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| PfWB Kobel (Bd. 4, Sp. 390) | DWB kaupe (Bd. 11, Sp. 360) | |||||||||||||||
1. a. α. 'Federschopf von Vögeln', Koww(e)l (kowəl, kowl) [verbr. mittl. u. südl. VPf vereinzelt übrige Pf Heeger Tiere II 12 PfId. 79 Don-Schowe Torscha Rußl-Katht Sulz], Kuwwl (kuwl) [ PS-Burgalb], Kauw(e)l (kauwəl, kauwl) [Zweibr ZW-O'hs]; vgl. PfWB Kobellerche, PfWB -meise. — β. 'Huhn mit Schopf'; vgl. PfWB Kobelhünkel; Holländer mit Kowwelcher, eine Hühnerrasse [ NW-Ellstdt]. Ich häw ach (habe auch) e Kowwlche bei meine Hihner [ GH-Zeisk], e Kuwwlche [ PS-Vinn]. — b. 'aufgetürmtes Haar (Haartracht) bei Frauen'. Des hot e Kowwelche [ KL-Fischb], e Koww(e)l [LU-Alsh NW-Lambr Neidfs Journ. (a. 1787) 213]. Die dut de Kowwl stelle 'macht das Haar hoch' [ PS-Erfw]; gilt auch für das männl. Geschlecht: de K. bei denne Herrebuwe heitsedaa (heutzutage) [ ZW-Gr'bundb]; vgl. PfWB Gockel 2f. — 2. übertr. a. 'Haube in Schopfform', Kowwl [GH-Zeisk Heeger Südostpf. 16]. — b. 'Kamm des Hahns', Kowwel [LA-Venn Rohr 206]. — c. 'Kopf'. Ich schlaa der uf de Kuwwl [ PS-Burgalb], uf de Kowwel [ RO-Als]. RA.: de Kowwel stelle 'den Kopf hoch tragen, stolz sein' [ NW-Dürkh]. — Nach Weigand I5 1086 zu ahd. kuppha f. 'Haube'; vgl. auch PfWB Kauben, PfWB Käubel, PfWB Gaube 3. — RhWB Rhein. IV 1093; Südhess. III 1219 Kaupe; LothWB Lothr. 280 Kaup; ElsWB Els. I 418; Schwäb. IV 558.
| 1) federbüschel auf dem kopfe mancher vögel; so bei Alberus kaup apex, apiculus, ein kaupp uf des huns oder vogels heubt, und noch in der Wetterau ( 1, 572); auch in Thüringen kaupe, gewiss auch in andern md. landstrichen; vgl. käupicht. am Mittelrhein ebenso gaupe, auch gaupel (Kehrein 153). dasselbe ist offenbar bei Leipz. 1517 N 1b dy kube, apex, galerus ( 40a. 256a), unter körpertheilen genannt, nach dem kopfe (haarschopf?), also au urspr. û; es wird wol auch kaube noch zu finden sein. Das b der altmeiszn. form stimmt zum f in nl. kuif gleicher bed. (kuifhen henne mit einem schopfe), das überhaupt an jenem kûbe seinen rechten anhalt findet (nl. ui gleich mhd. û); ebenso in Aachen kuff f. (kuffhohn kauphuhn). das thür. wetter. p aber stimmt zu den verwandten und gleichbed. kuppe, koppe (auch kopf), und kappe in völlig gleicher bed. (so götting., auch schweiz., s. sp. 198 Denzler). Das wort gehört nämlich zu einem reich entwickelten alten stamm, der im vocal wie in den lautstufen der consonanten die gröszte manigfaltigkeit zeigt; auch haube gleicher bed. gehört dazu (vgl. sp. 306) und mit S im anlaut (vgl. sp. 14) oberpf. schaupe schopf, büschel, auch auf dem vogelkopf 3, 376, tirol. tschaup, schweiz. tschûp 3, 9. 10. s. weiter kopf II, 1 gleich schopf (schon mhd.). Merkwürdig ist auch kaupe für kaute flachs (s. d.), zopfartig. 2) es musz aber auch zugleich spitze überhaupt bedeutet haben, wie kappe, kuppe auch; Albers apex kann so gemeint sein, und es ergibt sich wol aus kaupen, vgl. DWB käupeln. ein siebenbürg. kûpen m. kuppe, bergkuppe 4, 408, 30 scheint nur landschaftliche aussprache für kuppen. 3) kaupe f. ein wort des östlichen mitteldeutsch; in Posen ein kleiner erdhügel, besonders auf wiesen, z. b. maulwurfshügel. 118, ebenso niederlausitz.; kaupe oder bülte, mit gras oder binsen bewachsene maulwurfshaufen, s. forstliches conversationslex. Berl. 1834 445; an der sächs. Elbe (Riesa) gaupe, mit binsen u. ä. bewachsener wiesenhügel, s. dazu u. 1. In der Niederlausitz heiszt kaupe auch kleine fluszinsel, und eine ackerwirtschaft auf einer höhe zwischen den zahlreichen fluszarmen des Spreelandes, deren besitzer kauper m., seine wirtschaft kaupernahrung (neues laus. mag. 30, 242). das trifft völlig mit dem slav. zusammen, niederwend. kupa f., kupaŕ m. der kauper, auch oberwend. kupa hügel, insel, und das ist ein litt.-sl. wort, kupa haufe (s. sp. 196), altsl. kup'' m., dazu z. b. auch litt. kupstas m. wiesenhöcker, maulwurfshaufe u. ä. Da aber der begriff erdhöhe (zumal bewachsene) sich mit dem des vor. kaupe spitze (und büschel) berührt, ist es denkbar, dasz dem sl. worte ein deutsches kaupe begegnet wäre, zumal das mit dem verwandten kappe haufe und spitze sp. 196 der fall ist; das kappe heuhaufen dort erscheint schles. auch als kaupel f., wetterhaufe von heu, 'köpfel' ( 23, 159). [Bd. 11, Sp. 361] 4) geradezu zwischen 3 und 1 vermittelnd erscheint die bed. büschel gras, binsen u. ä., wie sie in sumpfigem boden hügelartig hervortreten: indem der tiras an den kaupen der binsen leicht hängen bleibt. 2, 183b; auf den kaupen in morastigen örtern. 1, 69a; schilf- oder grasekaupen. 2, 249a. 250b; bis sie (die wilde ente) schwimmend im schilfgras, das dicht am ufer zwischen kaupen steht, verschwunden ist. gartenlaube 1858 nr. 23 s. 334b; jeden büschel gras und kaupe benützt er (der fuchs) sich an das wasser heran zu pirschen. das. vgl. bair. kopf einzelnes gebüsch im felde, und köpflein kleine (doch wol bewachsene) fluszinsel 2, 318, diesz ganz gleich wend. kupa.
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