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 PfWB Licht-meß (Bd. 4, Sp. 972)   PfWB Maria (Bd. 4, Sp. 1182) 
   Licht-meß f.: 'das Fest Mariä Reinigung (2. Febr.)', Lichtmeß [verbr., Lambert Penns 99 Don Gal Buch Rußl], seltener Maria Lichtmeß, vgl. PfWB Maria 1. RA.: in de Scheier is L., 'die Scheune ist leer', weil um diese Zeit die Vorräte aufgebraucht sind [Frankth FR-Studh LA-Altd SP-Heiligst]. Es is L. 'Ich habe kein Geld mehr' [KB-Niefh, mancherorts NPf VPf]. Bei mer is Maria L., dass. [ GH-Schaidt, NW-Weish/S]. Mein Gellbeurel hat L., dass. [ LU-Böhl]. VR.: Weihnachde, Sau schlachde, L., alles ufgeß [ FR-N'lein]. BR.: Wann's an L. stermt un schneit, is de Frihling net meh weit [ NW-Frankeck, KU-Nerzw WD-Niedkch SP-Mechth LA-Gommh GH-Zeisk]. Irres (Ist es) uf L. stermich un kalt, dann kumme die Blume bald [ KU-Nerzw]. Scheint an L. die Sonn heiß, kommt noch viel Schnee un Eis [ KU-Brück]. Ist es an L. klar un hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell [ GH-Zeisk]. L. hell un klor, gibt e gut Johr [ FR-Bockh, mancherorts], e gut un fruchtbar Johr [ RO-Odh, KU-Bedb], e gures Roggejohr [ KB-Bubh], e gudes Flachsjohr [ GH-Schwegh]. An L. werden die Tage länger und man hört mit dem Spinnen auf: L., Spinne vergeß, bei Dag se Nacht eß [GH-Hatzbühl, mancherorts, Krieger 40 Wilde 91, auch Don Gal Buch], mit vielen Varianten und Erweiterungen: bei Dag ufgestann, bei Dag schlofe gang [PS-Geisbg, mancherorts, Kamm 37, auch Don Krämer Gal 142 Buch], mit de Hinkel schlofe gang, mit de Hinkel ufgestann [Vogelsgesang 7], halb Stroh un halb Hei meß 'die Stroh- und Heuvorräte sollen zur Hälfte aufgebraucht sein' [ Rußl-Worms], Fud'r halwer g'freß [Horne Penns 103], Herre bei Dag geß, die Arme wann se's hän [Kaislt]. Wann an L. de Dachs sein Schadde sieht, geht er wirrer vier Woche ins Loch [ NW-Frankeck, LA-Gommh, in Var. Don Gal Rußl]. a. 1327: der selbe nemeliche vride sal vorbaz weren biez unser vrauwen tag der do heizet liehtmeisse [SpeyUrk. 300]. a. 1350: an dem nehsten sunnentag

[Bd. 4, Sp. 973]
nach der liehtmesse [StArch. Darmstadt, Hanau-Lichtenberg Nr. 391 (Brief d. Brüder v. Lichtenb. f. Walram v. Zweibr.)]. a. 1364: an unser frauwen abent, den man spricht zu latin purificatio und in dutsche lychtmesse oder kyrzdage [HornbReg. 287]. a. 1585: 14 schilling 4 θ ist zu liechtmeß vffgangen hatt man liechter gemacht [SSp Kirchenrechnungen Nr. 63, Bl. 122 (BZ-Wernbg)]. Südhess. IV 328/29; RhWB Rhein. V 434/ 40; ElsWB Els. I 718.

 

   Maria f., n.:
1. die hl. Maria, Mutter Jesu, Maria (maˈria), die heilich M. [verbr.], Maria, Mareia [Lambert Penns 102]; vgl. PfWB Muttergottes. Kirchliche Feiertage (vorn. bei Katholiken): Maria Lichtmeß (2. 2.), s. PfWB Lichtmeß; M. Verkindigung (25. 3.) [verbr.], M. Verkundig [ PS-Geisbg]; M. Heimsuchung (2. 7.) [verbr.], s. PfWB Heimsuchung; M.-such-mich-heim, dass. [ KL-Kindsb]; M. Himmelfahrt (15. 8.) [verbr.], M. Wirzweih, dass. [ RO-Würzw], M. Wischweihtag, dass. [ HB-Höch], Marieheim, (Mariä Heim(kehr)), dass. [Lambert Penns 102], vgl. PfWB Himmelfahrt 1, PfWB Kräuterweihe, PfWB Würzweihe, -wisch (s. auch Becker Vk. 330); M. Geburt (8. 9.); M. Nam (12. 9.); M. Empfängnis (8. 12.) [verbr.]; M. Hilf Kirchenpatronat in HB-Bruchhf; Kapell zu M. Hilf (in BZ-Dörrb). Die Marie Mudder war noch ganz jung, wu der Heiland gebore war [Beam Penns 68]. Ausruf des Schreckens, der Überraschung: Jesses, Maria! Jesses, M. un Josef! [verbr.], Var.: un e klää bissel Josef [ LU-Friesh]; Jesses, Marie unn Josebb [Kunnrädel 116]. BR.: M. Lichtmeß, spinne vergeß, bei Dag zu Nacht eß! [ NW-Elmst]. Is' an Mariä schään un hell, gibt's viel Obst uf alle Fäll [ LU-Alsh, KU-Nerzw]. Ist vor Maria Verkündigung das Wetter hell und klar, bedeutet es ein gutes Jahr [ PS-Fehrb]. M. Verkündigung, ziehen (eigentlich: kummen) die Schwalben wiederum [ GH-Zeisk]. An M. Geburt flie'e (ziehe) die Schwalwe furt [FR-Bockh, verbr., auch Don Gal Buch]. WR.: Reent's an Maria-such-mich-heim, reent's alle Daa vier Woche lang [ KL-Kindsb, PS-Geisbg]. Wie d' M. ins Gebirg geht, kommt sie auch wieder raus (Wie das Wetter an Mariä Heimsuchung ist, bleibt es noch 4 Wochen) [ GH-Schaidt].

[Bd. 4, Sp. 1183]
Var.: Wann die Märiche naß iwwer der Bärig geht (der zwätt Tschulei) kummt sie trucke zurick (der fufzeht Aguscht) un wann sie trucke niwwergeht, kummt sie naß zurick [Fogel Beliefs Penns Nr. 1124]. Wenn die M. naß eniwwer kommt, kommt se a wirrer naß eriwwer (Wenn es an Mariä Himmelfahrt, 15. 8., regnet, dann regnet es noch 40 Tage) [ KL-Mackb]. So wie die M. iwwer de Berg geht, so kummt se a widder riwwer (hier: an Mariä Himmelfahrt, 15. 8.) [ LU-Friesh, FR-Bockh]. Wann's uf M. Himmelfahrt räänt, gibt's e nassi Ärn [ FR-Bockh]. —
2.
a. weiblicher VN, f. u. n., Maria [mancherorts, neu], Marie (ˈmarī) [PfId. 91], Mrie [HB-Erb KL-Obernh Don-Schowe Torscha PfId. 91], Morie [ PS-Lu'wink Schindhd LA-Edh], M'rei [SWPf (PfId. 97)], Marieche (ˈmariχə) [NW-Dürkh (Heeger Nachl.) PfId. 91], Mrieche [PfId. 91], Marl [Lautertal], Maria, Mareia, Mariche, Maricheli [Lambert Penns 102]; Zs.: PfWB Anna-Maria. VR.: Lied des Kuhbuben: Unser Marie hot siwwe Stick Vieh, e Schoof un e Gääß, isch alles, was ich wääß [ BZ-Hofstätt]; Var.: e Kühle im Stall, gäbt Millich for uns all, juhe [ebd.]. Weitere VR. s. PfWB Brühe 1 a. Kinderpredigt: Hier steh ich uf de Kanzel un prellich wie e Amschel aus de dicke Bibel vun Maria Zwiebel [ KU-Bedb]. Ein Kreisspiel der Kinder, bei dem das Lied Mariechen saß auf einem Stein [ KU-Diedk KB-Kriegsf], auch: Mariechen ging die Trepp hinauf [ KU-Diedk] gesungen wird. —
b. liebkosend für die Geliebte, moin Marie [ LU-Opp], dgl. für die Ehefrau [ NW-Elmst]. —
c. s. die Zs. Heiden-, Susmarie. —
3. Maria Hilf scherzh. für 'Zahltag' [KB-Jakobsw NW-Hardbg u. Umg. GH-Leimh Germh]. — Südhess. IV 539/40; RhWB Rhein. V 862 ff.; LothWB Lothr. 354; ElsWB Els. I 697.