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 PfWB ledig (Bd. 4, Sp. 866)   PfWB feil (Bd. 2, Sp. 1097)   PfWB Breme (Bd. 1, Sp. 1194) 
   ledig Adj.:
1.
a.
α. 'unverheiratet', lerrich (leriχ, -ę-, -) [vereinzelt östl. u. südl. VPf südl. WPf verbr. übrige Pf, Karch Dahn/Wilgws/Iggb 161 Mang 88, 152 Heeger Nachl. Krämer Gal 140], lerich (lriχ, -) [vereinzelt gesamte Pf], leddich (lediχ, -ę-, -) [verbr. östl. u. südl. VPf südl. WPf vereinzelt übrige Pf Lambert Penns 98, verbr. Don Gal Buch], ledich (lēdiχ, -) [Pirmas FR-Gr'niedh Spey GH-Neubg BZ-Schweig Völkw vereinzelt Penns Don Gal Buch], (leðiχ) [ KU-Kaulb Gal-Dornf], lellich [ KU-Bedb Dennw/Frohnb Erdb Friedhs IB-Ensh LU-Altr BZ-Steinf], lelich [ KU-O'alb HB-Breitft], lererich [ RO-Callb], lirich [ KL-Spesb], auch in der alliterierenden Wend.: l. un los [ KU-Schmittw/O HB-Lu'thal RO-Münchw KL-Katzw LU-Friesh Limbghf Neuhf Opp BZ-Dernb]; vgl. 1aγ; Subst.: e Ler(r)icher, Led(d)icher, e Ler(r)ichi, Led(d)ichi [verbr. wie oben], e Lelliche [ KU-Bedb]; Syn.: PfWB blutt 4, PfWB einspännig 2, PfWB vakant, PfWB feil 1 b, PfWB frei 3 c; vgl. auch: Bube 4, PfWB Erbonkel, -tante, PfWB Jungfer 1 a b, Junggeselle; e alder L., e lerricher Unkel 'ein alter Junggeselle' [ KB-Kriegsf, mancherorts]; e leddicher Bu, dass. [Beam Penns 64]; vgl. PfWB altledig. Er bleibt l., 's gibt e Erbunkel [ KU-Schmittw/O]. Dr Bäschtel war jo e alter, leddiger Buu un hott vum Kinnerhalle so viel verschtann wie e Katz vum Hajrobbe [Kühn Palz 92]. O waar en Ochs, un waar immer noch leddich [Birmelin Penns Gezw. 34]. Ich bleib l. un geh spärer zu meine Kinner [ BZ-Albw]. Adv.: Er is l. zum Militär komm [Zweibr]; vgl. PfWB ledigerheit, -weise. SprW.: Der Lerrich nemmt sei Kreiz mit ens Grab [ WD-Niedkch]. Volksgl.: Wann en Jingers aus're Familie heiert, misse die äldre lettich Schweschtre in seidne Strimp danze [Fogel Beliefs Penns Nr. 235]. a. 1761: Waß die dry lettige Geschwister belangt, haben ihre zukommendes Theil bey dem Vatter Verzehrt [LeinGbl. 1911 75 (RO-Gonb)]. —
β. 'noch nicht verlobt'. Sie is noch l. [ KU-Konk KL-Matzb]. Luschdich wer noch ledich is, traurich wer versproche is [Horne Penns 98]; vgl. PfWB versprechen 2. —
γ. 'ungebunden', in der Wend. l. un los [verbr.]; vgl. 1aα. Wammer l. un los is, macht ääm 's Wannere net veel aus [ KU-Schmittw/O]. —
b.
α. 'vorehelich'; die lerrich Zeit [ KU-Obw/T, RO-Schweisw NW-Elmst]; in de leriche Johr [ GH-Kand]; in meine leddiche Johre [NW-Kallstdt, HB-Kirrbg KL-Gimsb u. Umg.].

[Bd. 4, Sp. 867]

β. e lerrich Kind 'ein Kind aus vorehelichen Beziehungen' [ NW-Kallstdt]; en leddich Wais 'ein uneheliches Kind' [Danner Penns 160]; vgl. PfWB Kegel 2. —
γ. die ledich Reih 'regelmäßige Zusammenkünfte eines aus der Schule entlassenen Jahrgangs' [Don (Steinmetz)]. Des lediche Beisammeghock hot ken Wert! [Hartmann Unkel 84]. —
δ. leddicher Name 'Mädchenname' [Lambert Penns 98]. —
2.
a. persönl. 'befreit, ungehindert', 1. mit Angabe (Genit. oder Präp.), wovon man befreit wird. a. 1298: den selben hof und daz gut, daz darzu horte, vor den scholtheizzen vnd den scheffen des selben dorfs zu Albesheim fri vnde ledig von alleme dienste sageten [OttbgUrkb. 217]. a. 1530: vnd die zwein huber sollent darwidder nit redenn vnd solent yr vrten ledig sein [PfWeist. 308 (NW-Dürkh)]; vgl. PfWB Ürte. a. 1553: der were zu dechtumb schuldig vonn yegelichem schwin iiii vnnd ein more 'Mutterschwein' ledig [ebd. 12 (HB-Breitft)]. a. 1595: daß er wegen der Pfaffenfaßnacht desto besser seiner fisch mit Nutzen ledig werde [StArch. Kaislt Ratsprot. Bl. 54r]. —
b. sachl. 'frei von Lasten'. a. 1509: das eyn iglicher syn truwe geben, ob das gutt ledig sy oder mit welcher bewerunge der gulten beladen sint [PfWeist. 76 (BZ-Barbr)]. —
3.
a. 'leer'. Mein Bauch ist sehr ledig [Horne Penns 116, SOPf (Heeger Nachl.)]. —
b. 'ohne Zutaten, pur'; lerich Kraut 'Kraut ohne Kartoffelbeilage' [WPf]. —
4.
a. in der allit. Verb. lidich loo 'ganz allein' [Gal-Hohenbach (Krämer Gal 140)]. —
b. vgl. PfWB lauterledig. — Südhess. IV 233/34; RhWB Rhein. V 284 ff.; LothWB Lothr. 332; ElsWB Els. I 559; DWB DWb. VI 497 ff.

 

   feil Adj.:
1.
a. 'verkäuflich', fääl (fl) [gesamte Pfalz außer Teilen der NPf u. SWPf], feel (fēl) [vielerorts SWPf, sporadisch auch in anderen Teilen der Pfalz], faal (fāl) [Hauptform der NPf (außer Nordwesten) mancherorts nördl. VPf (pfälz.-südhess. Grenze) RO Rehbn PS-Schönau Hirschth Notw Fischb GH-Wörth], (fl) [Ostteil der NPf LU-Altr], feil (fail) [mancherorts bes. jüngere Gener.]; vgl. K. 30 Bein; vgl. PfWB feilbieten 1, PfWB -geben, PfWB -haben 1, PfWB -halten 1, -tragen, PfWB -tun. Mein Ochse sin

[Bd. 2, Sp. 1098]
fääl [KL-Gimsb u. Umg.]. Die Wiss as mer net faal, 's as mein bascht, Verspottung lautlicher Eigenarten der Mda. von RO-Rehborn. Un hann am Wald ich aah keen Deel, so is mer dran mein Fräd net feel [Schandein Ged. 17]. Eine BR. s. PfWB Breme1 1. a. 1602: er soll es hauen, binden und alsdan, so es (das Holz) ihme feil, soll er es einem nachbarn im dorff geben [PfWeist. I 64 (LU-Altr)]. —
b. Sie isch noch feel, von einem Mädchen, das noch nicht verlobt ist [IB-Ballw, verbr. SWPf]. —
2. 'billig'; fääl wie Salz [ KU-Bedb, HB-Alth PS-Gersb FR-Merth]. Zs. PfWB wohlfeil. Eine WR. s. PfWB Abendgelb. — Südhess. II 407/08; RhWB Rhein. II 364/65; LothWB Lothr. 132 fäl; ElsWB Els. I 108; Bad. II 34.

 

   Breme1 f.:
1. 'brummendes Insekt'.
a. 'Viehbremse (Tabanus)', Bremm (bręm) [VPf u. Ostteil der NPf], Breem (brēm) [verbr. FR LU, s. K. 65, GH-Berg Neubg], Braam [ GH-Erlb], Bramm [ PS-Bundth GH-Hatzbühl], Bremmer [ LU-Neuhf], Brammer [ PS-Bruchw]. Syn. s. PfWB Bremse1 1. Das Insekt wird auch schäli (scheele, blinde) B. genannt, weil es sich beim Blutsaugen leicht fassen läßt. Mich hot an de Hand e Brääm g'stoche [Spey]. RA.: Der brummt do rum wie e schäli Bremm 'läuft ratlos umher' [ LA-Nußd NW-Kallstdt]. Auf die Bremenplage in der heißen Jahreszeit deutet die BR: Wer net springt mit'm Reche, wann die Micke un Bremme steche, muß im Winder springe mit'm Sääl (Seil) un rufe: hot jemand Hai fääl (Heu feil)? [ LU-Oggh]. Var. s. bei PfWB Bremse1 1. Volksmed.: Für die Fliegen oder Bremmen: Nimm um 2 kr. Branntwein, bespreng das Wischtuch damit und wasche das Pferd; das tue alle Tage [ LU-Opp]; vgl. PfWB Bremenöl. Auf der Sickinger Höhe schützt man sich gegen die B. mit dem Saft der Schafgarbe (nach Mitteilung von Dir. Löhr, Kaiserslautern). —
b. 'kleine graue Fliege, die an heißen Tagen sticht, Regenbremse (Haematopota pluvialis)' Bremm [ LA-Nd'hochstdt]. —
c. 'Stechfliege', Bremm [verbr. VPf], Brääm (brm) [ FR-Beindh]. Syn. s. PfWB Schnake. —
d. = PfWB Hornisse, Bremm [ BZ-Queichhmb]. —
e. = PfWB Libelle,

[Bd. 1, Sp. 1195]
Bremm [ LU-Ruchh]. —
2. übertr.
a. 'kleines Bärtchen an der Unterlippe' (wie »Fliege«), Bremm [ GH-Schwegh]. —
b. RA.: Er hat e Bremm 'ist betrunken' [ PS-Bobth]. — Mit Wechsel des Genus aus mhd. brëme, brëm m.; zu mhd. brëmen 'brummen'. — Südhess. I 1096/97; RhWB Rhein. I 961; ElsWB Els. II 189; Bad. I 318.