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 PfWB Licht (Bd. 4, Sp. 967)   PfWB Keller-licht (Bd. 4, Sp. 167)   RhWB Kellerloch (Bd. 4, Sp. 405) 
   Licht n.:
1.
a. 'natürliches Licht'.
α. 'Tageslicht, Sonnenlicht', Liecht (līχd) [mancherorts SOPf O-PS, davon abseits KU-Obw/T Rothsbg (Mang 148) KU-Kaulb nur noch bei den Alten (Christmann Kaulb 27, 74)], Licht (liχd) [übrige Pf, Bertram § 154, 220 Christmann Kaulb 27 Höh 89 Heeger Südostpf. 18 Karch Gimmdg/ Muttstdt 244 Müller Dietschw 48 PfId. 88 Lambert Penns 99 Beam Penns 66 Don Gal Buch Rußl], Lischt (lid) [KU-Hachb ZW-Hornb KL-Bann Reuschb NW-Lambr Schneckenburger 32, 44 Heeger Südostpf. 6]; Pl. u. Dim. (in Bed. 1aα u. β nicht gebr.) s. 1 aγ; Zs.: PfWB Tages-, PfWB Sonnen-, PfWB Zwielicht. 's L. geht 'Das Tageslicht geht zur Neige' [ LA-Maik]. RA.: etwas im helle L. duh 'öffentlich tun' [Beam Penns 66]; die Welt im rosige L. sehe 'alles von der besten Seite sehen' [ LU-Opp]. Des muß ich mer emol bei L. betrachde (besiehn) 'Das muß ich genau prüfen' [ ZW-Bechhf, mancherorts]. Geh mer aus'm L.! 'Spende mir keinen Schatten!' (meint sowohl das einfallende natürliche Licht, wie auch den Schein einer künstlichen Lichtquelle) [ZW-Ernstw, verbr.]. Du bescht (stehscht) mer im L., dass. [LA-Wollmh, verbr.]; oft mit Zusätzen wie: dein Vadder war kee Glaser [ KU-Bedb, mancherorts], du hascht so dick Glas (vor d'r) [ PS-Windsbg, vereinzelt]. Mein Vermeje is drei Morje Schatte, zwelf Hekdar L. un drei Ar Sunneschein, scherzh. Besitzangabe eines Mittellosen [ PS-Windsbg]. SprW.: 's kummt alles ans L. [ LU-Alsh/Gr]. L. un Luft ins Haus, hält de Dokder drauß [ SP-Harths]. —
β. 'Mondlicht', auch: 'Mond' [verbr.]; Zs.: PfWB Mondlicht; nei L. 'zunehmender Mond' [verbr. südl. MPf mancherorts VPf KU-Adb]; jung(k) L., dass. [verbr. WPf NPf vereinzelt VPf]; zunehmend (zunemmend) L., dass. [mancherorts NOPf vereinzelt NPf]. Mer hun abnemmend L. 'abnehmenden Mond' [ KB-Harxh].

[Bd. 4, Sp. 968]
Ich will sehne, ebs zunehmende L. is [Reichard Penns 318]. RA.: Es is jung L., sagt man um anzudeuten, daß man jemanden nicht ganz ernst nimmt oder für verrückt hält, da bei zunehmendem Mond die Menschen leicht verrückt werden sollen [ FR-Quirnh]. 's is leer L. 'Der Geldbeutel ist leer', urspr. 'Neumond' [ NW-Weish/S Dürkh Seeb]. BR.: 's es jung (nei) L., 's gebt gut Werrer [ RO-Steinb, mancherorts]. Bei nei (jung) L. werd's kalt [ NW-Ellstdt, ZW-Bechhf]. Volksgl.: Bei jungem L. soll man keine Zwiebeln säen, sonst schießen sie [ KU-Hundh]. Mer loßt sich 's erschtmol balbiere im neie L., noo kriggt mer dicke Wiskers (engl. whiskers 'Barthaare') [Fogel Beliefs Penns Nr. 1819]. Der Essich muß mer der erscht Freidag im neie L. rumzappe, no wärd er so klor as Wasser [ebd. Nr. 920]. a. 1723: Kompt der Ehrste freitag jm Jungen liecht, gieb dem Kränken ein brieflein voll ein, den andern freidag in diesem Jungen liecht gieb ihm das ander ein [SSp, Ausfauteiakten Kirchhbol Nr. 46; Beilage zum Inventar]. —
γ. 'Stern, Sternenlicht' [mancherorts], neben Sg. (wie 1aα) auch Pl. u. Dim.; Formen mit Länge des Stammvokals wie Sg.; Pl.: Lichder, Lischder, Dim. Sg.: Lichtche, -sche, Lichd(e)l, Lichdelche, Pl.: Lichtcher, -scher, Lichdercher, Lichdelcher, -scher, Lichtlich, Lichtle; vgl. K. 27; Zs.: PfWB Himmels-, PfWB Sternenlicht. Ke L. war am Himmel [ LU-Altr]. —
δ. 'nächtliche Lichterscheinung' [vereinzelt]; vgl. PfWB Irr-, PfWB Nacht-, PfWB Sumpflicht; 's Allweiler Lichtche 'hüpfende Lichterscheinung, die am Ort eines früheren Unglücks gesehen werden kann' (nach der Wüstung Allweiler) [ KU-Rutsw/L] —
b. 'künstliches Licht', sowohl die Lichtquelle selbst, als auch ihren Schein bezeichnend. —
α. 'Kienspan-, Öl-, Talg-, Wachs-, Gaslicht, elektrisches Licht' [allg., auch Penns Don Gal Buch Rußl]; Zs.: PfWB Batzen-, PfWB Talg-, PfWB Toten-, PfWB Erdöl-, PfWB Faß-, Fett-, PfWB Gang-, Gas-, PfWB Gruben-, PfWB Gut-, PfWB Hangeisen-, Hang-, Henkel-, PfWB Hexen- 1, PfWB Keller-, PfWB Küchen-, Luzer-, PfWB Öl-, PfWB Olig-, PfWB Orts-, PfWB Oster-, PfWB Rüben-, PfWB Scheuer-, PfWB Stall-, PfWB Stearin-, PfWB Sturm-, PfWB Unschlitt-, PfWB Wachs-, PfWB Wiechen-, PfWB Windlicht. Mach emol L.! [NW-Freinsh, verbr.]. Steck es L. an! [ZW-Battw, verbr.]. Das is awwer e raulich 'erbärmliches' L., mr maant, es dät for e Dorer (Toten) leichde [KL-Reichb]. De ganze Dag stinkt er no Schnaps un sein blooer Zinke (blaue Nase) leicht schon so, daß er uf'm Häämweg naachts kä L. braucht [Westricher Kalender 1957 103]. RA.: hinner's L. fehre 'darankriegen, betrügen' [KU-Wolfst, verbr.]. Er kann ihm 's L. net hewe 'Er kann sich mit ihm nicht messen' [Beam Penns 66]. Der kann net 's L. halle un leichde, dass. [ KB-Bischh]. Dem geheert emol e recht L. ufgesteckt 'Dem muß einmal gründlich die Meinung

[Bd. 4, Sp. 969]
gesagt werden, der gehört einmal in seine Schranken verwiesen' [ NW-Ellstdt, mancherorts]. Alleweil geht mer e L. uf 'Jetzt fällt mir etwas ein, wird mir etwas klar' [ KB-Albish, allg.], oft noch mit Erweiterungen: wie e Stalladern [LA-Altd], wie e Kerchetorn so groß [SOPf (Heeger Nachl.) PfMus. 1888 78]. Er is grad wie e L. 'kerzengerade' [ PS-Saalstdt, mancherorts Don Gal]. Der geht an wie e L., von Menschen, die aufleben [ KU-Lohnw, mancherorts]. Die Zeit vergeht, es L. verbrennt, un de Hannickel (die Großmutter, die Alt, es Kind, de Hannes) sterbt doch net [WD-Niedkch, mancherorts, auch Don Gal]. Wenn unnötig L. brennt, sagt man: Mach 's L. dout, sunscht brennt's e Loch in dr Dag [BZ-Münchw]. Ach, Gott, ehr Kinner, ehr brennen jo e L. in de Daa! [ZW-Ernstw, HB-Einöd]. Wann zwää Lichder brenne, esch e Brand em Haus [LA-Nd'hochstdt]. Heit owend gebt's geschwellte (gequellte) Grumbeere un ke L., abendlicher Speisezettel in einfachen Verhältnissen [KU-Diedk, Bote v. Trifels 27/1928]. Rätsel: Was brennt heller wie e Licht? Antwort: Zwee [mancherorts Gal Rußl-Katht]. Volksgl.: Wann zwey Leute ehelich zusammen gegeben werden, so sieht man auf die brennenden Lichter, jenes muß zuerst sterben, dessen Licht am schwächsten brennt [Journ. 1790/8 142/44]. a. 1540: Item 6 pfundt wachs sein diß Jars ... von den Bienen gefallen, vnd vß den Honigs Roisen (s. PfWB Roße) gemacht worden, noch vff ½ pfundt ist zu Liechtern gemacht [SSp Markgr. Baden 2½ Gräfenst. Amtsgefälle]. a. 1585: 14 schilling 4 θ ist zu liechtmeß vffgangen hatt man liechter gemacht [SSp Kirchenrechnungen 63 Bl. 122 (BZ-Wernbg)]. a. 1596: geltt für Schmaltz vnnd liechten [WerschwSchR 9]. a. 1687: 10 morgen äcker ... seindt ... offentlich bey brennendem ligt ... versteigt worden [GGA 55d (NW-Wachh)]. Die Wend. 'bei brennendem Licht (und fallendem Kreuzer)' ist in Quellen im Zusammenhang mit Versteigerungen immer wieder gemeldet. Man steckte in eine Kerze eine Münze, die sich nach einiger Zeit durch die herunterbrennende Flamme löste und zu Boden fiel. Derjenige der davor zuletzt geboten hatte, bekam den Zuschlag; vgl. PfWB brennen I 1 c. a. 1761: 1 glaserne Latern samt dem liecht [Kurpf. 940-942 (KU-Einöll)]. —
β. 'Christbaumlicht', meist Pl. oft Dim., s. F. [verbr.]; vgl. PfWB Kristbaum-, PfWB Kristkindleins-, PfWB Kristlicht; früher mit Öl gefüllte Nußschalen und Docht. —
γ. 's ewig (ewich) L. 'immerfort brennendes Licht in katholischen Kirchen, als Zeichen der Anwesenheit Christi im Tabernakel 1' [LU-Opp, verbr.]. 16. Jh.: Muß bestellen ein ewiges liecht, daß wachs, die leuchter, der sprengkessel [PfWeist. 699 (Wüstung Gossensheim nördl. FR-Grünstdt)]. —
2. übertr.
a.
α. 'Samenkopf des Löwenzahns',

[Bd. 4, Sp. 970]
Licht, meist Pl. Lichder und Dim. Lichdelcher, Lichtle, Lichtlich [KU-Schmittw/O LA-Venn Germh, Wilde 165]; vgl. PfWB Hexenlicht 2. —
β. Dim. Pl. 'die weißen Samenköpfchen des Zichories', Lichdelcher [BZ-Dernb]. —
b. 'Glühwürmchen', Lichtlich Dim. Pl. [ GH-Freckf]; vgl. PfWB Johannislichtel. —
c. 'herunterhängender Nasenschleim' in der RA.: Er hat Lichter feil [Klein Prov. 282]. —
d. 'Leben, Lebenslicht' [vereinzelt]; vgl. PfWB Lebenslicht; 's L. ausblose 'Selbstmord begehen' [ NW-Weidth, vereinzelt]. Dem isch 's L. ausgange 'Er ist gestorben' [ PS-Erfw]. —
e.
α. 'Geist, Intellekt' [mancherorts]; RA.: sein L. leichde losse 'Geist zeigen' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Do kannscht doi L. leichde losse! [NW-Freinsh]. —
β. 'Mensch mit Geist, mit Intellekt' [mancherorts]; vgl. PfWB Kirchenlicht. Du bischt e L. 'Du bist gescheit' [ KB-Kriegsf]. Der isch aa ke L. 'nicht gescheit' [ GH-Schwegh, mancherorts]. —
f. 'das Auge des Jagdhundes', Jägerspr. [ RO-Dielkch]. —
g. 'äußerer Anschein, Ansehen', in den RA.: Bei dem steh ich ime gude (schlechde) L. [ZW-Bechhf]. Er isch in e böis L. kumme [BZ-Dernb]. —
h. 'lichte Weite'; a. 1774: 12 Schuh im Licht lang und breit [R. Wihr Rehhütter Chronik 1938 64]. —
i. vgl. PfWB Lebens-, PfWB Oberlicht. — Südhess. IV 323 ff.; RhWB Rhein. V 430 ff.; LothWB Lothr. 338; ElsWB Els. I 555.

 

  -licht n.:
1. 'Lampe, Kerze im Keller', -licht [ LA-Gommh, mancherorts]. Mei Kellerlicht hot schlecht gebrennt, die Kerze sin so schmierig [Woll 51]. —
2. 'Öffnung in der Kellerwand' [ RO-Imsb]; vgl. PfWB Kellerloch. — Südhess. III 1249; Rhein. IV 405; LothWB Lothr. 282; ElsWB Els. I 551; Bad. III 109/10. —

 

  Keller-loch (s. S.) [-lə- Sieg-Fussh, Wippf-Biesf] Allg. n.: wie nhd., Vertiefung vor dem K.fenster draussen in der Erde. RA.: En Maul wie en K. so gross Altk, Erk-Örath Bellinghv. De hät grosse K.löcher der Hehler Köln. Wenn du dich met dinge Kopp en e K. setz, könnt verzeng (14) Dag geng Katz mih ere (herein) Aach-Strass. De mecht e Gesicht wie en Katz em K. Prüm. Bumpes, b., K., bevill (wieviel) Hörner stecht der Bock? beim Fingerratesp. May-Kollig. Kättchen setzt am (im) K. on fleckt de grenen Innerrock (Unterrock) aus dem Fastnachtsld. Bitb-Feilsd; de Frau, die soss em K. on fleckte heren alde Krenelinerock Monsch. Ho, h., hammer dich amol, hammer dich amol erwetscht, kri mer dich net, da hammer dich doch, werfe mer dich in't K.! Fastnachtsld, Saarl. Alt Hex im K. Nachlaufesp. Bernk-Wolf. Lies-che, streck's Fiss-che (Füsschen) zum K. enaus, do komme sechs Buwe un lache dich aus! Kreuzn-Dörreb.