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 PfWB Krist-baum (Bd. 4, Sp. 610)   PfWB putzen (Bd. 1, Sp. 1423)   PfWB mahlen (Bd. 4, Sp. 1120) 
   Krist-baum ( Christ-) m.: wie schd., Krisch(t)baam, -boom, -bääm (zur Verbr. des Grundwortes vgl. K. 26 Baum) [MPf SWPf NPf (neben PfWB Weihnachtsbaum) VPf (neben PfWB Zuckerbaum und PfWB Buchsbaum)], Kresch(t)- [lothr. SWPf vereinzelt westl. WPf westl. NPf mittl. u. südl. VPf]; vgl. K. 265. Oft wird das Wort, ohne daß eine besondere geographische Verteilung erkennbar wird, im Dim. gemeldet. Syn.: PfWB Baum 2, Kristkinds-, Buchs-, PfWB Lichter-, Weihnachts-, PfWB Zuckerbaum. Der K. wird von den Eltern oder den älteren Geschwistern gewöhnlich am Nachmittag des 24. Dezember geschmückt. Den kleinen Kindern sagt man, der K. sei vom Kristkind gebracht worden. Als K. dient zumeist eine Rottanne oder Fichte, seltener eine Edeltanne. Früher schmückte man auch Kiefern, oder man stellte aus einem Holzstab und Fichtenzweigen oder mit grünem Papier umwickelten Drahtstücken einen K. her. Den K. befestigt man im Kristbaumständer oder im Kristbaumgärtchen; bis etwa 1910 hängte man ihn mit der Spitze an der Zimmerdecke auf. Ärmere Leute begnügten sich damit, daß sie einen Zweig an der Decke oder an der Wand befestigten. Syn. für das Schmücken des K. s. PfWB putzen 3 a und K. 76. Zum Schmücken verwendete man früher Äpfel (s. PfWB Kristkindsapfel), Nüsse, Zuckerwerk; in unserer Zeit sind es hauptsächlich Glaskugeln, Engelshaar u. dgl. Abgeräumt wird der K. zu-

[Bd. 4, Sp. 611]

meist nach Neujahr; vgl. PfWB abmachen I 1 c. RA.: Mit dem kann mer Krischbäämcher fange, von einem Dummen, der alles mit sich machen läßt [ZW-Marthh Kaislt LU-Friesh Land Feierowend 33/1966]. KR.: Krischtkinnel, kumm in unser Haus, leer dein goldig Kerwel aus, stell de Krischbääm uf de Disch, daß mer sieht, daß Weihnachte isch [ LA-Mörzh, LU-Altr LA-Kl'fischl BZ-Heuchh]. — Zur Wort- und Sachgeschichte vgl. Christmann Vk. 61-69. — Südhess. III 1844; RhWB Rhein. IV 1532; Saarbr. 41; Lothr. 314.

 

   putzen schw.:
1. 'säubern, reinigen', vgl. PfWB ab-, PfWB ausputzen.
a. Frucht (Getreide), Same butze '(mit der Putzmühle) von Spreu und Staub reinigen' [allg. (1930)]. —
b. Kraut, Erbse, Bohne b. 'zum Kochen herrichten' [ KU-Bedb, allg.]. SprW.: Mer kann aach fer fremme Leit Salat b. 'unnötigerweise anderer Leute Arbeit tun' [Land u. Umg.]. —
c. die Sau b. 'das geschlachtete und abgebrühte Schwein mit dem Schaber von Borsten befreien' [verbr.]; die Därem (des Schlachtviehes) butze, eine Metzgerarbeit [ KB-Kerzh, allg.]; vgl. PfWB durchputzen. —
d. die Nas b. 'sich schneuzen' [ KU-Diedk, allg.]. Der soll emol erscht die Nas butze lerne!, sagt man von einem, der etwas tut oder redet, was sich für sein Alter noch nicht schickt [ LU-Neuhf]. Dem Schornsteinfeger rufen die Kinder nach: Schornschtefääscher, butz dei Nas mit'm schtumbe Bese! [Kaislt]. RA.: Der hot die Nas gebutzt kriet 'Dem hat man die Meinung gesagt', auch 'Der ist ordentlich gestraft worden' [FR-Bockh, verbr.]. — Die Zähn b., wie schd. [ RO-Lohnsf, allg.], auch übertr. 'verhauen' [ FR-Mörsch], 'etwas Unangenehmes in Erinnerung bringen' [ KU-Bledb]. Du muscht der die Ohre butze losse, von einem Schwerhörigen [ ZW-Battw]. Der macht e paar Aage, daß mer se mit de Knoppgawwel butze könnt [Kühn Palz 142]. Wer de Bart gebotzt will hun, muß'n denoh halle 'Beim Rasieren darf man den Kopf nicht bewegen' [ RO-Rehborn]. 's Kind botze, wenn es sich beschmutzt hat [ KU-Bedb]. —
e. die Klarer (Kleider) butze 'von Flecken reinigen' [NPf, verbr.]. Mondag morjens werren die Kleeder gebutzt, ausgeberscht un ausgekloppt [Frankth]. —
f. Die Stubb b. 'mit nassem Lumpen reinigen, scheuern' [allg., auch Lambert Penns 35]. Du sedschd (solltest) der Bodde butze alle Marje [Buffington Penns Var. 231/9]. Volksgl.: Ein Mädchen, das sich beim Putzen sehr naß macht, bekommt einen Säufer zum Mann [Kirchhbol]. —

[Bd. 1, Sp. 1424]

g. den Schornstein p. 'fegen'. a. 1747: Soll der hiesige Caminfeger jährlich wenigstens zweimal die Schornsteine butzen [Speyerer Kaminfeger-Ordnung]. a. 1751: Die Schornsteine sollen des Jahres wenigstens 3 mahl gebutzet werden [Zweibr. I (Altstadter Dorfordnung)]. —
h. das Faß b. 'von der Hefe säubern' [FR-Albsh, verbr. KB]. a. 1635: 12 batzen dem Kieffer, welcher die wein faß gebutzt vnd gebunden [WerschwSchR Bl. 110]. —
i. de Been (den Bienenkasten) b. [KU-Adb, verbr.]. —
j. de Wieche (den Docht) b. [Pirmas. LA-Wollmh]. —
k. die Fedder (Schreibfeder) b. [LA-Maik, verbr.]. —
l. die Uhr b. [ZW-Battw PS-Schmalbg KB-Kriegsf Land]. —
m. de Pad (Pfad) botze [ KU-Bedb]. —
n. de Gaarde b. 'im Garten Unkraut jäten', entsprechend: Grumbeere (Kartoffeln), Kraut b. [KU-Bedb, verbr. SWPf PS-Ost BZ-Wilgws V'weidth Völkw Silz GH-Sondh N'potz Wörth LA-Nd'hochstdt]; vgl. PfWB jäten. Mer gehen in de Wald butze 'den Schlag von Dornen und Unkraut reinigen' [ KB-Kriegsf]. —
o. die Wisse b. 'Holz, Laub, Steine von den Wiesen ablesen und die Maulwurfshaufen beseitigen', eine Frühjahrsarbeit vorn. von Frauen und älteren Leuten [allg., ohne Gal]. a. 1759: diese Wieß ist jetzo bis an das Floß sauber gebutzt [Kurpf. A. 884 (Pfarrgüter Duchroth)]. a. 1760: An der schwartzbach ein neuerlich gebutzt stück [Lgb. von Illing (PS-W'fischb)]. —
p. die Gräwer (Gräben), die Renne (Rinnen), die Bach b. 'vom Pflanzenwuchs herrührende Verunreinigungen der Ufer und der Sohle entfernen' [allg.]. a. 1619: Item ist auch Pfaltz schuldig, die Speyerlach zu wessern, zu butzen [SSp., SLgb. Winzingen, Bl 9]. a. 1751: Die Bäche sollen sauber gebutzt und ausgehoben werden [Zweibr. I A. 761 (Altstadter Dorfordnung)]. —
q. die Bääm b. 'Bäume beschneiden' [verbr. vorn. SPf]; 'an gefällten Bäumen die Äste entfernen' [verbr. Forstspr.]. —
r. die Gail (die Peer), die Kih b. 'mit Striegel und Bürste reinigen' [allg.]. SprW.: Gut gebutzt is halb gefiedert [ KU-Schmittw/O Trahw Bechb Diedk KB-Bischh FR-Eppst Gal-Dornf]. Den VR. Peter, wo steht er s. bei PfWB Peter (Sp. 742 Z. 17). —
s. sich p.
α. Er hot sich gebutzt 'geräuspert' [ LU-Altr]; er hat sich gebotzt 'sich übergeben' [ KU-Patb]. Syn. s. PfWB brechen 3 b. —
β. Die Biene butze sich, vom ersten Ausflug der Bienen im Frühjahr [ KL-Matzb, ZW-L'wied RO-Bistschd]. —
γ. die Kuh hot sich gebutzt 'die Nachgeburt ausgestoßen' [VPf mittl. u. südl. WPf, vgl. K. 75, verbr. Gal], gebotzt [verbr. im Gebiet ostw. Kus IB-Rohrb HB-Walsh]. Syn.: PfWB fegen; PfWB Trage(t), PfWB Fege, PfWB Fegsel, PfWB Geflecht, PfWB Lächter, PfWB Nachgeburt, PfWB Reinsel abstoßen; säubern.
δ. die Katz butzt sich, 's gebt Besuch [ KL-Weilb]; vgl. waschen. —
ε. 's Hinkel (Huhn) butzt sich 'ordnet mit dem Schnabel die Federn' [ KL-Lind]. —

[Bd. 1, Sp. 1425]

[Bd. 1, Sp. 1427]

ζ. de Bääm (Baum) hot sich gebotzt 'ist abgeblüht' [ RO-Nd'mosch]; die Bliet (Blüte) butzt sich 'die unbefruchteten Fruchtknoten fallen ab' [ LU-Alsh]; die Wingert hän sich gebutzt, dass. [ BZ-Heuchh, KU-Wolfst]. —
η. Die Stern butze sich 'Sternschnuppen fallen' [Zweibr]. —
2. 'blank reiben'; die Klink, 's Silwer (Silberbesteck) b. [allg.]. RA.: Er geht Deerschlenke (Türklinken) b., vom Bettler [KU-Diedk, verbr.]. Er strahlt wie e frischgebutzte Dreckämer 'Schmutzeimer' [ LA-Herxh]. —
3. 'schmücken'.
a. 's Bäämche b. 'den Christbaum schmücken' [verbr., s. K. 76]. Syn.: PfWB anhenken 2 a, PfWB anmachen 1, PfWB bekrönen, PfWB machen, PfWB schmücken, PfWB verzieren, PfWB zieren. 's Bäämche werd nachts gebutzt, daß die Kinn nix devun merke [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB abputzen 3. —
b. Der Anzuch botzt 'kleidet gut' [ RO-Odh]. Das Klääd butzt dich 'steht dir gut' [ PS-Erfw]. —
c. sich b.
α. gegenst. 'sich schön kleiden' [allg.]. Zs. PfWB herausputzen. Grad dut se sich b., von einer Frau, die beim Ankleiden ist [ LA-Gommh, allg.]. Der butzt sich wie e Herr [ KB-Bennhs]. RA.: Er isch gebutzt wie e Hochzeider 'Bräutigam' [ LA-Nd'hochstdt]. Der es gebutzt wie 'm Narr sein Gaaß (Ziege) [KB-Bennhs, verbr. WPf]; gebotzt wie e Pingschtochs [ KU-A'glan, RO-Obd Pirmas]; gebutzt wie e Poohahn (Pfau) [KU-Brück, verbr.]; gebutzt wie 's Kättl am Feierdaag 'auffallend gekleidet' [ BZ-Albw, LA-Nd'hochstdt LU-Alsh NW-Dürkh Kaislt]; gebutzt wie 's Kättel im Herbscht 'schlecht gekleidet, wie die Arbeiterinnen bei der Weinlese' [Bergz]; wie's Grerel (Gretel) im Herbscht [ KU-Brück]; gebutzt wie e Moschterkolwe 'geschmacklos gekleidet' (der Mostkolben zum Stampfen der Weintrauben wurde beim Schlußfest mit Bändern geschmückt) [Kleeberger 100]. Butz dich, märge därfscht aa (morgen darfst du auch) mit de Sai laafe [Fogel Prov Penns Nr. 203]. VR.: Heit is Kerb in unserm Dorf; guck, ich muß mich butze [Schandein Bav. IV/2, S. 384]. —
β. übertr., ironisch: Dau hoscht dich mol gebotzt 'Du hast dich durch schlechtes Benehmen (auch durch schlechte Leistung) blamiert' [KU-Kaulb, Kühn Schnitze I 224]. Du hascht dich heit widder gebutzt, von einem, der sehr wenig gegessen hat [Kaislt]. —
4. 'leeren'. Die Scheier (Scheune) isch gebutzt [BZ-Annw, verbr.]. RA.: 's Säckel is gebutzt 'Der Geldbeutel ist leer' [ BZ-Queichhmb]. —
5.
a. 'ausschelten' [Klein Prov. 72]; auch in den Zs. PfWB ab-, PfWB aus-, PfWB herunterputzen. RA.: Dem han ich de Schnorres (Schnurrbart) gebutzt 'Dem habe ich die Meinung gesagt' [Pirmas, RO-Obd]. Syn. s. PfWB schelten. —
b. eni b. 'eine Ohrfeige herunterhauen'. Baß uff, wann ich der äni butz! [Lu'haf, FR-A'lein GH-Kuhdt Bellh]. Ich butz der de Wersching 'den Kopf' [ LU-Muttstdt], die Aadeckel [ KL-Enkb]. Syn. s. PfWB verhauen. —
c. Butz dich! 'Geh weg!' [ HB-Webh

[Bd. 1, Sp. 1428]
IB-Hass WD-Niedkch ZW-Mittb]. Butz die Platt! dass. [ KL-Erlb ZW-Bottb FR-Mörsch Heuchh LU-Muttstdt Böhl LA-Wollmh]. Er hat die Platt gebutzt 'ist stillschweigend davongegangen', weil er etwas angestellt hat oder weil er sich vor einer Arbeit drückt, auch vom Zechpreller [Kaislt, verbr. (ohne Auslandspfälzer)]; vgl. das Zitat von Kühn bei berappen.
d. Er hot se gebutzt 'ist hingefallen' [ NW-Weidth]. —
e. einen p. 'einem alles abgewinnen'. Mer han'n gebutzt [ KU-Dennw/Frohnb]. Syn. s. PfWB abgewinnen 1. — F.: zumeist budsə; bǫdsə verbr. NWPf und nördl. NPf. — Südhess. I 1272 ff.; RhWB Rhein. I 1190/91; Bad. I 390/91; Saarbr. 159; LothWB Lothr. 75; ElsWB Els. II 129.

 

   mahlen st., schw.:
1.
a. 'mit Hilfe einer Mühle zerkleinern, pulverisieren', auch: 'durch Mahlen herstellen', mahle (mālə) [verbr., Mang 82 Schneckenburger 17], (mlə) [Christmann Kaulb 6 Höh 47 Heeger Südostpf. 34 Gal-Dornf], mohle (mlə, -ō-) [Land LA-Ilbh Henn Mda.-Int. 98]; Part. Perf. gemahle, gemohle [verbr., Lambert Penns 102], gemahlt [ Don-Schowe Torscha], gemahl [Don-Lenauh verbr. Gal]; vgl. PfWB durch- 1, PfWB ver-, PfWB zusammenmahlen; Kaffee (Korn, Flääsch, Zucker, Obs(t), Trauwe) m.; gemahlener Peffer (Zimmet, Zucker) m.; grob (fein, rään) m. [verbr.]. SprW.: Wer s'erscht kummt, mahlt s'erscht [NW-Frankeck, verbr., Krieger 43, Don-Gottlob Schowe]; Var.: Wer s'erscht in die Mihl kummt, kriggt s'erscht g'mahle [Horne Penns 96]. Zwee harde Steen mahlen selde reen (fein) [ Gal-Dornf]. VR. s. PfWB Müller. —
b. 'mit der Windmühle reinigen' [ WD-Niedkch HB-Kirrbg ZW-L'wied KL-Frankst PS-Schmalbg FR-Albsh Tiefth]; vgl. PfWB putzen 1 a, PfWB windmühlen; Zs.: PfWB durchmahlen 2; die Frucht, 's Korn, die Bohne m. [ebd.]. —
2. 'trinken', mahle, enner m. [ FR-Flomh LU-Ruchh Schauh NW-Deidh Gönnh SP-Schiffstdt LA-Kl'fischl BZ-Albw]; Syn. s. PfWB trinken 1 a. — Südhess. IV 488/89; RhWB Rhein. V 739 ff.; LothWB Lothr. 351; ElsWB Els. I 667.