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| PfWB kribbeln (Bd. 4, Sp. 593) | PfWB bitzeln (Bd. 1, Sp. 951) | PfWB schnäken (Bd. 5, Sp. 1220) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'wimmeln, in Bewegung sein', kriww(e)le (griwələ, griwlə) [vereinzelt]. RA.: An dem griwwelt un wiwwelt (wimmelt) alles vor Freed (Freude) [Krieger 23, Feierowend 32/1953]. — 2. a. 'von einem prickelnden Gefühl befallen sein, jucken' [mancherorts, Lambert Penns 72 Don-Lenauheim Schowe Torscha Tscherwk mancherorts Gal]. Syn.: PfWB jucken, PfWB kitzeln, PfWB krabbeln. 's kriwwelt mer im Fuß [ Gal-Dornf]. Mich kriwwelt eppes uf'm Kopp [ Gal-Josbg]. 's kriwwelt un krawwelt mer em ganze Kerper [ KB-Bennhs]. Er hot 's Kriwwele im Zahn, von prickelnden Zahnschmerzen [ RO-Lohnsf, KL-Miesb]. RA.: Do kriwelt's em in de Finger 'Da möchte man gerne etwas tun' [Krieger 33]. WR.: Schlechtes Wetter kommt, wann die Narwe kriwwele [ KL-Reichb], die Zehe kriwwele [ Gal-Dornf]. — b. 'klopfend, prickelnd schmerzen, wenn unterkühlte Hände oder Füße plötzlich aufgewärmt werden' [ KU-Albb Jettb HB-Einöd]. Syn.: PfWB bitzeln 1 a. — c. 'rumoren im Magen (vor Hunger)' [Heeger Nachl.]; vgl. kribb(e)lig 2. — 3. a. 'jemanden sanft kitzeln, kraulen' [mancherorts]; vgl. PfWB kitzeln, PfWB krabbeln. In Neckspielen mit kleinen Kindern sagt man kriwwele-krawwele und kitzelt sie dabei [ BZ-Dernb GH-Zeisk]. Bekannt sind auch KR., zu denen kleine Kinder unter dem Kinn oder in der flachen Hand gekitzelt werden: Kriwwele, krawwele unnerm Dach (= Kinn) / Wer ma schmunzelt oder lacht / Muß e Pändche (Pfändchen) gewe. / Schmunzel ma nit, lach ma nit / Weis ma dei weiße Zähnelcher nit [BZ-Annw (Wasgau-Bote 8/1934), ähnlich Gal-Bagbg]. Griwel-grawel-Hinkelfißje [Bd. 4, Sp. 594] [aus einem Zweibrücker KR. (Wilms Alph. 22)]. Kreizweg, iwwerzwerch, Elleboge, Duppfinger, kriwwele-krawwele un e großi Batschhand, dabei fährt man dem Kind mit dem Zeigefinger über die flache Hand [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB gille, PfWB Kribbeskrabbes 2. — b. 'an jemandem oder an etwas herumfingern' [vereinzelt]. Von dem freche Kerl loß ich mer nemme unner de Nas k. 'lasse mir keine Dreistigkeiten gefallen' [ KB-Albish]. — 4. 'sich über etwas Gedanken machen, sich über etwas ärgern' [vereinzelt, Klein Prov. 258 Lambert Penns 72]. Es kriwwelt'n eppes 'Er ärgert sich über etwas' [KL-Gimsb u. Umg.]. — Die hier und unter PfWB kribbelig, PfWB Kribbeler genannten F. und Bed. sind kaum von denen unter PfWB grübeln, PfWB Grübel, PfWB Grübler zu trennen. Vgl. Kluge-Mitzka20 274 grübeln, 398 krabbeln, 405 kribbeln. Im Ablaut zu kribbeln steht krabbeln. — Südhess. III 1822; RhWB Rhein. IV 1482; LothWB Lothr. 315 kriweln.
| 1. 'prickeln'. a. von dem prickelnden Gefühl in den Gliedern beim Übergang aus großer Kälte ins Warme oder wenn ein Glied eingeschlafen ist. Mei Finger bitzeln [LA-Gommh verbr., auch Gal]. Mir bitzelts im Bää, als wenn die Emetze (Ameisen) dran wäre [ ZW-Battw]. Wenn einem die Nase bitzelt, dann erfährt man demnächst eine wichtige Neuigkeit [ KU-A'glan]. — b. von der prickelnden Einwirkung moussierender Getränke. Mei Zung bitzelt [ KU-Kaulb Kreimb]. — 2. 'zu gären beginnen', De nei Wein bitzelt schun [ NW-Kallstdt, allg.]; vgl. PfWB Bitzler. — 3. 'zornig sein', von Kindern, bitzele [ HB-Höch]. — 4. a. 'beim Essen nur ganz kleine Bissen nehmen'. Er bitzelt nore dran (an der vorgesetzten Speise) [KL-Rodb, verbr.]; vgl. PfWB bisseln, Zs. PfWB herum-, PfWB verbitzeln. — b. 'kleine Stückchen abzupfen', z. B. am Kuchen, an einer Kruste, pitzele [ Gal-Dornf]. — F.: bidsələ. — Iterativ zu PfWB beißen. — Südhess. I 880/81; RhWB Rhein. I 729, VI 900/01; ElsWB Els. II 127; Bad. I 241.
| 1. a. 'wählerisch, empfindlich, zimperlich im Essen sein, appetitlos Speisen verschmähen', schnäke (ngə) [KU-Schmittw/O IB-Bliesmg/Bolch RO-Als Mannw PS-Rodalb (Bernhard 164) LU-Alsh/Gr LA-Herxh Venn BZ-Albw GH-Rülzh, Thielen 101], schnäike (nęigə) [ KU-Schmittw/O], schnäcke (negə) [Ingb Gal-Bagbg Josbg]; vgl. PfWB pienseln, PfWB bisseln, PfWB bitzeln, daherwurgsen, PfWB femeln 2 c, PfWB fenseln, PfWB geiern, PfWB herumbitzeln, -kämern, -klämen, -klamschen, -kleimeln, -knäbern, -knämscheln, -knänscheln, -läppeln, -läppern, -picken, -piensen, -schmäckeln, -schnucksen, -schnuppern, PfWB käfern, PfWB klämschen, PfWB klämsen, PfWB kläuspern, PfWB knämscheln, PfWB knämschen, PfWB knatschen, PfWB knätschen, PfWB knauscheln, PfWB knauseln, PfWB knäuspeln, PfWB knauspern, PfWB läppeln, PfWB laußen 2, PfWB schmausen 3, PfWB schnippeln 2, PfWB schnuckeln 1, PfWB schnucken, PfWB schnurfeln 2; Zs.: ver-, PfWB herumschnäuken. — b. 'heimlich essen, probieren, sich das Beste aus dem Essen aussuchen', schnäke (ngə) [ KU-A'glan KB-Morschh LU-Alsh/Gr NW-Frankeck LA-Herxh]. — 2. a. 'naschen, Süßigkeiten essen', schnäke (ngə) [allg. ges. Pf, Bernhard 164 Heeger Südostpf. 13 Bayer Hackm. 62 Journ. 4/1787 215 Juner 89 PfId. 126 Schandein Ged. 248 Thielen 101], schneke (nēgə) [PS-L'mühl KB-Dreis FR-N'lein Karch Gimmdg/ Muttstdt 235 Klein Prov. 134 Schneckenburger 31 Krämer Gal 189], schnaike (naigə) [KU-Obw/Tiefb (um 1934 als veraltet gemeldet) Kaulb Mang 135], schnecke (nęgə) [Ingb NW-Frankeck], schnecka (nęgÄ) [ NW-Geinsh], schnacke (nagə) [ KU-Adb]; Part. Perf. geschnäkt [PfId. 126 Krämer Gal 189]; vgl. PfWB verschnäuken, PfWB schlecken, PfWB schnuckeln 1; sch. gehe [ ZW-Bottb]; Honich sch. [ FR-Mörsch]. Er schnekt [GH-Rh'zab (um 1934 als veraltet gemeldet)]. Er schnäkt gern 'Er geht gerne an Konfekt' [ NW-Haßl]. Das Minnekätzel schnäkt [ BZ-Dernb]. Ich honn da'ss schunn gudd hunnerdmohl gesaad, dasse voorm Esse nix schnääge sollschd! [IB-Ensh (Glass 105)]. Isch glejch beleidischt, plärrt erum, / schnäkt, bis se dick isch wie e Trumm [Kraus Gloori Bagaasch 33]. Der schnekt mer nix, das Kinn (Kind) is zu gescheid [Schandein Ged. 15]. Am Ascht e Abbel: der ahnt, daß Schnäwwel ball Schnibbel schnäke [Kraus Grikkelmaus 58]. — b. 'nach (verbotenen) Leckereien suchen, heimlich daran naschen', schnäke [KL-Vogb, Müller Dietschw 66], schneke [ KU-Albb]; vgl. PfWB herumschnäuken 1, -schnausen, -schnauzen, -schnuffeln, -schnüffeln, PfWB mausen1, PfWB schlecken 2, PfWB schmausen 2. — [Bd. 5, Sp. 1221] c. 'Geld für Süßigkeiten ausgeben', schnäke [ IB-Aßw]; vgl. PfWB verschnäuken 1 a. — d. 'an Bonbons usw. mit der Zunge lecken' [ KU-Frankb ZW-Mauschb FR-Kl'karlb]. — Auszugehen ist von mhd. snöuken 'heimlich gehen' ( Lexer Lexer II 1043). Die Entsprechung zu mhd. -öu- im Rheinfränkischen lautet -ää- oder -aa-. — RhWB Rhein. VII 1567 schnäuken; LothWB Lothr. 459 schneiken; ElsWB Els. II 498/97; Schwäb. V 1024 schnaken, 1039 schnäuken; Hess.-Nass. III 315 schnäcken, 334 schnauken, schnäuken; Kluge-Seebold22 649 schnökern; DWB DWb. IX 1208, DWB 1284, DWB 1321 schneuken.
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