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| PfWB kolten (Bd. 4, Sp. 417) | PfWB fegen (Bd. 2, Sp. 1088) | PfWB feckern (Bd. 2, Sp. 1081) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'die Kolte 3 entfernen', kolde (kǫldə, -o-) [verbr. nördl. WPf mancherorts NPf FR-Ebertsh LU-Limbghf NW-Deidh Kühn Hamet 110 PfId. 78 Don-Tscherwk verbr. Gal], kulle (kulə) [vereinzelt NWPf u. westl. NPf]; insbes. α. die Nuß k. 'von der (reifen) Nuß die grüne Schale ablösen' [verbr. wie vorstehend]; [Bd. 4, Sp. 418] vgl. PfWB abkolten 1 a; auch refl.: Die Nuß kolt sich. — β. Kaschdanje k. [ KL-Alsbn, vereinzelt]. — γ. Erbse kulle 'Erbsen entschoten' [ WD-Niedkch]. — b. Quetsche kulle 'Zwetschen entkernen' [Zweibr]. — 2. übertr. a. de Baam kolde 'den Christbaum seines Behanges entkleiden' [KB-Kriegsf mancherorts nördl. WPf u. NPf]; vgl. PfWB abkolten 1 b. — b. de Acker kolde 'den Acker von Unkraut säubern' [ KU-Trahw]. — c. eppes kolde 'stehlen' [ KU-Albb]. — d. enne kolle (kolde) α. 'einen durchprügeln' [ KU-Theisbgstg]. — β. 'entlausen'. Sie hot de Bu gekolt [ KU-Adb]. — γ. 'einen entlarven'. Ich han en gekolt [KL-Gimsb u. Umg.]. — e. sich k. α. 'nasse, schmutzige Kleidung ablegen, sich gründlich reinigen' [verbr. wie 1a, dazu LA-Ranschb]; vgl. PfWB abkolten 2, PfWB fegen 2 c. Sie hot 's Kind gekolt [ RO-Falkst]. — β. 'sich umkleiden', bes. 'gute Kleidung anlegen' [mancherorts, auch Gal]. Du hoscht dich awwer gekolt! [ Gal-Dornf].
Aus den Nachträgen 3. 'kaputtmachen, zerstören', kolle [ KL-Heilmosch]. Er hott die Hosse (de Mähdrescher) gekollt [ KL-Heilmosch]. — Verbale Bildung zu PfWB Kolte. — Südhess. III 1608/09; RhWB Rhein. IV 1711 kulten.
| 1. a. 'mit dem Besen f.'; die Stubb feche [ FR-Bockh BZ-Dernb]; dafür meist PfWB kehren. Zs. PfWB ab-, PfWB aus-, PfWB durch-, hinweg-, PfWB zusammenfegen. a. 1565: 13 albus einem Schornstenfeger geben, der etliche schornsten im Closter gefegtt [WerschwSchR]. — b. 'scheuern, reibend säubern', fehe, feje, fääche, s. F. [verbr.]. Die Mämm (Mama) hat die Messere g'fegt [Danner Penns 114]. — c. den Bach, den Graben, die Wiese f. 'gründlich reinigen'. a. 1423: vff Martini Nachtag, Wann die Gemein die Bach feigen [Niedhammer 157 (NW-Wachh)]. a. 1507: daß ein icklich haußgeseß soll ... zwen tag helfen bech vnd graben fegen [PfWeist. I 23 (RO-Alsbr)]. a. 1563: 8 albus ietzt ermeltem Steytzen Henn vonn bemelterer (Baumholderer) [Bd. 2, Sp. 1089] ![]() [Bd. 2, Sp. 1091] wießenn zu fegenn [LandsbgZb.]. — d. 'durch Abhauen entfernen'. a. 1507: wo jemant einen weg hinaußfuret vnd ein baum in hindern wurt an seinem geferdt, so soll vnd mag er ein helbarth nemen vnd vff die achß deß wagens stehn vnd fegen vnd abhawen, waß im hinderlich ist [Pf-Weist. II 551 (LA-Frankw)]. — e. 'Bohnen enthülsen', fääe [IB -Bliesmg/Bolch]; vgl. PfWB putzen 1 b. — f. 's Geweih fehe, vom Rehbock, der im Frühjahr den Bast von den neuen Hörnern an den Bäumen abscheuert [ KU-Schmittw/O]. — g. 'tadeln, zurechtweisen'. Der Notär hat se gefäit, weil se e unrechte Akt mache wollte [ KU-Blaub]. — 2. sich f. a. vom Ausstoßen der Nachgeburt bei Tieren, vgl. PfWB Fege 1. Die Kuh dut sich fehe (fähe) [NPf SWPf mancherorts übrige Pfalz], fäje [ NW-Ruppbg]; vgl. K. 75 u. Syn. bei putzen 1 r γ. — b. der Baam fäät sich, vom Abfallen der wurmstichigen Früchte [ RO-Messbhf]; vgl. PfWB Fegobst. — c. persönl. 'sich (nach schmutziger Arbeit) gründlich reinigen'. Jetzt muß ich mich awwer f. [ RO-Messbhf]; vgl. PfWB kolten. — 3. a. 'lange, rasche Schritte machen' [verbr.]. Syn. s. PfWB laufen. — b. 'ohne Unterlaß tanzen' [verbr.]; vgl. PfWB scherbeln, PfWB schnärren, PfWB schwenken, PfWB schwofen, PfWB walzen. Wollen mer aane f.? [ KB-Kriegsf]. Mer han d'r emol gefäächt! [ KU-Kaulb Kreimb]. Drum an de Kerb kaan Zeit verzambelt, gefegt, geschwenkt vun A bis Zett! [Kühn Palz 56]. — c. 'herumstreunen'. Die Buwe feechen die Gasse ein un aus [SP-Heiligst, PS-Geisbg vereinzelt VPf]; vgl. PfWB stromern. Zs. PfWB herum-, PfWB hinfegen. — d. 'bettelnd umherziehen'. Er geht fehe, vom Tagedieb [Zweibr]; s. PfWB fechten, PfWB fegern 2 u. die Syn. bei bitten. — F.: fə u. fēə NPf u. WPf, fjə RO-Finkb NW-Kallstdt, fēə u. fχə südl. WPf sowie mittl. u. südl. VPf, sonst sporadisch, föə LU-Alsh, fgə verbr. LU. — Südhess. II 398/99; RhWB Rhein. II 352 ff.; LothWB Lothr. 136; ElsWB Els. I 97; Bad. II 31.
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