Licht-meß f.: 'das Fest Mariä Reinigung (2. Febr.)', Lichtmeß [verbr., Lambert Penns 99 Don Gal Buch Rußl], seltener Maria Lichtmeß, vgl. PfWB Maria 1. RA.: in de Scheier is L., 'die Scheune ist leer', weil um diese Zeit die Vorräte aufgebraucht sind [Frankth FR-Studh LA-Altd SP-Heiligst]. Es is L. 'Ich habe kein Geld mehr' [KB-Niefh, mancherorts NPf VPf]. Bei mer is Maria L., dass. [ GH-Schaidt, NW-Weish/S]. Mein Gellbeurel hat L., dass. [ LU-Böhl]. VR.: Weihnachde, Sau schlachde, L., alles ufgeß [ FR-N'lein]. BR.: Wann's an L. stermt un schneit, is de Frihling net meh weit [ NW-Frankeck, KU-Nerzw WD-Niedkch SP-Mechth LA-Gommh GH-Zeisk]. Irres (Ist es) uf L. stermich un kalt, dann kumme die Blume bald [ KU-Nerzw]. Scheint an L. die Sonn heiß, kommt noch viel Schnee un Eis [ KU-Brück]. Ist es an L. klar un hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell [ GH-Zeisk]. L. hell un klor, gibt e gut Johr [ FR-Bockh, mancherorts], e gut un fruchtbar Johr [ RO-Odh, KU-Bedb], e gures Roggejohr [ KB-Bubh], e gudes Flachsjohr [ GH-Schwegh]. An L. werden die Tage länger und man hört mit dem Spinnen auf: L., Spinne vergeß, bei Dag se Nacht eß [GH-Hatzbühl, mancherorts, Krieger 40 Wilde 91, auch Don Gal Buch], mit vielen Varianten und Erweiterungen: bei Dag ufgestann, bei Dag schlofe gang [PS-Geisbg, mancherorts, Kamm 37, auch Don Krämer Gal 142 Buch], mit de Hinkel schlofe gang, mit de Hinkel ufgestann [Vogelsgesang 7], halb Stroh un halb Hei meß 'die Stroh- und Heuvorräte sollen zur Hälfte aufgebraucht sein' [ Rußl-Worms], Fud'r halwer g'freß [Horne Penns 103], Herre bei Dag geß, die Arme wann se's hän [Kaislt]. Wann an L. de Dachs sein Schadde sieht, geht er wirrer vier Woche ins Loch [ NW-Frankeck, LA-Gommh, in Var. Don Gal Rußl]. a. 1327: der selbe nemeliche vride sal vorbaz weren biez unser vrauwen tag der do heizet liehtmeisse [SpeyUrk. 300]. a. 1350: an dem nehsten sunnentag [Bd. 4, Sp. 973] nach der liehtmesse [StArch. Darmstadt, Hanau-Lichtenberg Nr. 391 (Brief d. Brüder v. Lichtenb. f. Walram v. Zweibr.)]. a. 1364: an unser frauwen abent, den man spricht zu latin purificatio und in dutsche lychtmesse oder kyrzdage [HornbReg. 287]. a. 1585: 14 schilling 4 θ ist zu liechtmeß vffgangen hatt man liechter gemacht [SSp Kirchenrechnungen Nr. 63, Bl. 122 (BZ-Wernbg)]. Südhess. IV 328/29; RhWB Rhein. V 434/ 40; ElsWB Els. I 718. | | PfWB RhWB Liechtmëss f. Lichtmess, bisweilen auch Maria L., der 2. Februar, auch Mariä Reinigung. Wetterregeln: Wënn am L. d Sunn im Pfarrer uf d Kanzel schint, geʰt dr Fuchs noch sechs Wucheⁿ in d Höʰl Dü.; ähnl. Hunaw. Hi. Wëⁿⁿ sich dr Dachs iⁿ dr L.wuch sunnt, se geʰt r widr sechs Wucheⁿ iⁿ’s Loch, un wënn r siʰ nit sunnt, se blit r noch sechs Wucheⁿ drin Bf. Wenn dr Bur an Liechtmess oʰne Kittl holzt, muess dr Fuchs noʰ sechs Wucheⁿ in dr Höʰle blibeⁿ Hi. ‘Wann die Sonn uff Liechtmes dem pfaffen uff den Altar scheint, so schleyfft der Bär wider ins Loch oder höhle’ Str. 1625 JB. VII 110. Wënn dr Bär am Liechtmëss di Sunn erblickt, muss r naʰ (noch) wider sechs Wucheⁿ iⁿ s Loch Mb. JB. VI 151. L. im Klee, Ostern im Schnee Bf., ähnl. Hi.; gleichsam im Widerspruch dazu: Weⁿⁿ meⁿ an dr Lichtmess s Gras mit deⁿ Holzschleglⁿ in dr Bodeⁿ tʰät schlaⁿ, se käm's wider useⁿ ebd. ‘Wer zu der liechtmess nit ein wolff förcht und zu der fastnacht ein bauren und in der fasten ein pfaffen, der ist ein gehertz man’ Geiler, s. Als. 1862/64, 150. Da die Tage von jetzt ab länger werden und die Frühlingsarbeiten ihren Anfang nehmen, wird in der Regel nun bald das Spinnen eingestellt, wie das Sprüchlein lehrt: Maria L., s Spinneⁿ vergëss, s Rädle hinder d Tʰür, s Rëmësser ʰeʳfür Strüth Co. M. JB. II 169. Var. s Spinnrädle Horbg. Lieʰtmëss, Spinnⁿ [Bd. 1, Sp. 718b]
vergëss, s Rädl ʰinger d Tʰür, s Rëmësser ʰeʳfür Geisp.; Var. Liechtmëss, Spinnⁿ vergëss, eⁱⁿmol meʰʳ ëss Ingenh. ‘Maria Liachtmass Hetts Spinne vergass, Bi Tag z'Nacht gass!’ Gebw. JB. XII 195. Als. 1851, 110. Sitten und Gebräuche an Mariä Lichtmess s. JB. IV 113; V 152; VII 166. — Schweiz. 4, 448. | | -schatten m.: 'das Unkraut Solanum nigrum', Na(a)chtschadde [verbr. nördl. u. mittl. VPf vereinzelt übrige Pf, Wilde 177 Penns-DeitschEck 24. 7. 1937], -schädde [SP-Schiffstdt u. Umg. (Wilde 177)], -schäre [ KU-Hundh], [Bd. 5, Sp. 36] schwarzer N. [ ZW-Battw RO-Dielkch PS-Erfw]; vgl. PfWB Sautod. Südhess. IV 891; RhWB Rhein. VI 24; ElsWB Els. II 443. — |