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 PfWB Lappen (Bd. 4, Sp. 778)   RhWB Lappen (Bd. 5, Sp. 120) 
   Lappen m.:
1.
a. 'Stück Tuch, Tuchrest', Lappe (labə, lḁbə) [allg., Christmann Kaulb 61 Heeger Südostpf. 25 Höh 46, 81 Mang 79 Müller Dietschw 46 Lambert Penns 97 Don Krämer Gal 138]; Pl. wie Sg.; Dim.: Läppche, Läpp(e)l, Läpp(e)lche, Pl.: Läppche, Läppcher, Läppercher, Läpp(e)lcher, Läpple, Läpplich; vgl. K. 27. RA.: E gurer L. Dischduch! scherzh. Wend. im Sinne von 'Guten Appetit!' [ WD-Niedkch, Saal KU-Diedk]. Volksmed.: E leine Läppche mit Schmalz beschmeert un in Branntwein gedunkt, häält alles [ ZW-Bechhf]. Im AR.: ... kummt se mid'm Stecke / geh ich zum Babbe / schlacht er mich mi'm L. [ BZ-Billh]. —
b. 'alte Kleidung, Fetzen', verächtl. [mancherorts]. Sie hun em nägscht (fast) die L. erunner geress [ KU-Schmittw/O]. RA.: am L. kriee 'an den Kleidern festhalten' [ KU-Hundh]; jemanden jagen, hauen, daß er die L. verleert [ KU-Kaulb, mancherorts], daß die L. gefloo sein [ KU-Schmittw/O]. Rätsel: 10 schwarze Rappe ziehn e schwarze L. an Bärzlers Haus die Berg enaus. Auflösung: ein Schornsteinfeger, der seine Notdurft verrichtet hat und seine Hose hochzieht; schwarze Rappen 'Finger', schwarzer Lappen 'Hose', Bärzlers Haus 'Bürzel, Hintern' [ KU-Bedb]. —
c. 'Lappen zu verschiedenen Zwekken'; Zs.: PfWB Abstaub-, PfWB Brust-, PfWB Putz-, PfWB Tafel-, PfWB Flick-, PfWB Fuß-, PfWB Geifer-, PfWB Kredit-, PfWB Mumen-, PfWB Pussier- 2, PfWB Rock-, PfWB Rotz-, Sabber-, PfWB Schau-, PfWB Scheu-, PfWB Schlabber-, PfWB Schmacht-, PfWB Schmalz-, PfWB Schuh-, PfWB Seiber-, PfWB Seifer-, PfWB Staub-, Wasch-, PfWB Wams-, PfWB Wischlappen. Im einzelnen:
α. 'Lappen zum Abwischen der Schultafel' [verbr.]. —
β. 'Staublappen'

[Bd. 4, Sp. 779]
[ KU-O'alb KL-Niedkch]. —
γ. 'Waschlappen' [ HB-Mimb Walsh]. —
δ. 'Fußlappen'. RA.: Mach dich uf die Lappe! 'Mach dich auf den Weg, verschwinde!' [Müller Luscht un Lewe 103, 11]. Mach dich uf die L., so schnell wie e Hund gauzt [PfMus. 1920 178]. —
ε. 'Schöße des Rocks, Fracks' [vereinzelt NOPf]. —
ζ. 'Schuhlasche', Lappe, Läppl [vereinzelt VPf]. Syn. s. PfWB Lasche 1. —
η. 'angenähte Schlinge am Schuh zum Anziehen' [ LU-Muttstdt]. —
θ. urspr. 'Lappenabsperrung für das Wild bei Jagden', heute nur in der RA.: dorch die L. gehn 'entwischen' [ KU-Hundh, mancherorts]. —
2. übertr.
a. 'Geldschein' [vereinzelt, Hartmann Teemaschin 92 Kieffer Bilderb. 44]. Mach's gut, - wann's mich aa(ch) koscht e L. [Siebenlist 28]. —
b. 'Stück Land, Landparzelle' [mancherorts]; vgl. PfWB Placken 4, PfWB Item 1 b; Zs.: PfWB Scheiß-, Wiesenlappen; e Läppelche Land [Rockhs]. Der mit seine paar Läppelcher! [ KU-Diedk, mancherorts]. Er versauft sei paar Lappe Wingert [PfRSch. v. 13. 1. 1927]. Vun dene drei Läpplcher Feld kann mer sich net ernähre [ LU-Friesh]. Emol e äge (eigenes) Läppel Land, / Wu ich emol als alter Mann, / So wie ich will, drin blänzle kann [Räder 19]. a. 1560: von drei lepgen auß dem Geglers gut [KSchArch. Zweibr (Gültbuch des Klosters Offenbach/Glan 4r)]. —
c. 'Menge' [ LU-Friesh Don-Gertianosch]; e ganze L. 'eine ganze Menge' [ LU-Friesh]; e Läppche 'eine kleine Menge' [ Don-Gertianosch] —
d. eine Art Kuchen [ KU-Adb]; vgl. PfWB Schneiderlappen. —
e. 'Eisenbeschlag am hinteren Teil der Deichsel' [KL-Frankst Klein Wag. 104]. —
f. 'lappenartige Teile am menschlichen oder tierischen Körper'.
α. 'das Ohrläppchen', meist Dim. Läppche, Läppl, s. 1 a [mancherorts]. Zs.: PfWB Ohrlappen, -läppchen. —
β. 'weibliche Brust' [vereinzelt VPf]. —
γ. vgl. PfWB Fettlappen 1 b. —
δ. 'Wamme des Rindviehs' [mancherorts]; Zs.: PfWB Brust- 2 a, PfWB Fett- 1 a, PfWB Hals-, PfWB Kuhlappen.
ε. Pl. 'die Weichen der Kuh', Läppe [ RO-Obd]. —
ζ. 'herabhängende Hautlappen am unteren Teil des Kopfes von Hahn und Huhn' [vereinzelt]; vgl. PfWB Bart 2. —
η. 'Unterlippe bei Tieren' [ KB-Gauh]. —
θ. ' Teil des geschlachteten Schweins' [vereinzelt]. Zs.: PfWB Bauchlappen, -läppchen, PfWB Schmalz-, PfWB Schweinelappen. Wie duhn die Lappe aus'm Salz / so appetitlich winke! [Woll 23]. —
g. vgl. PfWB Huf-, Sau-, PfWB Wamslappen, PfWB Vielläppchen. —
3. persönl.
a. 'Feigling' [mancherorts]; Zs.: PfWB Feig-, PfWB Fürchte-, PfWB Schmier-, Waschlappen; Syn. s. PfWB Feigling. —
b. 'schlaffer, weichlicher Mensch' [ KU-Schmittw/O]; Zs.: PfWB Jammerlappen. —
c. 'Eckensteher, Bummler', Musikantenspr. [Bei uns daheim 19. 5. 1926]. —
d. 'Handwerksbursche', Musikantenspr. [Schneider 79 Pfälzer Abendzeitung 2/1951 Nr. 4]. —
e. vgl. PfWB Panz-,

[Bd. 4, Sp. 780]
PfWB Pech-, PfWB Pussier- 1, PfWB Dreck-, PfWB Fett- 2, PfWB Feucht-, PfWB Freß-, Sau-, PfWB Schand-, PfWB Schmacht-, PfWB Schmuslappen. Südhess. IV 133 ff.; RhWB Rhein. V 120 ff.; LothWB Lothr. 329; ElsWB Els. I 600/01.

 

  NRhWB Lappen das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk -ab-, –ap- Sg. u. Pl. m.; doch in Bitb, Trier-Ld n. Mos lā:p, Pl. -pən f. (s. auch Läpp); Rip, Berg lapə(n) Sg. u. Pl. m.; NLRip, SNfrk, Klevld lap [im sndfrk. Trübungsgeb. -ǫ-], Pl. -pə(n) m.: 1. Rest eines Tuches oder Stoffes a. schlechthin; et sen vill L. (beim Schneiden des Stoffes zu einem Kleide) üvverig blivve (afgefalle), dat git für de Kender schün Poppelappe (zu Puppenkleidchen); hang ene L. für et Finster, dat kener erensieht Rip, Allg.; de Nole (Nadeln) op L. steche bei der Fabrikation Aach. RA.: Du häs en Zong wie ene L. Dür-Weisw; voll Schold sen wie ne L. Schleid-Hellenth. Bonte L.ə färve bont Düss-Benr. Wi poppe (Puppen kleiden) well, mott L. häbbe Mörs-Xanten. He lött en Läppken achter den Dösch fallen er ist ein Dieb Mörs. He e Läppche un do e L. git zosammen e Kinderkäppche vom Schneider, der L. für sich unterschlägt Köln, Eup, MGladb, Elbf, — för sin Frau en Nebelskäppke Meiderich, — dat macht för minge Jong e Käppche Aach-Stdt. Schnider met der Elen woul en Läppken stehlen; hie e L., do e L., göt terletzt en Schniederkäppken NBerg, — stehlen, kos het nit bekommen, fing hei an te brommen Mörs-Asbg. Schn., knipp de Schiər (Schere), gef de Lüt de L. wiər; he ene L., do ene L. göf en go (gute) Niəvelskapp Erk-Bellinghv. De Schnider liet (läßt) L. dorch et Schiərelouch (Scherenloch) falle Dür-Gürzenich. Ech han ene L., ech h. ene blaue, bl. Linelapp! Wat dehs du möt de L., wat dehs du möt de bl., bl. Linelapp? Ech mak mech drut ene Büəl (Beutel)! Wat dehs du möt de B.? Ech donn mech dren et Geld MGladb. Wachte, du kriegst en rot Läppken angesteckt! zu einer Klatschbase Ess; den kreg enne roje L. op et Gatt Geld; Flarfott, Fl., het ene roje L. an de Fott (Gesäss)! zu einem Anpetzer Mörs. Enem der L. steəke den Nebenbuhler ausstechen, zumal an Aufwand (beim

[Bd. 5, Sp. 121]
Wettsp. des Steinwerfens bezeichneten die Sieger durch einen in die Erde gesteckten Stock mit L. die von ihnen erreichte Höchstentfernung) Heinsb. Läppchen spillen Nachlaufesp.; Hasen on Kning (Kanin) spille Läppche Sieg-Rhönd, — drive L. MülhRh-Overath, Aggert. De wess det Läppchen ze drehen die Fahne nach dem Winde Bernk. De hät et am Läppche; wann he't am Stöck hätt, künnt mer jet dervun schnigge (schneiden) Köln-Stdt. De hät et am Läppche er redet viel Sieg-Sieglar. He hät et do am Läppke wird bevorzugt MGladb. Dau has noch ebbes am L. hänken bist noch beschuldigt Trier-Filsch. Durch de L.ə gohn entweichen Allg.; sech durch de L.ən dunn Sol-Leichl. Änen on (an) de L.ə dreihn in der Schule anschwärzen Saarbg-Hentern. Was haben wir gekocht? Antw.: Hutzelnbreh mat L.ən Wittl-Schwarzenborn. Zwei Flege (Mecken) met enge L. schloəh zwei Erfolge mit einem Mal erreichen Aach, Allg. He es met em Läppchen geworpen er ist nicht recht gescheit Waldbr, Gummb, Neuss-Strabg, — gehaue Sieg-Bergh, — getippt MGladb-Rheydt; de hät ene met nem nasse L. kreg Schleid-Dollend. Iəmes för et Läppke halde zum Narren SNfrk, Klevld, Ruhr, NBerg, Aach-Merkst. Do häs de ävver ens fies (eklich) en der L. geseck (gepisch)! scherzh. zu dem, der sich zu seinem Schaden vertan oder verrechnet hat MGladb, Erk. O Jasses, wat makt gei e Gesicht van alde L.ə! ein erbärmliches G. Geld. — b. im bes. L. zu besonderm Zwecke. α. Flicklappen, ene Fleckl.; ene wölle, lenge, bauwolle, katonge (udgl.) L. dropsetze; setz mir ene L. op de Mau (Ärmel)! Rip, Allg. (dafür auch Stöck, Fleckst. geläufig); se drägt L.ən op et Kled ein geflicktes Kleid Aach. RA.: Den hät seve L.ən op de Röck sieben Kinder Geld. Kik es, wat den hät en Kled von söven L.ən! wie er sich sonderbar gekleidet hat Dinsl. Se hant öm noch ens ene L. dropgesatt scherzh. er ist noch einmal genesen MGladb, Erk. Loək derdur, L. derfür! so tröstet sich einer, wenn die Hose zerrissen ist Kref. Besser (nötzer) ene L. als we e Loch Köln, Grevbr; ne schroə (hässlicher) L. es beəsser we e feng (feine) Louch Schleid-Dreiborn; et steht noch beəter ene fleleker (flädiger, hässlicher) (lelleke) L. äs en nett Loək Heinsb; beəter ne schäbbige L. als e sch. Loək MGladb. Nötter ene L. as e Gat (Loch), sät de Frau, du sott se ene ruə (roten) L. op de Treckmötz Geld-Leuth. Den L. bower (newen) et Lock setten ohne Einsicht handeln NBerg, Siegld. Prackesseeren es de Kuns, sät der Schnieder (de Frau), do satz e (se) der L. nevven et Loch Köln, Rip, Berg, SNfrk; et geht nüs för e got Övverleg, sat de Frau, du ... Monsch. Den L. van eim Locke op et anger setten Schulden mit Sch. bezahlen Sol. Seid an L.ə ansetze ohne rechte Einsicht handeln Aden-Jammelshf Hannes hatt Hosen (Strümpfe) an, die woren bont; fifontwentig (25)

[Bd. 5, Sp. 122]
L.ən drop, jede L. en Pond (die woren rond); die welle me tällen (onder ons Geselle), tiehn, twentig, därteg, viartig, fiftig, sesstig, sewendig, achzig, negenzig, hondert! Abzählr. Mörs, Klev. — β. Schuhlappen, –sohle (handelt es sich um die ganze Sohle, so spricht man von S.; wird ein Teil der S. ersetzt, bes. der Vordersohle, dann spricht man von L. (half L. Allg., de ächtersche L. hinterer Teil Geld), auch in der Bed. Sohlleder; de L.ə fange mer an durchzegohn Rip, Allg.; en paar L. (Halfl.) onder de Schuəhn sette SNfrk, Allg. RA.: Dat Flesch es ene ziehe L. Jül-Calr. Ui parle vü, menge L. es los scherzh. Französisch Dür. Zo Happerschoss (Dorf im Kr. Sieg) gonn de L.ə los Neckspr. Krach en der Schohn on Kniep en der Mau (Ärmel), danze mer op de L.ə! Jül-Roerd. He lett (lässt) de L. sehn macht sich aus dem Staube Heinsb; sech op de L.ə machen (gen, lossen) sich auf den Weg, die Wanderschaft begeben, flüchten Rip, Allg.; sich op Lapp m. Dür-Gürzenich; op Lapp sin bummeln, umherstrolchen Aach (u. op en L.ə), Erk; äm stännig of em L. leien Saarbr; engen op L.ə krige zu verschiedenen Gängen veranlassen Aach, — brenge MGladb; ech sall em op de L.ə hölpe! ihm Beine machen Erk; he löt (lässt) sech för et Läppke kike macht sich aus dem Staube MGladb-Bettr; jet onger jen L.ə schrive auf die Zahlung einer Schuld verzichten Aach, Heinsb, Erk; he es em henger (hinter) de L.ə verfolgt ihn MGladb; de micht sech von de L.ə flüchtet Daun-OEhe; he es van de L.ə af ermüdet, kann nichts mehr ausrichten Rip. — γ. Läppchen, e lenge (leinen) L., das man um ein verletztes Glied wickelt Allg. (e weh L. Rhfrk) RA.: Schlomm os dat net, sös dähten mer en L. dröm! scherzh. Trost bei jedem Leid Waldbr, Sieg. Den drähjt (dreht) ken L. dröm er beschönigt nicht Mörs. Dat werscht (dreht) sech wie e line L. Heinsb. Ne kranke L. öm ne gesonge (gesunden) Fenger scherzh. Kref-Fischeln. — δ. Hosenklappe an der Klapphose der kleinen Jungen, auch Bucksel. Mos von Trier-Kenn Clüsserath, Wittl-Kaimt, Bernk-Berglicht Haag, Zell-Aldegund Neef an in Koch, Kobl, in Goar, May, Aden-Acht Arb Colverath Lederb Wanderath, Ahrw-Waldrf, dann geschlossen wieder in Neuw, Altk u. noch in Waldbr-Lindenpütz Obernau, Sieg-Leuschd. — ε. Zunge (s. d. Synon.), Lasche im Schuh, auch Schuhlappen, gern -läppchen Saarbr-Eiw, Saarl-Berus, Trier-Raschd, Zell-Altstrimmig, Koch-Faid Valwig, Goar-Dommershsn Kratzenbg NGondershsn Oppenhsn, Simm-Frankw, Neuss-Büderich, Heinsb-Hilfarth. — ζ. alter L. als Putz-, Spül-, Waschlappen, meist in der Zs. Botz-, Spöl-, Wäsch-, Bügel-, Wachsl. Allg.; der weiche L. Staubtuch Siegld-UWilden. — c. verächtl. schlechtes Zeug (Stoff), minderwertige Kleider, Lumpen; he hät nicks wie L.ən anne Lif Erk-Elmpt, Allg.;

[Bd. 5, Sp. 123]
de L. donn ech net miəh an; de L. es nicks weərt MGladb, Allg. RA.: Uwen herum e Spötzenkranz, innenerum (unten-) de L. net ganz! Trier-Schleidw. Ech hauen (jagen) dech, datste de L.ə verliersch, — dat de L.ə flege, — affalle! Rip, Allg., — (von dir) fahre! Rhfrk, uMos, — dech de L.ə rise! Selfk, — dir de L.ə fortjäə (-jagen)! Simm-Ebschd, — de L.ə stuve! MGladb, — du de L.ə schläəfst (schleifst)! Aden, — du L.ən kotzscht! Wend, Ottw, Mörs (z. T. auch zu L. 1 b β stellbar). Ech hau dich för de L.ə! Kref. De L.ə fohre lossen mit aller Kraft, eifrig sich an die Arbeit geben Merz-Saarhölzb. Em op den L.ən sein ihm zur Last fallen Bitb-Speicher. Iəmes bei et Läppken kriegen am Kragen Mörs. Du kries wat öm de L.! Hiebe Gummb-Berghsn. — d. ene L. Fleisch, Haut Fleischstück, Hautfetzen, mehr breit u. lang als dick; et Flesch hong em met L.ə vam Lif Rip, Allg. — e. et Uəhrläppchen wie nhd. Allg. — 2. übertr. a. sachl. α. mehr breites u. langes als dickes Stück schlechthin; ene L. Flesch, Wursch, Käs, Tart udgl. Allg.; en drüən (trockner) L. Pfannkuchen aus Mehl u. Wasser Gummb. — β. Feldstück (meist mit geringem verächtl. Nebensinn); de hät do am Bösch noch e paar L.ə (Land) lige; du häs do ene grusse (lange, schwere, schüne) L. (lige); ene schüne L. (Land) an enem Stöck; och, die paar Läppcher, die der hät! Rip, Nfrk, Mayf, Kobl, Westerw, Trier, Saar. RA.: De hät L.ə er ist begütert Eusk-Ahrem. — γ. verächtl. abgenutzter Pantoffel Malm-Wallerode. — δ. verächtl. Geldschein; reskier en paar L.ə! Rip, Allg. — ε. Blatt des Steuerruders Rheinschiff; das Ruder schlechthin Mos, Saar. — ζ. grosse Harke zum Zusammenharken der auf dem Felde liegenden Halme Ottw-Wiesb. — η. Bauchlappen des Schlachtviehs, der decke u. der dönne L.; de L.ə Bauchstücke beim Leder Bitb-Outschd, Sieg-Siegbg, Eup, SNfrk, Klevld. — θ. verächtl. von Körperteilen. αα. Pl. Ohren (nicht verächtl. die Hängeohren der Hunde); de hät ävver e Paar L.ən am Kopp Rip, Allg. — ββ. Mund, u. zwar die Lapp Birkf-Gimbw, Wend-Freisen, Kreuzn-Sobernh; die Labbe Kreuzn-Stdt, in der Wend.: Hall die L.!γγ. Zunge Rip, Nfrk, May, Kobl, Koch, Zell, Bernk, Daun, Trier-Olk, Saarbr, Kreuzn, Goar; der rode L. Trier-Olk, Grevbr-Hochneuk, Kref; de lerene L. Dinsl-Bruchhsn; hal (halte) de L. net esu steif on der Maul! Koch-Laub; de hat mech der L. erutgesteckt MGladb. RA.: Dat Läppche hät mich fel Geld gekos! Bergh-Blatzh. Enem der L. nat (nass) halde einen mit Getränken traktieren; der L. n. mache etwas trinken Grevbr, Kref. Der L. schwarde das grosse Wort führen, überflüssig viel u. dabei fade sprechen Schleid-Baasem Holzh, Ahrw-Löhnd Ramersb, Sieg-Blankenbg, Bo, Köln, Bergh, Dür, Jül, Aach, Erk-Körrenz; der L. schlohn Jül-Röding. — δδ. Augenlid, Ogl. Rheinb-Weidesh. — ι. Pl. t.

[Bd. 5, Sp. 124]
Rückstände beim Obst- u. Rübenpressen Jül allg., Aach-Gressenich, Neuss-Lüttenglehn. — κ. lępχə der Nachtschlag, den die Kinder sich abends beim Verlassen der Strasse geben Mülh-Rh-Overath. — λ. en ale L. eine alte, längst bekannte Geschichte Zell-Briedel Merl. — b. persönl. α. et Läppke ein Mann, der ein Auge verloren u. eine schwarze Binde über die Augenhöhle trägt Kref-Linn. — β. enen dreckige L. schmutziges Weib Kemp-Lobberich; s. Beər-, Schmeər-, Sauf-, Schweinl.γ. ene fule L. Faulpelz Sieg-Fussh, Dür-Dhorn Frangenh, Erk. — δ. ene versoffe L. (Läppche) Trunkenbold Neuss-Dormag, Aach-Herzogenr, Klev, Saarbr (s. auch Feuchtläppchen). — ε. ene leəge (lediger) L. liederlicher Mensch MGladb-Odenk. — ζ. ene L. Laffe, Geck Lump Erk, Geld, Klev. — η. Blangemer Läppche Neckn. derer von Schleid-Blankenh. — Abl.: dat Gelapps, Geläpps [dat Gelumps un Gelaps Bitb; vor dem sei Gelapp un Gelump gen ich noch kä drei Penning für seine Habseligkeiten Simm; dat Gelaps (-ā:-) mittelgrosses, schon z. T. zerschnittenes, aber noch brauchbares Stück Leder Bitb].