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 PfWB Licht-meß (Bd. 4, Sp. 972)   PfWB Jahr (Bd. 3, Sp. 1327)   PfWB Halb-jahr (Bd. 3, Sp. 596) 
   Licht-meß f.: 'das Fest Mariä Reinigung (2. Febr.)', Lichtmeß [verbr., Lambert Penns 99 Don Gal Buch Rußl], seltener Maria Lichtmeß, vgl. PfWB Maria 1. RA.: in de Scheier is L., 'die Scheune ist leer', weil um diese Zeit die Vorräte aufgebraucht sind [Frankth FR-Studh LA-Altd SP-Heiligst]. Es is L. 'Ich habe kein Geld mehr' [KB-Niefh, mancherorts NPf VPf]. Bei mer is Maria L., dass. [ GH-Schaidt, NW-Weish/S]. Mein Gellbeurel hat L., dass. [ LU-Böhl]. VR.: Weihnachde, Sau schlachde, L., alles ufgeß [ FR-N'lein]. BR.: Wann's an L. stermt un schneit, is de Frihling net meh weit [ NW-Frankeck, KU-Nerzw WD-Niedkch SP-Mechth LA-Gommh GH-Zeisk]. Irres (Ist es) uf L. stermich un kalt, dann kumme die Blume bald [ KU-Nerzw]. Scheint an L. die Sonn heiß, kommt noch viel Schnee un Eis [ KU-Brück]. Ist es an L. klar un hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell [ GH-Zeisk]. L. hell un klor, gibt e gut Johr [ FR-Bockh, mancherorts], e gut un fruchtbar Johr [ RO-Odh, KU-Bedb], e gures Roggejohr [ KB-Bubh], e gudes Flachsjohr [ GH-Schwegh]. An L. werden die Tage länger und man hört mit dem Spinnen auf: L., Spinne vergeß, bei Dag se Nacht eß [GH-Hatzbühl, mancherorts, Krieger 40 Wilde 91, auch Don Gal Buch], mit vielen Varianten und Erweiterungen: bei Dag ufgestann, bei Dag schlofe gang [PS-Geisbg, mancherorts, Kamm 37, auch Don Krämer Gal 142 Buch], mit de Hinkel schlofe gang, mit de Hinkel ufgestann [Vogelsgesang 7], halb Stroh un halb Hei meß 'die Stroh- und Heuvorräte sollen zur Hälfte aufgebraucht sein' [ Rußl-Worms], Fud'r halwer g'freß [Horne Penns 103], Herre bei Dag geß, die Arme wann se's hän [Kaislt]. Wann an L. de Dachs sein Schadde sieht, geht er wirrer vier Woche ins Loch [ NW-Frankeck, LA-Gommh, in Var. Don Gal Rußl]. a. 1327: der selbe nemeliche vride sal vorbaz weren biez unser vrauwen tag der do heizet liehtmeisse [SpeyUrk. 300]. a. 1350: an dem nehsten sunnentag

[Bd. 4, Sp. 973]
nach der liehtmesse [StArch. Darmstadt, Hanau-Lichtenberg Nr. 391 (Brief d. Brüder v. Lichtenb. f. Walram v. Zweibr.)]. a. 1364: an unser frauwen abent, den man spricht zu latin purificatio und in dutsche lychtmesse oder kyrzdage [HornbReg. 287]. a. 1585: 14 schilling 4 θ ist zu liechtmeß vffgangen hatt man liechter gemacht [SSp Kirchenrechnungen Nr. 63, Bl. 122 (BZ-Wernbg)]. Südhess. IV 328/29; RhWB Rhein. V 434/ 40; ElsWB Els. I 718.

 

   Jahr n.:
1. 'das Jahr allgemein; das Kalenderjahr', Johr (jōr, jōər, jōÄr) [fast allg.], (jōuÄ) [ KL-Lind]; Pl. Johre, seltener endungslos wie der Sing.; Dim. Jährche (jērχə, -ə) [WPf NPf nördl. VPf vereinzelt übrige Pfalz], Jährl(e) (jērl, jērlə) [mittl. u. südl. VPf Ost-PS]; Pl. zum Dim. in der VPf rle, um Land Jährlich; 's alt ('s nei, 's vorich) J. [allg.]; vgl. PfWB das-, PfWB vorigs-, PfWB vormjahr. Zs.: PfWB Buben-, PfWB Butter-, PfWB Butzel-, PfWB Dreikönigs-, PfWB Viertel-, PfWB Flachs-, PfWB Frucht-, PfWB Früh-, PfWB Futter-, PfWB Hafer-, PfWB Hagel-, PfWB Halb-, PfWB Hasen-, PfWB Heu-, PfWB Honig-, PfWB Hunger-, Jubel-, PfWB Kriegs-, Mädchen-, PfWB Marien-, PfWB Mast-, Maus-, PfWB Miß-, PfWB Neu-, PfWB Nikolaus-, PfWB Nuß-, PfWB Obst-, PfWB Rechnungs-, PfWB Regen-, PfWB Samen-, PfWB Schalk-, PfWB Schalt-, PfWB Schul-, PfWB Spät-, PfWB Unglücks-, PfWB Wasser-, PfWB Weinjahr. Das war e gut(es), schlecht(es), trucken(es), nass(es) J. [allg.]. 's ganz J. treibt er's schun so [ KB-Kerzh]. Dem sein Gesicht hot aa schun e halb J. kään Wasser mehn gesiehn [ RO-Semb]. Das war vor e paar J. [KU-Diedk, verbr.]. 's werd noch e paar Jährcher (Jährle, Jährlich) dauere [verbr.]. So e Johre drei werd's her sen 'Ungefähr drei Jahre wird es her sein' [KU-Bedb, mancherorts vorn. WPf NPf vereinzelt VPf]; dass. mit e Johrer drei [LA-Gommh, mancherorts bes. VPf], e Johrener drei [ LA-Ilbh RO-Odh]. Sowas kummt alle hunnert J. emol vor [GH-Kand, verbr.]. 's is all die Johre her immer schään gewest [NW-Haßl, verbr.]. Denne Acker hot er uf drei J. gepacht [ KB-Kriegsf]. Sowas hot's in frihere Johre net gebb [KL-Enkb, verbr.]. Im'e J. verläppert sich veel 'Das J. hindurch kommen viele Ausgaben zusammen' [ KU-Schmittw/O]. In de verzicher Johr(e) waren die Leit noch so bescheiden [ LU-Oggh]. Er kummt iwwer e J. hääm vum Miledär [NW-Haßl, verbr.]. Es werd eweil viel mehr Wein geplanzt wie vor Johre [ BZ-Nd'horb]. Des war zwische de Johre 'zwischen Weihnachten und dem Dreiköngstag' [ FR-Hettldh Kindh]. Er loßt seit J. un Dag nix mehn vun sich heere [LU-Opp, verbr.]. RA.: Der Träumer guckt ins anner J. [ KU-Kaulb]. Jetzt kumme noch die siwwe schlechde Johredann sin die gude (Johre) all, eine humoristische Paradoxie [Feierowend Nr. 48/1953]. Wann's mer noch so 50 J. schmackt, werr ich 100 J. alt [ PS-Geisbg]. SprW.: 's is kään

[Bd. 3, Sp. 1328]
J. an e Stecke gebunn, 's geht jede Dag e Stick erum [PS-Th'eischw KB-Bischh, verbr. Don Gal Buch]. Esst un trinkt, 's is nor äänmol Kerwe im J., Aufforderung an die Gäste, tüchtig zuzulangen [LU-Opp, verbr., auch Don Gal Buch]. Gut geschlacht spiert mer 's ganz J., von der Hausschlachtung [ NW-Kallstdt, mancherorts]. 's J. hot viel Daa un noch mehr Imser, darum soll man sparsam leben [mancherorts Don Gal Buch]. 's wachst alle J. Holler fer e Meesekar, Trost in schwieriger Lage [ BZ-Dierb]. Aldi Lieb roscht net, un wann se hunnert J. beim alde Eise leit [ FR-Albsh LU-Böhl]. Volksgl.: Wammer en Stern schieße sieht (auch: Wammer de Kuckuck zum erschde Mol heert kreische) un hot Geld im Sack, hot mer 's ganz J. [ GH-Schwegh]. BR. s. PfWB Ägid 1, PfWB Gras 1 a, PfWB Karfreitag, PfWB Lichtmeß, PfWB Neujahrsnacht. Neujahrsgruß: Gemorje em naue J.! [ KU-Langb Konk KL-Niedkch], im neie J. [ KU-Bedb]. Eich winsche dir veel Glick im neie J.! [ KU-Kaulb]. Einen Ausruf der Kinder beim Schmetterlingfangen s. PfWB Blindermaus 1. a. 1299: zweihundert iar vnde nun vnd nunzig iar, an sante Paulus bekerde [OttbgUrkb. 219]. a. 1426: inn dem jor, als man schreyb vnnd zalte noch Cristi vnnsers herrenn gepurt (1426) [PfWeist. II 541 (KL-Frankst)]. —
2. 'Lebensjahr (des Menschen); erreichtes Lebensalter'. Er is schun achzich J. alt [ KL-Enkb, allg.]. Unser Mädelsche werd jetzt drei J. alt [ LA-Gommh]. Er hot schun paar Jährcher uf'm Buckel [KB-Bischh, verbr.]. In junge Johre macht mer sich kään Sorje [LU-Muttstdt, verbr.]. In meine junge Johre hot's so was nit gewwe, von der Respektlosigkeit junger Menschen gegenüber ihren Eltern [NW-Frankeck, verbr.]. Er is jetzt in de beschde Johre [KU-Obw/T, verbr.]. Er kummt in die Johre, daß er heiraten kann (auch: daß er sich zur Ruhe setzt) [PS-Hintwdth, verbr.]. Die Mädle sin brav, bis se in die Johre kummen [ NW-Haßl]. Sie isch in d' Johre kumme, von einem Mädchen, das lange ledig blieb [ NW-Geinsh]. Die is iwwer die erschde Johre enaus, dass. [ ZW-Battw]. Er hot sein gude (beschde) Johre hinner sich [ KB-Kerzh]. Er isch schun bei Johre (auch: in de Johre) [LA-Gommh, verbr.]. Eich kumm jetzt in die Johre, von den Wechseljahren [ RO-Rehborn]. Sie hot's met de Johre se dun, dass. [ RO-Odh]. RA.: Er hat sich verkloppt ufs lang J. 'hat sich verheiratet' [ PS-Hermbg]. Volksgl.: Beim Ruf des Kuckucks sagt man: Liewer Guguck, sag mer doch, wieviel J. lew ich noch? [ HB-Kirrbg]. Zs.: PfWB Probe-, PfWB Dienst-, PfWB Trauer-, Flegels-, PfWB Herren-, Kinder-, PfWB Lehr-, PfWB Wanderjahr. — Südhess. III 935 ff.; RhWB Rhein. III 1125 ff.; LothWB Lothr. 267; ElsWB Els. I 409; Bad. III 17.

 

   Halb-jahr n.: wie schd., Halbjohr [vereinzelt]; ime H. [ KB-Kerzh]. Südhess. III 54.