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1. a. 'Mutterschwein, Zuchtsau', Los (lōs) [verbr. WPf NOPf (außer Südrand und NWPf) mancherorts SOPf Bayer Hackm. 40 Christmann Kaulb 18 Heeger Südostpf. 10 Heeger Tiere I 16 Mang 123 Müller Dietschw 48 PfId. 88 Schneckenburger 48 Lambert Penns 100 mancherorts Don Gal Buch Rußl], Lous (lǫus) [verbr. SOPf], Las (lās) [ KU-Seel]; vgl. K. 284; Pl. -e [verbr.], Dim.: Les'che, Lesel, Leselche; Zs.: PfWB Zuchtlose; Syn.: PfWB More, Mole, PfWB Moke, PfWB Mucke, PfWB Muttersau, PfWB Sau. Die L. hat gemach 'Ferkel geworfen' [ KL-Reichb]. Die L. werft (macht) Junge [ LU-Limbghf]. Die L. is rullich 'brünstig' [Danner Penns 117]. Ich hun vier Lose mit junge Sai [RO-Münstapp]. Do fehrt der Deiwel vun de Loose / En an e Eech, un fangt do an, / Des Oos, se wuhle un se stoße [Firmenich III 244]. RA.: Er frißt wie e L., von einem gierigen Esser [ PS-Th'eischw]. BR.: Wann's dunnert iwwers blodde Holz (wenn noch keine Knospen angesetzt haben), weren die alde Lose stolz, d. h. es gibt ein gutes Jahr mit reichlich Eichelmast [ NW-Kallstdt]. Volksgl.: Wammer die junge Sai im Leb (Sternbild des Löwen) vun der L. dut, kreische sie wischt [Penns Dutch Cook Book 41]. Die Saicher dut mer samschtags fun der L., no rollt sie widder glei [Fogel Beliefs Penns Nr. 778]. VR. s. PfWB Bube 1. a. 1461: Item 4 gulden ... von 17 stucke losen vnd verckel die ich Ime verkaufft han [KSchArch. KellR 2v]. a. 1529: ein loß oder sweins mutter [GgHospR]. a. 1581 (1630): Welche seigente (säugende) loßen vnd jung freckel haben, sollen dieselbigen im stall haltten [PfWeist. 46 (KU-A'glan)]. a. 1589: 7 losenn [HornbSchR]; a. 1746: Eine Looß mit 5 Lauflingschwein [Kurpf. 973-976 (FR-Flomh)]. — b. 'weibliches Ferkel, junges weibliches Schwein', oft Dim. [mancherorts VPf SWPf, Don-Kernei Buch-Illisch]; männl. Ferkel s. PfWB Barg. — 2. 'schmutzige, verkommene, schlechte Frau', auch derbes Schimpfw. [mancherorts, Schneckenburger 26 Gal-Bagbg Landestreu Obl Buch-Onufry]; Zs.: PfWB Saulose. Du alt L.! [ HB-Einöd, mancherorts]. Du fauli L.! [Schandein Sprachsch. 38, Klein Prov. 284]. Das isch e L. [ LA-Gommh]. — Zu mhd. lōse ( Lexer Lexer I 1957). — Vgl. DWA VII 3. — Südhess. IV 387/88; RhWB Rhein. V 556; Schwäb. IV 1293/94; DWB DWb. VI 1186.
| 1. 'Kind männlichen Geschlechts, [Bd. 1, Sp. 1308] Knabe', im Gegensatz zu PfWB Mädchen, Bub, Bu, s. F. [allg.]. (Die Wörter »Knabe« u. »Junge« sind im Pfälzischen nicht gebräuchlich.) 's Millers hän e kläne Bu kriet [ NW-Freinsh, allg.]. Die hot lauter Buwe [ RO-Dielkch, allg.]. Ein folgsamer Knabe ist e braver B., ein unfolgsamer — e beeser B. Zs. PfWB Sonntagsbube. — Verwandel dich emol, werr aus'me Bu e Märe! [ KL-Reichb]. SprW.: Wann e Bub lang ruhich sitzt, gewwem e Ohrfeich! [BZ-Dierb, LA-Impfl]. E Bub wie e Laus packt e Märe wie e Haus [ WD-Niedkch, allg.], s. PfWB packen 3 a. Neujahrswunsch: Viel Glick im neie Johr un e Bub mit schwarze Hoor [ KL-Mehlb]. VR.: 's rechent dicke Droppe, die Buwe muß mer kloppe, die Märe muß mer schone wie die Zitrone [ BZ-Albw, RO-Obd]. Sechs mol sechs is sechsundreißich, sinn die Mädcher noch so fleißich; sinn die Buwe awwer faul, muß mer se kloppe wie e Gaul [ Gal-Brunndorf]. Vatter, Motter, schlaa mich net! Ich war bei de beese Buwe net. Bei de beese Buwe war ich net, Vatter, Motter, schlaa mich net! [Kaislt]. Schwarze Hälbeere, rode Dinde, die Märe riechen, die Buwe stinken. Die Märe riechen als wie die Rose, die Buwe wie die Lose (Mutterschweine). Die Märe krie'n Rosekränz, die Buwe krie'n Ratteschwänz. Die Märe kummen in de Danzsaal, die Buwe kummen in de Saustall [ NW-Speybn]. Mäd wie Rosestöck, Buwe wie Hawwersäck [Don-Tscherwk verbr. Gal Buch]. Weitere Reime s. PfWB äksch, PfWB Grumbach, PfWB Hafen, PfWB Heinrich, PfWB hoch, PfWB Neujahr, PfWB Rose. — 2. 'Sohn', bes. von Eltern gebraucht. In den Orten an der elsässischen Grenze wurde früher der jüngste Sohn der Familie Biwel genannt. Zs. PfWB Bauern-, Pfarrers-, PfWB Bruders-, PfWB Heiden-, PfWB Judenbube. Unser Bu macht uns das Lewe sauer [ PS-Erfw]. Die Buwe bringe ehrem Vatter sein Geld eraus 'kosten viel Geld, bis sie ausgebildet sind' [ KU-Schmittw/O]. VR.: Nini, nane, Hawerstrouh, schloft mei Biewel, ben ich frouh (Wiegenspruch) [ LA-Nußd]. Ich un du un 's Millers Bu giehn merenanner (miteinander) grase; huppse uff de Äcker erum wie die junge Hase [ KU-Schmittw/O]. Ehr Buwe, eßt Ruwe (Rüben), 's is besser wie Fleisch! Ach Mutter, eß'n ehr 's doch, des bescht geheert Eich! (Tanzliedchen) [ Gal-Dornf]. Wie der Acker, so die Riebcher, wie der Vatter, so die Biebcher, wie die Motter, so die Töchter, gewehnlich noch e bißche schlechter [Gal-Landtreu]. AR.: Ich un du un noch en Bu un ' s Millers Kuh, un sell bischt du [Horne Penns 119]. a. 1550: 7 Sh hot der und sein baub verzeret der daß Peters kreutz hot brocht [Wenz 291]. — 3. 'Knabe', als Gegensatz zum Erwachsenen [allg.]. Zs. Dreikönigs-, PfWB Fastnachts-, PfWB Garren-, Kegel-, Kläpper-, PfWB Leier-, Quack-, Rassel-, Ratzel-, PfWB Schul-, PfWB Schüler-, Stern-, Surrenbube. Das is noch e unschullich Biebche [NW-Geinsh, verbr.]. Du [Bd. 1, Sp. 1309] bischt noch e griener Bu [ HB-Kirrbg KB-Kriegsf]. RA.: Von einem schlechten Schiedsrichter auf dem Fußballplatz heißt es: Der hot jo noch ee korzi Hos' aan, des Biewel! [Tageszeitung Die Rheinpfalz vom 28. 1. 1967]. Das war domols, wie der Deiwel noch e kleener Bu war, was vor langer Zeit geschehen ist [ Gal-N'chrusno]. VR.: E aldi Fraa, e klener Bu, die gehen uf St. Jockel zu [Schandein Sprachsch.]. — 4. 'lediger Bursche', vgl. PfWB Bursche 1 b. Zs. PfWB Kirbe-, PfWB Lade-, PfWB Musterungs-, PfWB Neben-, PfWB Straußbube. Die Buwe gehn mit de Määd [KL-Kindsb, verbr.]. Sie hot dem Bu de Kopp verdreht [BZ-Nd'horb, verbr.]. Die Mädle un Buwe sin all nimmi debei (beim Trachtenverein) [ LA-Gommh]. Mancherorts wird zwischen jüngeren und älteren Burschen unterschieden; jene sind die Buwe, diese die Borsch (s. PfWB Bursche). Darauf beruht der Scherzspruch: Wann dei Buwe mei Buwe noch emol Buwe schelle, schelle mei Buwe dei Buwe solang Buwe, bis dei Buwe mei Buwe nemmeh Buwe schelle. Mei Buwe sinn Borsch [Feierowend Nr. 15/1966]; Ähnliches s. PfWB Bankert. SprW.: Wer als Bu heirat, bleibt e Bu sei Lewe lang [ FR-Bockh]. a. 1787: soll Kein Pursch sich bey keinem Buben in die gesellschafft einlaßen, bey straf [Alb. Becker in PfW 1906, S. 130]. — Der alte Junggeselle ist ein alder Bu (Bub) [verbr.]. Der traurigst Tropp uf dere Welt is doch en alte Bu! [Schandein Ged. 41]. — 5. a. 'Geliebter'; mei Bu [Kaislt LU-Limbghf]; in älterer Mda. meist Borsch, s. PfWB Bursche. — b. Dim. mei Buche (būχe) 'Liebling', von Mutter und Vater gegenüber ihrem Söhnchen gebraucht [verbr.]. — 6. 'Knecht, dienender Bursche, Lehrjunge' in den Zs. PfWB Brezel-, PfWB Tinten-, PfWB Eis-, PfWB Fallen-, Fütter-, Gäuls-, PfWB Geißen-, PfWB Hunds-, PfWB Knottel-, Küh-, PfWB Lehr-, PfWB Maurers-, PfWB Ochsen-, PfWB Schäfer-, PfWB Schreibers-, PfWB Speis-, PfWB Vieh-, Weid-, PfWB Zinnenbube. — 7. Scheltwort in den Zs. PfWB Bettel-, PfWB Teufels-, PfWB Gassen-, Huren-, Hutzelchens-, Kaffee-, PfWB Laus-, Linsen-, PfWB Lumpen-, PfWB Rotz-, Sand-, PfWB Sau-, Schnurres-, PfWB Spitz-, PfWB Stadt-, PfWB Städterbube. — 8. 'Spielkarte'; de Bu (Bub) rausspiele [allg.]. Zs. Eckstein-, PfWB Herz-, PfWB Kreuz-, PfWB Schüppenbube. — 9. junge Buben 'junge Fische'. a. 1488: Von St. Georg bis zum Bartholomäustag (vom 23. April bis 24. August) sollen keine Schnez und Buben gefangen werden von Wormbß bis gein Germersheim bei einer Pene (Strafe) von 5 Pfund Heller [Kreutzer 20]. — 10. 's Braune Buwe, scherzh. für 'Maikäfer' [Kaislt (1925)]. — 11. a. stumbiche (stumpfe) Buwe 'Kartoffelklöße' (das Gegenstück hierzu sind die länglichen Klöße, s. Spitzbuben) [SP-Schiffstdt (Bertram 158)]. Syn. s. Grundbirnenknöpfe. — b. Buwe un Mädle 'Klöße und Kartoffeln' [SPf]. — F.: būb NWPf, sonst bū; Pl. būwə; Dim. bībχə (Pl. bībχər) [Bd. 1, Sp. 1310] WPf (außer Ostteil von PS) NPf nördl. VPf Don Gal Buch, būχə s. o. 5 b, bīw(ə)l (Pl. bīwlə u. bīwəlχər) mittl. u. südl. VPf Ostteil von PS. — Südhess. I 1185 ff.; RhWB Rhein. I 1065/66; Saarbr. 39; LothWB Lothr. 69; ElsWB Els. I 4; Bad. I 352.
| 1. a. 'Mutterschwein, Zuchtsau', Los (lōs) [verbr. WPf NOPf (außer Südrand und NWPf) mancherorts SOPf Bayer Hackm. 40 Christmann Kaulb 18 Heeger Südostpf. 10 Heeger Tiere I 16 Mang 123 Müller Dietschw 48 PfId. 88 Schneckenburger 48 Lambert Penns 100 mancherorts Don Gal Buch Rußl], Lous (lǫus) [verbr. SOPf], Las (lās) [ KU-Seel]; vgl. K. 284; Pl. -e [verbr.], Dim.: Les'che, Lesel, Leselche; Zs.: PfWB Zuchtlose; Syn.: PfWB More, Mole, PfWB Moke, PfWB Mucke, PfWB Muttersau, PfWB Sau. Die L. hat gemach 'Ferkel geworfen' [ KL-Reichb]. Die L. werft (macht) Junge [ LU-Limbghf]. Die L. is rullich 'brünstig' [Danner Penns 117]. Ich hun vier Lose mit junge Sai [RO-Münstapp]. Do fehrt der Deiwel vun de Loose / En an e Eech, un fangt do an, / Des Oos, se wuhle un se stoße [Firmenich III 244]. RA.: Er frißt wie e L., von einem gierigen Esser [ PS-Th'eischw]. BR.: Wann's dunnert iwwers blodde Holz (wenn noch keine Knospen angesetzt haben), weren die alde Lose stolz, d. h. es gibt ein gutes Jahr mit reichlich Eichelmast [ NW-Kallstdt]. Volksgl.: Wammer die junge Sai im Leb (Sternbild des Löwen) vun der L. dut, kreische sie wischt [Penns Dutch Cook Book 41]. Die Saicher dut mer samschtags fun der L., no rollt sie widder glei [Fogel Beliefs Penns Nr. 778]. VR. s. PfWB Bube 1. a. 1461: Item 4 gulden ... von 17 stucke losen vnd verckel die ich Ime verkaufft han [KSchArch. KellR 2v]. a. 1529: ein loß oder sweins mutter [GgHospR]. a. 1581 (1630): Welche seigente (säugende) loßen vnd jung freckel haben, sollen dieselbigen im stall haltten [PfWeist. 46 (KU-A'glan)]. a. 1589: 7 losenn [HornbSchR]; a. 1746: Eine Looß mit 5 Lauflingschwein [Kurpf. 973-976 (FR-Flomh)]. — b. 'weibliches Ferkel, junges weibliches Schwein', oft Dim. [mancherorts VPf SWPf, Don-Kernei Buch-Illisch]; männl. Ferkel s. PfWB Barg. — 2. 'schmutzige, verkommene, schlechte Frau', auch derbes Schimpfw. [mancherorts, Schneckenburger 26 Gal-Bagbg Landestreu Obl Buch-Onufry]; Zs.: PfWB Saulose. Du alt L.! [ HB-Einöd, mancherorts]. Du fauli L.! [Schandein Sprachsch. 38, Klein Prov. 284]. Das isch e L. [ LA-Gommh]. — Zu mhd. lōse ( Lexer Lexer I 1957). — Vgl. DWA VII 3. — Südhess. IV 387/88; RhWB Rhein. V 556; Schwäb. IV 1293/94; DWB DWb. VI 1186.
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