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 PfWB Korn-branntwein (Bd. 4, Sp. 486)   PfWB Schnaps (Bd. 5, Sp. 1244)   PfWB brandig (Bd. 1, Sp. 1154) 
  -branntwein m.: = PfWB Kornschnaps, -branntwein [ KU-Schmittw/O]. Syn. s. PfWB Schnaps. Südhess. III 1685.

 

   Schnaps m.:
1. 'Getränk mit hohem Alkoholanteil', Schnaps (nabs) [allg., Klein Prov. 132 Karch Gimmdg/Muttstdt 126 Lambert Penns 173 Buffington-Barba Penns 158 Don-Schowe Torscha Krämer Gal 189]; Pl. Schnäps (nębs) [allg.]; Dim. Schnäps'che (nębsχə) [ KU-Bedb ZW-Battw Gal-Josbg], Schnäpsje (nębsjə) [ KU-Hundh LU-Opp], Schnäpsel (nębsəl, nębsl) [ PS-Schmalbg LU-Limbghf NW-Freinsh Haßl LA-Nd'hochstdt], Schnäpsi (nębsi) [KU-Schmittw/O, NPf]; Dim. Pl. Schnäpsjer (nębsjər) [ KU-Hundh]; Zs.: PfWB Branntweinschnäpsel, PfWB Trester-, PfWB Druschel-, PfWB Erdbeeren-, PfWB Grundbirnen-,

[Bd. 5, Sp. 1245]
PfWB Heidelbeeren-, PfWB Honig-, PfWB Kirschen-, PfWB Korn-, PfWB Kümmel-, Maurer-, PfWB Nuß-, PfWB Quetschen-, Schlehschnaps; Syn.: PfWB Ameisenbranntwein, PfWB Aufenthalt 3, PfWB Bauchwehwasser, PfWB Perlkaffee, PfWB blau 4aβ, PfWB brandig 1 b, Branntwein, PfWB Teufelsgesöff, PfWB Doppelkümmel, PfWB Trinkbranntwein, PfWB Eureka, PfWB Vergiß-mein-nicht 2 a, PfWB Feuerwasser, PfWB Vorlauf 2, PfWB Franzbranntwein, PfWB Fusel1 1, PfWB Gocko 2, PfWB Gori2 2, PfWB Grundbirnenbranntwein, -bumpes 2, -fusel, PfWB Gückes 2, PfWB Husarenkaffee, PfWB Johannjakob 2 c, PfWB Johannpeter 2 e, PfWB Karst 2, PfWB Karstanis, PfWB Karst ausgemachter, PfWB Karstenwasser, PfWB Kirsch, PfWB Kirschenwasser, PfWB Knorbel, PfWB Knurbel, PfWB Knürbel, PfWB Kornbranntwein, PfWB Krabbel-an-der-Wand 2, PfWB Krambambel 2, PfWB Kümmel2 2a, PfWB Kurzer, PfWB Läuter, PfWB Lutter, PfWB Magenbitter, Maurerlikör, PfWB Meerrettich 3, PfWB Nabelwärmer, PfWB Nachlauf 2, PfWB Nähts 2 b, PfWB Olig 2, PfWB Ores, PfWB Quetschenbranntwein, PfWB Rachenputzer 1b, PfWB Raspel 3, PfWB Rattengackel 2, -gift 2b, PfWB -gückel 2, PfWB Reiß-mich-um, PfWB Schlehbranntwein, PfWB Schlinkenputzer 1b, PfWB Schnaubian, PfWB Schnips 2, PfWB Seelenwärmer 2, PfWB Soruf, PfWB Spiritus, PfWB Stoff, Unterirdischer, PfWB Weingeist, PfWB Wermut, Willi; angesetzter Sch., wird gewonnen, in dem man aus Kartoffeln oder Zwetschgen gebranntem Sch. andere Stoffe wie grüne Walnußschalen, Waldmeister, Heidelbeeren und ähnliches zusetzt und nach abgeschlossener Gärung die geklärte Flüssigkeit abgießt [ KU-Kaulb]; e Sch. nemme 'einen Sch. trinken' [Lambert Penns 137]; no Sch. stinke 'eine Schnapsfahne haben' [ KU-Kaulb]. Also, die Hef, die kummt dann zum Brenne, des gibt Sch. als (Sch. wird aus Hefe, dem Rückstand bei der Mostgärung, gebrannt) [ NW-Gimmdg]. Der ganze Schammas kummt in große Blechkiwwel un dann werd Schnaps draus gebrennt! [Damm Nawwel 14/15]. Noch e Schnaps owedroff [Kraus Arwed 25]. E Schnäpsche isch manchmol recht gut [ ZW-Battw]. Geb mer emol e gut Schnäpsi, e Sch. hält worem (warm) [ KU-Schmittw/O]. Nä jo, Du hoscht recht, hoscht de net so e klen Schnäpsi? [NPfGV 5/1933]. »No jerr«, sat de Bader, »hoscht de net so e Schnäpsi?«[Pfälzer Art und Sinn 12. 11. 1933]. De ganze Dag schdinkd er no Schnaps unn sein blooer Zinke 'blaue Nase' leichd (leuchtet) schon so, daß er uff em Häämweg naachd's kä Lichd brauchd [A. Kloos in: Westricher Kalender 1957 103]. Wenn ich do die Deer nore ufgemach han, un do hot mer der Wert schun e Sch. ingeschenkt [ KU-Rammb]. Trinksch es Bierche uhne Schnaps / Saan se: guck, bei dem geht 's knapps! [Ranssweiler 67]. Moi Mann schtemmt als am Bau zwanzich Schnaps in ääner Rutt (Rute2) [Damm

[Bd. 5, Sp. 1246]
Schoggelgaul 33]. Wann de dei Geschäft net willscht uffgenn, dann muschte es Schnappsdrenke uffgenn. Awer vun Stunn an hann eich a ke Droppe Schnapps meh gedronk [Umg. von Kus (PfId. 185)]. Sch. wird gebrannt aus Zwetschgen [ KU-Brück Kaulb FR-Albsh], Kartoffeln [ KU-Kaulb FR-Albsh], Weinhefe [ NW-Gimmdg], Kirschen [ FR-Albsh], Getreide (Korn) [ FR-Albsh]. RA.: Scherzfrage an jemanden, der än Troppe unner de Nas hängen hat: Gell, du brennscht Sch.? [ LA-Nd'hochstdt]. Er brennt Sch., wenn die Nase läuft (tropft wie ein Destillationsapparat) [ PS-Erfw]. Vor 'm Sch. e Sch. und nooch 'm Sch. e Sch. [ NW-Hardbg]. 's Geld on de Sch. hänge 'viel Geld für Branntwein ausgeben' [ KU-Schmittw/O]. Er iss em Sch. verfalle 'Er trinkt gerne Schnaps' [ LU-Opp]. Wammer (wenn man) on de Sch. gerot (gerät), is mer verlor 'Schnapstrinken ruiniert den Menschen' [ KU-Schmittw/O]. Sch. is Sch., Dienscht is Dienscht [ Gal-Slawitz]. SprW.: Der een sauft de Schnaps, der anner trägt die rot' Nas' rum 'Oft wird der Unschuldige für schuldig gehalten, und umgekehrt' [Trifels 20/ 1928]. Volksmed.: Sch. gilt vielfach als medizinisches Hausmittel zur Abtreibung [Pirmas], bei Durchfall e Schnäpsel trinke [ NW-Freinsh], Fieber [ LA-Wollmh], Magenbeschwerden [ NW-Kallstdt], Zahnschmerzen [ZW-L'wied Stamb RO-Alsbr KL-Siegb KB-Kriegsf], Sch. in de Zahn 'Sch. in den hohlen Zahn' [ ZW-Bechhf], bei angeblichen Beschwerden: Ich hunn 's so im Leib, geb mer emol e gut Schnäpsi, Ausrede eines Trinkers [ KU-Schmittw/O]. Volksbr.: Die Drescher fingen zur Winterszeit schon um 4 Uhr an zu dreschen, vorher gab es Brot un Sch. [ PS-Erfw]. Um 10 Uhr wird weißer Käse gegessen und Sch. dazu getrunken [ ZW-Marthh]. Am Kirbenmontag ziehen die Burschen in einer Tanzpause mit den Musikanten von Haus zu Haus und trinken Sch. [ IB-Ormh]. VR.: Erscht o Schnäpsche for Appedit, das is alter Schwowe (Schwaben) Sitt, hinnenoh werd ufgetraa, Rindssupp voller fette Aa (Augen) [ Gal-Josbg]. Die Maurer sinn se bedaure, uhne Schnaps kenne se nit maure, Spottvers auf die schnapstrinkenden Maurer um 1870/1890; sie tränkten ihr Pausenbrot mit Schnaps. Wenn bei Hausrenovierungen in Lu'haf eine eingmauerte, leere Schnapsflasche gefunden wird, vermutet man, daß sie von durstigen Maurern aus LU-Opp stammt [LU-Opp (PfHBl. 13/1931)]. Var.: ...wann se kän Schnaps hänn, kenne se net maure [ LU-Opp]; uhne Schnaps halt bei de Maurer nix [ NW-Kallstdt]. —
2. übertr. Das is aber starker Schnaps! 'Das ist eine unglaubwürdige Sache' [ LA-Mörzh]; vgl. PfWB Tabak 4 b. —
3. 'Tadel, Strafpredigt, Zurechtweisung, Staucher' [ ZW-L'wied LU-Altr BZ-Albw GH-Nd'lustdt]. Awwel gitt's Schnaps! 'Jetzt bekommen wir etwas zu hören!' [ LU-Altr]. Er

[Bd. 5, Sp. 1247]
hodd e Schnapps kriechd 'Er ist getadelt worden' [Gimmel in: PfL 5. 9. 1924]. —
4. 'Nasenstüber' [ PS-Geisbg]. — RhWB Rhein. VII 1551; LothWB Lothr. 457; ElsWB Els. II 504; Schwäb. V 1032; Hess.-Nass. III 323; DWB DWb. IX 1175/76; Frankf. V 2773.

 

   brandig Adj.:
1.
a. 'angebrannt riechend oder schmeckend'. Do riecht's brandich (brḁndix) [Germh]. —
b. De Wein isch brandich, hat zuviel Alkohol und brennt im Mund wie Schnaps [verbr. bes. VPf Wilde 261]. —
2. 'trocken, leicht ausdörrend' vom Boden [ LU-Friesh]; vgl. PfWB Brandacker. —
3.
a. 'mit Wundbrand behaftet', s. PfWB Brand 6 a. Die Wund is brandich [RO-Als, verbr.], riecht b. 'riecht nach Fäulnis' [ NW-Kallstdt]. Er hot e brandiche Bruch [LU-Opp, verbr.]. —
b. 'schwärzlich gefärbt und übel riechend', vom Stuhlgang [LA-Impfl]. —
c. 'von Pilzkrankheit befallen', s. PfWB Brand 6 b. Die Gerscht is brandich [ KU-Schmittw/O]. Im Acker isch en brandicher Placke 'eine Kleeseidenstelle' [ LA-Offb]. —
4. 'kühn, unternehmungslustig'. Der is ganz brandich [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB wütig. — Südhess. I 1066; RhWB Rhein. I 910; Bad. I 306/07.