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 PfWB Laden (Bd. 4, Sp. 730)   PfWB Ruhe1 (Bd. 5, Sp. 639) 
   Laden m.:
1.
a. 'Fensterladen', Lare [mancherorts PfId. 85], Lade [vereinzelt VPf KB-Kriegsf Lambert Penns 96 Beam Penns 63], Lale [IB-Ensh (Glass 55) BZ-Steinf], Pl. Läde, Läre. Zs.: PfWB Fenster-, PfWB Rolladen. Mach de L. zu! [ NW-Haßl]. Die Läde macht mer wennich bei, / Dann werd's im Haus aa kieler sei [Birmelin Penns Gezw. 132]. RA.: sich an (in, unner) de L. lege 'prahlen, großtun, sich in den Vordergrund drängen, vorlaut sein' [GH-Max'au, mancherorts, Kühn Palz 136 Bayer Hackm. 38 Kamm 34 Kieffer 49 Krieger 14 Klein Prov. 269 Don-Bulkes Tscherwk verbr. Gal]; sich an der Laade henke 'mit der Schulter den Wagen anschieben' [Beam Penns 63]. Er stellt de Lare 'schielt' [ LA-Wollmh]. VR.: Neckvers für Sprecher von Orten mit d-Rhotazismus: Perer mach de Lare zu, 's kummt e Gewirrer von driwen eriwer! [Schandein Bav. IV,2 227]. Mädel vun Schlädel (Schleithal), mach's Lädel zu! [Bergz (Kamm 50)]. Mädl mach's Lädl zu, / kummt 'n Zigeinerbu, / schneidt der's Ohrläppl ab / un näht der e Zippelkapp [ NW-Haardt]. Heinerle mach's Lädl zu, / 's kummt e Frää (Frau) mit krumme Schuh, / hot 'n Zwicker uf de Nas. / Ei, ei, ei, was is denn das? [ LA-Roschb]. Petrus schließt de Lare zu, / alle Engel gehn zur Ruh, / nur der schlaue Petrus wacht, / der die Engel bunt (sic!) gemacht [ GH-Zeisk]. D' Kerch isch aus, / d' Supp lääft aus, / de Kerchediener springt zum Läälel raus [ BZ-Steinf]. Ein weiterer VR. s. PfWB Sonne. a. 1528: thuren, laden, schopff vnd benck zu machen [GgHospR (Spey)]. —
b. 'Klappe an der Saustalltür' [ RO-Als]; vgl. PfWB Futter-, Stalladen. —
c. 'oberstes Scheunenfenster' [ RO-Schweisw]. —
d. 'vorderes oder hinteres Verschlußbrett des Kastenwagens' [KU-Hefw Roßb KB-Eisbg LU-Alsh NW-Geinsh LA-Bornh Essing Herxh Nußd Wollmh GH-Zeisk Klein Wag. 112]; Zs.: PfWB Karch-, PfWB Vorder-, PfWB Wagenladen; Syn. s. PfWB Kopfenbrett. —
e. 'Brett' [mancherorts Don]. RA.: vare (vorne) wie e Bret un hinne wie e L., von einer sehr mageren Frau [Don (Steinmetz)]. —
f. 'kleine Metzgermulde', Lare [ KB-Bubh]. —
g. 'Klappe der Knabenhose (hinten)' [ IB-Bebh Bliesmg GH-Zeisk]; Zs.: PfWB Fleisch-, PfWB Hosenladen; Syn. s. PfWB Hosenklappe. —
h. 'Schlitz der Knaben-, Männerhose (vorn)' [ KB-Kriegsf NW-Mußb Neidfs Neustdt GH-Nd'lustdt]. Mach dein L. zu! [ NW-Neidfs]. RA.: Der macht sein L. uf wege ääner Sigaar, wenn jemand den Hosenschlitz offen stehen hat [Neustdt]. —
i. 'Mund' in

[Bd. 4, Sp. 731]
PfWB Brot-, PfWB Futterladen 2. —
2.
a. 'Kaufladen, Ladengeschäft' [verbr., auch Don Gal Buch Rußl]; Zs.: PfWB Anzugs-, PfWB Bäcker-, PfWB Branntwein-, PfWB Dreipfennigs-, Friseur-, PfWB Kauf-, PfWB Kleider-, PfWB Kram-, PfWB Metzger-, PfWB Schnaps-, PfWB Uhren-, PfWB Wurstladen; in de L. geh 'einkaufen' [ PS-Erfw]; 'n L. ufmache 'ein Ladengeschäft eröffnen' [ LU-Friesh]. Ich muß noch in de L., um einzukaufen [ LU-Böhl]. Die brauch mer nimmeh in mei L. ze kumme, die nerjelt an allem erum [Krieger 49]. RA.: im große L. kääfe 'stehlen, entwenden' [ LA-Wollmh]. De L. geht 'Das Geschäft floriert' [ GH-Nd'lustdt, mancherorts]; sei L. zumache 'ein Geschäft schließen, Bankerott machen, aufgeben' [ NW-Frankeck, mancherorts]. De L. klappt 'Eine Sache läuft wunschgemäß' [ IB-Blickw, mancherorts]. Der kommt doher wie aus 'me L., wenn jemand neu, tadellos gekleidet daherkommt [ KL-Hütschhs, KU-Erdb]. a. 1534: Auch kein laden oder Krom gestatten vff züthun [MHVPf VII 54 (Weistum von LU-Neuhf)]. —
b. 'Ladentisch, Warenregal' [mancherorts, Beam Penns. 63]. RA.: Des koscht's wie der Weck uf'm L. [ LU-Muttstdt]. So wolfel (wohlfeil) wie der Weck uf em L. [Schandein Sprachsch.]. Die Eier gehn alleweil wie die Weck uf em L. 'finden reißenden Absatz' [ ZW-L'wied]. Die gehn ab wie de Weck uf'm L., wenn die Töchter rasch hintereinander heiraten [ ZW-Ernstw]. Hot er wie de Weck vum Lade / Jedesmol sein Riffel g'faßt [Ney 93]. —
c. 'üble Verhältnisse' in den Zs.: PfWB Mist-, PfWB Saft-, Sauladen. — Südhess. IV 83 f.; RhWB Rhein. V 29 f.; LothWB Lothr. 326; ElsWB Els. I 557

 

   Ruhe1 f. (m., n.):
1. wie schd., Ruh [verbr. (außer mittl. u. südl. VPf), PfId. 117 Christmann Kaulb 28 Mang 138 Schneckenburger 43 Höh 160 Lambert Penns 127 Krämer Gal 177], Rouh [ HB-Webh], Roh [ HB-Peppk], Ruuch [verbr. Umg. Land südl. VPf], Rug [LA-Impfl Rhodt GH-Leimh N'potz PfId. 118], Rouch [ LA-Offb], Ruck [ GH-Kuhdt]; Zs.: Gemüts-, Mittags-, Nacht-, PfWB Sonntagsruhe; Abl.: PfWB Geruhe, PfWB Unruhe. Loß mich in R.! [IB-Herbh, verbr.]. Dau kannscht meich jo en R. lonn [ WD-Niedkch]. Sie hot kä Rascht un kä R. [ GH-Kand], n R. un kän Rascht [ LU-Opp], gennt sich ken R. un ken Rascht [ KU-Bedb]. Er hot kän R. in soim Arsch 'hat kein Sitzfleisch' [ LU-Opp]. Der hat mer kä Minut R., von einem sehr lebhaften Jungen [ ZW-Battw]. Er hot nit so lang R., als mer Ame sagt, dass. [ LA-Nd'hochstdt]. Die Sach will net se R. kumme 'Die Sache will kein Ende nehmen' [ KU-Schmittw/O]. Schmeiß em ebbes in die Ribbe, daß er R. hot! 'Versuche, ihn durch Bestechung zufriedenzustellen!' [ LU-Opp]. Heer Ruh! 'Hör auf!' [RO-O'mosch, verbr. NPf, LU-Iggh, PfId. 118 Thielen 92]. Gibscht R.! dass. [ NW-Kallstdt]. Do heert's R. 'Hier ist das Ende' [ NW-Meckh]. Mudder, der hot kän R. 'er belästigt mich' [ BZ-Dernb]. Er dut R. stifde 'einen Streit schlichten' [ PS-W'fischb, mancherorts], R. mache, dass. [ ZW-Dellf, LU-Iggh GH-Jockgr], R. schaffe, dass. [ ZW-Mauschb], R. biede, dass. [ BZ-Sarnst], R. in die Bud brenge, dass. [ HB-N'alth]. Nor met de R. un de Hoffmannstrobbe! 'Nichts überstürzen!' [Thielen So rerre mer 104]. Der hot seine Hänn die (ewich) R. versproch 'Er hat aufgehört zu arbeiten', von Rentnern, auch von Faulenzern [ KB-Bischh, KU-Bedb RO-Obd KL-Katzw PS-Hintwdth LU-Opp NW-Haßl]. Wenn sich ein Gast nicht setzen will heißt es: Setzen eich doch e bissel, Ehr tragen jo sunscht unsere Kinner die Ruuch enaus! [BZ-Dernb, verbr., Schandein Bav. IV,2 403]; auch: Traa uns die Ruh net fort! 'Nimm doch Platz!' [Pirmas, verbr.]. Wammer in en Haus geht, soll mer sich setze oder mer nemmt de Leit die R. [Fogel Beliefs Penns Nr. 440]. Der is die gut R. selwer, von einem Phlegmatiker [ KU-Patb, GH-Jockgr]. Der läßt sich net aus de R. bringe, dass. [ RO-Als]. R. im Saal, wann die Madam danzt! [Bergz (Kamm 115)]. Grußformel: Gunaacht un e angenehmi R.! [GH-Zeisk, verbr.]. Sie hot R. vor em (weil er impotent ist) [ LA-Mörzh]. Wammer alt es, heert mer (gehört man) in sein R. 'Wenn man alt ist, ist es am besten, wenn man stirbt' [ KU-Schmittw/O]. Jetz hot die arm Seel R. (gesagt, wenn

[Bd. 5, Sp. 640]
jemand gestorben ist, auch wenn jemand ein lang und hartnäckig verfolgtes Ziel erreicht hat) [GH-Kand, verbr.]. Er is in seiner R. 'ist gestorben' [ KU-Schmittw/O], hot soin R. (hot die ewich R.), dass. [ LU-Opp]. Die Dore hun ehre R. [ KB-Kriegsf]. Wammer uf em Goddesacker leit, hot mer sein R. [ KU-Schmittw/O]. Er loßt de Doure net die R. 'ist untröstlich' [ BZ-Dernb]. Der Selbstmörder hot im Grab kän R. [ebd.]. VR. s. PfWB blau 4 i, PfWB Laden 1 a. a. 1343: vnd eime ieclichen menschen not ist, daz is also hie of erden werbe, daz iz ewicliche nach disem leben ruwe epphahe bi vnserm Iesu Christo [OttbgUrkb. 422/23]. —
2.
a. 'Freiplatz beim Fangspiel', Ruh [nördl. u. mittl. VPf], Ruuch [verbr. Umg. Land südl. VPf], Rug [ BZ-Pleisw/O'hf], das Ruh [Ingb KB-Zell], das Ruuch [ LU-Iggh], der Ruuche [ GH-Otth]; vgl. PfWB Ruhebott; Syn. s. PfWB Bott 1, K. 63. Die F. mit Genus n. u. m. sind vermutlich Kurzformen aus Zs. wie PfWB Ruhehaus, -platz o. ä. —
b. 'Rastplatz'. An de Ruuch im Wald stellen mer ab [ BZ-Dernb]. —
c. 'Essenszeit', Ruh [ NW-Frankeck]. —
d. s. PfWB Unruhe. —
3. FlN, amtl. In der Ruhe, mda. An de Ruuch [ LA-Nußd], amtl. Bei der Ruhe(n) [ FR-Grünstdt NW-Mußb LA-Edh]. — Südhess. IV 1510 ff.; RhWB Rhein. VII 582 ff.; LothWB Lothr. 420; ElsWB Els. II 245.