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 PfWB Kopf-schülpe (Bd. 4, Sp. 471)   RhWB Schülpe (Bd. 7, Sp. 1886)   DWB schelfe (Bd. 14, Sp. 2489) 
 -schülpe f.: = PfWB Kopfschuppe, -schilp [Gal-Rehdf Stanin], -schilwe, Pl. [ Gal-U'wald]; vgl. PfWB Schülpe, PfWB Schübe. Rhein. IV 1231. —

 

  PfWB Schülpe das Wort, zu dem Schülbe, Schülche, Schülke, Schülze zu vergleichen sind, zu ndl. schelp, schulp, mndl. scalpe, scilpe, scolpe, sculpe, mnd. schulpe, scholpe »Schale, Muschel« gehörig, ist in drei mehr oder weniger geschlossenen Geb. verbr., die z. T. zusammenhängen u. zusammengenommen, fast das ganze rhein. Geb. umfassen, u. zwar α. im u. an der Grenze des Schülbe-Geb. iləp, –e-, Pl. -lbə Saarbr-Burb Fürstenhsn Güding Hilschb Quierschd (-o-), Ottw-Merchw Uchtelfang, Wend-Merzw Reichenb, Birkf, Meis, Kreuzn-Eckw Hahnenb Heddesh Hergenf (-u-) Monzing Oberhsn Seesb Strombg Winterbg; n. davon am Rande des Geb. Saarl (Diefflen -o- u. -e-), Merz-Nunk (-u-) Warden; Trier-Mettnich (-o-), Bernk-Rhaunen, Zell-Lötzbeuren Raversbeuren Wahlenau; β. elp, Pl. -lbə, –lpə uMos in Koch (Hambuch -o-), Kobl, May u. Westerw (im nicht entrundenden Geb. -ø-); γ. an May u. Westerw anschliessend ølp, Pl. -lpə Rip n. einschl. Aden, Ahrw, Eusk, Malm, Monsch geschlossen (es fallen also aus die M u. WEif, Schleid), rrhn. nach O. sich über rip. Waldbr, Wippf u. Gummb-Drabenderhöhe Pergenr sich erstreckend u. das Siegld mit ølb, –e-, –o-, Pl. -lbə umfassend; an das lrhn. Rip (-o- Bo-Stdt) schliesst sich unmittelbar an Eup-Stdt mit øylp, Pl. -lpə u. das SNfrk in Geilk, Heinsb, Erk, MGladb, Kemp mit øləp, Pl. -lpə, das über Geld-Leuth Hinsbeck Straelen nach Klev hineinreicht (es fallen also aus Grevbr, Neuss. Kref, Mörs u. rrhn. Klevld, Ruhr (doch -ø- Dinsl-Möllen) NBerg u. nfrk. OBerg) f.: 1. sich ablösende Schale. a. Haut-, Kopfschuppe Saarbr (s. o.), Wend-Merzw, Kreuzn (s. o.), Bernk-Rhaunen, Zell (s. o.), Koch, May, Aden, Neuw-Rodenb, Altk, uWupp, Köln-Stdt, Eusk, Rheinb-Heimerzh, Bo, Dür, Jül, Aach, SNfrk, Geld; Fischschuppe Kreuzn-Hahnenb, Köln-Stdt, Heinsb-Oberbr. — b. vereinzelt: Schale des Getreidekornes Koch-Leienkaul; die Sch. um die einzelnen Bohnen oder Erbsen, die sich beim Kochen löst Kemp-Breyell; Schote des Rapses, Zitronenschale Klev; Faserteilchen, beim Brechen des Flachses Geld-Straelen; Deckblättchen (Schildchen) über der sich entwickelnden Traube Goar-ODieb; Haut der Traubenbeere Goar-Burgen; H. der Hülsenfrüchte, die sich beim Kochen ablöst Birkf-NHosenb, Dinsl-Möllen; Kerngehäuse des Kernobstes Birkf-Kirschw OTiefenb. — c. Muschel Klev; Schlüsselbeinknochen an der Schulter Koch-Leienkaul; Fehler an Gussstücken; Hosenlatz Eup-Stdt; Hautblase Kobl-Mallendar. — 2. grosse Scholle. a. Ackerscholle Verbr. im Geb. α, β, Siegld, Gummb (s. o.), Waldbr, Wippf, Rip in Sieg, MülhRh, Aden, Ahrw, Bo, Köln (also nur ein Teil von Geb. γ.). — b. Eisscholle,

[Bd. 7, Sp. 1887]
auch Issch.c. grösseres, flaches Stück Stein Saarbr; flacher Geröllstein im Wasser May-Stdt; grosser Eisensteinblock, in der Bergmspr. Altk, Siegld. — d. Scheibe, Flatsche, in der Bergmspr. ebd. — e. übertr. verächtl. mageres Stück Vieh May-Kehrig.

 

 schelfe, f. häutige schale von obst, hülse von bohnen, erbsen u. a., weiche baumrinde; von Adelung als 'der gemeinen sprechart einzelner gegenden' angehörig bezeichnet. das wort ist der neueren schriftsprache fremd geworden, aber mundartlich lebendig geblieben. zur etymologie vergl. unter schale oben sp. 2060. ahd. sceliva Graff 6, 491, putamen schelffe, schelff vel heütle Dief. 474b; testa de pomo ein schelf 581a, nauci schelffen 376b; schelffe putamen Dasypodius; schelffe (die) Maaler 349b; schelfe, f. putamen, was abgeschelet ist. Schottel 1396, vgl. Stieler 1719; bei Steinbach 2, 396 schon als veraltet bezeichnet. mundartlich im hd. allgemein gebräuchlich: Schm. 2, 410. Schöpf 599. Schmid 457. Birlinger 393a. wörterbüchlein zum volksth. aus Schwaben 81. Sartorius 107. Spiesz 209. Vilmar 345; daneben mit i in der stammsilbe: schilfe, cortex Schottel 1398; schelfe et schilfe Stieler 1719; schilwe (Simmern auf dem Hunsrücken) Firmenich völkerst. 1, 529, 88, mnld. schelffe, putamen, ramentum Kilian; gewöhnlicher begegnen im nld. und nd. weiterbildungen wie schelver, schelffer, schilver, schalfer, schulfer, schilber (vgl. unten schelfer und schelfern). zu trennen hiervon ist nld. nd. schelpe, schulpe muschelschale: mnld. schelpe, concha Kilian, nnld. schelp, mnd. schelpeken Schiller-Lübben 4, 67a, schulpe, scholpe 149a, schelpe, schulpe brem. wb. 4, 710, schulpe Dähnert 418a, schülpe Schütze 4, 80, schulpe, schülpe ten Doornkaat Koolman 3, 156b. schelben, schelpen, das von der see auf die watten aufgeworfene muschelwerk. Jacobsson 7, 200b; vereinzelt auch in freierer anwendung (wie hd. schelfe); nld. schelpe van de not j. notschaele, lamina nucis. Kilian; nd. dat saat krigt al schülp, der rappsamen ist beinahe reif, liegt schon lose in den hülsen. brem. wb. nachtr. 293 (Dithmarschen). eigenthümlich ist ferner dem nd. vor dem hochdeutschen eine bildung schelfe, schelf, die im nld. und engl. sich wiederfindet: ags. scelfe, scylfe, abacus, tabulatum, scamnum, tectum; engl. shelf, nld. schelf, foenile, tabulatum pabulatorium, horreum pensile, meta foeni aut frumenti, promptuarium pabulatorium, tabulatum foenarium. Kilian; ebenso nd. Schiller-Lübben 4, 67a, ten Doornkaat Koolman 3, 107b. zur etymologie dieses wortes vergl. auch J. Grimm kl. schriften 7, 464.
1) schelfe die weiche haut an früchten aller art, von knollen (kartoffeln, zwiebeln), die hülsen von erbsen, linsen u. a. bezeichnend, nach Nemnich von den klappen einer hülse: testa de pomo, ein schelf Dief. 581a; nuszschelfe, putamen nucis (die weiche haut der nusz). Dasyp.; schelffen an nusszkernen innert der schalen, tunica nuclei Maaler 349b; obstschelfen, cortices pomorum Stieler 1719; erbsschelfen, folliculi pisorum ebenda; so noch mundartlich, s. Spiesz 209. Sartorius 117. Schmid 457. Birlinger wörterb. zum volksthüml. aus Schwaben 81. Schöpf 599; (von Adamsäpfeln) hat auch eyn weyche schölff wie die feigen. S. Franck weltb. 16b; reiszen sich etwa fünfftzig armer menschen alleyn umb die hingeworffnen (cucumer) schölfen. 186a; nicht einer lorischen zwybelschelf oder knoblauchsbutzen werd.

[Bd. 14, Sp. 2490]
Fischart Garg. 19b; darz die grünen schelffen von viertzig oder 50 wälscher oder baumnussen. Seuter rossarzn. 1; ihre zwieblechte wurtzel ist ... auszwendig mit einer schwartzen schelffen überzogen. Tabernaemont. (1664) 1008 J; die schelff oder schelet an diesen öpffeln. anm. weish. lustg. 298; will man nun pomeranzen - schelfen einmachen. Hohberg 1, 217b; nimm einen citron, der ziemlich grosz ist, schneid die gelbe schelffen alle herab. 233a; (das wasser) wafnet sie (die gewächse) mit schelfen, wider die faulende luft. Butschky Pathm. 362; in den eussersten enden der citronenschelffe. Simplic. 2, 226, 25 Kurz; von eierschalen: sie haben ihn mit heiszen ayrschölfen gebrennt, davon blattern aufgefahren. quelle des 17. jh. bei Schöpf 599; nld. schelffe, schubbe van den visch. Kilian. vereinzelt wie nd. schelpe, schulpe (s. oben): ein gewisser seevogel, dessen name mir nicht beyfallen will, verschluckt die austern mit samt den schelfen. Reiske Thucyd. vorrede.
2) bildlich und übertragen: die schrift nun die schelf, kripp, scheid .. hüll und umbhang gottes worts ist. S. Franck baum d. lebens 138a. die hülle wird gewöhnlich der umschlossenen frucht, dem kern gegenüber gestellt, als das bittere gegenüber dem süszen, das wertlose, äuszerliche gegenüber dem gehaltvollen, wesentlichen. sprichwörtlich: vil schelfen wenig nüsz. Keisersberg sünd. des munds 73; verstandt des gaists, der ein anders in dem euszern ansehen und schelff hat, und verwendt ein anders im gaist verstehet. S. Franck parad. vorr. 3b; daher kompts nu, dasz alle tugend, wie süsz die halt im kern seyn, der schelfen nach unnd ersten anbisz bitter unnd sawr das fleisch gedunckt. J. Nas warnungsengel 12; dann was du biszher gesehen, ist nur die blosze schelffe und schein. Philander (1650) 1, 57; dem richter gebührt die frucht des processes und den parteien die schelfen. Musäus volksm. 4, 95 Hempel;

doch weil ihr es verlangt, so nehmt die rauhen schelffen
von meinen händen an, die keine frucht versüszt.
Chr. Gryphius poet. wälder 2, 216;

man tritt den wahren kern, und sättigt sich an schelffen.
Günther 504.


3) von der rinde der bäume (vgl. Schm. 2, 410. Birlinger 393a. Spiesz 209): nimb die mittelschelffen von einem ölbaum. Seuter rossarzn. 32; die hetten jhnen larven oder schönbart ausz rinden oder schelffen von den bäumen gemacht. anm. weish. lustg. 13. schelfe, collectiv zur bezeichnung des abblätternden, abfallenden (s.schelfer): quisquilia schelff Dief. 480c; schelffe (die), schelffen, schnitz, abschnitz. Maaler 349b; s. auch schelflein.
4) mit schelfe bezeichnet Oken 3, 1688 ff. eine reihe exotischer pflanzen.