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 PfWB Land (Bd. 4, Sp. 750)   ElsWB Land (Bd. 1, Sp. 593b) 
   Land n.:
1. 'nicht vom Wasser bedeckte Erdoberfläche, Festland', nur Sg., Land (land, lḁnd) [verbr., Christmann Kaulb 7, 94 Höh 88 Karch Jockgr/Nd'horb 156 Karch Dahn/Wilgws/Iggb 85, 128 Mang 81 Müller Dietschw 47 Lambert Penns 97 Buffington-Barba Penns 154 Beam Penns 63 Don Gal (Krämer Sprachsch. 138) Rußl], Lann [LA-Venn Schandein Ged. 3]; Pl. u. Dim. s. 2; RA.: an L. komme 'nach einer Aufregung wieder ruhig werden' [ HB-O'bexb]. Er loßt Gottes Wasser iwwer Gottes L. laafe, von einem Menschen, der sorglos in den Tag hinein lebt [ IB-Bliesmg/Bolch]. —
2. 'nicht näher abgegrenztes Gebiet, Gelände, Landstrich, Region, Gegend', Sg. wie 1, Pl.: Länner [verbr.], Länn [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)], Dim. Ländche, Län(d)el, Pl. Ländcher, Län(d)ercher, Länd(e)lcher, Ländle; Zs.: PfWB Buchfinken-, PfWB Hinter-, PfWB Holz-, Kleinholl-, PfWB Kirschen-, PfWB Kohlen-, Kukkucks-, PfWB Ober-, PfWB Schlappen-, PfWB Schnapphahnen-, PfWB Unter-, PfWB Weinland; 's L. 'das ebene Land, die Region vor dem Bergland', [ ZW-Battw Pirmas KB-Kriegsf], im einzelnen: 'die Gegend von GH-Rh'zab' [ BZ-Gossw], Ländl 'die elsässische Ebene' [Gimmel in PfL 10. 12. 1927], drunne vum L. 'Hessen' [ KB-Kriegsf], Uf'm L. 'die Gegend von Mainz (weil sie flacher ist als das Hügelland des Westrich)' [ KU-Schmittw/O]. Och wann ich dehēme nor wär, / Im Westrich dehēme, dehēme bei mer! / Kann dich nie vergesse, dich liebherzig Lann [Schandein Ged. 3]. Doch 's L. dart drauß - ! 's wärd jo gelobt als iwer 's Buhnelied [Christmann Grummet 33]. RA.: L. un Leit 'das Land und seine Bewohner' [ KU-Schmittw/O, vereinzelt]; iwwer L. gihn 'verreisen, in ein anderes Dorf gehen' [KL-Siegb, verbr.]. Heit is 'r iwwr L. 'heute ist er verreist' [ KL-Reichb]. SprW.: Met 'm Hut in de Hand kimmt mer dorchs ganz L. 'Mit gutem Benehmen kommt man weit' [KU-Hundh, verbr., PennsDeitschEck 17. 9. 1935]. Treie Hand geht dorchs ganz L. [KU-Schmittw/O, Var. Krieger 18]. BR.: Geroot (gerät) die

[Bd. 4, Sp. 751]
Frucht im Sand, trauert das ganze L. 'Wenn es so naß ist, daß die Frucht auf Sandboden gedeiht, verdirbt sie auf den anderen Böden' [ PS-Erfw]. —
3. 'nutzbares Stück Erdboden, Kulturland'.
a. 'landwirtschaftlich nutzbare Fläche, Feld, Grundbesitz' [verbr., auch Gal-Dornf]; vgl. PfWB Acker, PfWB Feld, PfWB Grund 3; Zs.: PfWB Acker-, PfWB Pacht-, PfWB Bau-, PfWB Brach-, PfWB Garten-, PfWB Gemeine-, PfWB Grundbirn(en)-, PfWB Lehns-, PfWB Neu-, PfWB Öd-, PfWB Samenreben-, PfWB Schul-, PfWB Stein-, PfWB Werk-, PfWB Wiesenland; gures L. 'fruchtbares L.' [NW-Kallstdt, verbr.]; schlechtes L. [PS-Gersb, verbr.]; wild L. [ NW-Lindbg]; drei Dagwerk L. [ NW-Haßl]; zwanzich Morje L. [ BZ-Nd'horb]. Er baut sei L. selwer [ GH-Kand, mancherorts]. Er hot veel L. [KU-Brück, verbr.]. Er hot sich L. kääft (gekauft) [GH-Kand, verbr.]. Er gebt sein L. ab an seinen Erben, an einen Käufer [ KU-Brück, mancherorts]. Er duht sein Geld in L. anlege [ LA-Wollmh]. Sie losse ehr L. verstääge (versteigern) [ GH-Kand]. —
b. 'die durch fußbreite Pfädchen abgeteilten kleinen Beete des Gartens', oft nur Dim. [verbr. VPf mancherorts WPf Wilde 284 Beam Penns 66 Don-Schowe Torscha Gal]; vgl. PfWB Beet, PfWB Schemel; Zs.: PfWB Blumen-, PfWB Bohnen-, Endivien-, PfWB Erbsen-, PfWB Kukumern-, PfWB Salat-, PfWB Spinat-, Zwiebel-, PfWB Zwiebelschlottenland; e L. Erbse [ KL-Fischb]; e L. Spinat [ NW-Elmst]; zwee Länner Erbse [ KU-Bedb]; die Länner plätsche 'mit einem Brett durch Aufschlagen glätten' [ KB-Kriegsf]. Ich honn disstuur (diesmal) Sticker vier Länncher Onndiewich (Endiviensalat) geplonzt [IB-Ensh (Glass 57)]. RA.: Der kann das L. abtrete, von Menschen mit großen Füßen (die eignen sich besonders zum Treten der Pfädchen zwischen den Beeten) [Kaislt]. —
4. 'Spielfeld'; vgl. die Kinderspiele Landabnehmen, Landabstecherleins.
5. 'das Land im Ggs. zur Stadt, Gebiet außerhalb der städtischen Zivilisation' [verbr.]; e Fraa vum L. [ KU-Kaulb]; Leit (Leute) vum L. 'Dörfler' [Land, mancherorts]; uf'm L. wohne [ LA-Wollmh]; ufs L. gehe, von Städtern, die auf die Dörfer gehen [Pirmas, mancherorts]. Die Gräser dudschle: Siehscht'n kumme! Der es' vum L. [Christmann Grummet 15]. —
6.
a. 'politisch selbständiges, von Grenzen umgebenes Gebiet, Staat' [verbr.]; Zs.: PfWB Deutsch-, PfWB Dollar-, PfWB Vater-, PfWB Heimat-, Holl-, PfWB Ruß-, PfWB Welschland. Die Schwalme fliegge widder heem, / In scheene, waarme Lenner [Birmelin Penns Poems 29]. SprW.: Die Sunn hat noch keen Bauer aus em L. gescheint [ KL-Weilb, mancherorts]. Im Kartenspiel Bauer aus'm L. treiwe [KU-Diedk, KU-Bedb IB-Alschb (Dimel 143) RO-Dielkch]; vgl. PfWB Bauer 1. a. 1324: nach des landes recht und gewonheit [OttbgUrkb. 344]. a. 1512: käme ein armer man von vier landen zu der Altenn Leiningenn ohne nachfolgende heren und amptmann, der

[Bd. 4, Sp. 752]
ist meines herrn von Leiningen alleine [PfWeist. 60 (FR-A'lein)]. —
b. 'ehemaliges weltliches oder geistliches Territorium, Fürstentum, politischgeographische Untereinheit' in den Zs.: PfWB Pfälzer-, PfWB Pirmans-, PfWB Pommer-, PfWB Schwaben-, PfWB Remigiusland. —
7. FlN, mda. 's Landl [ RO-Als], 's nei Land [ PS-Lembg]. — Südhess. IV 107/09; RhWB Rhein. V 79/86; Lothr. 327/28; ElsWB Els. I 593.

 

  Land [Là S.; Lànt fast allg.; Lnt K.; Lnt Gimbr.; Lt M.; Lât Sulzern; Lònt Wh.; Pl. Laər S.; Lainr M.; Lantər; Lǽntər K.; Lêntər Gimbr.] n. 1. Land wie hochd. (politisch, Gegensatz zum Wasser, zur Stadt). ‘Ob Friede ischt im Lound’ K. 1749 JB. IV 134. s. auch Wëtter. 2. flaches Land, im Gegensatz zum Gebirge M. 3. Garten- oder Ackerbeet: In wellem L. is d Salat? Logelnh. ‘Je besser ’s Land, je füler d’ Lit’ Rathgeber 35. 4. in gewissen Rda. bei Kartenspielen, wo die Bauern Trumpf sind: uf s L. spieleⁿ die beiden Bauern von der andern Farbe zu Trümpfen machen; daher heissen Landbureⁿ bei Schwarz-Trumpf der Herz- und der Ecksteinbauer, bei Rot-Trumpf der Kreuz- und der Schippenbauer K. Z. Zuem Land-nus ein Kartenspiel Hf. Zss. Landjäger Seite 404; –strass. ‘Landskraft Wein der im Lande selbst wächst’ Mü. St. Mäder. In Sprache und Sittenbildern geschildert von Adam Mäder ... hg. v. Aug. Stöber, Mülhausen 1876.. Demin. Ländle, Ländl [Lali S.; Lalə Liebsd. Steinbr. Attenschw.; Lantli Weckolsh.; Lantla Su.; Lánl Bisch.; Læntl Str. Lohr; Lǽntl K.; Lantl Z.; Lntl Zinsw.; Lêntl Gimbr. Geud.; Lèntl Kindw.] n. 1. Ländlein. Rda. Er frisst eiⁿm us em L., er isst sehr viel Su. ‘Un ’s Elsass, unser Ländel, Es isch meineidi scheen’ E. Stöber 2, 133. 2. (sehr häufig) Gartenbeet allg. Das L. is feisst Weckolsh. ‘Ländlein und Behtt quarreaux’ Martin Parl. N. 426. 3. die alte Grafschaft Lützelstein Wh. Zss. Ländeltretter grosse Füsse, Plattfüsse Str. Schweiz. 3, 1297.

[Bd. 1, Sp. 594a]