leben schw.: 1.a. 'am Leben, lebendig sein', lewe (lwə) [verbr., Christmann Kaulb 12 Müller Dietschw 48 Höh 52], (lēwə) [mancherorts, Mang 95, 199 Lambert Penns 99 verbr. Gal], läwe (lǟwə) [Heeger Südostpf. 13], lawe (lwə) [ PS-Fischb], lawwe (ląwə) [GH Neubg]. Er kann nimmer uhne mich l. [LU-Opp, verbr.]. Er kann nit l. un nit sterwe [ BZ-Dernb, mancherorts]. Wie gäre hätt er noch gelebt! [ KL-Reichb]. RA.: Lewe un l. losse! [KU-Schmittw/ O, verbr., Horne Penns 104]. Scherzh. Ablehnung einer Bitte: De Schenker lebt nimmi! [Bergz (Kamm 39)]. Beteuerung: So wahr ich leb! [mancherorts, Gal-Obl]. Der is soin Vadder, wie er leibt un lebt 'Er sieht seinem Vater zum Verwechseln ähnlich' [ LU-Opp]; vgl. PfWB leiben. — b. von der Lebensdauer. E paar Jährle hot er noch se l. [ NW-Haßl]. So lang ich leb, du ich anordne [ SP-Heiligst], bleib ich Herr im Haus [ebd.]. RA.: Du bischt zu gescheit, du lebscht net lang [Kaislt PS-Saalstdt Pirmas]. SprW.: Der Dummeldich hot der Hals gebroch, der Langsam lebt noch [Don-Gottlob, verbr. Don Gal]. Mer lebt nor eemol uf der Welt [Don-Alexhs, verbr. Don Gal Buch]. Wer lang (Supp) eßt (ißt), lebt lang [ KU-Brück RO-Dielkch PS-Erfw Gersb KB-Albish NW-Elmst Wachh LA-Gommh Wollmh BZ-Albw Dierb Dernb Rußl-Katht]; dazu die Var.: Wer lang huscht (hustet) [ Don-Schowe Gert], kreckst [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. Die, wo am mehrschde kräckse, lewe am längschde [Krieger 42]. Du lang lebscht, du alt werscht [Brandstätter in: PfMus. 1925 176]. [Bd. 4, Sp. 845] Wer lang will l., muß am Aarsch Luft gewe [ Don-Gottlob]. Eemol gelebt un far immer g'starb [Don (Steinmetz)]. Wirtshausspruch: Sei luschtig, du Schote, / Was babblscht vun Not? / Du lebst jo so korz / Un lang bischte dot! [Palatina 30/1933]. Einen Vers der Heischegänger s. PfWB Neujahr; KR. s. PfWB Tropfen 1 a, PfWB Rabe. — c.α. Glückwunschformeln. Leb recht lang! [ LA-Altd]. Ich winsch, daß de noch hunnert Johr lebscht! [ KL-Reichb]. Du sollscht lang l., hunnert Johr noo der Selichkeit un mit Waaschmeer hannele! [ Gal-Broczkow]. Hochruf auf den Bräutigam: Hoch soll er l., hoch soll er l., dreimal hoch; un vemehre soll er sich wie de Sand am Meere; tausend Küsse geb sie dir, das sei deine Ehre! [Krieger 23]. — β. Grußformeln. Bei einer überraschenden Begegnung nach längerer Zeit: Lebsch dann du aa noch? [ KL-Stelzbg, mancherorts]. Gun Daach, wie geht's, lewener aa noch? [ PS-Windsbg FR-Tiefth]. Gruß des Heimkehrenden nach langer Abwesenheit: Lewener noch all? [ BZ-Annw]. Abschiedsgruß: Leb (Lebt) wohl! [ SP-Heiligst GH-Schwegh]. Dass. mit dem Zusatz: Laß der's gut gehe! [ FR-Tiefth]. KR.: Lebe wohl, lebe wohl, wie der König Salomon, der auf seinem Throne saß, Gääßeflääsch un's Schwänzl fraß [ LA-Mörlh]. — 2. von der Art und Weise der Lebensführung; gut, (schlecht, g(e)sund, flott, luschdich, ar(e)mselich) l. [verbr.]. Die lewe wie 's Veeh (in Schmutz und Unordnung) [ KU-Kaulb]. Er raacht net, trinkt net, schnuppt net un lebt ganz wie e Sau [ KU-Kaulb RO-O'mosch]. Wer schickt 'Tabak kaut', hot e Maul wie e Sau; wer schnuppt, hot e Nas wie e Sau; wer raacht, der stinkt wie e Sau un wer gar nix treibt, lebt wie e Sau (unter Soldaten im Ersten Weltkrieg) [ LA-Rhodt]. Er lebt in Saus un Braus [ KB-Kriegsf LU-Opp]. Er lebt in Floribus, dass. [ KU-Schmittw/O]. RA.: Der lebt uf'm große Fuß 'über seine Verhältnisse' [KU-Bedb, verbr.], uf große Fieß [ KB-Kriegsf]. Er lebt wie Gott in Frankreich 'sorglos, üppig' [Hebel 17, verbr.], mit dem Zusatz: wie er nix hot [ HB-Höch]. Der lebt wie de Vool im Hanfsame (Hannefsome), dass. [RO-Dielkch KU-Schmittw/O, verbr.], wie en Vogel im Salatsame [ BZ-Dernb], wie der Vool im Hersche (Hirse) [ Gal-Josbg], wie e Has im Hawerfeld [ PS-Münchw]. Der lebt wie de Hannes owwenuf 'Dem geht es gut' [ RO-Dörnb], wie e Hafteschmeckes, dass. [ PS-Münchw]. Der Sorglose lebt vun de Hand in de Mund [KL-Hütschhs, verbr.], vun de Hand zum Mund [ LU-Muttstdt], vun Hand zu Mund [ KU-Mühlb KB-Bischh], vun heit uf morje [KU-Rothsbg, verbr. WPf NPf], in de Wind [ KB-Lauth], mit der Zeit [ NW-Iggb]. Der lebt en glänzende Verhältnisse, scherzh. von einem, der abgenutzte und daher glänzende Kleider trägt [ WD-Niedkch]. Das verwahrloste [Bd. 4, Sp. 846] Kind geht in kä Kerch un in kä Schul, lebt wie e Wutz im Dreck un Puhl [Krieger 43]. SprW.: Wie mer lebt, so sterbt mer [ LA-Mörzh, mancherorts]. Wie gelebt, so gestorb [ NW-Frankeck]. Fröhlich gelebt unn gut g'storwe is dem Deiwel die Rechnung verdorwe [Brandstätter in: PfMus. 1925 176]; Var.: Luschdig g'lebt un selig g'storwe ... [ LU-Opp]. Besser ehrlich sterwe wie schändlich l. [ NW-Kallstdt]. — 3.a. von etwas l. 'sich ernähren'. RA.: Der lebt vun de Luft 'ißt wenig' [BZ-Gossw, verbr.], vun Luft un Lieb, dass. [ KL-Stelzbg]. Der kann aa net vun de Luft l. [ LA-Gommh]. Awwer a die Große kenne net vom Wind l. [Westricher Kalender 1957 102]. — b. 'seinen Lebensunterhalt bestreiten'; vgl. PfWB existieren 2. Er kann vun seim Geld l. [ KU-Schmittw/O]. Der hot ken Penning (Knopp) meh for se l. 'Er hat sein ganzes Vermögen verloren' [ NW-Weish/S]. RA.: Der lebt vun seim Fett wie de Dachs 'von seinen Ersparnissen' [ KU-Schmittw/O]. Das is zum Lewe se wenich un zum Sterwe se veel [KU-Schmittw/O, verbr., auch Don Gal Buch]. SprW.: Wer lebt vun Fische un Jage, muß v'rrissne Kleeder trage [Penns Dutch Cook Book 12]. — 4. 'in einem bestimmten Verhältnis l.', vorn. vom ehelichen Zusammenleben. Sie lewen wie die Dauwe (Daibcher) 'in zärtlicher, harmonischer Ehe' [ZW-Battw, verbr.]. Die lewen wie Hund un Katz 'in Uneinigkeit, Zwist' [LA-Gommh, verbr.], wie Katz un Hund, dass. [ KU-Kaulb PS-Erfw]. Die lewe net minanner 'sind geschieden' [ KU-Bedb]. — 5. Part. Präs.; lewender (lebender) Zaun 'Einfriedung mit Dornhecken' [vereinzelt über die gesamte Pf, von häufiger belegtem lewendicher Zaun (s. PfWB lebendig I2 a) geographisch nicht zu scheiden]; lewende Zeitung 'geschwätzige Person' [ LU-Assh], Syn. s. PfWB Quatschmaul; lewendi Därr 'eiternde Hautflechte' [ PS-Geisbg], Syn. s. PfWB Dürre 2 a. — 6. vgl. die Abl. ab-, auf-, aus-, ein-, er-, wider-, zuleidleben. — Südhess. IV 209 ff.; RhWB Rhein. V 253 ff.; LothWB Lothr. 337; ElsWB Els. I 541. | | leben das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk lēwə, –-, er lēbt, –-; Mosfrk an der Saar -ēw-; NOSaarl -ə-, –eə-; Körprich -e-; Düppenw -ä-; Limb Dorf u. Aussem -e·ä.-; Lebch Knorschd Hüttersd Primsw NSaub Rümmelsb Gresaub Labch OSalb u. der NW --; die übrige Saar -- [SMerz -ə-; innerhalb Saarbg-Eft Orscholz Kessl Wies -īə-]; sonst Mosfrk -w- [in Bitb --, –ă-, –īă-, uMos -ę-]; Westerw -ē-, –e-; Rip -ęv- [Köln-Stdt -e-; Aach-Stdt -ęə-], h lf (-ə-); OBerg -ēəw-, –ē·ə.v-; NBerg -ē- [Wermelsk -ei-], h lęft; SNfrk -əv-, –ēə-; h lęft; Klevld -w-, he lęft; Part. gəlbt, –ē-, –lēft, –-; -lf [NBerg, SNfrk, Klevld -lęft; Erk-Elmpt -lē:ft] schw.: 1. von lebenden Wesen. a. wie nhd., dasein, im Gegens. zu sterben, tot sein. RA.: Mer left nummen äs (nur einmal)! deshalb die Zeit ausgenutzt Mosfrk, Allg. All Minsche (Löck ‘Leute’) welle l.! nicht nur du hast das Anrecht, dein Auskommen zu haben Rip, Allg. Mer well doch l., Bas (Tante), sät Manse Bärwel en Neundorf Kobl-Neuend. Gevve mät (macht) l. Almosen erhält wenigstens den Armen Bergh-Blatzh. Mer mott l. on l. loəte (lassen) SNfrk, Allg. Mer mott l. on l. loəte, seit der Hongk, do stoəhl he dem Metzger de Wuərsch on schess glicke drop labendige Wörm MGladb-Rheind, — sät der Wolf zom Fuss (Fuchs), do gof he em de Schöchelcher (Beine) vam Gesselimmes-chen (Ziegenlamm), dat se zosammen gestollen hatten Sieg-Sieglar. Wer war das? Antw.: Den ze Johr (voriges Jahr) l. bliewen wor Bitb-Fliessem. Mer moss at (schon) fruh sen, dat mer (am) l. blif Rip, Allg. Suə woəhr, als ech leəf! MGladb; dat wet (weiss) ek ok so gut, as e lef Klev. Da's sie Vatter (Motter), we he (se) lief (leibt) un lef Rip. De Fuchs kreit et ganz Johr kän Sopp, e left äwwer Bernk-Kesten. Wenn Gott well, l. mer näscht (nächst) Johr noch! Abschiedsgruss Saarl, Allg. Wat, lefs du och noch? sieht man dich wirklich noch einmal, Grussformel Allg.; o freck (verende), lefste noch! Kobl-Dieblich. Su lang we dau hoffs, lefs dau noch May-Allenz. De dann noch lef, hät enen helle (harten) Kopp wir werden es nicht mehr erleben Heinsb-Millen. Der alen Herrgott lef noch Köln, Allg. Der Dommeldich (Hastige) hat den Hals gebroch, on der Langsam leaft noch WMosfrk. Dat mott men kenne, sät Spohr Kretz, du levden he noch Kref-Osterath. Dohn mer necks, ich d. der och necks, sät der Talla, du lefte he noch Dür-Stdt. Wenn de Hop (Hoffnung) nit wör, dann l. wej nit mehr Rees-Ringenbg. Mer hät grad suə völl, dat mer left MGladb, Allg.; et ös doch noch te gefäəhrlech, dat men left gesagt, wenn von Krankheiten u. Unglück gesprochen [Bd. 5, Sp. 254]
wird Kemp-SPeter. Wer get, wat e hät (on deht, wat e kann), es weərt, dat e lef Rip, Nfrk. He es tu domm, dat he left Kref, Mörs. Mer lef net, für ze esse, ävver mer iss, für ze l. Sieg-Ägid. He wett (weiss) net, of he henge (hinten) lef on füəre duət ös MGladb-Neuwerk, MülhRh; hej wett van före niet, dat e achter left Rees. Du leəfs doch geng (keine) hondert Joəhr miəh! was schaffst du dir das all noch an? Aach, Allg.; zu dem, der zu sparsam mit seinen Sachen umgeht: et get noch Klearer (Kleider udgl.), da l. miər all net meh Siegld, Allg. Honnert J. geleft es alt noch net gestorwen Prüm-Ringhuschd. Dau hos geleft zou aler Zeit, wu de Schwalwen hon gefreit! du bist rückständig Bernk. Mer wellt geər lang l., ävver net alt weərde Bergh-Blatzh. Wer lang l. will, der muss wie en Katz eissen (essen) un wie en Hond drenken Waldbr-Dreisel; wells de lang l. on blive gesongk, iss wie de Katz on drönk wie de Hongk (Hund)! Bo-Dransd; wej (wenn du) lang l. wes, verget (vergesse) et Osseme (Atmen) niet! Emmerich. Wer lang lef, werd alt Köln, Allg.; wer lang hos (hustet), lef lang Rip; wij lang hopt (hofft), den lang left Emmerich, Düss, Bergh. Ger dut (Hoəp duət) lef lang der, dessen Tod man erhofft Rip, Nfrk. Allzo kloke (kluge) Kinder l. nit lang Köln, Allg. Mer lehrt (lernt), su lang mer lef Köln, Elbf. Wen usem Herrgott en arme Mann schellig (schuldig) os, bleift et och, esou lang he left wer nach Gottes Willen arm sein soll, bleibt es auch Prüm-Ihren. — He wonnt em got Möhn (Tante), wess, wat se gevve soll; lang soll se l., hondert Johr on ene Dag soll se iveg (ewig) selig sen! Heischeld. (u. so vielfach in solchen Liedern) Rheinb-NDrees. — Lang lef de Könneng, lang l. wej; lang lef de K. met de ganze Schötterej! Begrüssung des neuen Schützenkönigs Geld-Kevelaer. — Weət et längs(te) left, krit alles (et all) Allg., — ach (auch) et Beldemer (Beltheim) Backes un därf die Äcker zwerch ackere Simm-Horn, — och der Iserbahn, on dann kann he nit domöt fahre Kref, — de I. un de Kölle Dom Mülh-Rh, — Budberg on Eversol on de I. met de Fläut Mörs-Asbg, — de Frau Seel met samt dem Kollkasten Elbf, — de kann sogar de Kirk verkope, ävvel dann ös niəmes doə, deə se gölt (kauft) Kemp-Süchteln, — ävvel he moss sech self de Schoh wechse Eup, — krit der Krützberg met de Mönche Bo-Stdt, — Kölle Sieg-Scheiderhöhe, — Stolberg Aach, — de Fischbach Saarbr-Lauterb, — Häukebänd Eup, — et Stadthus Aach-Stdt, — Billig, Angenbroich on de decke Sten Eusk-Billig, — de ganze Welt Siegld, — de Schleder Quel für e Öllichsfeld (Zwiebel-) Schleid-Reifferschd, — de Köh all Sol, — de alt Piefen all Neuw, — bezahlt alles Schleid, Prüm, — kann der Deissem (Sauerteig) metbacke Neuw-Bruchhsn, — he moss awwer och alldewege lire (läuten) Siegld. Der et längs ess, der et längs lef MülhRh; wer am letzten isst, left am längsten Prüm-Burb. [Bd. 5, Sp. 255]
Der Längslebende (von den Ehegatten) nach dem Nhd. Allg. — Et wor gen leəve (lebende) Siəl (Seele) do niemand; en lewend Mensch Mörs (selten, dafür meist lewendeg). — Mer left, bes mer stervt, on esst, bes mer verderft Malm-Weywertz. De kann nit l. un nit sterwen Dinsl, Allg. All welle gern lang l., ävver keiner gern st. Köln-Stdt. Mer moss Zick han, für ze l. on och für ze st. Köln. Et es va weəge L. en St. die schriftliche Anerkennung einer Schuld oder einer Gerechtsame Aach, Monsch, MüEif, — för L.s en St.s ebd.; um L.s on St.s wöllen Prüm-Mürlenb 1860; et ös beəter, dat we os drövver enige (einigen), me konn nit wüəte (wissen) möt L. on St. Kemp. — Op dem Land, en der Stadt l. Allg. — b. von etwas l., von einer Nahrung, einem Erwerb; van Brut (udgl.) l.; van de Rente (de Rent), van sengem ege Geld l.; dovan (domöt) kann ech net l. Rip, Allg.; no welle wej ens dervan l.! gehörig auftragen Kemp-SPeter; ze l. han ausreichendes Einkommen; he kann l. Rip, Allg. RA.: Mer kann nit vam Weng (Wein) l.! zu dem, der mehr trinkt, als er isst Rip, Allg. Heə leəft va si eige Fett der dickleibige, der wenig isst, auch von dem, der über geringes Einkommen klagt, aber keinen Erwerbszweig hat Aach, Allg. He left noch von Modersch Mospott (Mus-) ist noch im elterlichen Hause MGladb. Vom bare Stüwer (Stüber) l. Prüm-Mürlenb 1860. He left vom Schlofgel (Schlafgelde) spöttisch, er ist schon so reich Sol-Witzhelden. He lef vun singe Renten un sitz mem Arsch om Kapital Köln-Stdt; se l. de R. on barschten van Honger en de Tenten (Zelten) Kemp-Süchteln. He lef us (van) ander Löcks (Leute) Täsch Rip, Allg. Die l. och vam Wengk (Wind) die andere glauben machen wollen, dass sie zum Lebensunterhalt nicht viel nötig haben Rip, — vam himmlische Dau (Tau) Rip, MGladb, Erk, — van Sten MGladb. Heə leəft va der Scha (Schaden) er verkauft angeblich billiger, als er einkauft Aach, MGladb, Erk; vam Schaden (der andern) mott mer l. Elbf. Wer vum Hoffe lebt, sterbt vum Faschte Hunsr, Köln. Mer lef vun einem Gott, ävver nit vun einem Minsche Köln-Stdt. He mutt geəves l. von milden Gaben Heinsb-Millen. Er hot nicks vor se l. on se sterwe Rhfrk; de hat te wennig, öm (för) te l., on te vüəl, öm (för) te st. SNfrk, Allg.; mer moss fruh sen, dat mer ze l. hät Rip, Allg. — c. für einen (etwas) l., für sein Interesse; eingenommen sein, schwärmen dafür; de lef nur für seng Frau on seng Kenger Rip, Allg.; de lef marr för si Geschäf, he soll bald Eəten on Drenke vergeəte Kemp, Allg. — Jesus, dir lew ich usf. (Gebet, auch dem Sterbenden zugerufen) Allg. — d. von der Art, das L. zu führen. α. gut, reichlich, armselig l.; der lef och gern got isst u. trinkt gern gut; he kann ganz komod l. behaglich Mörs, Allg.; der lef ze fett er isst zu fette Speise Allg.; die l. Bol (Polen) uf sie l. gut [Bd. 5, Sp. 256]
Kreuzn; die l. ower de Körf über ihre Verhältnisse Geld-Schravelen. RA.: Ämol gutt gelebt gedenkt ewig Wend-Baltersw. Et ös besser, emol got gelef als zweimol schlech Sieg, — wie all sie Levve schleit Neuss, — als emmer gəuselt Kref, Kemp; besser verzig Johr got gelef, als achzig J. Stein geklopp Köln-Stdt. Lang lef, we got lef Mülh-Rh; wer got lef, wiərd alt Neuw-Linz. Wenn mer och ärm sin, mer l. ävver got Rip. Et hesch (heisst) got l., ävver sich (sieh) zo! dass du nicht verarmst, dass deine Seele keinen Schaden leidet Bergh-Blatzh. Su l. mer alle Dags, höck (heute) es der irschte (des Monats) Dür. Gut gelebt well werrerlebt sen für ein flottes, gutes Leben büsst man (durch Gicht, Schulden udgl.) Goar, Allg.; alle gode Dag willen wirrererlefft weren Altk-Bachenbg; alles widderleəft sech MülhRh, Allg. De lef (so reichlich, behaglich, sich wohlfühlend) wie en Lus em Plack (Grend) Allg., — en Mod (Made) em Speck Trier, — die Hinkel im Scheissdreck Bernk, — en Fesch em Wasser Allg., — en Vul (Vogel) em Hanfsome May, Allg., — e Vöjjelche en e Körfche Aach-Stdt, — ne Vogel op gene Tun (Zaun) Eup, — en Kroh am Galgen Gummb-Stromb, — en Hond ohne Flih WBitb, — ene Köneng MGladb, — en Kurfiərscht Bernk, — K.fiərschte Anton Birkf, Trier, — ene Gott (G. der Hear) e Frankreich Allg.; die l. wie de Kaveleersch, ävver se sind esu net do sie machen zu grossen Aufwand; sie haben den Reichtum auf unehrliche Art erworben Bergh-NEmbt; he lef, als wenn alle Dag Kirmes wör Rip. We sech schamt (sech blickt ‘blödet’) wie en Hond, de left wie en Her Prüm, Köln-Stdt (frech es we). Ech höbb der Dag geleft, dät mech et Fell an et Jässke (Jacke) kleft! Heinsb-Breberen. Pänneke(n)fett l. gut u. reichlich essen u. trinken SNfrk, Klevld; schepp en güss (schöpfe u. giesse) l. verschwenderisch Aach; en de Vollop (-auf) l. Malm. — Mer muss l., we mer kann (nach den vorhandenen Mitteln), nit, we mer well Köln-Stdt. — Schlecht, armselig, miserabel, spack, nau (udgl.) l. RA.: Besser e böss-che schlechter geleft, als wie mat Musik begroawen Trier-Schleidw. Hüt l. ver ens got, moər steəke ver os der Dumm en de Mull, wenn ver Flesch han welle MGladb-Rheind. Hondert Johr alt on nouch net geleəf heisst es von geizigen Leuten Bergh-Blatzh. Se l. aus der Hand en de Zand (Zahn) Saarl, Allg. (van der H. op der Tant SNfrk, — en de Mull SNfrk). Den leəft op Hoəp (Hoffen) Geld-Hartef, — ön der Hoffnung, bös er sterft Altk-Bachenbg. — Lösteg (lustig ), flott geleft on sieleg gestorven es dem Düvel de Rechnong (et Handwerk, Konzept) verdorve Rip, Eif, Nfrk. — Op grussem Fuss l. Aufwand treiben Bitb, Allg. — Vöəl versprəeke en wenneg geəve deiht de Gecke e Freude leəve Nfrk. — We wöllt gesond l., mass dem Oarsch Wand (Wind, Loft) gewen; wen awer wöllt mat Ihren l., de darf en net ze weit opdohn (em net ze vill [Bd. 5, Sp. 257]
gewen) Bitb, Saar. — Frei, ongebonden, allein, (stolz) für sech, gern met andern, en Rauh (Ruhe), em Onfridden, zefridden udgl. l. Rip, Allg. He left wie en Fladdermus wie ein Einsiedler Schleid-Dollend. Wat deht mer net Friddlewes wölle! Prüm-Mürlenb. — β. von der sittlichen Lebensführung; de lef got (net got, schlech), — wie en ihrleche (gode) Mensch et soll (kann), — wie et em behag, net wie Gott et well, — en alle Schlechtegketen (Sönden), — nur su drop los üppig, ohne an die Ewigkeit zu denken, — en de Dag heren ohne an die Folgen seines Tuns zu denken, faul, träge, unbeteiligt an gemeinsamen Sorgen, gleichgültig Rip, Allg. RA.: L. hesch (heisst) vernönfteg werke Bo-Dransd. Sall der der Herrgott Sege gevve, muss de no singen Welle l. Köln-Stdt. Op Gott vertrau, arbeit brav un lef genau! ebd. De Bauer soll schaffen, als wenn en iwig soll l., on l., als wenn er mor (morgen) soll sterwen Daun-Strotzbüsch. Dat es ene richtige Mann, de got l. on st. kann Dür-Gürzenich. Ber got left, sterft got Neuw-Dierd; wie geleft, su gestorwen Allg.; gut geleft os half gestorwen Prüm-Ihren. Scheiss en de Welt on lef geistlich! Elbf. Der left en't Honnert ren, bes et Dausend voll es Saar, Trier. He leəft wie Hännes-che, der Geck in den Tag hinein Aach-Stdt; die l. zesamme wie Katz on Hongk unverträglich Rip, Allg., — zwen Hahne Birkf-Oberst, — de Kanaljevügel, do schleiht et Männche Köln-Stdt, — zwei Deifcher (Täubchen) in äusserst friedlicher Ehe Trier, — de Meerschweincher, die paaren sich sogar mit de Ratten unsittlich Saarl-Berus. — e. enen hoch (meist in nhd. Lautung) l. losse; he sall l., zom iərschte, zom zwätte, zom drötte (Mol)! Rip, Allg.; dau kanns mer hoch l.! gestohlen werden, ich tue es nicht Kobl-Bend; nau lef mer doch wohl! Rhfrk. Vivat N. N., sall l. on seng Frau dernevve on ich derbei, dann l. mer alle drei! Dür-Stdt. — 2. mit sachl. u. unpersönl. Subj. a. in RA.: Et (Bild) es, äls of et leəvet so natürlich ist es gemalt Aach-Stdt. An dem lebt alles er ist sehr beweglich Saarbr, Allg. Wann de dut es, dann left sei Schnawwel noch von einem Vielschwätzer Kobl-Weissenthurm. Et hät geleəf on leəf net miəh; et hät geblöht on blöht net miəh on dreht doch nouch Lif on Siel der Schuh Sieg-ODollend. Fürfönkelchen leəwt noch ein Pfändersp., wobei ein glimmendes Streichholz im Kreise rund gereicht wird; bei wem es erlischt, der muss ein Pfand geben; beim Herumreichen sagt man zum Nachbarn: F. l. n.! Gummb-Berghsn. Levvende Heck grüner Zaun, Weissdornhecke Bo. — b. dat lef net das kommt überhaupt nicht vor; et wor su abscheulech, dat l. n. Sieg-Ägid. — c. nä, su jet lef (ävver) net mih! Ausr. des Erstaunens Rip, Allg.; esu l. nach nüs (mih)! Bernk-Wintrich. Su jet leəvet net miəh, sät de Storch, du fong (fand) he enne kapote Quackforsch (Frosch) Heinsb. — Abl.: die Lewerei, dat Gelef(s). [Bd. 5, Sp. 258]
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