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 PfWB lauern (Bd. 4, Sp. 813)   PfWB laustern (Bd. 4, Sp. 834)   RhWB laustern (Bd. 5, Sp. 233) 
   lauern schw.:
1.
a. 'angestrengt (heimlich) beobachten, auf eine günstige Gelegenheit warten', lau(e)re (lauərə, laurə) [verbr., Christmann Kaulb 20 Heeger Südostpf. 12 Höh 59 Mang 125 Schneckenburger 29 Lambert Penns 97], lure [vereinzelt lothr. SWPf]; vgl. PfWB spannen; Zs.: PfWB ab- 2, PfWB verlauern. Die Katz lauert, wenn sie Mäuse fangen will [ LU-Alsh/Gr, mancherorts]. Sie singen am Brunne, sie singen am Haus, / Un' s Liebche das lauert zum Fenschterche 'raus [Schandein Ged. 4]. —
b. 'beim Kartenspiel zusehen' [ KL-Schneckhs NW-Iggb BZ-Dimb W'rohrb]; vgl. PfWB kiebitzen 1. —
2. 'lauschen, belauschen' lau(e)re [verbr. VPf vereinzelt WPf Lambert Penns 97 Buffington-Barba Penns 154 Rußl-Spey], lo'ere (lōərə) [vereinzelt südl. VPf]; vgl. Karte 274 laustern; Zs.: PfWB ablauern 1: Syn. s. PfWB laustern. SprW.: Wer lauert an der Wand, heert sei eegni Schand [PennsDeitschEck 27. 2. 1954]. — F.: Neben 1. kommt das inhaltlich entsprechende luren vor, ohne daß eine klare räumliche Trennung erkennbar ist. — Südhess. IV 1760; RhWB Rhein. V 179/81: LothWB Lothr. 346 luren; ElsWB Els. I 608.

 

   laustern schw.:
1. 'angestrengt (heimlich) hinhören, lauschen', besonders abends an den Fenstern und Türen, lauschdere [verbr. WPf außer lothr. SWPf, Christmann Kaulb 20 Höh 59 Mang 125 Müller Dietschw 47 PfId. 85 Lambert Penns 97 Don-Schowe Torscha Tscherwk Krämer Gal 139 Buch-Illisch], luschdere [lothr. SWPf]; s. K. 274; vgl. PfWB ab-, PfWB zulaustern; Syn.: PfWB auffangen 2, PfWB horchen, PfWB lauern 2, PfWB lauschen, PfWB luren, PfWB spitzen. Naun lauschder emol! 'Höre einmal zu!' [ KU-Kaulb, Trahw RO-Rehborn]. Eich hann serscht net so recht druff gelauschtert [PfId. 170]. Der hot widder gelauschtert [Rech Lore 8]. Das do driwwe isch a enne von denne, die zu gäär hennerm Laale (Fensterladen) luschtere [IB-Ensh (Glass 61)]. Ich spring dorch de Wald un drowwe am Hag / Do werf ich mich sachte in's Moos / Un lauschter un spitz so die Däler entlang [Müller Luscht un Lewe 110]. Sie lauschdern wie e Heschelmaus [Fuhrmann 2]. a. 1595: Derweilen sichs befunden, daz In der Küchen ettwan die Knecht daz Innerste Thürlein gegen der Rhadtstuben offen stehen lassen vnnd laustern sollen, waz Im Rhadt tractirt wurde [StArch. Kaislt Ratsprotokoll v. 18. 9. 1595]. —
2. 'beim Kartenspiel zusehen' [ PS-Schweix]. — Zu mhd.

[Bd. 4, Sp. 835]

lūstern 'horchen, lauern' ( Lexer Lexer I 1993). — ALLG K. 59; Südhess. IV 200/01; RhWB Rhein. V 233/34; Lothr. 346/47; ElsWB Els. I 621.

 

  PfWB  ElsWB  LothWB laustern das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk, Saar bis zur t-st-L. laudərə (-rn), –ǫu- [Merz-Losh, Saarbg-Beurig Cahren NZerf Weiler -y-]; n. davon -ausd-, –ǫu-, –ou- [Birkf-Idar -ō-; in Koch, May -ǫud-; Bitb-Schankw -øysd-; Wittl-Rivenich Sehlem, Daun-Heyroth -ō-; Prüm-Ihren -ǫ·u.st-; Irrhsn -o-; Habschd- -ogsd-] bis zur Diphthongierungs-L.; n. davon -ūst im Rip, Berg [LRip vielfach -u-; Aden-Rodder -o-; Prüm-Hallschlag Lüneb Ormont Schönf Schüller Stadtkyll, Daun-Feusd, Schleid-Berk Blankenheimerd Schmidth, Rheinb-Iversh Rupperath, Eusk-Gymnich Walh OElvenich, Sieg-Braschoss, Kemp-Tönisbg -ȳ-; Malm-Bütgenb, Monsch-Rötgen Woffelsb, Eup-Raeren, Aach-Ld, Heinsb (Selfk) -y-]; Siegld -u-; SNfrk -u-; Geld- -ȳ-; Mörs -ȳ-, –y-, –u-; Ruhr, n. Ruhr -u-; Klevld -ȳ-, –y- schw.: 1.a. scharf aufhorchen, hören, lauschen, still sein, um etwas zu hören (in gutem Sinne); heimlich horchen (in bösem Sinne); luster ens, do es iəmes; luster ens, ech well dech jet vertälle MGladb, Allg.; man hält kleinen Kindern die tickende Taschenuhr ans Ohr u. sagt: nu luster; nu lustert ens got! zu Kindern, denen man etwas erzählen will; he lustert schärp hört scharf zu; luster ens, wat ech der ze sagen han; ech l., wie se sönge; luster ens, of ener küt; mer han op de Predig gelustert Rip, Allg.; weil han ich den ganzen Firmeddig of den Breifdreier (Briefträger) gelauschtert Merz, Allg.; du hes noch net an et Eng (Ende) gelustert gesehen Sieg-Ägid. Bass of, die Fra lauschtert Saarbr, Allg.; Firwetz, dau hos gelaustert! Bernk, Allg.; he kimmt nummen (nur), um ze l. Bitb, Allg.; heit Owed gehn mer emol dort hin on's Finschter l. Saarbr, Allg.; an de Dürre, am Schlösselloch l. Rip, Allg.; de nälig Hund muss dann iwerall l. Simm, Allg.; der moss üverall heröml. Rip, Allg. — RA.: (vor allem zum heimlichen L.): Der laustert wie e Spitzbuf Bitb, Simm, — en Bei (Biene) Geilk-Oidtw, — ene Fenk (Bochfenk) Rip, Nfrk, — e Fochs Trier, Allg., — e Pingstfochs Trier, Dür, — en Müs Klev, — enne Spetz (Spitzhund) Geld, — en Spetzigel (Spiess-) Prüm-Reuth, — en Kapeshas Prüm-Burb, — en bierig (brünstige) Sau Bitb, — en Sau (Barg), die (den) en de Bach (Wasser, an't Strih) sächt (seicht) Mosfrk, — de an de Komp (Trog) secht Bitb-Dahlem. Met dem Maul l. maulaffen Simm, Aden; met Schnütt on Ohre l. Geld. Dat mag ech net l.! das kann aber noch etwas absetzen MülhRh. Wer sin Ohr op et L. stellt, hört selde jet, wat im gefällt Köln-Stdt, Dür. Wei lüstert achter (an) de Wand, hört an sin eigen Schand Klev, Allg. Se lett (lässt) de Fenstere l. sie ist schwanger MGladb-Viersen. Ek schriff mi luster! ich antworte nicht drauf, trotzdem ich könnte Mettm-Langenbg. — b. gehorchen, von Kindern; op de Eldere l.; op enen l. diese Anwendung ist mit Ausnahme des Rhfrk allg., doch mehr op enen

[Bd. 5, Sp. 234]
hüren; na de Äldersch mott em l. Erk, SNfrk; einen l.; dou sas die Vader l. Geld, Mörs, Klev. Brav Kenger l.; he lustert got (net) Eup, Erk, Kemp, Geld, Mörs, Klev. We niet l. konn, mutt fühle ebd. We Vader on Moder net lustert, de mott e Kolvfell l. Geld-Leuth. — 2. übertr. a. flüstern, tuscheln; dei l. (sik wat) Gummb, Sieg-Bölkum; in't Ohr l. Klev, Rees. — b. dat lustert genau (nau) es darf nicht das geringste fehlen, es muss ganz genau ausgeführt werden Eusk-Zülp. Rheinb-Meckenh, Bo-Volmershv, Mörs-Wallach. — Abl.: die Lauster(er)ei, dat Gelauster(sch).