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| PfWB Langen-bein (Bd. 4, Sp. 767) | PfWB Storch (Bd. 6, Sp. 633) | PfWB Glocken-haus (Bd. 3, Sp. 352) | |||||||||||||||||||||||||
[Bd. 4, Sp. 768] / bring uns doch ein Kindelein [ RO-Obd]. —
| 1. 'der Vogel Storch (Ciconia alba)', Storch (dǫrχ) [allg. WPf mancherorts VPf Karch Gimmdg/Muttstdt 245 Müller Dietschw 62], Stḁrch (dḁrχ) [Christmann Kaulb 18], Starch (darχ) [ KU-Jettb Kaulb Reipkch RO-Callb Schönbn LA-Herxh], Storich (dǫriχ) [ZW-Bottb PS-Erfw Leim LA-Birkw BZ-Dernb GH-O'lustdt Schmitt Billh. 152 Ströhm 44, 50, 55], Starich (dariχ) [HB-Kirrbg LA-Edk Mart (Bertram § 102) Lambert Penns 142], Stoarich (dōariχ) [LA-Edh Nußd (Bertram § 102)], Storsch (dor) [ KU-Herschw/Petth WD-Saal KL-Nanzdzw PS-Ruhbk], Stoarsch [Bd. 6, Sp. 634] (dōar, dar) [NW-Lambr Neustdt Spey Germh (Bertram § 102)], Starsch (dar) [Frankth], Stasch (da) [ KU-Elzw], Stork (dǫrg) [verbr. VPf, Bertram § 221 Krämer Gal 208 Albrecht 121], Stoark (dōark, dark) [NW-Lach/Speyd SP-Heiligst Ottstdt W'see LA-Gommh Kl'fischl GH-Lingf Schwegh (Bertram § 102)], Stark (darg) [BZ-Schweighf Spirkb Bergz (PfId. 136)], Starek (darək) [LU-Neuhf Schauh (Bertram § 102)], Storik (dorig, dḁrig) [ LU-Altr LA-Altd]; zur Verbr. s. K. 368; Pl. Sterch (dęrχ) [verbr. WPf mancherorts VPf Mang 107], Sterich (dęriχ) [LA-Birkw Schmitt Billh. 152], Stersch (dęr) [Frankth], Storke (dorgə) [FR-Heßh, mancherorts SOPf Krämer Gal 208], Sterk (dęrg) [VPf], Sterik (dęrig) [ LU-Altr], Storje (dorjə) [FR-Bockh Krämer Gal 208]; Dim. Sterchelche (dęrχəlχə) [ KU-Schmittw/O WD-Niedkch]; andere Namen für den St.: Adebar, Klapperstorch 1, PfWB Langbein 2 a, PfWB Langenbein, PfWB Storchhickelbein. De St. klappert [ KU-Schmittw/O]. Die Schleeje sin so saftlich bloo, / die Störch sin werre fortgefloh [Wilms Land und Lewe 104]. Die junge Sterch falle manchmol aus'm Nescht [ KU-Schmittw/O]. RA.: Bään wie en St. 'lange, dürre Beine' [ LU-Alsh]. Der laaft (marschiert, spaziert, geht do anne, steigt dohin, steht drin, is steif) wie en St. im Selat 'Der geht (steht) steifbeinig, stolziert, ist ein Stutzer' [mancherorts, S. Brandstätter in: PfMHk. 7/8 1925 179 Th. Geiger in: NSZ Südpfalz 4. 7. 1939 Feierowend 6/1954 H. Meyer in: Feierowend 20/1949 7 L. Hartmann in: Bayerland 1933 S. 480 Kamm 91 Krieger 20]. Er is so fett wie e St. am Knie [Hebel 13]. BR.: Fliegen Störche und Schwalben im Herbst früh weg, gibt es früh Winter [ FR-Bockh LU-Opp]. An Peter Kett (Vincula Petri 'Petri Kettenfeier' 1. August) / fliecht de St. eweg [ LA-Gommh]. An Petrus Fest (22. Februar) / sucht der St. sei Nest [ GH-Zeisk]; vgl. PfWB Peterstag. Kehrt der St. früh zurück, gibt es einen frühen Frühling [ KL-Reichb]. Kehrt der St. mit rußigem Gefieder zurück, gibt es ein regenreiches Jahr; ist sein Gefieder weißglänzend, wird der Sommer schön [Ph. Gimmel in: PfL 10. 12. 1927]. Volksgl.: In das Haus, auf dem ein St. baut, schlägt kein Blitz ein [ ZW-Gr'bundb RO-Obd NW-Haßl LA-Gommh], kehrt das Glück ein [ PS-Gersb]. Wann de St. kummt un mer hot Geld im Sack, hot mer's ganz Johr [ LA-Bornh]. »Beim Anblicke des ersten Storches fallen die Knaben auf den Boden und wälzen sich herum: das helfe gegen Kreuzweh. Sitzt der St., so bleibt man faul das ganze Jahr; fliegt er, so wird man fleißig« [Schandein Bav. IV,2 357, Carl Pfalz im Jahr 261 ff.]. Vk.: Den Kindern wird vielfach gesagt, der St. bringe die kleinen Kinder [verbr., Carl Pfalz im Jahr 222 Fogel Beliefs Penns Nr. 134], die Hebamme hilft ihm dabei [ PS-Fischb Frankth GH-Sondh]. Er holt sie (mit seinem langen Schnabel) aus der Bach, dem Brunnen, Torfloch, Hinterbrünnchen, Kellerbrunnen, [Bd. 6, Sp. 635] ![]() [Bd. 6, Sp. 637] PfWB Kesselbrunnen 1, PfWB Kindchensbrunnen, PfWB Kinderteich, PfWB Saumbrunnen, PfWB Wannenpfuhl, läßt sie zum Schornstein 1 a herunter. Er legt das Neugeborene in die Wiege und dazu ein Stückchen Zucker für die älteren Kinder [ KU-Hachb]. Er bringt die Kinder zur Weed, von dort holt sie die Kindelsmutter mit den großen Stiefeln [ GH-Freisb]. Wenn in einem Dorf in einem Jahr viele Störche auftreten, erwartet man reichen Kindersegen [ LU-Friesh]. Wenn am Hochzeitstag ein St. über das Haus fliegt, wird die Ehe kinderreich [ FR-Lambsh LU-Muttstdt]. Bei Geschwisterwunsch oder bevorstehender Geburt sagt man den Kindern: Leg Zucker aufs Fenster, daß der St. bald kommt [ KB-Orb, mancherorts]. Zur Bettlägerigkeit der Wöchnerin sagt man den Kindern, der St. habe die Mutter ins Bein gebissen [ LA-Mart]. Jede Oowed hḁnnisch e Stickelsche Wäärfelzucker uff die Fenschterbḁnk geleet, well dass joo hunnertprozentisch die Stäärsch ḁḁnlockt [Hussong Kirkel 93]. Selbscht kleene Kinner, saat mer, horch, / holt aus em Brunne als de St. [Wilms Land und Lewe 90]. Do hot'r kärzlich in der Nacht / Der St. e Enkelche gebracht [Sommer Hausapothek 41]. De' Schtork war do un' hott de Schossel / En Buu gebroocht, en dicke Brossel [Keiler 131]. In's Lammwerts is nächte de Stork eigekehrt [Räder 46]. Zur Bedeutung des Storches im Pfälzischen Volksleben s. F. Heeger in: Feierowend 15/1963 Nr. 12 S. 1-2. Rätsel: Weller Vogel esch dem St. am ähnlichste? Antwort: Die Sterchin! [ BZ-Dernb]. KR., oft von Kindern gerufen, wenn sie einen St. sehen: St., St., Schniwwel Schnawwel / mit de lange Heigawwel [KU-Schmittw/O LU-Oggh Schandein Sprachsch. 70 Gal-Josbg]; ... mit den langen Beinen / wenn die Sonn tut scheinen / steht er auf dem Kirchendach, / klappert, klappert bis alles wach [Kaislt]. St., St., guter, / bring mer einen Bruder! / St., St., bester, / bring mir eine Schwester [LU-Limbghf, mancherorts, Carl Pfalz im Jahr 76, auch Gal]. St., St., Langebein / bring uns doch ein Kindelein [ RO-Obd]. St., St., Steene, / mit de lange Beene, / flieg übers Bäkkershaus / hol drei Weck eraus: / mer een, der een / unn de annere (dem Perer) aach een (gar keen)! [NW-Geinsh, mancherorts, J. Hoffmann Chronik des rheinpfälzischen Dorfes Kriegsfeld. 1897 S. 71 Kamm 100 Mang 231 Schandein Bav. IV,2 352 Wilde 259]; St., St., Fahne / mit de lange Baane ... [ LU-Friesh]; ... mit de rode Knie / kann net weit flie' / flieht bis vorm Beck sei Haus, / schaun drei scheni Boppe raus [ Gal-Neudorf)]. St., St., Stäne, / flieg iwwer Rhäne, / flieg iwwers Boppehaus (Glockehaus)! / Bring drei Boppe raus! / Meer ään, deer ään / Annere Kinner aa ään [mancherorts]; ... sitzen drei scheene Boppe haus, / Hol eine fer mich, eine fer dich / Und eine fer de Heinerich [ LU-Muttstdt]. Stork, Stork, Langbeen, / Trag mich uf'm Rücke heem, / Loß mich aber net falle, / [Bd. 6, Sp. 638] Schunscht ropp ich der e' Federle raus, / Mach ich mer e' Peifel draus, / Peif ich alle Morge, / Kummen die junge Storke [Heeger Tiere II 23]. Storich, Storich, Hickelbeen! / Hoscht en Stickel Holz am Been! [ BZ-Dernb]. St., St., Langbein / setz dich in dein Nescht enein! [ KU-Schmittw/O]. Weitere KR. s. PfWB Bäckerhaus, PfWB Puppe, PfWB Glockenhaus 2, PfWB Heugabel 1, PfWB Schnabel 1, PfWB Schnibelschnabel, PfWB Schnitzelmann, PfWB Schwein 1 a. VR.: E Stork hat e Schnawl, / e Sawel e Schääd. / Zwee Dag vor Martini, / do dingt mer die Määd [Feierowend 1950 Nr. 5 S. 2]. — 2. übertr. 'ein dünner, langbeiniger Mensch' [KU-Schmittw/O PS-H'mühlb FR-Albsh LU-Muttstdt NW-Elmst Gimmdg LA-Roschb Heeger Tiere II 12 Otterstetter 239]; Syn. s. PfWB Gammel 1, PfWB Riese1 1; e langer Sterch [ KU-Etschbg]. Das is emol e großer St. [ KL-Fockbg/Limb]. — 3. Name eines Gasthauses »Zum Storchen«, mda. zum Storche [ LU-Oggh]. — 4. 'ein schlanker Kreisel, Tanzknopf' [Wilms Alph. 12]; Syn. s. PfWB Driller 1 a. — RhWB Rhein. VIII 749/50; LothWB Lothr. 502 Storich; ElsWB Els. II 613/14 Stork, Storch; ALA II 177/78; Suolahti 368 ff.
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