nicht weit liegendes Ackerstück Rip, Allg.; op (möt) geleəgeneren Tit (Zeit) kuəme Kemp, Allg. — ε. ungelegen; ongel. kuəme, ongel. Gäs Kemp, Allg. RA.: Dat kömmt ougel. wie ne Hound (Hund) e gen Kegele (Kegeln) Eup. Ongel. Gäst sett me buten de Dör Geld-Leuth. Dat os e schöwe (schiefer) Plug, de plügt ongeleger Hand Prüm-Mützenich. — ζ. Gelegenheit, Pl. -tə(n) [Rhfrk Sg. t.] f. wie nhd. [jelēəniχkēt OBerg; -lənĭχhēt Erk; -l·ə.nĭχ- Aach] αα. sich de G. beseh das Besitztum der Braut Siegld, Rheinb. — ββ. wie nhd.; wemmer so e Gelenhät hot, muss mer se ach benutze Simm, Allg. RA.: G. mat (macht) Deive (Diebe, Spetzbove) Rip, Berg, SNfrk; G. on Lef (Liebe) machen de miəhzte Def Wippf-Lindlar; de Husgel. Abort MüEif. — Zs. Gelegenhetsarbeider, –kauf, –spass udgl. Allg., -macher der bei andern die Gelegenheiten ausnutzt Simm-Schlierschd; Fahr-, Arbeits-, Danzg. usf. Allg. — γγ. Bequemlichkeit Aach-Stdt. — η. Ongelegenheit [-ləγənhēt u. -γəndəχēt Erk-Elmpt), meist Pl. t., en O.ə kommen wie nhd. Allg. — θ. Verlegenheit wie nhd. — ι. gelegentlich bei Gelegenheit Allg., in Kemp, Geld daneben möt jel·ə.χ; do konns jo ens möt G. doə herengoəhn. — Abl.: die Ligerei, dat Gelig(s). |