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 PfWB Leute-ausmacher (Bd. 4, Sp. 964)   PfWB aus-machen (Bd. 1, Sp. 459)   PfWB sauer (Bd. 5, Sp. 779) 
  -ausmacher m.: 'Verleumder', -ausmacher [ PS-Th'eischw]. Zu PfWB ausmachen 2. ElsWB Els. I 645. —

 

   aus-machen st. u. schw.:
I. trans.
1. etwas a.
a. 'herausmachen'.
α. 's Peifche ausmache 'die Weidenrinde vom Holz lösen' [ KU-Körbn]. KR.: Holler, Holler, Weire, Saft in die Seire, Saft in de Hollerbach, is mein Peifche ausgemach [ KU-Körbn]. —
β. De Baam ausmache 'ausgraben' (nachdem er abgesägt ist) [KU-Kaulb, verbr.]. Grumbeere, Dickworzele a. 'aus dem Erdboden ausgraben u. einernten' [allg.]. Grußformel gegenüber Leuten, die mit der Kartoffelernte beschäftigt sind: Ausmache! [ SP-Heiligst GH-Kand]. a. 1530: ... 34 tag ruben vßzumachen vnd zu grotzen [SpeyGgHospR]. —
b. im geistigen Sinne 'herausfinden, feststellen'. Doch es am schlimmschde Ehedrache e guri Faser aussemache [Christmann Grummet 49]. —
c. 'beendigen, zerstören'.
α. 's Feier, 's Licht a. 'auslöschen' [allg.]. —
β. de Streit a. 'den Streit schlichten' [allg., ohne pfälz. Auswanderer d. 18. Jh.]. Jetz werd deckmols 'oft' e ganzi Schlacht Mir eem Kanoneschuß ausgemacht [Firmenich II 6 (Kaislt)]. —
γ. 's Kahre a. 'den Garaus machen' [ KU-Börsbn KL-Hauptstl]; vgl. PfWB Garaus. —
d. übertr. 'verabreden'. Sie hun's mitnanner ausgemach [NPf, allg.]; vgl. PfWB abmachen. —
2. einen a. 'verleumden'; die Leit ausmache [verbr.]; vgl. PfWB auskreischen. —
II. intrans. Das macht viel (nix) aus 'bedeutet viel (nichts)' [allg.]. 's hot mer nix ausgemach, höfliche Ablehnung des Dankes [RO-Schiersf, verbr.]. — RhWB Rhein. V 679 ff.; Saarbr. 135; LothWB Lothr. 523; ElsWB Els. I 644; Bad. I 96.

 

   sauer Adj.:
1.
a. 'einen bitteren, herben, essig- oder zitronenähnlichen Geschmack habend', Ggs. PfWB süß, sauer (sauər, sauÄr) [verbr. (außer SWPf), Henn Mda.-Int. 69 Müller Dietschw 58 Schneckenburger 35 Lambert Penns 130 Krämer Gal 180], sauwer [KU-Friedhs FR-Merth, Wood Schärf.Penns 287], sawer [ RO-N'hemsb KB-Gauh LU-Neuhf], saujer [ KU-Brück Wolfst], souer [ IB-Rohrb], suer, sur (sūər, suər, r) [HB-Medh N'alth IB-Ensh Eschring Gersh Reinh PfId. 140]; Kompar. sau(e)rer [verbr., Henn Mda.-Int. 69], sairer [ ZW-Battw], suerer

[Bd. 5, Sp. 780]
[lothr. SWPf]; Superlat. am (de) sauerscht(e) [verbr., Henn Mda.-Int. 69], saierschde [ ZW-Battw], suerschde [lothr. SWPf], aber: Das isch 'Sauerscht 'Das ist das Sauerste' [ PS-Erfw]; Zs.: PfWB essig-, stichsauer; arisch s. 'sehr sauer' [ KU-Schmittw/O]. De Wein (es Obscht, de Appel, de Ämberich 'Sauerampfer') isch s. [RO-Bistschd, verbr.]. RA.: noch s. ufstoße 'noch Unannehmlichkeiten, Schwierigkeiten bringen' [ LA-Nd'hochstdt]; en de sauere Appel beiße 'sich in eine unangenehme Lage fügen' [FR-Bockh, vereinzelt, Wilde 8]; so s. wie Essich [ PS-Erfw, mancherorts]; so s. wie Ambel 'Sauerampfer' [ NW-Weish/S]. Des is so s., des zieht eem jo die Gosch z'samme [Kaislt]. 's Wasser laaft eem im Maul zamm, so s. is des [ Buch-Illisch]. Des is so s., daß 's eem 's Hemm hinne eninzieht [Kaislt, vereinzelt]. Wenn jemand von den Schnaken verschont wird, sagt man, er hat saures Blut [Pirmas, vereinzelt]. 's gibt Saures 'Es gibt Prügel' [PS-Rodalb, mancherorts, Kieffer 64]. Er kriegt saure Ebbel, dass. [Wilde 9]. SprW.: S. macht luschdich [KU-Trahw, mancherorts, Kamm 84, auch Don Gal Buch Rußl]. Die sauerschde Eppel hen die rotschde Backe [Penns]. E goldner Krugg macht ken saurer Wei sieß [Penns]. BR.: Bringt de April noch Schnee un Froscht, gibt's wenich Hei un saurer Moscht [ NW-Frankeck]. VR. s. PfWB hoch 2 a, PfWB Holzapfelbaum. a. 1382 (nach dem Sprachstand jedoch spätere Abschrift): wein, der da sei weder sauer noch ful [Grimm Weist. V 561 (BZ-Queichhmb)]. a. 1532: Auch soll min her denn win, denn er legt, also vffrechtzs sin, das er nit sy zuo suer vnnd auch nit fulle [PfWeist. 264 (KB-Dreis)]. a. 1628: zwey viertel weins, der soll seyn weder sauer noch faul [PfWeist. 600 (LU-Fußgh)]. —
b. 'durch Gärung angesäuert' [verbr.]; sauere Millich [RO-Sippf, verbr.]; saaverie Milich [Danner Penns 68, 128], saurer Rahm (Rähm) [ SP-Heiligst, mancherorts]; saweri Grumbeerbrih 'Kartoffelsuppe mit sauerem Rahm angerührt' [ Gal-Josbg]; sauer Rahmsopp 'mit saurem Rahm zubereitete Suppe' [ KU-Kaulb]; saure Braune 'Rahmkartoffeln' [Kieffer 64]; saure Buhne (Bohne, Bahne, Boune) 'in einem Gefäß wie Sauerkraut eingesäuerte Bohnen' [PS-Erfw, verbr.]; saure Riewe 'eingesäuerte Rüben' [ KB-Kriegsf, PS-Erfw Pirmas]; s. werre 'durch Gärung gerinnen, ansäuern oder verderben' [PS-Fehrb, verbr.]. Die Supp (die Worscht, es Bier) is s. 'durch Gärung verdorben' [ KU-Godhs, mancherorts]. RA.: Der macht em aus (s. PfWB ausmachen I2 'verleumden') wie 's sauer Bier [ FR-Quirnh]. Wann der in de Millichhawe schaut, werd die Millich s., von einem Verdrießlichen [Don (Steinmetz)]. Mach der's s. in! abschlägige Entgegnung im Sinne von: 'Dann behalte es doch!' [ Don-Heufeld Buch-Tereblestie]. —
c. 'mit Essig gesäuert oder zubereitet', von Speisen

[Bd. 5, Sp. 781]
[verbr.]; saure Gegummere (Gummere) 'Essiggurken' [GH-Kand, verbr.]; sauere Grumbeere 'zerkleinerte und mit Essig zubereitete Kartoffeln' [ KU-Bedb, mancherorts], vgl. PfWB Quellsauere; saure Niere [ LU-Opp, KU-Diedk]; sauere Fisch 'gebackene und in Essig eingelegte Fische' [ RO-Dielkch, KU-Schmittw/O]; e saure Brore 'Sauerbraten' [ KB-Kriegsf]; saures Flääsch, dass. [ KB-Kriegsf]; sauer Silz (Sülze) [ KU-Bedb Schmittw/O]; sauere Knepf 'Klöße aus geriebebnen Kartoffeln und Mehl, mit saurer Soße zubereitet' [ GH-Kand]; sauere Rippe 'Gericht aus den Rippen der Blätter des Mangolds' [ KU-Bedb Kaulb]; saueri Soß (Brih) [ GH-Kand, mancherorts]; sauere Grumbeersopp (Grumbeerbrih) 'aus gestoßenen Kartoffeln unter Zusatz von Essig zubereitetes Gericht' [KU-Kaulb, KB-Kriegsf, Jung 44]; s. mache 'Lebensmittel in Essig einlegen, mit Essig zubereiten' [ KU-Bedb, vereinzelt]; de Salat s. mache [ BZ-Dierb]. En alter Sent (amerik. cent) zu Gummere gedu, wammer se s. macht, macht se recht s. [Fogel Beliefs Penns Nr. 936]. RA.: e Gesicht mache wie surer Essich [ IB-Ensh]. Mach der sauri Brih driwwer! unwillige, abschlägige Entgegnung im Sinne von: 'Dann behalte es doch!' [verbr. Gal Rußl-Worms]. Koch der sauri Brih devun!, dass. [ Gal-Brig Obl]. Scherzhafte Antwort auf die Frage »Was gibt es zu essen?« sauere Hundsbiere [ Buch-Illisch], Stritzgebackenes unnich de Besem gejaat un sauri Brih driwwer [ Gal-Lindenfeld]. VR.: Grumbeersupp un sauri Brih, / wie der Deiwel schmackt dann die? [ Gal-Bagbg]. —
2.
a. 'mühsam, beschwerlich, unangenehm' [verbr.]; Zs.: PfWB blutsauer; e saure Gang [ KU-Schmittw/O]; e saure Arwet [ ZW-Battw]; e saures Stick Brot 'ein schwerverdientes Stück Brot' [ RO-Obd]; s. verdientes Geld (Brot) [ KL-Fischb]. Die Arwet werd'm s. [ KL-Hütschhs]. Die macht ehrem Mann 's Lewe s. [ KL-Fischb]. Mein Buu macht mer 's Läwe s. [ PS-Erfw]. Der loßt sich's s. werre [ FR-Tiefth]. RA.: s. un sieß metmache 'Beschwerliches und Angenehmes durchstehen' [ KU-Schmittw/O]. Einen VR. s. PfWB Birne 1 a. a. 1629: was ihm von gott beschertt vndt saurer arbeit erbauwt [PfWeist. 788 (FR-Gr'karlb)]. —
b. 'verdrießlich, mürrisch' [mancherorts]; e sauer G'sicht mache [ LU-Maud, mancherorts]. Mach kä so e saures Gesicht! [ LU-Oggh]. Der Griesgrämige hat sauer Blut [ LU-Opp]. —
3.
a. 'feucht, sumpfig' [mancherorts]; e sauri Wiss [ RO-Obd, mancherorts]; vgl. PfWB Saueracker, -wiese; e sauer Stell [ KU-Haschb/G]; e sauerer Platz [ KB-Kerzh Morschh FR-Heßh]. —
b. 'auf feuchtem Boden gewachsen' [vereinzelt]; sauer Fuder (Hei, Gras) [ ZW-Gr'bundb, vereinzelt]. Das Gras is s. [ KU-Dietschw]. Die Wiß hot unne sauer Gras [ LU-Alsh]. Die Wies hat nix wie sauer Zeig [ HB-Brenschb]. —
4. Neckname für die Bewohner von LA-Göckling, saure Gummre [ LA-

[Bd. 5, Sp. 782]
Göckling]. — Südhess. V 91/92; RhWB Rhein. VII 787 ff.; LothWB Lothr. 513; ElsWB Els. II 371.