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| PfWB Kuß (Bd. 4, Sp. 712) | PfWB Gusche (Bd. 3, Sp. 511) | PfWB Schnuffel (Bd. 5, Sp. 1365) | |||||||||||||||||||||
1. wie schd., neu, Kuß (kus), Pl. Kiß (kis) [verbr.]; Dim. Kißche, -je [verbr.], Kuss(e)l (kusəl, kusl) [ LA-Böbing GH-Erlb]. Zs.: PfWB Fuß-, PfWB Hand-, PfWB Hochzeitskuß. Syn.: PfWB Aa1, PfWB Ä-Bäckel, PfWB Ai, PfWB Aide, PfWB Aufknaller, PfWB Backen 1 c, PfWB Gusche 2, PfWB Kußmaul, PfWB Matz, PfWB Maul, PfWB Mäulchen, PfWB Schmatz, PfWB Schmatzer, PfWB Schmutz, PfWB Schnute. Mutter zum Kind: Kumm, ich gebb der e Kißche [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: Er hat e falscher K. kriet, wer einen Ausschlag am Mund hat [PS-Winz, verbr.]. — 2. vgl. PfWB Pferds-, PfWB Gaulskuß. — Südhess. IV 62/63; RhWB Rhein. IV 1784/85.
| 1. a. 'Maul beim Rindvieh', Gosch [ NW-Niedkch BZ-Albw]; vgl. PfWB Schnusse. — b. 'Mund'. α. derb., scherzh., Gosch (go) [verbr. VPf selten WPf NPf, Lambert Penns 68 Don-Schowe Torscha Werb Tscherwk], Gusch (gu) [verbr. WPf NPf selten VPf, verbr. Gal Beam Penns 47], Gosch und Gusch [mancherorts, -o- vorn. jüngere Gener.], Gousch und Gosch [ GH-Neubg]; Pl. meist -ə, seltener -ər, mancherorts endungslos; Dim. Guschje [ KU-Kaulb WD-Niedkch], Geschel [ NW-Geinsh BZ-Billh Dernb], Geschelche [ LU-Altr]. Syn.: PfWB Bläff 1, PfWB Plärre 1, PfWB Brot(schub)lade, PfWB Brutsche, PfWB Brutze, PfWB Fang 3 a β, PfWB Flappe2 1 a, PfWB Fotze 2, PfWB Fresse 1, PfWB Freßmaschine 2, PfWB Futterladen 2 a, PfWB Gefräß 2 a, PfWB Klappe, PfWB Maul, PfWB Rachen, PfWB Raffel, PfWB Rüssel, PfWB Schlappe, PfWB Schlärre, PfWB Schnabel, PfWB Schnauze, PfWB Schnüffel, PfWB Schnusse, PfWB Schnute. Zs.: PfWB Pappel-, PfWB Boll-, PfWB Dreck-, PfWB Fang-, Frosch-, PfWB Grieben-, PfWB Grind-, PfWB Groß-, Hänge-, PfWB Krotten-, Lefzen-, PfWB Lügen-, Sau-, PfWB Scharten-, PfWB Schlabber-, PfWB Schlappen-, PfWB Schrunden-, Seifergusche. Er hot e [Bd. 3, Sp. 512] großi G. [LU-Alsh, verbr.]. Die hot eich e G.! [ LA-Herxh]; e scheppi G., von einem schiefen Mund [ NW-Neidfs]. Sie hot e bäise G. 'tratscht viel' [ LA-Maik], e frechi G. [ RO-Alsbr], e frech Geschel [ LA-Herxh], e lahme G. 'ist mundfaul' [ PS-Nd'simt]. Ich schlaa d'r uf die G. [RO-Sippf, verbr.]. Ich treff d'r die G., dass. [ZW-O'hs, verbr.]. Vergl. u. RA.: Er hot e G. wie e Hellschuch (so groß wie ein Holzschuh) [ LA-Herxh], wie e Schwert [ KB-Bischh], wie e Hädefrää (sprachgewandt wie eine Zigeunerin) [ GH-Kand], wie e Bettelgääß (meckert immerzu wie eine Geiß) [ LA-Nd'hochstdt], wie e Schereschleifer (laute Stimme) [ Don-Bulkes], wie de Deiwel [ LA-Nd'hochstdt]. 's geht dein G. heit wie e Kläpper [Kühn Hamet 55]. Ehr G. laaft wie e Grammophonplatt [Krieger 48]. Er loßt (beim Weinen) die G. henke bis uf de Borrem [ FR-Bockh]. Er reißt die G. uf 'gähnt' [ GH-Hagb]. Er sperrt 's G. of, daß mer mim Schubkärchel neinfahre kinnt [ GH-Zeisk]. Die Kinner dun die G. ufreiße 'schreien' [ KB-Gauh]. Er hängt sein G. in alles 'redet in alles hinein' [ PS-Burgalb], hot sei G. iwweral vornedran, dass. [ LU-Neuhf]. Sie hängt äm e G. an 'mault' [NW-Gimmdg, verbr.]. Sie wetzt mit der G. 'redet einfältig' [ Gal-Obl]. Dem muß mer iwwer die G. fahre 'zurechtweisen' [LU-Opp, verbr.], 's G. stoppe 'verhauen' [ LA-Herxh], 's G. sauwer halle 'gute Sachen entziehen' [ Rußl-Worms]. — β. ohne negativen Gefühlston; e G. voll, auch: e Goschvoll, Guschvoll 'ein Mundvoll' [verbr. VPf]; zwää Gosche/Gusche voll [ NW-Niedkch GH-Rh'zab]; zwää Gescher voll [mancherorts südl. VPf]; zwää Guschevoll [ NW-Freinsh]. Die hot mol e lieb Geschel [ NW-Geinsh]. — 2. 'Kuß', Gusch [ Don-Torscha], Guschel [ KL-Stelzbg], Goschl [ NW-Frankeck BZ-Dernb], Geschl [ Rußl-Katharinental]; vgl. PfWB Mäulchen. — Genus f. gilt fast allg.; n. mancherorts südl. VPf Rußl-Worms. — Südhess. II 1422/23; RhWB Rhein. II 1308; LothWB Lothr. 211; ElsWB Els. I 238/ 39; Bad. II 448/49.
| 1. Teil des menschlichen Gesichtes. a. 'der Mund, die beiden Lippen', derb, die Schnuffel (nufəl) [Pirmas (Kieffer 72) NW-Dürkh (PfId. 127) Neidfs], Schniffel (nifəl) [ZW-Marthh PS-Burgalb LU-Alsh Maud SP-Harths LA-Venn Bergz (Kamm 58), Heeger Tiere I 8 Otterstetter 236 Schmitt Billh. 62]; Dim. Schniffelche (nifəlχə) [ LU-Alsh]; Syn. s. PfWB Gusche 1 b. Ich haag der eeni uf die Schniffel!, Androhung von Schlägen [ LU-Neuhf]. Ich schlag der uf de Schniffel [ GH-Zeisk]. Schlag 'm uf de Schniffel! [ NW-Haßl]. Er awer strahlt wie en Dreckkäffer un hot doch [Bd. 5, Sp. 1366] en Schniffel wie e Hölzschugg [T. Geiger in: Feierowend 6/1954 S. 2]; vgl. PfWB Sauschnüffel 2 'Holzschuharten'. — b. 'dicke, vorgestülpte Lippen', Schniffel [ LU-Alsh NW-Geinsh GH-Zeisk]; Zs.: PfWB Afrikanerschnuffel, Dick-, PfWB Sauschnüffel 1 b. — c. 'vorgeschobener Kiefer' [ NW-Erph Geinsh]. — d. 'Nase', scherzh., die Schnuffel [ FR-Lambsh]; Syn. s. PfWB Nase I1. — e. 'dicke, fleischige Nase', Schniffel [ NW-Geinsh]. — 2. Maul von wühlenden Tieren. a. 'Schweinerüssel, Schweineschnauze', Gen. m.: Schnüffel [LU-Neuhf LA-Gommh Herxh Herxhwey Impfl Nd'hochstdt Venn Wollmh BZ-Dernb Dierb Dörrb GH-Bellh N'potz Vollmw Westh Zeisk], Gen. f.: die Schnuffel [ NW-Freinsh Kallstdt BZ-Dernb]; vgl. PfWB Kurzschnüffelchen 'Schweinerasse mit kurzem Rüssel', Sauschnüffel 1 a. — b. 'Schnauze oder Rüssel des Maulwurfs', der Schniffel [ LA-Gommh]. — c. vgl. PfWB Geißenschnuffel. — 3. übertr. a. 'Mensch mit dicken, vorgewölbten Lippen' [ LA-Herxh]. — b. 'Mensch mit grobem Benehmen und Umgangston'. Du bischt en ungezogener Schniffel! [ BZ-Dernb]. — c. 'Polizeidiener', schnüffelt in den Angelegenheiten anderer, Schnuffel [Rockhs]; vgl. PfWB Polizeidiener, PfWB Büttel. — Südhess. V 669/70; RhWB Rhein. VII 1670; LothWB Lothr. 462; ElsWB Els. II 496, ALA II 18; Hess.-Nass. III 377; DWB DWb. IX 1385; Frankf. V 2803.
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