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| PfWB lottel-leer (Bd. 4, Sp. 1039) | PfWB leer (Bd. 4, Sp. 868) | |||||||||||||||||||||||
1. a. 'nicht gefüllt, nichts enthaltend'; Ggs.: PfWB voll, leer (lēər, lēÄ, lǟr) [verbr., Christmann Kaulb 11 Müller Dietschw 48 Mang 119 Schneckenburger 19, 34, auch Penns Don Gal Buch], lār [BZ-Dernb, mancherorts SPf]; Zs.: PfWB lottelleer. 's Dippe is l. [Krämer Gal 140]. Die Kaß [Lu'haf, verbr.], mein Geldbeil [FR-Bockh, verbr.], de Geldsack [ PS-Hirschth, mancherorts], 's Portmanee is l. [ NW-Weish/S, mancherorts]. De Geldbeidel schreibt sich l. [ RO-O'hs]. Die Scheier is l. [NW-Frankeck, verbr.]. Er is zusammegesackt wie e leeri Mehldutt 'Er ist sehr erschrocken' [Krieger 18]. Ich schlaah dich zamme wie e leeri Mehldutt [ebd. 52]. Wann ich dich onschau un mei leeri Brieftasch, no han ich schun genung [ Don-Schowe]. Trinkspruch: Drinken ehr Leid, daß eier Kinn lange Häls krien, drinken aus ke'm Leere [Westricher Kalender 1957 103]. RA.: Eine leere Kutsche is e leer Schees mit Judde [ KU-Kaulb Kreimb]. Der laaft de (ere) leere Schees noo 'Er betreibt eine unnütze, aussichtslose Angelegenheit' [Kaislt KL-Trippstdt, Bayerland 1933 480], 'Er kommt bei einer Erbschaft zu kurz', auch: 'Er versucht sein Geld von einem Zahlungsunfähigen einzutreiben' [Kaislt]. Der drescht leeres Stroh 'redet Unsinn' [KU-Schmittw/O Bergz Krieger 11, 33]. Er kummt net mit leere Hänn 'Er bringt ein Geschenk, Vermögen mit' [KU-Hundh, verbr.]. Er kummt mit leere Händ 'Er hat nichts erreicht' [ LA-Gommh] 'Er will etwas haben' [ FR-Tiefth] 'Er hat für andere nichts übrig' [ FR-Bockh]. Die kummt mit leere Hänn, von einer Braut ohne Mitgift [ GH-Schwegh]. Er hot mit leerer Hand 'ohne Gepäck, mittellos' fortgemißt [ GH-Kand]. SprW.: s. PfWB Brunnen 2. BR.: Is de Januar naß, bleibt l. das Faß [LA-Roschb Wilde 264]. Is's im Dezember lind und naß, gebt's leere Speicher un leere Faß [Zeitw. Gal. 1959]. — b. α. 'nicht ganz belegt, ausgefüllt'. Die Kerch is l., von schwachem Kirchenbesuch [ KU-Bedb]. Dem sein Hoseoorsch is so l., von einem abgemagerten Menschen [ KU-Schmittw/O]; vgl. 2aβ. — β. leerer Platz 'Waldlichtung' [ PS-Gersb]. — 2. a. α. 'ohne Nahrung, hungrig'; vgl. PfWB leerleibig. Ich han e leere Maache [PS-Hermbg, verbr.]. Ich bin so l.! [ LU-Muttstdt]. Es werd mer l. im Maa [ RO-Nd'mosch]. Ich hab noch en leerer Mage 'Ich bin noch nüchtern' [ PS-Erfw]. SprW.: E leerer Sack bleibt net stihn 'Ein Halbverhungerter kann nicht arbeiten' [ KU-Schmittw/O, BZ-Albw]. — β. 'abgemagert'. Die Bäckelcher sin l., von eingefallenen Wangen [ LU-Alsh]. — b. α. 'nicht trächtig, unbefruchtet'; Syn. s. PfWB gelt1 1 a. Die Kuh isch l. [PS-Schönau, verbr.], geht l. [ LA-Edh GH-Lingf [Bd. 4, Sp. 869] Neubg BZ-Gleisz/Gleishb], steht l. [ LA-Leinsw]; vgl. PfWB Leerkuh. — β. vom unbefruchteten Hühnerei; vgl. PfWB gelt 1 bβ. Die Eier sin l. [ GH-O'lustdt]. — c. 'alkoholarm, ohne Körper'; e leerer Wein [KU-Wolfst KB-Zell NW-Kallstdt Krieger 7] 'Wein, bei dessen Genuß nichts am Gaumen hängen bleibt' [ BZ-Heuchh]. — d. leere(r) Schein 'Neumond' [GH-Nd'lustdt, verbr. mittl. u. südl. VPf mancherorts O-PS], leer Licht, dass. [Penns]. Morge esch laare Schein [ BZ-Dernb]. Winzerregel: Geche de leere Schein 'in der Zeit des abnehmenden Mondes' soll mer keen Rewe schneire [ BZ-Dierb, LA-Roschb Birkw]. Auch subst.: Im Leere sell net g'schnitte werre [ LA-Edk]. WR.: Beim leere Schein gibt's Reechewedder [ LA-Freimh]. Volksgl.: Geschmookt Fleesch soll mer im leere Licht aus em Schmook (engl. smoke 'Rauch') nemme, noo gebt's ken Wärm dran [Fogel Beliefs Penns Nr. 1258]. Scherzh. auch für 'Das Geld ist mir ausgegangen': 's esch leere(r) Schein [ LA-Mörzh, Burrw BZ-Schweighf], leer Schein [ PS-Erfw LA-Roschb], leer Licht [ NW-Dürkh Weish/S]. — e. Dim. 'hohl'. Klopp ich a', do laut's so leerche - / Hoscht mich halt net ei'geloss [Schandein Ged. 28]. — Südhess. IV 234 ff.; RhWB Rhein. V 289/90; LothWB Lothr. 332; ElsWB Els. I 604.
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