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| PfWB kolten (Bd. 4, Sp. 417) | PfWB Nuß (Bd. 5, Sp. 180) | PfWB Kopf-nuß (Bd. 4, Sp. 469) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'die Kolte 3 entfernen', kolde (kǫldə, -o-) [verbr. nördl. WPf mancherorts NPf FR-Ebertsh LU-Limbghf NW-Deidh Kühn Hamet 110 PfId. 78 Don-Tscherwk verbr. Gal], kulle (kulə) [vereinzelt NWPf u. westl. NPf]; insbes. α. die Nuß k. 'von der (reifen) Nuß die grüne Schale ablösen' [verbr. wie vorstehend]; [Bd. 4, Sp. 418] vgl. PfWB abkolten 1 a; auch refl.: Die Nuß kolt sich. — β. Kaschdanje k. [ KL-Alsbn, vereinzelt]. — γ. Erbse kulle 'Erbsen entschoten' [ WD-Niedkch]. — b. Quetsche kulle 'Zwetschen entkernen' [Zweibr]. — 2. übertr. a. de Baam kolde 'den Christbaum seines Behanges entkleiden' [KB-Kriegsf mancherorts nördl. WPf u. NPf]; vgl. PfWB abkolten 1 b. — b. de Acker kolde 'den Acker von Unkraut säubern' [ KU-Trahw]. — c. eppes kolde 'stehlen' [ KU-Albb]. — d. enne kolle (kolde) α. 'einen durchprügeln' [ KU-Theisbgstg]. — β. 'entlausen'. Sie hot de Bu gekolt [ KU-Adb]. — γ. 'einen entlarven'. Ich han en gekolt [KL-Gimsb u. Umg.]. — e. sich k. α. 'nasse, schmutzige Kleidung ablegen, sich gründlich reinigen' [verbr. wie 1a, dazu LA-Ranschb]; vgl. PfWB abkolten 2, PfWB fegen 2 c. Sie hot 's Kind gekolt [ RO-Falkst]. — β. 'sich umkleiden', bes. 'gute Kleidung anlegen' [mancherorts, auch Gal]. Du hoscht dich awwer gekolt! [ Gal-Dornf].
Aus den Nachträgen 3. 'kaputtmachen, zerstören', kolle [ KL-Heilmosch]. Er hott die Hosse (de Mähdrescher) gekollt [ KL-Heilmosch]. — Verbale Bildung zu PfWB Kolte. — Südhess. III 1608/09; RhWB Rhein. IV 1711 kulten.
| 1. a. 'Frucht mit harter Schale und eßbarem Kern', das Simplex bezeichnet meist die Walnuß, seltener (als Kurzform einer Zs.) eine andere Nußart, Nuß, Pl. Niß [allg., Christmann Kaulb 19 Mang 108 Müller Dietschw 53 Schneckenburger 45 Krämer Gal 157], Pl. Nusse [ Don-Schowe], Dim. Nißche [WPf], Nißje [ IB-Ensh], Nissi [ KU-Schmittw/O]; Zs.: PfWB Baum-, Johannis-, PfWB Grübel-, PfWB Hasel-, PfWB Kribbel- 1, PfWB Meisen-, PfWB Muskat-, PfWB Rot-, Weihnachts-, PfWB Wal-, PfWB Welschnuß; därre Niß 'reife Nüsse' [ BZ-Dernb], frihe Niß eine Nußsorte [ LA-Gommh]; daawe Niß 'Nüsse ohne Kern' [ LU-Opp], s. PfWB taub 4a; krätziche Niß 'schlecht schmeckende Nüsse' [ KU-Schmittw/O]; Niß kolde 'die äußere Schale von der reifen Nuß entfernen', vgl. PfWB kolten 1a. Die Niß hänge schun in de Kolde 'sind reif', vgl. PfWB Kolte 3a [ RO-Als]. Die N. hat Schal un Käre [ KU-Herschw/Petth]. 5 Nüsse sind e Hoifel Niß [ BZ-Dernb]. Niß un Brot schmecke gut sesamme [ BZ-Dernb]. RA.: Er schlaat druf (fällt driwwer her) wie e Blinner in die Niß [KU-Herschw/Petth, NPf (Wilde 182), mancherorts Don Gal Buch], wie e Narr in die Niß [ KU-Schmittw/O]. Er wächst unner sich wie e [Bd. 5, Sp. 181] ![]() [Bd. 5, Sp. 183] N. in de Kischt, von Menschen, die infolge Alters oder Krankheit abnehmen, kleiner werden [Hebel 13]. Der hockt do wie siwwe Niß [ NW-Wachh], wie finf Niß [NPf (Wilde 183)], steht do wie drei Niß [ FR-Beindh]. Der Sorglose stewwelt in de Dag enin wie e Blinner in die Niß [ KU-Gries]. Das gibt e hardi N. ze knacke 'wird ein schwieriger Fall' [Land]. Er geht in die Niß 'Er stirbt bald' [PS-Winz Pirmas (Kieffer 56)]. Derbe Drohung: Mit dem seine Knoche bengel ich noch Niß [ ZW-O'hs]. SprW.: Wu Nusse sin, dart sin a Hewwel 'Knüppel' [ Don-Schowe]. Muß is e harde Nuß [Penns (Barba)]. On e horde N. kammer sich die Zehn ufbeiße [ KU-Schmittw/O]. E daawi N. macht viel Verdruß, von einer Frau, die keine Kinder bekommt [Krieger 28]. BR.: »Regnet es auf Johanni, so werden die Nüsse wurmig« [Schandein Bav. IV,2 378]. Weitere BR. s. PfWB Bartholomäus 1, PfWB Johanni, Johahannistag 1, PfWB Margarete 1 a, PfWB Margaretentag. Volksgl.: Wann die Niß geroden, geroden aach die Kinner [verbr. (Wilde 183)]. Dies Johr gerode die Buwe net! Die Niß sin verfrore [Pirmas (Wilde 183)]. Brauchtum: An de Weihnachde krien die Kinner Niß [LU-Alsh, verbr.]. De Nikolaus hot Äppel un Niß im Sack [ RO-Bistschd]. Vergoldete, versilberte oder in Mehl gewälzte Nüsse, vorher entkernt und zusammengeleimt, dienten als Christbaumschmuck [RO-Dielkch, verbr.]. Kleine Kinder neckt man, indem man ihnen eine solche leere N. zum Öffnen gibt [ KU-Schmittw/O]. Rätsel: Wer's net sieht, hebt's uf, wer's sieht, läßt's leie (wurmstichige Nuß) [Hebel 120]. Kinderspiele: Die Kenn schnellere an Weihnachde oum Niß [ WD-Niedkch, mancherorts]. Die Nüsse werden auf einem Schneller ausgespielt. Es wird auch ein Hainfelche aus vier Nüssen gesetzt und mit dicken Klickern oder Kugeln danach geworfen; Wer es trifft, hat es gewonnen. Die jungen Burschen karteten früher um Nüsse [(1930) KU-Schmittw/O]. Ausführliche Angaben zu Brauchtum, SprW., Spiele s. Wilde 181 ff. a. 1490: nosse ... die sal er nit swingen iß sy do by eyn knecht vß dem closter [Lgb. Ramsen]. a. 1492: Item für ein malter noiß ein pfund heller [PfWeist. 11 (FR-Albsh)]. a. 1521: nüß zu swingen [GgHospR]. a. 1522: von Niessen die gewaschen (gewachsen) vff myns gn. hernn güettern [LandsbgKellR]. — b. s. PfWB Pimpernuß 1. — 2. übertr. a. sachl. α. 'Rad an der Windmühle (Putzmühle), welches das Schüttelwerk bewegt' [ KU-Bedb WD-Niedkch ZW-Battw RO-Obd KB-Bennhs LU-Friesh]; Syn.: PfWB Klapper 1c, PfWB Schnecke. — β. Teil der Haspel 1a [ KU-Kaulb]. — γ. 'Ohrfeige'; e Nuß gewwe, Niß gewwe [ KL-Weltb FR-Gerolsh BZ-Annw Gal-Josbg]; vgl. PfWB Knuß, PfWB nussen; Zs.: PfWB Pfeffer- 2, PfWB Kopfnuß. Ich gebb der e paar Niß! [Germh]. — δ. Zs.: PfWB Pfeffer- 1, PfWB Pimper- 2, PfWB Brunst-, Was- [Bd. 5, Sp. 184] sernuß. — b. persönl. α. 'kleines, liebes Kind', Nissi, e klään N. [ KU-Schmittw/O]. — β. Zs.: PfWB Pimpernuß 3. — γ. 'junges, hübsches Mädchen', Nüßle [Klein Prov. 35]; e g'sundi N. [ LU-Friesh]. — δ. Zs.: PfWB Pimper- 3, PfWB Kribbelnuß 2. — Südhess. IV 1028 ff.; RhWB Rhein. VI 288 ff.; LothWB Lothr. 389; ElsWB Els. I 788.
| 1. 'Schlag mit den Fingerknöcheln auf den Hinterkopf', -nuß, Pl. -niß [verbr.]. Drohung: Haschde noch net genung? Willschde noch e paar Koppniß ? [ HB-Einöd]. — 2. 'Ohrfeige' [RO-Odh Klein Prov. 249]; vgl. PfWB nussen. — Grundwort wohl zu mhd. knus 'Stoß' ( Lexer Lexer I 1656). — Südhess. III 1666; RhWB Rhein. IV 1230.
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