Lehrer m.: wie schd., Lehre(r) (lērə, lēərə, lǟrə; -ər, -Ä) [verbr. (neben älterem Schulmeister u. PfWB Schullehrer)], Lehre [verbr. Don Krämer Gal 140], Lehrer [Lambert Penns 98], 'L. der Sonntagschule' [Beam Penns 64]; Zs.: PfWB Tanz-, PfWB Dorfschul-, PfWB Turn-, PfWB Groß-, PfWB Kleinschul-, PfWB Ober-, PfWB Schreib-, PfWB Schul-, Wanderlehrer; vgl. PfWB Großschule, PfWB klein 1 cγ; de groß L., de kleen (klaan, kloon) L. 'L. der Unter-, der Oberstufe in der Volksschule' [verbr.], der owerscht L. 'L. der Oberstufe' [ KL-Reichb]; 'n gurer, (braver, strenger) L. [verbr.]; die Fraa L. 'die Gattin des Lehrers' [ LU-Friesh]; Grußformel: Gun Dach, Herr L.! [verbr.]. Bei dem L. lerne die Kinn eppes [ RO-Als]. Das Kind wird so entschuldigt: Herr L., unser Seppl kann heit net in d' Schul; er hot 'n dicke Backe [ NW-Geinsh]. Das is net nore Tatsach, des is werklich wohr, der Herr L. hot's gsaat [ Gal-Bagbg]. Der will im Summer L. un im Winder Maurer sin, von einem, der nicht gerne arbeitet [Krieger 24]. VR.: Wie die Trauwe, so de Wein; / Wie de Gärtner, so de Garde; / Wie de Baam, so die Frucht; / Wie de Lehrer, so die Zucht; / Wie 's Tuch, so de Rock; / Wie die Gäße, so de Bock; / Wie das Korn, so das Mehl; / Wie de Schuster, so die Schuh; / Wie de Bauer, so die Kuh [Krieger 38]. Berufsneckerei: Was hemmer dann fer'n L. in unsre alde Stadt? De L., der esch dick un fett, er frißt de Kinner 's Brot eweg. Was hemmer dann... Var.: Des Sunndaachs esch er Organischt, un Werdaachs fahrt er wirrer Mischt. Was hemmer dann... [ LA-Hainf]. Einen weiteren VR. s. PfWB Schmied. KR.: De Himmel is bloo, das Werrer is schään, / Herr [Bd. 4, Sp. 885] L., mer wenn (wollen) spaziere gähn [ LU-Alsh]. Sechs mal sechs is sechsedreißig, / Is de L. noch so fleißig, / Is de Schiler doch so faul / Wie e alder Schockelgaul [ LU-Altr]. Sechs mal sechs is sechsedreißich, / Un de L. is so fleißich / Un die Kinner sin so dumm, / Geht de Stecke hinnerum [ LU-Muttstdt]. Brauchtum: Bei Beerdigungen erhalten Pfarrer und Lehrer am Sterbehause kleine Lorbeersträuße, die sie dann ins Grab werfen [(1930) HB-Jägbg]. Südhess. IV 246/47; RhWB Rhein. V 321/22; ElsWB Els. I 606. | | [Bd. 6, Sp. 1010] Wagner, Wägner m.: 'Handwerker, der Räder und Wagen herstellt', Waaner (wānər, wnər) [verbr. WPf, Christmann Kaulb 48 Otterstetter 43 Krämer Gal 258], Wooner (wōnər) [mancherorts äußerste SWPf RO-Odh, Glass 132 Krämer Gal 258], Wachner (waxner, wāxnər) [verbr. VPf, Otterstetter 43], Wachener (waxənər) [vereinzelt VPf Rußl-Spey, Heeger Südostpf. 16], Wagner (wāgnər) [vereinzelt VPf], Wajner [NW-Kallstdt, Lambert Penns 173], Wangner (waŋnər) [vereinzelt mittl. VPf]. Ansonschte hann se dann entweder als Schmitt orrer als Waaner de Leit ehr Zeich rebareert [Schneider Dillje 7]. Spottlied (Berufsneckerei): Was hemmer dann fer'n Wachner in unsre alde Stadt? - De Wachner, der hot krumme Bään / un macht die Lääderwäche klään — Was hemmer dann ... [ LA-Hainf]; Var. s. PfWB Lehrer, PfWB Schneider, PfWB Schuster, PfWB Stadt. a. 1334: Bruninge dem wegenere unde Erlewin dem cremer [SpeyUrk. 376]. a. 1446: der wegener 8 tage hat pluwe (Pflüge) vnd geschir gemacht [KellR Lichtenberg bei Kusel]. a. 1522: Hans lutterßheymer der wegener [GGA 55i (NW-Wachh)]. ca. 1532: vßgab hantwercks luten: dem bender wegner Smytt Metzler Offner [Lgb. Kloster Seebach 57]. a. 1540: zu einem wagner lassen furen [Grimm Weist. VI 412 (GH-Leimh)]. a. 1652: wein ..., so dem wägner an Bezahlung gegeben worden [GgHospR]. a. 1840: Phil. Jung, Wägner [Kirchenbuch KU-Jettb]. RhWB Rhein. IX 197; LothWB Lothr. 530; ElsWB Els. II 798; DWA IX 8/9. |
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