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| PfWB letz (Bd. 4, Sp. 945) | PfWB über-zwerch (Bd. 6, Sp. 862) | ElsWB überzwërch (Bd. 2, Sp. 927b) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'verkehrt, umgewendet', von Stoffen, Kleidungsstücken, letz (leds, -ä-) [verbr. mittl. u. südl. VPf WPf (außer westl. WPf) lothr. SWPf mancherorts nördl. VPf übrige WPf vereinzelt NPf (zur Verbr. s. K. 4, [Bd. 4, Sp. 946] äbsch), PfId. 87 Journ. 1787 214 Mang 92 Müller Dietschw 47 Otterstetter 47, 190, 248, 260 Lambert Penns 99 Beam Penns 179 Krämer Gal 141 verbr. Don Buch Rußl], latz (lads) [ PS-Bobth Bruchw Hirschth Schönau GH-Wörth BZ-Dörrb], laz (lāds) [ GH-Neubg], letsch [PfId. 87] vgl. PfWB äbsch 2, PfWB links 1 b, 2c, PfWB letzherum; PfWB verkehren 3 aα; die letz Seit [GH-Zeisk, verbr., Rußl-Spey]; 's Kleed (die Hosse, de Rock, de Schorz, de Wams, die Strimp) l. mache 'die Innenseite nach außen kehren' [verbr.], l. anziehe [verbr.]. RA.: Er kriegt e Letzi 'eine Ohrfeige mit dem Handrücken' [GH-Mindlach, SOPf (Heeger Nachl.)]; vgl. 1 b. Volksgl.: Wann en Weibsmensch der Schärz axidentally (engl. accidentally 'zufällig') l. adut, kriggt sie eppes geschenkt [Fogel Beliefs Penns Nr. 410]. Du eem, as die fallet Kranket hot, 's Hemm l. aus un leg's 'me Dode unnich der Kopp in die Lad (gegen Epilepsie) [ebd. Nr. 1534]. Wammer unwissend der Schärz l. adut, soll mer'n so losse, oder mer tschendscht (engl. change 'ändern') sein Glick [ebd. Nr. 2048]. a. 1755: Ihm Heymachen hat sichs Zugetragen Dasz man Zwey Jungen Mayder (Mäher) Zu dauffen gehabt so haben sie die 4 Jung Mayder lätz und mit den füssen Vorauss an den Taufstein Getragen [MHVPf. IV 11 ff., Mähderbuch v. NW-Mußb]. — b. 'link(s)'; vgl. PfWB äbsch 3, PfWB links 1 a, 2 a b; die letz Hand, de letz Fuß [verbr.]; en Letze 'ein Linkshänder' [RO-Schweisw, mancherorts SPf (meist neben Linksdatsch, vgl. K. 280)]; vgl. letzhändig. Jetz hot er widder die Letz, von einem Schulanfänger, der schreiben lernt [ KB-Kerzh, PS-Erfw]. Do kannscht e Letzi verwische! 'einen unerwarteten Schlag mit der linken Hand bekommen' [ LA-Gommh, Maik]; vgl. 1 a. Er hot zwää letze Fieß (linke, ungelenke Füße) [ BZ-Dernb]; vgl. 1 d. — c. 'unrichtig, falsch, irr'; vgl. PfWB verkehren 3 b; Zs.: PfWB bodemletz. — α. sachl. ganz l. 'vollkommen falsch' [Danner Penns 163]; en letze Weg 'ein Irrweg' [ PS-Erfw]; vgl. PfWB letzgehen. Ich gäih e letze Weg [ PS-Hintwdth GH-Wörth]. Ich häb letz Mehl 'statt Schwarzmehl Weißmehl genommen' [ GH-Zeisk]. Der hebbt 'hält' sich am letze Griff (im Zug) [ LA-Edk]. Der Lehrling saat's un nimmt die Zang / Faßt, - reißt un hott - de Letze (Zahn) [Claus 52]. Er hat l. gelese [ PS-Erfw], gerore (geraten) [ BZ-Dernb]. Der hot's ganz l. verzäihlt [ GH-Zeisk]. Versteh mich recht, wann ich l. plauder! [Feierowend 9/1956 2]; vgl. PfWB letzverstehen. Dei Mann, do, will mich ausbutze, as wann ich eppes Letzes gedu hät [Reichard Penns 413]. RA.: 's is mer was in die letz Gorchel (Kehl, Hals) 'Luftröhre' kumme [LU-Friesh, verbr.]. Er hat's am letze Deel 'Er hat es verkehrt angefangen' [ HB-Einöd]. Er hot die Lewwer uf der letze Seit, von einem Trinker [KL-Gimsb u. Umg.]. Er hot [Bd. 4, Sp. 947] en letze Kuß kriegt 'hat einen Ausschlag am Mund' [ GH-Westh]. VR. s. PfWB Agen 2. um a. 1800: Heut ist ein tag, soll mier so wenig läts geschen an meinem leib oder blut und fleisch oder an meines armen sellen vatter [aus: NPfGV 1907 14]. — β. persönl. Do sein ich l. 'am falschen Ort' [Kühn Hamet 122]. Do bischt l. am Platz, dass. [Krieger 34]. Du bischt l. 'Du irrst, täuschst dich' [Kaislt], 'hast dich verlaufen' [ KU-A'glan]. Do sin ich an de Letze 'an den Unrechten' kumm (gerot) [KL-Katzw, verbr., Kühn Hamet 122 Bayer Hackm. 39], 'an einen, der mir körperlich überlegen ist' [ KL-Hoheck]; oft auch in charakterlichem Sinne: 'Ich habe mich in ihm getäuscht'. Wissener, bei meer kinner die Färz nit anbringe, do kummener an de Letze! [ NW-Gimmdg]. Do hoschde awwer de Letze verwischt! [ KU-Reichsth]. — d. 'fehlerhaft, unvollkommen, krankhaft'; en letze Kopp 'ein unebenmäßiger Kopf'; e letzi Stern 'eine sonderbare Stirn'; e letz G'sicht 'ein häßliches Gesicht'; auch: e Letzer, e Letzi 'ein Mensch mit häßlichem Gesicht'; letze Ääche 'Augen, die Trunkenheit oder innere Erregung verraten' [ LA-Herxh]. — e. 'ungeschickt, unbeholfen', auch Schimpfw.; vgl. PfWB äbsch 5, PfWB verkehren 3 cβ; 'n letzer Stoffel [ LA-Siebdg], meist subst.: 'n Letzer [ SP-Mechth, mancherorts]. Du letzer Hund!, zu einem Pferd, das sich ungeschickt und störrisch anstellt [ ZW-Gr'bundb]. Vor der Verlobung wird das Haus des Partners besichtigt; an der Ordnung erkennt man, daß die Leit nit l. sin 'tüchtig, ordentlich sind' [ LU-Böhl]. — 2. in geistigem Sinne; vgl. PfWB äbsch 7. a. 'dumm, durcheinander'. Der isch net l. 'hat einen klaren Kopf' [Land Bayer Hackm. 39], isch net l. im Kopf, dass. [SOPf (Heeger Nachl.)]. Das Kind is l., mit dem kammer heit nix anfange [ ZW-Gr'bundb]. Wääß gar nit, was häit met ma los isch, ich sin gonz l. [IB-Ensh (Glass 57)]. — b. 'verrückt'. Er isch l. [LA-Gommh, verbr. mittl. u. südl. VPf], 'verrückt, jedoch ungefährlich' [ LA-Herxh] l. im Hern [ LU-Opp]. Is die Welt aa noch so letz, / Sei mer jo ken aldi Gretz! [Birmelin Penns Gezw. 142]. — Vgl. die Abl. unletz. — Mhd. letze, letz ( Lexer Lexer I 1890/91). — Südhess. IV 307; RhWB Rhein. V 407; LothWB Lothr. 337; ElsWB Els. I 634.
| 1. a. 'quer, diagonal, überkreuzt', iwwerzwerch [mancherorts, Müller Dietschw 43 PfId. 71, auch Don Gal Buch Rußl], -zwersch (neuer) [mancherorts], -zwarch [ LA-Herxh BZ-Nd'horb], -zwer(r)ich [KU-Nußb Schmittw/O RO-Als Feilbg Messbhf Potzb Rehbn KB-Mörsf BZ-Dernb GH-Neubg Lambert Penns 88], -zwer(r)isch (neuer) [ RO-Odh], -zwarrich [BZ-Dernb, Bertram § 181]; Zs.: PfWB kreuzüberzwerch; de iwwerzwerche Acker 'der schräg gegenüber angrenzende Acker' [ PS-Schönau]; die iwwerzwersche Balke 'die Querbalken im Kammertwingert' [LA-Leinsw BZ-Schweig (Scharff 184)]; i. iwwer de Acker gehe (fahre) [ FR-Albsh, LU-Altr]; i. gucke 'schielen' [ GH-Zeisk]. De Weg geht i. iwwer de Acker [ BZ-Dernb]. Er isch aus de iwwerzwerch Gaß 'Er wohnt in der Querstraße' [ LA-Gommh]. Weiter hinne kummt en Berg, / Dann geht's kreuz un üwerzwerg / Durch de Wald [Heinrich 32]. RA.: een i. kloppe 'kreuzweise versohlen' [ FR-Merth]. Der laaft (geht) i., wie de Hund uf die Kerwe (Hochzich), von einem, der querfeldein, im Zickzack läuft [NW-Gimmdg, NW-Weish/S Gimmel in: Wasgau-Bote 11/1934]. Krumm un schepp un i. geht de Weg uf Linneberg [ NW-Lindbg]. a. 1501: und ist abgesteinet mitten im garten uber zwerchs, bisz uf die bache [PfWeist. 587 (SP-Schiffstdt)]. a. 1525: Item zwu eise Hahel mit einer vberzwerchen stangen [Mayerhofer Inventar des Speierer Domin.-Klo- [Bd. 6, Sp. 863] sters]. a. 1634: deßgleichen Zwohe Über Zwerche mauern Vnder die balcken am gang vffgeführt [WerschwSchR 95]. — b. 'verdreht, verkehrt, durcheinander, verquer' [verbr., Mang 96]; i. erumleie 'durcheinander herumliegen' [Kaislt]; i. babble 'verworrenes Zeug schwätzen' [BZ-Gleisz, mancherorts VPf]; e i. Aai 'ein ungestaltetes Ei' [ ZW-Battw]. Die Waben sind i. gebaut, bei fehlerhaftem Wabenbau der Bienen [ LA-Mörzh]. Der schafft i. 'flüchtig, fehlerhaft' [ KU-Roth]. 's geht i. 'Es geht verkehrt, drunter und drüber' [ KU-Schmittw/O]. Er is i. kumm 'Er ist ungelegen gekommen' [KU-Schmittw/O, vereinzelt NWPf]. Das es e iwwerzwerch Werrer! [ WD-Niedkch]. Bis daß es selwer em dut weh / an so rer iwerzwerche Zeh [Ott 26]. VR. (aus einem Necklied): Hockt er nit uf'm Dunnersberg, / hot die Hose iwerzwerg [Feierowend 8/1950 2]. — 2. von Menschen. a. 'linkisch, unbeholfen, umständlich, ungeschickt' [verbr.]; Syn.: PfWB äbsch 5, PfWB alber 1, PfWB patschig 2, PfWB behäbe, PfWB pfotelig, PfWB pratschig, PfWB talpig, PfWB tapelig, PfWB tapert, PfWB tapertsig, PfWB tapig, PfWB tappelig, PfWB tappezig, PfWB tappig, PfWB tatschicht, PfWB tolpatschig, PfWB trappsig, PfWB dreigedrähtelt, PfWB dreigedreht, PfWB dreigenäht 2 b, PfWB trotschelig, PfWB dummtappig, PfWB vertappert, PfWB gabisch, PfWB häbgedreht 1, PfWB hainbuchen, PfWB hainschürig, PfWB hasterig, PfWB hospelig 3, PfWB latzengummerig, PfWB letz 1 e, PfWB letzohrig 2, PfWB limbisch, PfWB neungedreht, PfWB schlehhächsig, PfWB schusselig, PfWB überecks 2 a, PfWB unbeholfen, PfWB ungeschickt, PfWB zwerch; häufig auch subst.: de Iwwerzwerch, en Iwwerzwercher 'ungeschickter, unbeholfener Mensch', Syn. hierzu s. PfWB Tappes 1 a [verbr.]; sich i. oonstelle [Krämer Gal 221]; ebbes i. onfange (onstelle) 'etwas umständlich, von der falschen Seite beginnen (ausführen)' [ KU-Schmittw/O]. Der iwwerzwerch Kerl! [ NW-Gimmdg]. Ehr Mann, der überzwērch Flappes [PfId. 176]. Die Lisbeth, sunscht net iwwerzwerch, / kann neehe, schdricke, flicke [Kunnrädel 50]. RA. (Wortspiel): 's gebt Riese, Zwerche un Iwwerzwerche [Krieger 11]. — b. 'geistig verquer, verwirrt, absonderlich, schwierig, leicht verrückt' [verbr.]; auch subst. Iwwerzwercher [mancherorts, Glass Klutzkopp 58]. Du Schinnoos, du iwwerzwerches! [ Gal-Brotschk]. Er esch e bissel i. [ GH-Leimh]. Du bischt jo heit ganz i. [Lu'haf]. Was is dann in dich g'fahre, daß de heit so i. bischt? [ BZ-Dernb]. Des is e dummer Deiwel, e iwwerzwer- cher [ ZW-Battw]. So i's nit besser wor, doch a nit schlimmer. / Die Menschhät blejbt so iwerzwersch wie immer [Kraus Arwed 7]. Letscht awwer han ich was geheert, / Das war meintwege recht gelehrt, / Doch ganz verrickt un iwerzwerch [Münch Werke I 34]. — c. 'schlecht, bösartig' [Höh 153]. — d. 'häßlich, unansehnlich' [Kus KB-Weihf KL-Bann]; e iwwer- zwerch Gesicht [Kus]; e iwwerzwercher Mannskerl [ KL-Bann]. Er hot e iwwerzwerchi Fratz [ KB-Weihf]. — RhWB Rhein. IX 10; LothWB Lothr. 264; ElsWB Els. II 927.
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