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| PfWB leiern (Bd. 4, Sp. 914) | PfWB ver-leiern (Bd. 2, Sp. 1212) | |||||||||||||||
1. a. 'auf einer Leier spielen', Leiere (laiərə) [ KU-Schmittw/O]. — b. α. 'kurbeln, drehen, winden'. Die Windmihl l. [ebd.]; vgl. PfWB anleiern, PfWB Leier 1 bα. — β. 'die Pflugschraube auf- und abdrehen' [Klein Wag. 120]; vgl. PfWB Leier 1 bβ. — c. 'durch Kurbeln eines Gerätes etwas bereiten'; vgl. PfWB durchleiern 1, PfWB Leier 1 b; geleierde Milch 'in der Zentrifuge entrahmte Milch', vgl. PfWB abrahmen 1 [ GH-Kuhdt]; Budder leiere [verbr.], leire [KB-Kriegsf, mancherorts NPf], liere [lothr. SWPf]; Frocht leiere 'Getreide auf der Windmühle reinigen' [ KU-Schmittw/O Roth]. Leier noch Ruwwele 'Rüben' fer de Gaul! [ LA-Gommh]. — d. 'durch Drehbewegung abnützen, durchreiben, locker werden'; vgl. PfWB aus-, PfWB durch- 2, PfWB verleiern, PfWB leierig. — 2. a. α. 'etwas eintönig hersagen, sich wiederholen'; vgl. PfWB her-, PfWB herunterleiern, PfWB Leier 2 [verbr., Mang 120 Journ. (1787) 214 Krämer Gal 141]; subst. e schönes L., für schlechtes Lesen [ PS-Fehrb]. Der hot sein Spruch runnergeleiert 'eintönig vorgetragen' [Neustdt], soin Sprichelche hergeleiert [ LU-Opp]. — β. von (monotonen) Lautäußerungen der Vögel. Die Kohlmee(n)se lei're, de Goldhammel piept [Christmann Grummet 13]. Scherzh. VR. vom Hahn: Wie er leiert, wie er geiert, wie er'm Hinkel hinnenin feiert [ ZW-Schmitshs]. WR.: [Bd. 4, Sp. 915] Wann die Hahne leiere, gebt's ball Reje [ ZW-L'wied, GH-Kand]. Wann die Finke leiern, gibt's Rejje [ NW-Kallstdt]. — b. 'weinen' [ NW-Deidh BZ-Dernb]; Syn. s. PfWB greinen 1 a, K. 167. Das Kind leiert de ganze Daach, in ääm Stick fort [ BZ-Dernb]. — c. 'quälen' [ ZW-Mauschb]. — d. 'langsam, saumselig arbeiten' [KU-Kaulb, verbr., Journ. (1787) 214 Klein Prov. (1792) 281 Lambert Penns 98 Krämer Gal 141 Buch-Illisch]. SprW.: Besser geleiert as (wie) gefeiert 'Wenig Arbeit ist besser als gar keine' [KU-Kaulb, Kreimb Schmittw/O BZ-Dierb SOPf (Heeger Nachl.) Hebel 44 Buch-Illisch]. — e. α. 'hinausschieben'; vgl. PfWB hinausleiern 1. — β. refl. 'sich verzögern'; vgl. PfWB hinausleiern 2. Die Sach hott weiter sich geleiert / Unn ball druff hott er d' Houschdern (Frau aus Hochstadt) gheiert [Kunnrädel 98]. — Südhess. IV 273/74; RhWB Rhein. V 361/62; LothWB Lothr. 341; ElsWB Els. I 606.
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