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 PfWB lehren (Bd. 4, Sp. 883)   PfWB gern (Bd. 3, Sp. 229) 
   lehren schw.:
1. 'lernen', lehre (lrə, lərə) [verbr. westl. NPf westl. u. südl. WPf SW der südl. VPf vereinzelt übrige Pf, s. K. 277], lihre (līrə) [ RO-Duchr HB-Mimb Webh], lehre neben lerne [vereinzelt gesamte Pf]; vgl. PfWB lernen 1; Part. Perf.: gelehrt; vgl. PfWB gelehrt, PfWB Gelehrter; leicht (schwer) l. [ KU-Brück PS-Gersb Erfw]; gut (schlecht) l. [ZW-Battw PfId. 86]; deck 'oft' l. [ WD-Niedkch]; fleißich (viel, nix) l. [mancherorts]; auswendich l. [ KU-Brück]; de Kadissem (Katechismus) l. [ LA-Ilbh]; e Geschäft l. 'einen handwerklichen Beruf erlernen' [ KU-Bedb]. Die Kinn lehre eppes [ ZW-Battw]. Was han eich sou leicht gelehrt! 'auswendig gelernt!' [ WD-Niedkch]. Eich han schon alles gelehrt on geschrebb 'Ich habe schon meine Aufgaben gemacht' [ebd.]. Eich han mei Sach gelehrt, dass. [ebd., ZW-Battw]. Paß in de Schul uf un du ordentlich l.! [IB-Ensh (Glass 58)]. Do awer kammersch lehre, wie mer die Bäm ranscheere muß [WPf (PfId. 180)]. Die mürre grausam vel Latein un Französisch recetera l. [ebd. 165]. In Kaul- unn in Kreembach, do lährt mr so Triller [Christmann Grummet 40]. RA.: Wer sich beim Essen verschluckt, muß noch emol esse l. [ ZW-Bechhf]. SprW.: Wammer so alt werd wie e Kuh, lehrt mer immer noch dazu [ZW-Gr'bundb, verbr.]; Var.: mouß mer l. emmerzu [ WD-Niedkch]. In de Juchend was l., isch de beschde Notpänning [IB-Ommh (Walle 22)]. KR.: Es reent un schneet, es geht e kalder Wind; / Die areme Soldade mascheere mit de Flint, / De Ranze uf'm Buckel, de Sawel in de Hand. / Adjee mein liewe Vadder, ich lehre Musigant [ HB-Kirrbg]. Enche, denche, Dindefaß, / geh in die Schul un lehre was. / Wann de was gelehret hosch, / kimmsche haam un seesche (sagst du) mer's [KU-Rothsbg (Mang 231)]. a. 1785: Elisabetha Müllerin lehret recht gut [Catalogus Lectionum (PS-Windsbg)]. —
2. 'lehren' [F. wie 1., Verbr. im Gebiet lehre (s. K. 277) wie bei 1, in der übrigen Pf neben altem lerne 'lehren' (vgl. PfWB lernen 2) Vordringen des gleichbed., hochsprachlich gestützten lehre]; Zs.: PfWB anlehren; eene eppes l. [ KU-Brück WD-Niedkch]; ääm eppes l. [ PS-Gersb]; eene Mores l. 'einen zurechtweisen', auch: 'einen verhauen' [verbr., Krieger 14], 'einem Schicklichkeit und Anstand

[Bd. 4, Sp. 884]
beibringen' [ IB-Bliesmg/Bolch Blieskst]; Var.: Ich will der weise, was Moses un die Prophete gelehrt hän! [ LU-Opp]. Drohung des Lehrers dem unfolgsamen, faulen Schüler: Ich werr dich l.! [ KU-Brück PS-Gersb]. Du hascht denne eppes schenes gelehrt! 'Du hast ihm etwas Ungeziemendes beigebracht, ihn zu Schlechtigkeiten verleitet' [ KL-Reichb]. Der hat Stunne bei N. genumm, do hat er sich Schikane l. losse [ ZW-Battw]. Er dut die Ochse, (die Stier(e)) l. 'im Gespann ziehen lehren' [KU-Albess Altkch W'mohr HB-Alth Seyw IB-Aßw Bebh Seelb ZW-Bechhf Stamb Wiesb Zweibr PS-Schweix Vinn], dricke l, dass., vgl. PfWB drücken 1 aδ [ ZW-A'hornb Walshs], fahre l., dass. [ KU-A'glan], ziehe l., dass. [ HB-Lu'thal], lehre zieh [ KU-Wahnwg]; vgl. PfWB gewöhnen 1 a; 's Kalb l. 'das Kalb zum Säugen an der Kuh gewöhnen', vgl. PfWB gewöhnen 1 b [ ZW-O'aub]. — Zu niedd. u. rhein. lēren, līren 'lernen' u. 'lehren' ( DWB DWb. V 762); die Lautfolge -rn in der WPf selten, vgl. das Fehlen des n in PfWB gern, PfWB Kern, PfWB Korn u. a. — Südhess. IV 246; RhWB Rhein. V 315 ff.; LothWB Lothr. 333; ElsWB Els. I 605.

 

   gern Adv.:
1. 'bereitwillig, freudig', geren (gǟrən), seltener gern (gǟrn) [verbr. mittl. WPf NPf VPf, auch Penns Gal Buch], (gǟrin) [ GH-Scheibhdt], garen (gārən) [ PS-Busbg BZ-Dörrb GH-Wörth Gal-Hohb], (gārin) [ PS-Erfw], garn [Beam Penns 39], gan [ PS-Petbch], gere (gǟrə) [verbr. SWPf westl. WPf vereinzelt NPf mittl. WPf VPf verbr. Don], gare (gārə) [ PS-Leim KL-Bann]; vun Herze g. [Hartmann Unkel 65]; recht g. [Zahn Pläsier 168]. Steigerung: liewer, am liebschde, 's liebscht [allg.], gerner [Schandein Sprachsch. 74]. Das du ich g. (net g.) [ ZW-Ernstw, allg.]. Das ess ich g. (arich g., for mein Lewe g.) [ KB-Kriegsf, allg.]; vgl. PfWB Freßgern. Er trinkt g. [RO-Kalkof, verbr.]. Er geht g. e Schoppe trinke [ KB-Kerzh]. Er gebbt g. 'ist freigebig' [KU-Blaub, verbr.], gebbt g. eppes her [KL-Matzb, verbr.]; vgl. PfWB Gebsgern. Das han ich net g. 'kann ich nicht leiden' [PS-Kröpp, verbr.]. Buwe nexe g. die Hunn [ KU-Schmittw/O]. Sie sieht'n g. 'liebt ihn' [WD-Niedkch, verbr.]. Einleitung einer Bitte: Ich hätt g. [KL-Nanzdzw, verbr.]. Erwiderung auf Danke schön: 's is g. geschehe [KB-Bubh, verbr.]. Entschuldigungsformel: Ich han's net g. 'ohne Absicht' gedun [ZW-Wintb, verbr.], nit g. gemacht [IB-Wolfh, verbr.]. 's is nit g. g'scheh [LA-Flemling, verbr.]. RA.: Er geht g. an Speck 'sucht Geschlechtsverkehr' [ GH-Leimh]. Er esch g., wu d' Ärwet g'schafft esch un noch nit gesse un getrunke [ LA-Nd'hochstdt]. SprW.: Was mer g. macht, fallt eem net schwer [Gal-Ugartsbg, verbr. Don Gal Buch]. Wer g. danzt, dem is gut geie [Don-Bulkes, verbr. Don Gal Buch]. Wo de Has geheckt is, is'r g. [HB-Kirrbg, verbr.]. VR.: Des isch de Daume, der eßt g. Praume, Forts. s.

[Bd. 3, Sp. 230]
PfWB Daumen 1. —
2. jemand g. haben 'sympathisch finden, lieben'. Ich han dich so g. [ PS-Trulb, allg.]. Er hot se arisch g. [ NW-Freinsh, allg.]. Sie hat ihn eweg g. 'sehr lieb' [ ZW-Käshf]. Die zwää hun sich g. [ RO-Dielkch, allg.], han enanner g. [ KL-Dansbg]. Den muß mer jo g. hawwe [ LU-Limbghf]. Sie hun 'ne net g. en de Gesellschaft [ KB-Kriegsf]. RA.: Du kannscht mich g. han 'Laß mich in Ruhe!', auch mildere Form des Götzgrußes [IB-Ballw, verbr., auch Don Gal Buch]; dass. mit dem Zusatz: wu de Buckel e Enn hot un die Haut e Loch [ Don-Schowe]. Ich han dich dodefor aa drei Daa g. [ IB-Bliesmg/Bolch]. Die hänn enanner so g., daß sie sich vergifte könnte [Hebel 26]. Geld, ich hun dich g. (auch durch Wortspiel: Gelt, ich hun dich g.) [ KB-Kriegsf]. SprW.: Jedi Mudder hot ehr Kind g. [ LU-Böhl]. So wie mer die Leit g. hat, schenkt mer 'ne in [ Don-Gottlob]. VR.: Den ich gar net mag, den sehn ich alle Dag; den ich g. hätt, der esch so weit eweg [ BZ-Dernb]. —
3. 'oft; mit Vorliebe, vorzugsweise, gewöhnlich'. Mein Zähn dun g. blude [ LU-Alsh]. Die Gerscht in de Grumbeereäcker leet sich g. [RO-Münstapp]. Die Frucht, wo leit, werd g. zwäiwächsig 'wächst aus' [ KU-Schmittw/O]. Erle wachsen g. uf nassem Borrem [ KB-Niefh]. a. 1553: ... tragen gern ecker, daß man zu guten jahren über 300 schwein drin schlagen könne [ABlieskst. 108]. — Südhess. II 1268/69; RhWB Rhein. II 1198 ff.: LothWB Lothr. 196; ElsWB Els. I 232; Bad. II 374.