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 PfWB Licht-meß (Bd. 4, Sp. 972)   PfWB Nacht (Bd. 5, Sp. 24)   PfWB Mitter-nacht (Bd. 4, Sp. 1374) 
   Licht-meß f.: 'das Fest Mariä Reinigung (2. Febr.)', Lichtmeß [verbr., Lambert Penns 99 Don Gal Buch Rußl], seltener Maria Lichtmeß, vgl. PfWB Maria 1. RA.: in de Scheier is L., 'die Scheune ist leer', weil um diese Zeit die Vorräte aufgebraucht sind [Frankth FR-Studh LA-Altd SP-Heiligst]. Es is L. 'Ich habe kein Geld mehr' [KB-Niefh, mancherorts NPf VPf]. Bei mer is Maria L., dass. [ GH-Schaidt, NW-Weish/S]. Mein Gellbeurel hat L., dass. [ LU-Böhl]. VR.: Weihnachde, Sau schlachde, L., alles ufgeß [ FR-N'lein]. BR.: Wann's an L. stermt un schneit, is de Frihling net meh weit [ NW-Frankeck, KU-Nerzw WD-Niedkch SP-Mechth LA-Gommh GH-Zeisk]. Irres (Ist es) uf L. stermich un kalt, dann kumme die Blume bald [ KU-Nerzw]. Scheint an L. die Sonn heiß, kommt noch viel Schnee un Eis [ KU-Brück]. Ist es an L. klar un hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell [ GH-Zeisk]. L. hell un klor, gibt e gut Johr [ FR-Bockh, mancherorts], e gut un fruchtbar Johr [ RO-Odh, KU-Bedb], e gures Roggejohr [ KB-Bubh], e gudes Flachsjohr [ GH-Schwegh]. An L. werden die Tage länger und man hört mit dem Spinnen auf: L., Spinne vergeß, bei Dag se Nacht eß [GH-Hatzbühl, mancherorts, Krieger 40 Wilde 91, auch Don Gal Buch], mit vielen Varianten und Erweiterungen: bei Dag ufgestann, bei Dag schlofe gang [PS-Geisbg, mancherorts, Kamm 37, auch Don Krämer Gal 142 Buch], mit de Hinkel schlofe gang, mit de Hinkel ufgestann [Vogelsgesang 7], halb Stroh un halb Hei meß 'die Stroh- und Heuvorräte sollen zur Hälfte aufgebraucht sein' [ Rußl-Worms], Fud'r halwer g'freß [Horne Penns 103], Herre bei Dag geß, die Arme wann se's hän [Kaislt]. Wann an L. de Dachs sein Schadde sieht, geht er wirrer vier Woche ins Loch [ NW-Frankeck, LA-Gommh, in Var. Don Gal Rußl]. a. 1327: der selbe nemeliche vride sal vorbaz weren biez unser vrauwen tag der do heizet liehtmeisse [SpeyUrk. 300]. a. 1350: an dem nehsten sunnentag

[Bd. 4, Sp. 973]
nach der liehtmesse [StArch. Darmstadt, Hanau-Lichtenberg Nr. 391 (Brief d. Brüder v. Lichtenb. f. Walram v. Zweibr.)]. a. 1364: an unser frauwen abent, den man spricht zu latin purificatio und in dutsche lychtmesse oder kyrzdage [HornbReg. 287]. a. 1585: 14 schilling 4 θ ist zu liechtmeß vffgangen hatt man liechter gemacht [SSp Kirchenrechnungen Nr. 63, Bl. 122 (BZ-Wernbg)]. Südhess. IV 328/29; RhWB Rhein. V 434/ 40; ElsWB Els. I 718.

 

   Nacht f.:
1. wie schd., Nacht (naxd) [verbr. nördl. VPf u. nördl. Teil der mittl. VPf mancherorts übrige VPf vereinzelt WPf NPf Schneckenburger 44 Otterstetter 40 Bertram § 20, 31 Lambert Penns 108], Naacht (nāxd, nxd) [verbr. WPf NPf vereinzelt nördl. VPf nördl. Teil der mittl. VPf mancherorts übrige VPf Christmann Kaulb 5, 74, 79 Mang 82, 147 Müller Dietschw 52 Höh 48 Heeger Südostpf. 14 mancherorts Don Krämer Gal 154 Buch-Illisch]; Pl.: zu Sg. Nacht: Nachde [ LA-Wollmh NW-Freinsh], Nächde [ LU-Opp], Nächt [LU-Limbghf SP-Heiligst NW-Haßl LA-Mörzh Land], (nęd) [Schneckenburger 21, 33], Nachde u. Nächt [ LU-Oggh NW-Kallstdt], Naachde [ KU-Herschw/Petth KB-Mauchh]; zu Sg. Naacht: Naachde [ KU-Bedb WD-Niedkch ZW-Battw RO-Odh PS-Erfw BZ-Dernb], Näächde [ KU-Brück RO-Dielkch], Näächt [ LA-Nd'hochstdt], Naachde (Alte), Näächt (Junge) [KL-Lind (Höh 105)], Nachde u. Nächt [ KL-Reichb], Nächde u. Nächt [ PS-Geisbg], Nächt [ NW-Frankeck LA-Gommh]; vgl. PfWB nachts; Zs.: PfWB Andreas-, PfWB Braut-, Erstemai-, PfWB Fast-, PfWB Gewitter-, PfWB Halb-, Herrenfast-, PfWB Hexen-, PfWB Hochzeits-, PfWB Johannis-, PfWB Krist-, PfWB Mai-, PfWB Mitter-, PfWB Mond-, PfWB Montag-, Mutter-, PfWB Neujahrs-, PfWB Regen-, PfWB Sau-, PfWB Silvester-, PfWB Sonntags-, PfWB Sperr-, Weih-, PfWB Weihnachts-, PfWB Walpurgisnacht; Syn.: PfWB Heint 1; vor N., seltener vor de N. 'vor Einbruch der Dunkelheit' [verbr.]; hei(n)t N., geschdern N. [verbr.]; ebb's (bevor es) N. werd [ BZ-Hermbghf]; se N. koche, se N. esse 'das Abendmahl bereiten, zu Abend essen' [verbr.]; iwwer N. bleiwe [verbr.]. 's werd N. [verbr., Lambert Penns 87]. Die N. kummt, dass. [verbr.]; 's geht de N. zu, dass. [ KU-Schmittw/O]. 's is zwische Dag un N. 'in der Dämmerung' [ RO-Bistschd KL-Reichb], an de N., dass. [ KL-Reichb]. Schier wär' es (wäre uns) d' N. noch uf de Buckel kumme [ GH-Kand]. Er is in die N. (enin, nin, nein) gerore (kumme) [verbr.], in die stockdunkle N. kumme [ PS-Münchw]; 's isch midde in de N. 'Mitternacht' [GH-Kand, verbr., Buffington Penns Var. 248/ 57]. Wie hälwe Nacht erbei komm es, hann die Annere gesaht: Hannarem, geschte met hem? [WPf (PfId. 178)]. Er sitzt Dag un N. im Wertshaus [ BZ-Dernb]. Nix eklicher wie Hihneraue, die losse em Daa un Nacht ke Ruh [ KL-Reichb]. Vergleiche u. RA.: Er (Sie, Das) is so schwarz wie die N., von dunkler Hautfarbe, schwarzem Haar [verbr.], 'Er gehört der Zentrumspartei an' [(1930) LU-Opp]. Er is so dumm (so häßlich, wiescht, falsch, schlecht) wie die N. [verbr.]. Ich

[Bd. 5, Sp. 25]
mecht em nit bei N. begechne [Bergz (Kamm 95)]. Heit bringe mer die N. mit hääm 'Wir kommen erst nach Einbruch der Dunkelheit' [Kaislt]. Midde in de N. is er do; und: Dem is kän Stunn in de N. se viel, von einem Arzt, der immer sofort kommt [ NW-Frankeck]. Der macht die N. durch (die N. zum Dag) (arbeitet oder zecht die ganze N.) [LU-Opp, verbr.]. Der schloft bei Dag so lang wie bei N., scherzh. von einem Faulenzer [ BZ-Annw]. Do is en Unnerschied wie Dag un N. 'ein sehr großer Unterschied' [KU-Kaulb, verbr.]. Er macht kän Unnerschied zwische Dag un N. 'Er ist unfähig, Grundverschiedenes zu erkennen' [ LU-Opp]. Der hot 's Brot net iwwer N. dehääm (im Haus) 'lebt in großer Armut' [Kaislt, verbr., auch Don Gal Buch]. Bis der sich vorne bickt (rumdreht), is hinne Nacht [Hebel 20, verbr. Don Gal Buch]. Das is e Gegend, wo die Fichs und die Hase enanner Gunaacht saan, von einer abgelegenen Landschaft [RO-Dielkch, in Var. verbr.]. Er is bei N. un Newwel 'heimlich' fort (devungelaaf, iwwer die Grenz) [KB-Kriegsf, verbr.]. Sei G'schäft is iwwer N. 'plötzlich, unerwartet' zammegebroche [ LU-Neuhf]. Ein Schicksalsschlag kann eem iwwer N. im Gaarde wachse [ HB-Kirrbg]. Du sollscht noch emol e N. driwwer schlofe 'die Sache gründlich überdenken' [ KU-Lauteck]; vgl. SprW. Grußformeln: Gude N., Gut-, Ge-, G'na(a)cht! [verbr., Mang 221 Höh 108 Heeger Südostpf. 20], N'na(a)cht! [ PS-Geisbg KB-Stett], Gotnaacht! [ IB-Habkch PS-Lu'wink Schweix], Gonaacht! [ IB-Ballw], Gounaacht! [ IB-Rohrb], Gudi Nacht! [ FR-Ebertsh], G'nächt! [ KU-Eßw], Gunaach! [RO-Sippf], Nacht! [ KU-Hefw]; mit Zusatz: Allo (Alla), Gunacht! [ SP-Heiligst, mancherorts], G'nacht beisamme (beinanner) [ KL-Fischb, vereinzelt], Gutnaacht, angenehmi Ruh! [ LA-Gommh]. Drohung: Gunaacht, deer! 'Du wirst schon deine Schläge bekommen!' [ KU-Schmittw/O]. Schun se N. geß? [ KL-Nanzdzw, mancherorts]. SprW.: In de N. (Bei N., Bei de N.) sin alle Kih schwarz [LU-Opp, verbr., auch Don Gal Buch], alle Ochse schwarz [ Gal-Bagbg], alle Katze schwarz [ KU-Trahw KL-Reichb], alle Katze groo [KU-Kaulb Bergz (Kamm 94) Krieger 17]. Glick un Unglick komme iwwer N. [Krieger 43]. Mer soll iwwer alles e N. schlofe [ LU-Opp]. D' N. hot Ohre un Maul [ GH-Zeisk]. BR. s. PfWB Lichtmeß. WR.: Wann de Beddelmann (personifizierend für 'anderes Wetter') middags kummt, bleibt er gern iwwer N. Wann er morgens kummt, geht er widder fort [ PS-Ruppw]. Weitere WR. s. PfWB gefrieren, PfWB Lenz1 1. Volksgl.: En Katz, as mer net bei der N. holt, laaft em färt [Fogel Beliefs Penns Nr. 674]. Vgl. auch PfWB Heu 1a, PfWB Zwiebel. Volksmed.: Gegen Warzen: In der Heiligen Nacht zwischen Mitternacht und ein Uhr geht man auf den Friedhof, streut Sand auf die Warzen und spricht:

[Bd. 5, Sp. 26]
Warz, nemm ab wie de Dod im Grabb, Gott Vadder, Gott Sohn, Gott heiliger Geist (dreimal) [ GH-Hatzbühl]. Rätsel: Es brennt Dag un N. un verbrennt net (die Zwiebel) [LA-Edk u. Umg., Germh (Wilde 33)]. Einen VR. s. PfWB Polizei 1. —
2.
a. die lang N. 'die Nacht vom 21. zum 22. Dezember, Winteranfang' [ PS-Bruchw Haust BZ-Dernb Pleisw V'weidth]; Syn.: PfWB Thomas-, PfWB Langnacht; die lang N. feiere 'in der langen Nacht das Spinnstubenfest (ein Fest der jungen, ledigen Leute) feiern' [ebd., Kreuter Haust 118]. Die Mädchen haben die ganze Nacht gesponnen. Die Kunkeln wurden mit bunten Bändern geschmückt. Um Mitternacht wurde festlich gegessen [PfL 2. 12. 1933, PfMus. 1889 67]. —
b. Pl. 'die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönigstag'; vgl. Rauh-, PfWB Zwölfnächte; die zwelf Näächt(e), Naachde, u. a., s. 1a Pl. [ NW-Leistdt SP-Heiligst]; die lange N. [ KU-Bedb BZ-Kapswey]; die zwelf lange N. [ LU-Limbghf]; die heilige N. [ RO-Lohnsf FR-Merth LA-Maik Queichh]; die zwelf heilige N. [KU-O'staufb KL-Alsbn BZ-Klingmst]; die heiliche zwelf N. [ KB-Gauh]. —
c. die letscht N. im alde Johr 'die Silvesternacht' [ KU-Bedb]. — Südhess. IV 880 ff.; RhWB Rhein. VI 16 ff.; LothWB Lothr. 377; ElsWB Els. I 754/55.

 

   Mitter-nacht f.:
1. wie schd., Middernacht,

[Bd. 4, Sp. 1375]
-naacht, s. PfWB Nacht [verbr., Lambert Penns 106 Krämer Gal 150], Meddernaacht [ PS-Erfw]; in de M. [ BZ-Stein]. 's is scho no (nach) M. [ KU-Bedb]. Geje M. isch er komme [ HB-Einöd]. Um M. hän die Hund gebellt [ LU-Alsh]. Volksgl.: Sonnenflecken wird man los, wenn man sich um M. auf sie auf einen Rasen legt [PfH 16/ 1931]. —
rend=>+2." level="3" value="41375.08"> 'Norden'; geeich M. (älteste Gener.) [Krämer Gal 150]. a. 1600: und halten uns gegen Mitternacht in das Fischbacher Tal [Vellmann Waldfischb.]. Südhess. IV 712/13; RhWB Rhein. V 1206.