| Netz-Navigator | ||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB lehren (Bd. 4, Sp. 883) | PfWB Kern (Bd. 4, Sp. 177) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'lernen', lehre (lrə, lərə) [verbr. westl. NPf westl. u. südl. WPf SW der südl. VPf vereinzelt übrige Pf, s. K. 277], lihre (līrə) [ RO-Duchr HB-Mimb Webh], lehre neben lerne [vereinzelt gesamte Pf]; vgl. PfWB lernen 1; Part. Perf.: gelehrt; vgl. PfWB gelehrt, PfWB Gelehrter; leicht (schwer) l. [ KU-Brück PS-Gersb Erfw]; gut (schlecht) l. [ZW-Battw PfId. 86]; deck 'oft' l. [ WD-Niedkch]; fleißich (viel, nix) l. [mancherorts]; auswendich l. [ KU-Brück]; de Kadissem (Katechismus) l. [ LA-Ilbh]; e Geschäft l. 'einen handwerklichen Beruf erlernen' [ KU-Bedb]. Die Kinn lehre eppes [ ZW-Battw]. Was han eich sou leicht gelehrt! 'auswendig gelernt!' [ WD-Niedkch]. Eich han schon alles gelehrt on geschrebb 'Ich habe schon meine Aufgaben gemacht' [ebd.]. Eich han mei Sach gelehrt, dass. [ebd., ZW-Battw]. Paß in de Schul uf un du ordentlich l.! [IB-Ensh (Glass 58)]. Do awer kammersch lehre, wie mer die Bäm ranscheere muß [WPf (PfId. 180)]. Die mürre grausam vel Latein un Französisch recetera l. [ebd. 165]. In Kaul- unn in Kreembach, do lährt mr so Triller [Christmann Grummet 40]. RA.: Wer sich beim Essen verschluckt, muß noch emol esse l. [ ZW-Bechhf]. SprW.: Wammer so alt werd wie e Kuh, lehrt mer immer noch dazu [ZW-Gr'bundb, verbr.]; Var.: mouß mer l. emmerzu [ WD-Niedkch]. In de Juchend was l., isch de beschde Notpänning [IB-Ommh (Walle 22)]. KR.: Es reent un schneet, es geht e kalder Wind; / Die areme Soldade mascheere mit de Flint, / De Ranze uf'm Buckel, de Sawel in de Hand. / Adjee mein liewe Vadder, ich lehre Musigant [ HB-Kirrbg]. Enche, denche, Dindefaß, / geh in die Schul un lehre was. / Wann de was gelehret hosch, / kimmsche haam un seesche (sagst du) mer's [KU-Rothsbg (Mang 231)]. a. 1785: Elisabetha Müllerin lehret recht gut [Catalogus Lectionum (PS-Windsbg)]. — 2. 'lehren' [F. wie 1., Verbr. im Gebiet lehre (s. K. 277) wie bei 1, in der übrigen Pf neben altem lerne 'lehren' (vgl. PfWB lernen 2) Vordringen des gleichbed., hochsprachlich gestützten lehre]; Zs.: PfWB anlehren; eene eppes l. [ KU-Brück WD-Niedkch]; ääm eppes l. [ PS-Gersb]; eene Mores l. 'einen zurechtweisen', auch: 'einen verhauen' [verbr., Krieger 14], 'einem Schicklichkeit und Anstand [Bd. 4, Sp. 884] beibringen' [ IB-Bliesmg/Bolch Blieskst]; Var.: Ich will der weise, was Moses un die Prophete gelehrt hän! [ LU-Opp]. Drohung des Lehrers dem unfolgsamen, faulen Schüler: Ich werr dich l.! [ KU-Brück PS-Gersb]. Du hascht denne eppes schenes gelehrt! 'Du hast ihm etwas Ungeziemendes beigebracht, ihn zu Schlechtigkeiten verleitet' [ KL-Reichb]. Der hat Stunne bei N. genumm, do hat er sich Schikane l. losse [ ZW-Battw]. Er dut die Ochse, (die Stier(e)) l. 'im Gespann ziehen lehren' [KU-Albess Altkch W'mohr HB-Alth Seyw IB-Aßw Bebh Seelb ZW-Bechhf Stamb Wiesb Zweibr PS-Schweix Vinn], dricke l, dass., vgl. PfWB drücken 1 aδ [ ZW-A'hornb Walshs], fahre l., dass. [ KU-A'glan], ziehe l., dass. [ HB-Lu'thal], lehre zieh [ KU-Wahnwg]; vgl. PfWB gewöhnen 1 a; 's Kalb l. 'das Kalb zum Säugen an der Kuh gewöhnen', vgl. PfWB gewöhnen 1 b [ ZW-O'aub]. — Zu niedd. u. rhein. lēren, līren 'lernen' u. 'lehren' ( DWB DWb. V 762); die Lautfolge -rn in der WPf selten, vgl. das Fehlen des n in PfWB gern, PfWB Kern, PfWB Korn u. a. — Südhess. IV 246; RhWB Rhein. V 315 ff.; LothWB Lothr. 333; ElsWB Els. I 605.
| I. 1. 'Kern (Stein) des Steinobstes', Käärn (kǟrn) [verbr. WPf NPf u. nördl. VPf verbr. Gal Buch], Kären (kärən) [mancherorts mittl. VPf HB-Limb (PfId. 75)], Käre (kǟrə) [mancherorts NWPf /HB-Kirrbg ZW-Battw KL-Lind], Kare (kārə) [ KU-Adb], Kere (kęərə) [ RO-Rehborn HB-Erb PS-Geisbg Don-Lenauh], Kerne (kärnə) [mancherorts südl. VPf], karne (kārnə) [ BZ-Dierb PS-Busbg]; Pl. meist wie Sing; -ər [Pirmas u. Umg. (Wilde 6)]; [Bd. 4, Sp. 178] Dim. -che (-χə), -el, -le. Zs.: PfWB Pflaumen-, PfWB Kirschen-, PfWB Mandel-, PfWB Quetschenkern. Schlick (beim Kirschenessen) joo net de K.! [verbr.]. RA.: Mit demm is net gut Kersche esse, der schmeißt ääm die Kärn ins Gesicht [ NW-Weish/S]. — 2. 'Kern des Kernobstes' [verbr. wie I.1.]. Zs.: PfWB Apfel-, PfWB Birnen-, PfWB Quittenkern. Die Kärne sin braun, de Appel isch schun zeidich (reif) [ GH-Bellh]. — 3. 'Kern der Nuß' [verbr.]; am K. vun der Nuß (wenn sie eben reif geworden ist) die (bitter schmeckende) Haut abziehe [ Gal-Dornf, mancherorts]. — 4. 'Samenkorn'. a. 'Getreidekorn'. Zs.: PfWB Gersten-, PfWB Hafer-, Hirse-, PfWB Korn-, PfWB Spelzen-, Weizenkern. Die Frucht es vollkomme im K. [ KU-Bedb]. Die Gans hot e K. kriet 'Die Gans hat beim Stopfen einen Kern in die Luftröhre bekommen' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: E blinn Hinkel find a mol e Kernche [Rockhs, verbr.]. a. 1522: 2 symer (Simmer) speltzen den jungen hynckelln zw kern geschelt sie mit vff zw zygenn [LandsbgKellR]. — b. von Samen anderer Nutzpflanzen. α. 'Samen der Gurke, des Kürbisses, der Futterrübe u. a.'; Zs.: PfWB Pfeffer-, PfWB Fenchel-, Kukummern-, Rüben-, PfWB Sonnenblumenkern; im Gaarde Kärne leche 'pflanzen' [BZ-Albw, verbr.]; Kären stecke, dass. [ FR-Tiefth]. Heit dum'mer Kärn hacke 'das junge Rübenfeld mit dem Karst auflockern' [ KB-Kriegsf]. — β. 'Samenkernchen der Beerenpflanzen'; die Kerncher vun de Brombeer, vun de Trauwe [verbr.]. Zs. PfWB Traubenkern. — II. 1. 'Sommerdinkel (Triticum dicoccum)', eine Weizenart, Kern [Wilde 271 (ZW-Rieschw)]. — 2. Zs.: PfWB Gipfel-, Kälberkern. — 3. 'Salzkörnchen'. 's is kää Käärnche Salz im Haus, wenn der Salzvorrat erschöpft ist [ Gal-Dornf]. — 4. a. 'großer Klicker', Kärnche (!) [KB-Standbl Marnh Dreis]. Syn. s. PfWB Schießklicker. — b. 'kleine weiße Klicker', Pl. Kärncher [ FR-Grünstdt]; Zs. PfWB Weißkern. Syn. s. PfWB Schießklicker. — 5. 'festes Holz im Stamminnern' [verbr.]. Der Baam hot e gesunde K. [ KB-Bischh]. — 6. Zs. PfWB Augenkern. — 7. Zs. Brustkern. — 8. 'das Wesen eines Menschen'. Er hot e gude K. in sich (wenn es nach außen hin auch nicht so scheint) [Kaislt]. — Südhess. III 1263/64; RhWB Rhein. IV 424/25; LothWB Lothr. 283; ElsWB Els. I 469; Bad. III 112/13.
| |||||||||||||||||||||||||||
|
| |||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ||||||||||||||||||||||||||||