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 PfWB Leichten-zapfen (Bd. 4, Sp. 903)   PfWB Zapfen (Bd. 6, Sp. 1533) 
   Leichten-zapfen m.: 'Steckzapfen aus Holz oder Eisen im Leichtenblatt zum Halten der Leichtenschelle, Leichdezappe [ NW-Weish/S]; vgl. PfWB Leichte 1.

 

   Zapfen m.:
1.
a. 'Pfropf zum Verschließen des Zapfenlochs von Fässern, Zubern', auch mit Zapfhahn, Zappe (dsabə) [verbr., Höh 78 Lambert Penns 182 Krämer Gal 246], Zapfe (dsabfə) [Südostzipfel der Pf]; Zs.: PfWB Schlauch-, PfWB Spundenzapfen. RA.: voll wie en Z. 'stark betrunken' [ LA-Kl'fischl, mancherorts]. Jetz is de Z. ab 'Die Sache ist nicht mehr akut, nicht mehr im Schwang' [Otterstetter 265]. Jetzt is Zappe 'Jetzt ist Schluß', urspr. vom Zapfenstreich, d. h. dem Verschließen des Fasses und damit dem Ende des Ausschanks [vereinzelt, Kamm 70 Thielen 125]. SprW.: 's is en Z. f'r jed'r Loch un en Deckel f'r alle Hafe [Fogel Prov. Penns Nr. 1866]. VR.: Was - alt Faß, / wann's rechent werd's naß. / Kummt e neier Z. nein, / dein Nas, die muß de Z. sein [ LA-Essing]. Rätsel von der Mutterbrust: 's is e Fäßje wohlgebunn, / kummt nie net e Raaf drum, / 's trinke Grafe un Ferschde draus / un kaaner zieht's Zäppche raus [ Gal-Dornf]. Ende 14. Jh.: Item wer um lon wyrket, der sol an sime lone nid anders nemen dan gelt, korn und wyn, als ez zu dem zappen giltet [StArch. Kaislt Zunftordnung]. a. 1563: selbert wein ... vom zapffen außzuschenken vnd zuverkauffen [SLgb. Dirmstein, d, Bl. 359 (KB-Otth Immh)]. —
b. 'Flaschenkork', Zappe [mancherorts mittl. VPf], Zapfe [ GH-N'potz]; vgl. K. 365 Stopfen; Zs.: PfWB Pantoffel-, PfWB Flaschenzapfen; Syn. s. PfWB Stopfen 1 a. —
c. 'Schnuller für Kleinkinder' [vereinzelt VPf, Schmitt Billh. 77 Kamm 70]; Syn. s. PfWB Schnuller 1. —
2.
a. 'Stift, Bolzen, Pflock', bes. an Maschinen, Geräten usw. [mancherorts, Klein Wag. 109]; Zs.: PfWB Eggen-, PfWB Eis- 2 a, PfWB Furchel-, PfWB Gabel-, PfWB Grieß-, Grund-, PfWB Leichten-, PfWB Leier-, PfWB Stirn-, PfWB Walzen-, PfWB Wendzapfen. Wann en Baam net trage will, bohrt mern Loch in der Stamm un schlagt en Zappe nei fume Baam as trächt [Fogel Beliefs Penns Nr. 54]. a. 1565: Item 20 albus dem Schmid zu Limpach von 2 muelneisen vnd ein zapen in die muellreder gemacht [WerschwSchR]. —
b. 'Eiszapfen' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Eiszapfen. Die Fingre wie Zabbe aus Ejs [Kraus Pädcher 62]. —
c. 'Suppositorium', nur Dim. Zäppche [WPf NOPf], Zäppel [mittl. und südl. VPf]; Zs.:

[Bd. 6, Sp. 1534]
Seifenzäpfchen; e Schachtel Zeppcher fer die Gall [Damm Nachtdischlamp 11]. —
d. vgl. PfWB Stalltürzapfen. —
3.
a. 'Kiefern-, Tannenzapfen' [vereinzelt, Wilde 124]; vgl. K. 74; Zs.: PfWB Tannen-, PfWB Fichten-, PfWB Forlen-, PfWB Kiefern-, PfWB Kienzapfen; Syn. s. PfWB Butzel1 4. —
b. 'für den nächstjährigen Fruchttrieb stehengelasssener Stift am Weinstock, Reservezapfen' [FR-Albsh Maxd N'lein NW-Herxh Kallstdt LA-Edk Mörzh BZ-Hergw O'ottb Schweig, Wilde 200]; vgl. PfWB Knebel 2 a γ, PfWB Sohn 2 b, PfWB Stift 1 a; uf Zappe schneide [ NW-Kallstdt]; WKW 58. —
c. in den Pflanzenbezeichnungen PfWB Eis- 2 b, PfWB Rahm-, PfWB Weinzapfen.
4.
a. 'Gaumensegel, Uvula', nur Dim. Zäppche [WPf NOPf], Zäppel [mittl. und südl. VPf]; Zs.: Gaumen-, Hals-, Gurgelzapfen. RA.: Der hot sich 's Zäppel abgesoff, wer sich durch Trunksucht ruiniert hat [ BZ-Albw]. Zu weinenden Kindern sagt man 's Zäppche fallt 'm ab [ Gal-Dornf]. Spruch eines Weintrinkers: 's Zäppel im Hals muß immer halbwegs im Woi hänge [Sunndag 14. 9. 1958]. —
b. 'männliches Glied', nur Dim. Zäppel [ BZ-Dernb]; Syn. s. PfWB Schwanz 2 a. —
c. '(große) Nase', scherzh. [ KL-Bann LA-Kl'fischl]. —
5.
a. 'Trunkenbold' [ BZ-Albw]; Zs.: PfWB Vollzapfen; e versoffener Z. [ BZ-Albw]. —
b. 'unbedarfter, närrischer Mensch' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Affen-, PfWB Eiszapfen 2 d; Syn. s. PfWB Tappes 1 a. —
c. 'kleiner Bub' [ LA-Wollmh]; klääner Z. [ LA-Wollmh]. —
d. Neckname für die Bewohner von KB-Morschh, nur Pl. die Zappe [ KB-Morschh]. — RhWB Rhein. IX 711/12; LothWB Lothr. 553; ElsWB Els. II 910.