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 PfWB Kram-laden (Bd. 4, Sp. 534)   PfWB Kram (Bd. 4, Sp. 532)   PfWB scheißen (Bd. 5, Sp. 913) 
 -laden m.: 'Laden, der Kolonialwaren führt', Kramlade [vereinzelt mittl. VPf], -lare [KU-Rothsbg mancherorts mittl. u. südl. VPf], -lale [ KU-Bedb], Kromlare [ KU-Brück WD-Niedkch], Krum- [ PS-Erfw]; oft im Dim. verächtl. von einem kleinen Laden; vgl. PfWB Kramhandel, PfWB Kaufladen. Der hat jo nix in seim Kramlare [ KL-Reichb]. Die hän jo bloß e aremselisch Kramlädche [ NW-Freinsh]. a. 1613: daß er heute ein Kromladen angefangen [Küchler 83 (Kaislt)]. a. 1724: wegen deren Krahmladen, weylen die Fraw gestorben undt der Krahm nicht mehr geführt wirt [StArch. (LA-Edk)]. Südhess. III 1724; RhWB Rhein. IV 1353; ElsWB Els. I 558.

 

   Kram m.:
1.
a.
α. = PfWB Kramladen, Kram (grām, grm) [mancherorts, bes. in der Sprache der Alten], Krom (grōm) [ KU-Schmittw/O], Krum (grūm) [mancherorts SWPf]. Geh en de K. un houl Kramkäs [ LA-Nd'hochstdt]. SprW.: Mer derf net friher in de K. scheiße, bes er leer is 'Man muß warten, bis man an die Reihe kommt' [ KU-Schmittw/O]. a. 1534: khein laden oder Krom gestatten vff züthun [Schandein Weistum Neuhofen]. —
β. Dim. 'kleiner Kolonialwarenladen', Krämche, Krämel [mancherorts]; im bes. Grün-, Spezereikrämchen. Der hat e schee Krämche [ KU-Brück], Krämel [ LA-Gommh]. RA.: Er versauft sein ganz Krämche 'sein ganzes Vermögen' [ NW-Kallstdt]. —
b.
α. 'Anzahl von Gebrauchsartikeln, Waren', Krämche [vereinzelt], Kramm [Lambert Penns 95]. Mach der Fraa ihr Krämche 'die eingekauften Waren' zamme [Pirmas]. a. 1342: von sime crame [Lam 1, f.1v]. —
β. 'minderwertige Sachen, Plunder', Kram [verbr.], Krom [KU-Brück verbr. NPf PfId. 81], Kräm [vereinzelt SWPf]. Nemm denne Krum do weg! [ PS-Saalstdt]. —
2.
a. 'Angelegenheit(en), Pläne'. Er versteht sei Kram [NW-Hardbg u. Umg.]. Er hot große Kräm im Kopp [ KU-Bedb]. Des baßt mer gar net in de Kram [ KU-Kaulb, LU-Opp LA-Nd'hochstdt]. Was geht dich dem soin Kram an? [ LU-Opp]. —
b. 'Umstände'. Mach der ke Kräm! [ RO-Obd]. Ausruf: O armselich Krämche!, von ärmlichen Verhältnissen [ KL-Reichb]. — Südhess. III 1738 ff.; RhWB Rhein. IV 1349 ff.; LothWB Lothr. 315 Krom; ElsWB Els. I 517.

 

   scheißen st.:
1. 'den Darm entleeren', scheiße [verbr. (außer lothr. SWPf)], schisse [lothr. SWPf (Keiper Nachl.), Glass 102]; Part. Perf.: gescheß, seltener geschiß [WPf NPf, Krämer Gal 183],

[Bd. 5, Sp. 914]
g'scheß [Mang 98, 195], g'schiß [ Don-Schowe Torscha], g'schisse [VPf, Lambert Penns 132]; Zs.: PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB darauf- 1, PfWB ver-, PfWB voll- 1, PfWB hinein-, PfWB hinscheißen; Syn.: PfWB abprotzen, PfWB pfeifen 1e, PfWB pferchen 4, PfWB kacken 1, PfWB machen 1bζ, PfWB misten 1, PfWB schissern, vgl. PfWB entleeren. RA.: dorch die Zähn sch. 'sich übergeben, erbrechen' [ BZ-Annw, Apphf Nd'ottb HB-O'bexb NW-Kallstdt LA-Roschb], Syn. s. PfWB brechen1 PfWB AI3b; iwwer de Rääl (s. PfWB Reitel 2a) sch. 'rückständig sein' [ KB-Kriegsf]. Der scheißt iwwer drei Elle geche de Wind in e Flasch 'hat starken Durchfall' [Land]. Der hot (macht) e Gesicht wie geschessener Ebbelbrei 'hat ein blasses, fahles Gesicht' [ KB-Boland, mancherorts]. Grin scheiße die Gens, abwertend von grasgrüner Farbe [ LU-Altr]. Dem scheißt kä Spatz uf die Nas, scherzh. von einem mit Schildmütze [ LU-Alsh/Gr]. Abschätzig von einem, der mit seinem Vermögen prahlt: Der mit seine g'schissene paar Wingertcher (Äcker)! [ NW-Kallstdt]. Er stellt sich dran wie 's Kind beim Scheiße 'gibt sich ungeschickt' [Bergz (Kamm 83)]. Mer määnt, dem wär in die Aue geschiß, von einem, der etwas übersieht, im günstigen Augenblick nicht zugreift [ KU-Blaub]. Derbe Aufforderung an einen hartnäckig Schweigenden: Red, deit, orrer scheiß Buschdawe! [KU-Kaulb, (mit Var.) verbr.]. Die Ärmel erufgeschärzt, in die Hänn gespauzt un uf die Arwet geschiß, von vorgetäuschter Geschäftigkeit [ KU-Diedk, ähnlich LU-Opp]. Ich scheiß der ins Maul 'Auf deine Worte gebe ich nichts' [ RO-Alsbr]. Ich scheiß der was (ebbes) 'Du bekommst nichts' [mancherorts, Gal-Dornf]. De Hund scheißt der was (ebbes, enn), dass. [NW-Haßl, verbr., Heeger Tiere I 21]. Derber Ausdruck tiefer Verachtung: Dem scheiß ich uf de Kopp un stell en in de Keller, bes er groe Hoor kriet [ KU-Kaulb]. Die scheißt dere schun verzeh Daa uf de Kopp 'Sie ist ihr schon zwei Wochen böse' [ KB-Harxh]. Der scheißt gleich in die Hosse 'ist ängstlich, verliert schnell den Mut' [NW-Wachh, verbr.]. Drohung: Wann ich dich krie, hoschd eh 's letschde Mol gescheß [ PS-Burgalb]. Wann de Hund net gescheß hett, herrer de Has kriet, scherzh. von einem Mißerfolg [KU-Schmittw/O, verbr.]. Scherzh. Antwort auf die Frage nach der Uhrzeit: Dreiverdel uf Glocke, wann de Hund scheißt, gebt's Brocke [ KB-Kriegsf, mancherorts]; Zusatz: wann die Katz scheißt, gibt's Brih, des kriegscht morche frih [ LA-Nd'hochstdt]. SprW.: Der Deiwel scheißt immer uf de greeschde Haufe [ NW-Wachh Rußl-Katht Sulz]. Gemeent un g'schiß sin zwee [ Don-Schowe Torscha]. Weitere SprW. s. PfWB Vogel 1a, PfWB Horn 1a, PfWB Kram 1aα, PfWB Nest 1, PfWB Sau 1a. Ein Rätsel s. PfWB Bock 4 a. Volksgl.: Er hot en de Weg geschiß 'hat ein Geschwür am Auge' (vgl. PfWB Wegschisser, Syn. s. PfWB Gerstenkorn 2). Wer an

[Bd. 5, Sp. 915]
der Weg scheißt, kriggt en Wegschisser [Fogel Beliefs Penns Nr. 1560]. VR. s. PfWB Faß 1a, PfWB Franzose 1 a, PfWB krachen 4, PfWB kreideweiß, PfWB Lauer1, PfWB Mehlsack, PfWB Meise 1 a, PfWB Nachtpatsche 1. Einen hist. Beleg s. PfWB lesen I 1 a. —
2. s. die Zs. PfWB an-, PfWB be-, PfWB darauf- 2, PfWB voll- 2, PfWB herumscheißen. — Südhess. V 230 ff.; RhWB Rhein. VII 1014 ff.; LothWB Lothr. 444; ElsWB Els. II 435/36.