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| PfWB Leber-fleck(en) (Bd. 4, Sp. 853) | PfWB Placken (Bd. 1, Sp. 953) | PfWB backen (Bd. 1, Sp. 511) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. 'brauner (selten gelber), kleiner Fleck am Körper, im Gesicht', Lewwerfleck(e), s. PfWB Fleck1 [verbr., Lambert Penns 99]; vgl. Pfefferfleck(en) 1, -plakken, ferner: Rost-, Sommer-, Sonnenflekk(en). — 2. 'Muttermal' [RO-Sippf KB-Kriegsf SP-Mechth]; Syn.: PfWB Anmal1, Pfefferflekk(en) 2, PfWB Placken1 2 b, PfWB Blaumal 3, PfWB Blutmal, -schwamm, PfWB Geburtsfleck, Kaffee-, PfWB Leberplacken, PfWB Leim(en)zeichen, PfWB Linse, PfWB Mutterfleck, -mal, PfWB -placken, -zeichen. — Südhess. IV 218; Rhein. V 266.
| 1. 'von Verschmutzung herrührender Fleck'. a. 'Kleiderfleck'. In deim Klaad is e großer Placke [ RO-Messbhf, allg.]; vgl. PfWB Flecken. — b. 'Klecks'. In deim Heft haschde e P. [KU-O'alb, lothr. SWPf]. — Zs. PfWB Blutplakken. — 2. 'andersfarbige Stelle am Körper des Menschen, des Tieres, an Früchten'. a. blooe (blaue) Placke, vom Schlagen [allg.]. Zs. PfWB Schindplacken. — b. Placke im Gesicht 'ein Muttermal' [ KU-A'glan PS-Burgalb Simt FR-Bockh]. Zs. PfWB Pfeffer-, PfWB Kaffee-, PfWB Leber-, PfWB Mutterplacken. Auch von großen Sommersprossen, s. PfWB Sommerplacken, und von den Gesichtsflecken schwangerer Frauen, s. PfWB Windelplacken. — c. 'Schorf an Früchten'. De Appel hot Placke [allg.]. — d. 'weiche Stellen am Fallobst', s. PfWB Plotzplacken. — 3. 'Fläche am Erdboden, die sich von der Umgebung abhebt'. a. 'nasse Stelle auf der Wiese'. Die Wies hot e nasse P. [ ZW-Battw, allg.], e galliche P., dass. [ BZ-Gleisz/Gleishb]; vgl. PfWB Platz 2 bγ, PfWB Galle2. Zs.: PfWB Bruch-, PfWB Moor-, PfWB Moos-, PfWB Sumpf-, PfWB Wasserplacken. — b. 'von Kleeseide befallene ringförmige Stelle im Acker'; e Placke Seid [ZW-Riedbg, verbr.], e leere P. u. ä. [verbr.]. Zs. PfWB Kleetod-, Samt-, Seidenplacken. — 4. a. 'ein Stück Land', Placke [ BZ-Kapswey Steinf Nd'ottb], e Placke Land [ KU-Elschb]. a. 1540: zwey Siemern (altes Fruchtmaß) von eim placken [Bd. 1, Sp. 954] [SSp., Gräfensteiner Amtsgefälle]. a. 1546/47: eyn placken ackers [Heimatmuseum Rockhs (RO-Münchw)]. — b. 'kleiner Acker, kleine Wiese', oft im Dim. Der hot jo nor e paar Placke [ PS-Schmalbg, allg.], e paar Pläckle Land [mittl. u. südl. VPf]; e P. Gras 'kleiner Grasplatz' [ PS-Burgalb], e Pläckel Gras, dass. [ PS-Steinalb], e Pläckelche Wies [ IB-Ballw]. Dem sei paar Placke traae (tragen) nit meh (mehr) in, als was e Gäß freßt iwer Winter [ ZW-Battw]. VR.: Trutz nit so, trutz nit so, ich kann mich doch ernähre. Ich häb e Pläckel Erbse draus un e Bämel Beere [Feierowend 1950 Nr. 2]. Zs. PfWB Futter-, PfWB Gras-, Wasen-, PfWB Wiesenplacken. — c. 'Platz im Gelände'; e sunnich Pläckel 'ein sonniges Plätzchen' [GH-Zeisk, verbr.]. In Zweibr heißt der heutige Hallplatz der Placke, auch Sauplacke, weil auf ihm früher der Schweinemarkt abgehalten wurde [Wilms Alph. 37]. Gott sei Dank, daß 's in meiner Heimat noch e Pläckel gibt, wo ich wirklich deheem bin! [Hartmann Unkel 67]. — 5. 'die empfindliche Stelle am Ellenbogen'; 's kitzlicht Pläckel [ BZ-Heuchh]. Zs. Telephon-, PfWB Judenpläckel. — 6. a. 'kleines Stück Tuch, Stoffrest', Placke [allg.]; e Pläckel 'Stoffmuster' [ LU-Böhl]. Zs. PfWB Musterplacken. — b. 'Flicklappen'. Uf des Loch muß mer e große Placke setze [allg.]; vgl. PfWB placken. Do sitzt ee P. newem annere [ KU-Schmittw/O]. Der hot de P. newer's Loch g'setzt 'hat etwas verkehrt gemacht' [LU-Muttstdt, verbr., auch Gal]. Zs. PfWB Flickplacken. — c. 'Tüchlein zum Einwickeln'. De Butter muscht de mit de nasse Pläckelcher inwickele, damit die Butter frisch bleibt auf dem Weg zur Stadt [ Gal-Dornf]. — 7. 'die auf Flüssigkeiten schwimmende Schicht von Schimmel'. Uff'em Kaffee in de Kann schwimmen so klääne schimmelige Placke rum [Frankenthaler Zeitung vom 1. 8. 1926]. — 8. e Placke Zunner (Zunder) [ KU-Schmittw/O]. — F.: blagə, blḁgə, blǫgə im Sing. u. Pl. Zur Verbr. des Stammvokals s. PfWB backen. Dim. in der WPf u. nördl. VPf blęgəlχə, in der mittl. u. südl. VPf blęgəl. — Südhess. I 882/83; RhWB Rhein. VI 903 ff.; Saarbr. 29; LothWB Lothr. 47; Bad. I 242.
| 1. Brot und andere Speisen b. a. die Gesamtheit der Backtätigkeiten vom Anrühren der Backmasse bis zum Herausnehmen des Gebackenen. Brotbacken in ländlichen Orten um 1900: Das Brotmehl wurde am Vorabend in die Backmulde gesiebt und mit Sauerteig versetzt (s. PfWB meren). Nach etwa 7-8 Stunden gab man vorgewärmtes Wasser und eine bestimmte Menge Salz zu und vermengte das Ganze zu Teig, den man in der Nähe des warmen Ofens gehen ließ. Danach wurden die Laibe geformt, in Backkörbchen getan und ins Backhaus gebracht, wo man sie im Schwung [Bd. 1, Sp. 512] auf die Backschieße setzte und in den entsprechend angeheizten Ofen beförderte. War das Brot nahezu ausgebacken, so holte man es wieder mit der Schieße (dem Schießer) hervor und überstrich es leicht mit Wasser, worauf es zum Bräunen abermals in den Ofen kam. Das gebackene Brot lagerte man daheim auf dem Brothang oder Brotrahmen. (Vgl. Feierowend Jg. 9, 1957, Nr. 7, S. 1/2). Heit backe(n) mer, auch: Heit backe(n) mer Brot, Kuche usw. [allg.]. RA.: Dun er backe?, Anredeformel beim Eintritt in ein Haus, in dem gebacken wird [ PS-Erfw]. Wer net will, der hot gehatt, morje backen mer widder [verbr. Gal Buch]. Wammer backen, kriegsch e Werschdl, iron. Abweisung [GH-Kand, verbr.]. Aus dem Mehl werd kee Brot geback! dass. [verbr. Gal]. Morje backe mer, dass. [Zweibr, allg.]. Wammer backe, därfschde die Schieß lecke, iron., weil auf der Schieße nur Mehl hängen bleibt [ WD-Niedkch]. 's Chrischkind backt Lebkuche (Zuckerdings u. ä.), sagen die Kinder, wenn vor Weihnachten abends der Himmel rot ist [ZW-Hornb, verbr., auch Gal]. Hase backe Knepp 'Knödel', wenn Dunst aus dem Wald aufsteigt [ NW-Frankeck] (Schwäb. I 566). Er hot 's Backe un Bauche (s. PfWB bauchen) beisamme, wenn sich nach einem Fehlschlag gleich ein anderer einstellt [LA-Impfl, verbr. VPf]. SprW.: Vun me schene Gesicht kann mer net b. [ LU-Opp]. — b. 'durch Hitze langsam fest und hart machen, fest und hart werden' (Endstufe von a). De Kuche backt schun, de Kuche is scheen gebacke [nördl. VPf, allg.]. 's Backäiwel 'Backöfchen' backt gut [ LA-Edh, allg.]. Gebackene Ajer 'Rührei mit Schinken', gebackener Appel 'Bratapfel', gebackene Grumbeere 'Bratkartoffeln', (dafür auch gereeschde Gr., s. PfWB rösten) gebackene Knepp 'Knödel', gebackene Nunneferz 'Gebäck aus geschlagenem Eiweiß mit eingerührtem Zucker, bei schwacher Hitze gebacken' [Kaislt]. Für 'Habseligkeiten, Siebensachen': gebackene Bere [ RO-O'mosch KB-Kriegsf NW-Kallstdt Frankeck LU-Oggh LA-Nd'hochstdt Gal-Königsbg]; vgl. PfWB Backenbirnen. Auf die Frage, was sie backe, antwortet die Hausfrau im Scherz oder Unwillen: Gebackene Rawunzle un Schneckeschwänz [ Gal-Schönth], oder Gebackene Hundsfotze [ LA-Nd'hochstdt]. RA.: Die backt aach ehr Kichelcher liewer in annere Leit ehrem Fett, von einer ausnützerischen Frau [verbr. Don Gal Buch]. Du kriegscht e Extrawerschdl gebacke [VPf, verbr.]. Du kriescht die Ajer geback 'bekommst Schläge' [IB-Herbh, KU-O'staufb KL-Wörsb]; 's Pännche voll backe 'verhauen' [ PS-Windsbg]; enni b. 'eine Ohrfeige geben' [BZ-Wernbg, verbr.]; vgl. PfWB kleben. Das war e Gebackeni, 'eine kräftige Ohrfeige' [ GH-Zeisk]. Scherzhafte Antwort auf die Frage, wie spät es sei: Dreivertel uf Quetschekuche, wann er gebacke [Bd. 1, Sp. 513] isch, derfscht 'n aa versuche [ PS-Erfw RO-Als LU-Opp LA-Mörzh]. Von Orten, in denen nur auf der einen Seite der Straße Häuser stehen, heißt es scherzhaft: Do werren die Pannekuche nor uf ääner Seit gebacke. [VPf, allg., auch Auslandspfälzer]. VR.: Hohnappel die Hohn, die Faßnacht, die is on, die Kichelcher sein geback, eraus mit, mer stecke se in de Sack [ KU-Reiffb]. Schornschdefecher, greireweis, freß gebackne Beere, freß, was dein Hundl scheißt, kannscht dein Maul mid schmeere [ LA-Nußd]. Backe, backe, Kuche, de Bäcker hat gerufe, wer will gure Kuche backe, der muß hawwe siewe Sache, Eier un Salz, Budder un Schmalz, Millich un Mehl, Safran macht de Kuche gäl [NW-Frankeck, verbr.]. Ich winsch eich e goldner Disch, an jedem Eck e gebackner Fisch, in de Mitt e Fläschche Wein, sollner mitnanner frehlich sei, Neujahrswunsch [Gal-Brotschk, verbr. Gal]. Schätzel, back mer Aajer mit Zelleriesalat, dann derfscht mich aach liewe, die Mutter hot's gesaat [ LU-Opp, WD-Niedkch]. Volksgl.: »Wenn das Feuer im Backofen brannte, so warf die Hausfrau gewöhnlich eine Handvoll Mehl oder etwas Teig in dasselbe, damit kein böser Geist in das Haus eindringe; so wurden die Hausgötter befriedigt« [Schandein Bav. IV 2 S. 414]. Der Dag, as mer backt, derf mer net im Gaarde schaffe, oders Sach werd mildaich 'meltauig' [Fogel Beliefs Penns Nr. 911]. a. 1590: so offt nit brodts genug gebachen [ZweibrUrkb. 130]; des Backens ... gebrauchen - des Bachens zuvor müssig stehen [ebd. 129]. — 2. 'leicht gefrieren'. Heit nacht hat 's gut geback [ZW-Battw, verbr.], ... gebackt [ KU-mittl. Gl]; vergl. gefrieren. — 3. von starkem Sonnenschein Heit backt's awwer! [verbr.]. — 4. 'kleben'; die Mark uf de Brief b. [ KU-m. Gl. Rothsbg]; vgl. PfWB pappen. Mit Vertauschung des Objekts: de gebackene Strich im Bullspiel (s. PfWB Bull). Strich mit Setzklickern, die von der Anschurgel aus anvisiert werden; der gestoßene Klicker soll gewissermaßen an dem gesetzten kleben bleiben [ LU-Neuhf]. — 5. Part. Perf. 'in gutem Zustand, wohl bereitet'; e gebackenes Mädel [ LA-Mörzh]. Das Märe hat viel Aanträch ghatt, 's war em awwer noch kääner geback 'kein Freier war ihr recht' [ ZW-Battw]. Dem is nix geback 'nichts recht' [Zweibr, allg.]. Iron.: Er is gebacke, von einem, der im Klickerspiel verloren hat [ FR-N'lein]. RA.: Is der 's ball geback? 'Bist du endlich zufrieden?' [ PS-Gersb Erfw KU-Trahw ZW-Battw LU-Friesh Opp Don-Andreas]. 's is 'm net geback un net gebrot, dass. [Pirmas]. — Zs.: PfWB alt(ge)backen, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB durch-, PfWB verbacken; PfWB Gebackenes, Holz-, Luft-, Nuß-, Rahm-, PfWB Spritz-, PfWB Stritzgebackenes. — F.: bagə bḁgə bǫgə; a fast allg. WPf, NPf u. nördl. sowie mittl. VPf, ḁ u. ǫ allg. südl. VPf (vgl. Heeger Südostpf. 32), ḁ mancherorts in [Bd. 1, Sp. 514] der mittl. VPf (vgl. Bertram 14/15) u. WPf, z. B. IB-Walshs, KL-Lind (Höh 46). Die schwache Konjugation (gəbagd) wurde 1930 für KU-Bedb KL-Gimsb u. Umg. IB-Alschb, 1959 für Gal-Otths mitgeteilt. — RhWB Rhein. I 367 ff.; Bad. I 105/06.
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