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 PfWB Leier-zapfen (Bd. 4, Sp. 915)   PfWB Zapfen (Bd. 6, Sp. 1533)   RhWB Zapfen (Bd. 9, Sp. 711) 
 -zapfen m.: nur in der Wend.: Mein Zahn schlockert wie e Leierzappe [ KL-Siegb], wackelt wie e L. [ WD-Niedkch]. RhWB Rhein. V 361.

 

   Zapfen m.:
1.
a. 'Pfropf zum Verschließen des Zapfenlochs von Fässern, Zubern', auch mit Zapfhahn, Zappe (dsabə) [verbr., Höh 78 Lambert Penns 182 Krämer Gal 246], Zapfe (dsabfə) [Südostzipfel der Pf]; Zs.: PfWB Schlauch-, PfWB Spundenzapfen. RA.: voll wie en Z. 'stark betrunken' [ LA-Kl'fischl, mancherorts]. Jetz is de Z. ab 'Die Sache ist nicht mehr akut, nicht mehr im Schwang' [Otterstetter 265]. Jetzt is Zappe 'Jetzt ist Schluß', urspr. vom Zapfenstreich, d. h. dem Verschließen des Fasses und damit dem Ende des Ausschanks [vereinzelt, Kamm 70 Thielen 125]. SprW.: 's is en Z. f'r jed'r Loch un en Deckel f'r alle Hafe [Fogel Prov. Penns Nr. 1866]. VR.: Was - alt Faß, / wann's rechent werd's naß. / Kummt e neier Z. nein, / dein Nas, die muß de Z. sein [ LA-Essing]. Rätsel von der Mutterbrust: 's is e Fäßje wohlgebunn, / kummt nie net e Raaf drum, / 's trinke Grafe un Ferschde draus / un kaaner zieht's Zäppche raus [ Gal-Dornf]. Ende 14. Jh.: Item wer um lon wyrket, der sol an sime lone nid anders nemen dan gelt, korn und wyn, als ez zu dem zappen giltet [StArch. Kaislt Zunftordnung]. a. 1563: selbert wein ... vom zapffen außzuschenken vnd zuverkauffen [SLgb. Dirmstein, d, Bl. 359 (KB-Otth Immh)]. —
b. 'Flaschenkork', Zappe [mancherorts mittl. VPf], Zapfe [ GH-N'potz]; vgl. K. 365 Stopfen; Zs.: PfWB Pantoffel-, PfWB Flaschenzapfen; Syn. s. PfWB Stopfen 1 a. —
c. 'Schnuller für Kleinkinder' [vereinzelt VPf, Schmitt Billh. 77 Kamm 70]; Syn. s. PfWB Schnuller 1. —
2.
a. 'Stift, Bolzen, Pflock', bes. an Maschinen, Geräten usw. [mancherorts, Klein Wag. 109]; Zs.: PfWB Eggen-, PfWB Eis- 2 a, PfWB Furchel-, PfWB Gabel-, PfWB Grieß-, Grund-, PfWB Leichten-, PfWB Leier-, PfWB Stirn-, PfWB Walzen-, PfWB Wendzapfen. Wann en Baam net trage will, bohrt mern Loch in der Stamm un schlagt en Zappe nei fume Baam as trächt [Fogel Beliefs Penns Nr. 54]. a. 1565: Item 20 albus dem Schmid zu Limpach von 2 muelneisen vnd ein zapen in die muellreder gemacht [WerschwSchR]. —
b. 'Eiszapfen' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Eiszapfen. Die Fingre wie Zabbe aus Ejs [Kraus Pädcher 62]. —
c. 'Suppositorium', nur Dim. Zäppche [WPf NOPf], Zäppel [mittl. und südl. VPf]; Zs.:

[Bd. 6, Sp. 1534]
Seifenzäpfchen; e Schachtel Zeppcher fer die Gall [Damm Nachtdischlamp 11]. —
d. vgl. PfWB Stalltürzapfen. —
3.
a. 'Kiefern-, Tannenzapfen' [vereinzelt, Wilde 124]; vgl. K. 74; Zs.: PfWB Tannen-, PfWB Fichten-, PfWB Forlen-, PfWB Kiefern-, PfWB Kienzapfen; Syn. s. PfWB Butzel1 4. —
b. 'für den nächstjährigen Fruchttrieb stehengelasssener Stift am Weinstock, Reservezapfen' [FR-Albsh Maxd N'lein NW-Herxh Kallstdt LA-Edk Mörzh BZ-Hergw O'ottb Schweig, Wilde 200]; vgl. PfWB Knebel 2 a γ, PfWB Sohn 2 b, PfWB Stift 1 a; uf Zappe schneide [ NW-Kallstdt]; WKW 58. —
c. in den Pflanzenbezeichnungen PfWB Eis- 2 b, PfWB Rahm-, PfWB Weinzapfen.
4.
a. 'Gaumensegel, Uvula', nur Dim. Zäppche [WPf NOPf], Zäppel [mittl. und südl. VPf]; Zs.: Gaumen-, Hals-, Gurgelzapfen. RA.: Der hot sich 's Zäppel abgesoff, wer sich durch Trunksucht ruiniert hat [ BZ-Albw]. Zu weinenden Kindern sagt man 's Zäppche fallt 'm ab [ Gal-Dornf]. Spruch eines Weintrinkers: 's Zäppel im Hals muß immer halbwegs im Woi hänge [Sunndag 14. 9. 1958]. —
b. 'männliches Glied', nur Dim. Zäppel [ BZ-Dernb]; Syn. s. PfWB Schwanz 2 a. —
c. '(große) Nase', scherzh. [ KL-Bann LA-Kl'fischl]. —
5.
a. 'Trunkenbold' [ BZ-Albw]; Zs.: PfWB Vollzapfen; e versoffener Z. [ BZ-Albw]. —
b. 'unbedarfter, närrischer Mensch' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Affen-, PfWB Eiszapfen 2 d; Syn. s. PfWB Tappes 1 a. —
c. 'kleiner Bub' [ LA-Wollmh]; klääner Z. [ LA-Wollmh]. —
d. Neckname für die Bewohner von KB-Morschh, nur Pl. die Zappe [ KB-Morschh]. — RhWB Rhein. IX 711/12; LothWB Lothr. 553; ElsWB Els. II 910.

 

  PfWB  ElsWB  LothWB Zapfen das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk tsabə Sg. u. Pl.; Mosfrk tsabə(n) [-ā- NSaarbg, Trier-Ld (Mos), n. Mos, Wittl, Bernk bis Koch-Weiler, Bitb, SWDaun; in Saarbg, Bitb auch tsāp; tsębən Saarl-Altforw Berus Hüttersd; tsap Prüm (Pl. tsp Burb)], Pl. -bə(n); Rip tsapə(n) [Dür, Jül, Aach, rip. Erk tsap], Pl. -pə(n); n. Benr.-L. Berg tapən Sg. u. Pl.; Eup, SNfrk, Klevld tap [snfrk. Trübungsgeb. -ǫ-], Pl. -pə(n) [tap noch südl. der Benr.-L. in Erk-Gevenich, Aach-Würselen, Jül-Stetternich]; Dimin. tsęblə(n), tępkə(n) usf. m.: 1. Stöpsel. a. nach unten sich verjüngender Holzpfropfen. α. unten an der Kopfseite des Fasses, wo der Kranen eingeschlagen wird Allg.; Z.loch, Rohr; ene dicke Strohl üt de T. Rees; am Täppken spölen Sol. RA.: Dem es der Z. gesprungen der ist verrückt Bitb-Rittersd. En hat em den Z. gezogen im Handel übervorteilt Prüm-Burb Schlausenb. A.: Was? B.: Alt Fass, neie Z., kannschde ewig dran lappe! Kreuzn-Treisen. — Op jönn Sitt van der Rhin lick e Fättsche möt Win, hat ken Eke, hat ken Speke (Speichen), h. kene T. on hat ken Gatt (Loch) on ös doch ömmer van bönne nat? das Ei MGladb. — β. Stutzen am Balken, Brett, mit dem diese ineinandergefügt werden; dicker Eisenstift, Holzst., der die beiden Lappen od. Enden des Scharniers zusammenhält Allg. RA.: Mer ment, et (das Weib) wär mat Z. gebuhrt es wäre verrückt Prüm-Burb. — γ. Dorn eines Gewindes; Lagerz. der Welle des Mühlrades, der Achse, Assen-, Nockenz. Allg. — δ. Holzstück, an dem entlang das Wasser aus der Schleuse seitl. auf das Mühlrad, den Schleifstein fliesst, Einlaufventil, auch Flotz.; den Z. optrecken; Grondz. durch den das Grundwasser des Teiches abläuft RRip, Berg; Verbindungsstab zwischen Geck u. Wasserkasten am Schleifstein Wuppert-Kronenbg (veralt.). — ε. Haken am Kleiderrech (Z.brett); Stift der unteren Torangel, auf dem das Tor steht; Z. an den Seitenbrettern des Kastenwagens, die in den Ring am Karrenbaum kommen; Eisenstift, an dem die Kette zwischen Vorder- u. Hinterpflug befestigt

[Bd. 9, Sp. 712]
ist Allg.; Leiterstütze am Wagen Grevbr-Wickr. — ζ. Zäppche zehje Loshalme ziehen May-Kollig. — b. Suppositorium, auch Stohlzäppchen Rip, Allg. — c. Tannenzapfen, dänne Z. nach dem Nhd. verbr. [tsp Pl. WBitb]; ruden Z. Neuw-Bonef. — d. Eiszapfen, nach dem Nhd. verbr. [Eiszäppen Saarl (s. o.), — tsabəl Siegld-Eisern, — tsabərə May-Kell Kollig]. — Töschen Hemmel on Erd hängk eng selvere Gert; se es net va Eke on och net va Speke en va generlei Hot (Holz)? Heinsb-Erpen. — e. Blütenkätzchen des Haselstrauches Sieg-Meind. — f. Mark im Horn der Kuh, Horez. Wend-Remmesw. — g. Zitze Simm-Laub. Im Rätsel. Vear Stappe (Beine), v. Z., zwien Stusseiser (Hörner), äne Nachtkläpper (Schwanz), wat es dat? die Kuh Koch-Kliding. — h. die Reben werden of Z. geschnieden Stufen von 1—2 Augen, of Käpp bei 3—4 Augen Mos, Allg. im Weinbaugeb. — i. Pfropfreis Rheinb-Wormersd. — k. Gaumensegel, meist Dimin., Halsz.; ech han de Z. em Hals kann nicht gut schlucken; ist der Z. geschwollen, so muss er gestriken, d. h. der Unterarm zu beiden Seiten mit Öl eingerieben u. aufwärts mit dem Daumen massiert werden; den T. trecken durch Drehen eines Haarbüschels NBerg, Verbr. u. veralt.; der T. breəke den Daumen sechsmal zwischen die Zähne stecken SNfrk; der Z. es em afgeschossen uWupp; de Z. es em gefall, se hon em de Z. gehob mit einem Löffel, auf dem eine Mischung Salz, Pfeffer u. Butter war, wurde in den Hals gefahren u. gleichzeitig an den Wirbelhaaren gezogen Rhfrk, Mosfrk; der T. es em gesonken OBerg. RA.: Die hant och der T. net em Hals sind gierig MGladb. Du kanns mich es der T. strike! abschläg. Antw ebd. Ich han es bis ejene T.! das ist mir zuwider Eup. — Beim Schluckspr.: Der hät den T.; sägg för öhm, he hätt geschnupp, flott der T. sich drop verkrupp! Duisb. — l. Schöpfkelle, bes. Jaucheschöpfe am langen Stiel, auch Mest. Jül-Stetternich, Erk, MGladb. — m. jeder verhauene Raum, in der Bergmspr. Wurmgeb. — n. Zäppchen kleines Halstuch Ottw-Eppelborn. — 2. übertr. a. sachl. α. den Z. streichen über den Zapfenstreich hinaus ausbleiben, aus der Soldatenspr. Allg. — β. Kopfwirbel Wittl-Neuerbg. — γ. Nassauer Z. die Gegend von Lahnstein Kobl. — δ. tęp Pl. Hämorrhoiden Eup. — b. persönl. verächtl. α. nichtsnutziger Junge Wittl-Binsf. — β. fule T. Faulpelz Erk-Terheeg.