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 PfWB Krotten-schinken (Bd. 4, Sp. 636)   PfWB Schinken (Bd. 5, Sp. 984) 
  -schinken m.: = Krottengiks(er), -schinke [ KL-Reuschb Hütschhs Hoheck PS-Schmalbg]. —

 

   Schinken, Schunkenm.:
1.
a. 'Schinken (des geschlachteten Schweins)', Schinke (iŋgə), Schunke (uŋgə) [verbr. (geogr. Scheidung unmöglich; Schunke überwiegt, Schinke ist im Vordringen; vielerorts erscheinen beide F. nebeneinander, wobei Schunke mehr von der älteren, Schinke von der jüngeren Gener. verwendet wird)], Schunke [PfId. 129 Christmann Kaulb 15, 69 Mang 101 Müller Dietschw 68 Höh 53 Bertram S. 49/50 Heeger Südostpf. 9 Krämer Gal 194, mancherorts Don Buch], Schunke u. Schinke [Lambert Penns 146], Schonke (oŋgə) [WD-Niedkch HB-Kirrbg Don-Schowe Torscha Lenauheim]; Zs.: PfWB Bauern-, PfWB Vorder-, PfWB Hinter-, Roll-, PfWB Sauschinken; geraachde Sch. 'geräucherter Sch.' [Claus 27]. De Sch. werd ausgebäänt (ausgebeint) [ WD-Niedkch]. Die Schunke henkt mer in de Schornschde [ KU-Schmittw/O]. Gerichte: Sch. un Keppelsalat (Kopfsalat) [ BZ-Albw]; Aajer in die Pann schlae, Sch. un Speck dromm [ ZW-Gr'bundb]. Nach erfolgreicher Brautwerbung gibt es Brot mit Budder, Käs, Worscht un Sch. [ LU-Böhl]. Vgl. auch PfWB Osterschinken. RA.: eem de Sch. rolle 'einen verhauen' [ KL-Wörsb]. Der det aach die Worscht noch em Sch. schmeiße 'mit geringem Einsatz etwas Wertvolleres bekommen' [ LA-Gommh, mancherorts]; Var.: mit Brot noch em Sch. werfe [ LU-Opp], e Brotworscht (Bratwurst) geje'n (noo'm) Sch. schmeiße [ NW-Kallstdt, mancherorts]. Umgekehrt: Er dut mi'm Sch. noo de Brotworscht schmeiße 'wegen eines kleinen Vorteils viel riskieren' [NW-Freinsh, Kaislt Thielen So rerre mer 108]. De darfscht aa emol dei Sch. bei meim Kraut koche 'bei mir einen Vorteil erzielen', ironisch [ WD-Niedkch]. Quackvers: Quack, Quack, drei Eier im Sack, e Stick Schunke un e Stick Speck, sunscht gehn mer nimmeh vor de Deer eweg [ HB-Altstdt]. Einen Spottreim s. PfWB Kommunist; ein Rätsel s. PfWB Bampel 1 e. —
b. 'Oberschenkel, Gesäß', derb. Aufforderung: Hock dich uf dei Schinke! 'Setz dich!' [Krieger 46]. SprW.: Wann die Schinke en Herr krigge, g'heere se weg 'Wenn ein Mädchen einen Freund hat, soll es heiraten' [ LU-Opp]. —
2. von alten, abgenützten, abgetragenen Dingen.
a. 'altes Gewehr', Schunke [KU-Konk SOPf (Heeger Nachl.) Hee-

[Bd. 5, Sp. 985]
ger Tiere I 17]. Do loßt 'r schun sein Sch. krache [Kühn Hamet 8]. —
b. 'altes, rostiges, abgebrauchtes Messer'; Schunke, selten: Schinke; daneben: e alder Sch., e roschdicher Sch. [mancherorts ges. Pf]; vgl. Krottengiks(er); Zs.: PfWB Krottenschinken. —
c. 'verschlissenes Buch'; en alder Sch. [ LA-Nd'hochstdt]. —
d. 'altes, mageres, abgetriebenes Pferd'; e alder Sch. [ ZW-Mittb]; Syn. s. PfWB Mähre 1 b. —
3.
a. 'dummer Mensch' [Pirmas (Otterstetter 251)]. —
b. s. die Zs. PfWB Jammerschinken. —
c. Schimpfw.: en krummer Sch. [ GH-Kand]. —
d. Neckname der Bewohner von KU-Konk, Pl. Schunke [Umg. KU-Konk]. Spottreim: Die Jule hat mich lieb, / Sie sagt, sie wär von Kunke. / Un wer die Jule krieht, / Der krieht en alte Schunke [Vogelsgesang 47]. — Südhess. V 308 ff.; RhWB Rhein. VII 1141 ff.; LothWB Lothr. 469, ALLG I 335; ElsWB Els. II 422, ALA II 91.