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 PfWB Krapfen (Bd. 4, Sp. 546)   PfWB Hacke (Bd. 3, Sp. 550)   LothWB Stockhack (Bd. 1, Sp. 501a) 
   Krapfen1, Krappen1, Krapp1, Krapen m.,

[Bd. 4, Sp. 547]

Kräppchen, Kräppel n.:
1.
a. 'karstartiges Gerät mit zwei oder drei runden Zinken, mit dem man den Mist aus dem Stall schleift, auch den Mist vom Wagen herabzieht'; Hauptformen: Krappe (grabə, -ḁ-), Krapfe (grḁbfə), Krope (grōbə), Krowe (grōwə), als Simpl. u. als Grundwort im Kompos. mit Mist- [Verbr. s. K. 262]; selten belegt: Krapp (grḁb) [ BZ-Barbr], Kropel (grōbəl) [Zweibr], Krowel [ HB-Lu'thal], Krobbe [»Blies« (PfId. 81)]; Auslandspfälzer: Krappe (grabə) (häufig Grundwort im Kompos. mit Mist-) [verbr. Gal Buch Rußl], Krope (grōbə) [ Gal-Beckd]. Syn.: PfWB Karst 1 b, PfWB Misthaken, -karst, -kloben, -krapfen, -kratze. Er zieht mit'm K. de Mischt aus'm Stall [ NW-Kallstdt].

[Bd. 4, Sp. 548]
RA.: De Sensemann hot'm de Krappe in de Arsch ghackt 'Er ist gestorben' [ LA-Nußd]. a. 1571: Item 2 kropen Vnd 1 mist gabell [Zweibr-KellR]. a. 1596: 8 alb. für 2 Newen Krapffen vnd ein hocken in ein stall [WerschwSchR Bl. 255]. —
b. 'zweizinkiges Hakengerät mit langem Stiel, mit dem man Eisschollen aus dem Wasser zieht', Krapfe (grḁbfə) [ GH-Leimh]; vgl. Eiskrapfen. —
c.
α. 'karstartiges Gerät, mit dem man Kartoffeln gräbt', Krappe [ KU-Dietschw KL-Stelzbg LA-Gommh SP-Heiligst Buch-Illisch]; vgl. PfWB Karst 1aα; mit'm K. Grumbeere ausmache [ebd.]. —
β. 'kleines karstartiges Gerät mit 2-4 Zinken und einem breiten Häckchen, mit dem man um Pflanzen herum die Erde auflockert,

[Bd. 4, Sp. 549]
auch Unkraut jätet', s. Abb. 57, Kräppche (grębχə) [verbr. mittl. WPf RO-Lettw], Kräpche (grbχə) [KL-Gimsb u. Umg.], Kräpp(e)l (grębəl, grębl) [mancherorts mittl. u. südl. VPf]; vgl. PfWB Gartenhacke, -kräpfchen, PfWB Hacke 1 b. —
d. 'Schließhaken an Frauen- u. Kinderkleidung', Krope (grōbə) [ WD-Niedkch RO-Feilbg Ebbg]. Syn. s. PfWB Hafte 1 a. —
2.
a. 'armdickes, krummes Astholz', Pl. Krappe [mancherorts, bes. WPf Wilde 295]; vgl. PfWB Krapfengenist, PfWB -holz, PfWB -prügel, PfWB -recht. Die Krappe sin billich Holz [ LA-Gommh]. —
b.
α. 'Ranken am Weinstock', Krappe [ NW-Gimmdg], Krouwe [ NW-Königsb], Kräpple, Kräppelcher [LA-Wollmh, vereinzelt mittl. u. südl. VPf]. Die K. werden von den Kindern ihres säuerlichen Saftes wegen gerne gekaut [ LA-Wey]. Syn. s. PfWB Schuß; vgl. PfWB Geize 1, PfWB Krampen1 1 d. —
β. 'durch Krankheit verdorbene kleine Weinbeeren', Krappe [ NW-Wachh]; vgl. PfWB Traubenkrappen 1. —
γ. 'Stielchen von Beeren'; vgl. PfWB Traubenkrappen 2. —
c.
α. 'Sumpfkratzdistel (Cirsium palustre)', Krappe [Neustdt (Wilde 42)]. —
β. 'Hederich (Erysinum)', Krapp [GH-Zeisk (Wilde 99)]. —
d. 'Zahnstumpf', auch 'einzeln stehender Zahn', Krappe [ KL-Siegb KB-Zell]. —
3. von Mensch und Tier.
a.
α. 'Mensch mit negativen Eigenschaften'; vgl. PfWB Krampen1 2 b. Des is der e K.! [ FR-Bockh, mancherorts]; e dummer K. [ KU-Schmittw/O]; e dreckicher K. [ NW-Haardt]; e schlechter K., bes. von einem lasterhaften Mann [ NW-Frankeck, mancherorts]; e falscher K., bes. von einem Geizhals [ RO-Falkst, mancherorts]; e beser K., von einer bösen, zänkischen Frau [KB-Zell, verbr.], Syn. s. PfWB Hausteufel 2. Du schlechder K.!, Schimpfw. für ein böses Kind [Kaislt]; vgl. Höllenkrapfen. —
β. der alt K., abschätzig von einem alten Menschen [mancherorts]. —
γ. Pl. Krappe, Uzname für die Bewohner von KU-Ehw ZW-Marthh; Madamer K., Uzname für die Bewohner von LA-Mart; dgl. Misaer Krope für die Bewohner von KU-Miesau. —
δ. vgl. PfWB Höllenkrappen 2. —
b.
α. 'altes, abgetriebenes Pferd', Krappe, alder K. [verbr.], Krope [ ZW-Battw RO-Rehborn]. Syn. s. PfWB Mähre. —
β. Krappe!, Scheuchruf für Rindvieh [ KL-Pörrb Stelzbg]. — Zu mhd. krāp(f)e, ahd. krāpfo 'Haken, gebogene

[Bd. 4, Sp. 550]
Klaue, Kralle' (Kluge-Mitzka20 401); vgl. auch PfWB Krampen. — Südhess. III 1768/69; RhWB Rhein. IV 1389; LothWB Lothr. 315; ElsWB Els. I 522.

 

   Hacke f.:
1.
a. 'Werkzeug mit langem Stiel und breitem Blatt oder mit Zinken für die Bodenbearbeitung', Hack (hag) [vereinzelt WPf verbr. NPf VPf, s. K. 180, PfId. 59]; vgl. PfWB Bickel 1, PfWB Haue; die leicht H. (für Frauen und Kinder), die schwer H. (für Männer) [ PS-Schmalbg Gersb]. RA.: die H. rausmache 'die Arbeit niederlegen' [Rheinpfalz 13.1.1976]. Ich sorg schun defor, daß die H. 'n Steel kriegt 'daß alles in Ordnung geht' [ NW-Gimmdg, RO-Obd LU-Muttstdt SP-Mechth]. De Steel baßt nit zu de H., von einem ungleichen Ehepaar [ BZ-Dierb]. Er is voll wie e H. 'ist betrunken' [ LU-Muttstdt SP-W'see LA-Edigh Kl'fischling BZ-Albw Rinnth]. Er hat die H. voll, dass. [ KL-Kindsb]. Er trinkt uf die H. 'auf Pump' [Kaislt]. Fluch: Du sollscht diə schwer H. krie! [ KB-Albish]. Der Schrei des Käuzchens Komm mit, komm mit, mit H. und Schipp wird als Ankündigung eines Todesfalls

[Bd. 3, Sp. 551]

[Bd. 3, Sp. 553]
aufgefaßt [Heeger Vhk. 135]. Ich sein vum Land de Baurebu, im Woobe (Wappen) Plugg un H. [Kühn Schnitze II 2]. —
b. Dim. 'kleine Hacke mit zwei Zinken und etwa 30 cm langem Stiel', Häckelche [verbr. WPf NPf nördl. VPf verbr. Gal], Häckel [verbr. mittl. u. südl. VPf Ost-PS]; vgl. Pickkärstchen, PfWB Häckert, Gät-, Gelbrüben-, Gersten-, Zwiebelhäckel(chen). Kannscht mol mim Häckelche (den vergrasten Pfad) sauwer mache [ Gal-Dornf]. — Zs.: PfWB Bach-, PfWB Patent-, PfWB Breit-, PfWB Fürchel-, PfWB Garten-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Heide-, PfWB Kratz-, PfWB Kreuz-, PfWB Mörtel-, PfWB Raum-, PfWB Rod-, PfWB Rüben-, PfWB Schrot-, PfWB Speis-, PfWB Spitz-, PfWB Stock-, PfWB Wiesen-, PfWB Zuckerrübenhacke. —
2. 'der Schneideteil am Blatt der H.' [ KU-Brück RO-Dielkch PS-Geisbg FR-Tiefth LU-Alsh Opp BZ-Dernb Albw GH-Nd'lustdt]; vgl. PfWB Hackenschneide. — Südhess. III 26/27; RhWB Rhein. III 39/ 40; LothWB Lothr. 222; ElsWB Els. I 316; Bad. II 523.

 

  ElsWB  PfWB  PfWB  RhWB  RhWB Stockhack u. Stockhau die längere, dicke Hacke zum Ausrotten von Wurzeln u. Gesträuchern.