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| PfWB Knottel-suppe (Bd. 4, Sp. 380) | PfWB Suppe (Bd. 6, Sp. 813) | PfWB kreischen (Bd. 4, Sp. 576) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. 'flüssige, mit verschiedenen Zutaten angerichtete Speise', Supp (sub) [verbr. (außer NWPf), Bertram § 117 Höh 58 Lambert Penns 152 Krämer Gal 211], Sopp (sob) [verbr. NWPf westl. NPf vereinzelt übrige NPf SWPf GH-O'lustdt Westh Christmann Kaulb 17 Mang 111 Müller Dietschw 59], Soup [ IB-Rohrb]; Pl. -e [verbr.]; Dim. Sippche, Sippsche [verbr. WPf NOPf], Seppche [Altenhofer 15], Sippel, Seppel [SOPf O-PS]; s. K. 373; Pl. Sippcher [vereinzelt WPf], Sipplich, Sepplich [Land u. Umg.], Sipple [ GH-Kand]; vgl. PfWB Schnelle2; Zs.: PfWB Bampel-, PfWB Bartbampel-, PfWB Bettelmanns-, PfWB Bibilchens-, PfWB Bier-, Blumenkohl-, PfWB Bohnen-, PfWB Braunmehl-, PfWB Brennsel-, PfWB Brenn-, PfWB Brockel-, PfWB Brockelbohnen-, PfWB Brocken-, PfWB Brot-, PfWB Buchstaben-, PfWB Buttermilch-, PfWB Tomaten-, PfWB Einbrenn-, PfWB Einlauf-, PfWB Erbsen-, PfWB Eß-, PfWB Faulweiber-, PfWB Fleischbrüh-, PfWB Fleischknöpfe-, PfWB Fleisch-, PfWB Franzosen-, PfWB Gemüse-, PfWB Gersten-, PfWB Grieß-, PfWB Gropel-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Grünkern-, PfWB Hahnen-, PfWB Hasen-, PfWB Hirsen-, PfWB Hörnchen-, PfWB Hühner-, PfWB Hünkels-, PfWB Julien-, PfWB Kartoffel-, PfWB Katzen-, PfWB Kerbel-, PfWB Kicherling-, PfWB Kindbett-, PfWB Kirschen-, PfWB Klöß-, PfWB Knochen-, PfWB Knöpfe-, PfWB Knöpfel-, PfWB Knottel-, PfWB Kraft-, PfWB Kraut-, PfWB Krebs-, PfWB Krottenlaich-, PfWB Leberknöpfe-, PfWB Linsen-, PfWB Maggi-, PfWB Makkaroni-, PfWB Markklößchen-, PfWB Markknöpfe-, PfWB Mehl-, PfWB Metzel-, PfWB Milch-, PfWB Mittags-, PfWB Molken-, Morgen-, PfWB Most-, PfWB Nacht-, PfWB Nudel-, PfWB Ochsenschwanz-, PfWB Rahm-, PfWB Reis-, PfWB Ribbel-, Ribbelchens-, PfWB Rindfleisch-, Rind-, PfWB Rüben-, PfWB Rummeln-, PfWB Sago-, PfWB Sauerampfel-, PfWB Sauermilch-, PfWB Sauerrahm-, PfWB Schlacht-, PfWB Schleim-, PfWB Schnaken-, PfWB Schüppchen-, PfWB Spargel-, PfWB Spatzen-, PfWB Spital-, PfWB Süßmilch-, PfWB Wasser-, PfWB Weck-, PfWB Wein-, PfWB Wurst-, PfWB Zwiebelsuppe; e gut, sämich Sippche [Pirmas]; die S. rehre (rühren) [ KU-Schmittw/O]; ebbes an die S. rihre 'etwas in die Suppe einrühren' [ NW-Elmst]. Die S. laaft aus 'kocht über' [ LU-Alsh]. Ach, is des e gut Sippche! [ NW-Freinsh]. Schepp der S. raus! [ LA-Nd'hochstdt]. Hol e bissi Grienes for in die S.! [ KU-Schmittw/O]. Die S. isch noch e bissel leiser 'fade', ich will noch e paar Kerner Salz dran dun [ PS-Erfw]. Die S. is a werrer net gesalzt un net geschmelzt [Westricher Kalender 1957 102]. Die S. is [Bd. 6, Sp. 814] kalt, die braucht mer nimmi se bloose [ KU-Schmittw/O]. Vumme alde Hinkel gibt's e gut S. [ KU-Schmittw/O]. Brave Kenn esse gere S. [ WD-Niedkch]. Ich guck in moi Dibbche / dagdäglich eninn / un drin kocht e Sippche / mit Riwwelcher drin [Damm Nachtdischlamp 16]. Jemmernää, die S. doo esch sou hannich (handig 'scharf, salzig'), das ziechder 's Hämb hinnenie! [Braun Lääsebuuch II 116]. Ich honnda de Reschd Supp ins Backeebche geschdelld, konnschs noch deoowed esse! [Glass II 3]. Noot schlaa(n) eich mer zwee Aier nin / Un eß mei Supp halt selwer! [Ranssweiler 84]. Kaum war die Supp eweg vum Disch, / Do kommt e Rieseplatt voll Fisch [Münch Werke I 115]. RA.: nore langsam mit de haaße Subb! 'nur mit der Ruhe!' [Kühn Hamet 87 Kühn Kumödi 16]; e Hoor in de S. finne 'etwas Nachteiliges an einer Sache entdecken' [KU-Bedb, verbr.]; net es Salz in de S. verdiene 'nichtsnutzig sein' [Kaislt]; sich (eem) die S. versalze 'sich (jemandem) eine Sache, Angelegenheit verderben; Unannehmlichkeiten bereiten' [Don-Gottlob, verbr.]; eem in die S. spauche, dass. [ LU-Opp]; sich e S. inbrocke 'etwas anrichten, sich in eine unangenehme Situation bringen' [KU-Kaulb, verbr., Kühn Kumödi 37]; die S. ausleffele, wo mer sich eingebrockt hat 'die unangenehmen Konsequenzen seines Handelns tragen' [Bergz, verbr.]; Pederle (Petersilie) uf alle Suppe sein 'überall dabei sein wollen, mitreden wollen, aber nicht bei der Sache bleiben' [BZ-Dernb, vereinzelt, Kühn Hamet 135 Wilde 187]; in die S. kumme 'dazu gehören' [Thielen So rerre mer 113]; nimmeh S. saan kenne '(vor Übersättigung, Erschöpfung) nichts mehr sagen können' [ KU-Hundh, mancherorts]; vun siwwe Suppe e Schniet (Schneet) (s. PfWB Schnitte 1) 'weitläufig miteinander verwandt sein' [Land, verbr. SOPf]; vun siwwe S. ee Aa, dass. [ FR-Bockh]; ehm saan, was drei Linse for e S. koche '(tätlich) zurechtweisen, schlagen' [ KL-Wörsb]. Er hot 's Fett vun de S. abgescheppt 'Er hat das Beste im Voraus für sich genommen' [ LU-Limbghf]. Do will jeder sei eichnes Sippel koche 'Da will jeder eigene Wege gehen, den eigenen Vorteil suchen' [Bergz (Kamm 86)]. Er wollt nore sei eichenes Sippche koche, dass. [Schneider Dillje 148]. Der redt ach 's Fett vun de S. runner 'nimmt durch vieles Reden das Beste für sich' [ Gal-Sap]. Das macht die S. nit fett 'Das ist unbeträchtlich, nicht der Mühe wert' [Bayer Hackm. 69, mancherorts]. Die Supp is uf de Sunn (uf em Feier) gekocht, wenn sie heiß ist, und uf em Mond, wenn sie kalt ist [ ZW-Gr'bundb, vereinzelt]. In die S. gucke meh Aue enin als wie eraus, von einer Suppe mit wenigen Fettaugen [ KU-Diedk]. Die S. isch hochmierig (hochmütig), die guckt enne mit kääm Ääg an, dass. [ PS-Erfw]. 's is immer die alt S. 'Es ist immer dasselbe' [Kaislt]. Das is sicher wie S. [Hebel 19]. Nor langsam mid de hääße S.! 'Keine Überstürzung!' [ GH-Westh, vereinzelt]. Des is meh wert wie e Teller voll S. [ Don-Schowe Torscha]. Des is so glatt gange [Bd. 6, Sp. 815] ![]() [Bd. 6, Sp. 816] rerre mer 113]. SprW.: Viel Kinner - dinne Suppe [ LU-Oggh, vereinzelt]. Viel Kech (Köche) versalze (verderwe) die S. [ ZW-Battw, KU-Kaulb] 's werd kä S. so hääß gesse, wie se gekocht werd [NW-Elmst, verbr.]. Besser die S. gebloos, wie 's Maul verbrennt 'Wer rechtzeitig Vorsorge trägt, fährt besser' [Pirmas]. Wer lang S. eßt, lebt lang, scherzh. SprW., häufig gesagt, um Kinder zum Suppenessen zu verleiten [PS-Erfw, verbr.]. E Kuß ohne Schnorres, is wie e S. ohne Salz [Feierowend 31/1955 7]. Aach bei reiche Leit werd die S. mit Wasser gekocht [LA-Impfl]. E gut Sippche spiert mer bis enunner an die groß Zehb (Zehe) [ ZW-Battw]. Wer die S. versalzt, ist verliebt [ ZW-Gr'steinhs]. Vk.: Suppen waren früher häufiger Bestandteil von Mahlzeiten; vgl. Morgenes- [Bd. 6, Sp. 817] sen, -suppe, Nachtsuppe und Schandein Bav. IV,2 415. Vereinzelt geben Gewährsleute an, daß das Kaffeetrinken anstelle von Suppenessen getreten sei. Volksmed.: En Trunk in die S. bringt de Dokder in die Stubb 'Während des Suppeessens trinken, macht krank' [ BZ-Dernb]. VR.: E schänes Vechelche, des is die Muck, Muck, Muck, fliet iwwer's Schisselche, fallt in die Supp [Kröher Lyoner 98]. Weitere VR. s. PfWB Amen, hopperlopopp, PfWB kreischen 1 a, PfWB Löffel 1, PfWB Maikäfer 1 a. a. 1354: dem gericht ein sup [Grimm Weist. V 689 (ZW-Hornb)]. a. 1382: zue dem ersten desz morgens soll er in geben ein suppen [Grimm Weist. V 561 (BZ-Queichhmb)]. a. 1442: sal man yne soppen essen vnd dricken geben [Zweibr II 541, Bd. 1]. a. 1487: Item mann weist auch dem armann des morgens eine supp zu geben und zu dem wagen ein rockenbrod [PfWeist. 249 (RO-Dörnb)]. a. 1537 (Abschr. 1604): auch soll vnnser her ... acht schilling heller vor die soppen ... geben [SchWeist. RO-Falkst 28]. — 2. 'undefinierbare Brühe, flüssiger Straßenkot' [ KU-Kaulb, vereinzelt]; Syn. s. PfWB Baberatsch. — 3. 'Person'. Des isch e bleedi Supp [Bergz (Kamm 87)]; dumm(ie) Subb [Hussong Kirkel 156]; vgl. die Zs.: PfWB Pappel-, PfWB Brummel- 2, Brutzel-, PfWB Gropel- 2, PfWB Milchsuppe 2. — 4. 'Malzeichen, nach dem beim Klickerspiel geworfen wird' [KU-Sand ZW-Lambsbn Groh Wörschw 188]; vgl. PfWB Suppcherns; Syn. s. PfWB Bott 1. — 5. Neckname für die Bewohner von RO-Gaugrw: Supp ohne Ää (Augen) [RO-Münstapp]. — 6. vgl. die Zs.: PfWB Brenn- 2, PfWB Pröpel-, PfWB Brummel-, PfWB Grummel-, PfWB Knebel-, PfWB Knüppel-, PfWB Knussel-, PfWB Kochlöffel-, PfWB Nacht- 2, PfWB Ölsuppe. — RhWB Rhein. VIII 1000; LothWB Lothr. 513; ElsWB Els. II 368; Kluge-Seebold22 715.
| 1. bei Menschen. a. 'mit lauter Stimme sprechen, schreien', kreische (graiə) [verbr. (außer lothr. SWPf), auch Penns Don Gal Buch Rußl (NPf VPf vereinzelt -ž-)], kraaische (grāiə) [Karch Bockh/Kallstdt 89, 90], kroische (grǫiə) [mancherorts mittl. VPf (Bertram § 292) KL-Mölschb Stelzbg W'lein BZ-Wernbg], kreiche (graiχə) [ KU-Bosb Diedk WD-Niedkch IB-Habkch ZW-Bechhf RO-Schiersf KL-Lind Siegb LU-Altr Gronau NW-Seeb BZ-Rinnth] krische (griə) [verbr. lothr. SWPf], kresche [ Don-Biled]; vgl. F. Zs.: ab-1, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB ver-, PfWB voll-, PfWB heraus-, PfWB herum-, PfWB hinauskreischen. Syn.: PfWB billern2 2, PfWB plädieren, PfWB plärren, PfWB brüllen 1 a, PfWB fest (hart, laut) PfWB plaudern (sprechen), PfWB gälpsen, galstern, PfWB gärren 2 b, PfWB gauzen 2 a, PfWB gellen, PfWB gellern, PfWB gellsen, PfWB krakeelen, PfWB Kreisch PfWB tun, PfWB schreien; weitere Syn. s. PfWB lärmen; sich de Hals wund k. [ KU-Diedk]; äim eppes in die Ohre k. [ KU-Schmittw/O]. Kreisch nit so (arich)! 'Sprich nicht so (arg) laut!' [ BZ-Eußth, verbr]. Er kreischt, daß mer's iwwer drei Haiser enaus heert [ KU-Schmittw/O]. Die kreische, daß mer mäint, 's ganz Haus wär däib (taub) [ebd.]. Kreisch's jo enaus, daß es alle heere!, sagt man, wenn jemand laut über eine Angelegenheit spricht, die nicht an die Öffentlichkeit gelangen soll [ KL-Reichb]. Jo, kannschde k.!, sagt man zu einem, der außer lautstarkem Gehabe nichts zuwege bringt [ebd.]. Mit em Maul kammer (kann man) k., dass. [Frankth]. So, du Griwwelbisser, kreischt se, du Massik ... [NPfGV Nr. 8, Aug. 1934]. Do han die Baure »Hoch« gekrisch / Un ufgebollert uf de Disch [Münch Weltgesch. 138]. Mir Pälzer duhn - es isch was dran - / Mehr als Gebühr isch - kreische! [Croissant 59]. Peifedeckel, wann die mitnanner kreische, sin se sich änich [Krieger 45]. RA.: Borjerhilf k. 'um Hilfe rufen' [Kühn Palz 125]; sein Däil k. 'kräftig mitschreien' [ KU-Schmittw/O]; vor Schmerz, Ärger in die Wolke (de Himmel) k. [KL-Wörsb, verbr. Don Gal Buch]. Do kennt ma Feier k. (vor Verwunderung, Schmerz) [Zweibr (Wilms Alph. 18), mancherorts]. Die sin zum K. 'zum Totlachen' [Krieger 33, verbr.]. [Bd. 4, Sp. 577] Wer laut, durchdringend schreit, kreischt wie e Buchmardl (Buchmarder) [ KU-Kaulb, mancherorts]. Er kreischt wie e Leeb (Löwe) [SOPf (Heeger Nachl.)], wie e Bär [Heeger Tiere I 27], wie e Derk (Türke) [Don-Bulkes Gert Tscherwk verbr. Gal Buch-A'frat]. Er dut k., wie wann er am Spiß stecke deet [ KL-Hirschhn, verbr]. Er hot Zeder un Mordjo gekrische [ LU-Opp]. Er hot gekresch iwer Licht un iwer Laut [ KU-Diedk]. Der kreischt nimmi (nicht mehr), von einem, der gestorben ist [KL-Lind (Höh 161)]. SprW.: Wer am ärgschde kreischt, lääft am eerschde fort [ BZ-Dierb]. Die, wo am mehrschde kreische, dene soll mer die kalt Schulter zeiche [Krieger 30]. Was voll es, kreischt net [ KB-Bischh]. BR.: Gewitter im Mai, kreicht de Bauer »Juhai« [ LU-Alsh]. VR.: Heinerle, Heinerle hot Knoddle im Hemb, geht die Houlgaß nunner, kreischt quick, quack, quack [ LA-Hainf]. Neckreim auf den Schneider: Schneiderbockgäß, mach d' Supp so hääß, schlupp unner de Disch, kreisch Kehrwisch! [ GH-Kand]. Einen weiteren VR. s. PfWB Decke. — b. 'schelten, schimpfen' [verbr., Kühn Hamet 120]. Syn. s. PfWB schelten. Er hot mit mer gekresche [SOPf (Heeger Nachl.)]. Der kreischt de ganze Daa (Tag) [ ZW-Battw]. Kreisch mich net so an! [Pirmas]. Awer wann se emol e Brodegoll mae wille, dann kreischt gleich Alles 'Aber wenn sie einmal ein Protokoll machen wollen, dann schimpfen alle' [PfId. 181]. — c. 'weinen', bes. von kleinen Kindern; Zs.: PfWB bei-, PfWB verkreischen. Syn. s. PfWB greinen 1 a. 's Kind kreischt [NW-Freinsh, verbr.]. Wer kreischt 'n do so?, sagt man zum weinenden Kinde [ LU-Böhl]. Wammer nit immer bei'm isch (beim Kind), fangt's grad an se k. [ PS-Erfw]. Nemm's un trag's (das Kind) e bissel rum, daß's ufheert se k. [ LA-Gommh]. Bese Kinner greische, brille, / Hen so graad ihr eegner Wille [Birmelin Penns Gezw. 133]. RA.: Wann dem sei Dummheit weh du dät, mißt 'r Daa un Nacht k. [Kaislt, mancherorts, Gal-Dornf]. Der hat 's Lache un Kreische in eem Sack, von einem, der schnell aufeinander lachen und weinen kann [ Don-Gottlob St. Andreas]. SprW.: Wammer de Kinner de Wille dut, kreische se net [ Don-Gertianosch Gottlob]. BR.: Wann die Kenn (Kinder) kreische, gebt's am annere Dag Räin (Regen) [ WD-Niedkch]. Volksgl.: Mer soll en Kind net im Leeb (Sternbild des Löwen) abgewehne, schunscht kreischt's wiischt [Fogel Beliefs Penns Nr. 126]. Volksmed.: Fenele (Fenchel) git mer 'm Biwele (Büblein), not hert 's uff se k. [BZ-Rohrb (Wilde 58)]. — 2. bei Tieren. a. 'Lautäußerung des Rindviehs'; vgl. PfWB brüllen. Die Kuh kreischt [verbr.]. 's Veeh (Vieh) kreischt vor Hunger [ KU-Schmittw/O]. SprW.: D' Kuh, wu am erschde noch 'm Kalb kreischt, vergißt's am erschde [ BZ-Dierb]. — b. 'Wiehern des Pferdes' [mancherorts]. Volksgl.: Wenn die Gail kreische an 're Leicht 'Beerdigung', sterbt glei widder eens [Fogel Beliefs Penns Nr. [Bd. 4, Sp. 578] 547]. — c. 'Quieken, Schreien der Schweine, bes. wenn sie nach Futter verlangen'. Die Sau (Sai) kreische [ KB-Kerzh, mancherorts]. RA.: Heit gebt's noch Reen (Regen), daß die Sai kreische [verbr. Gal Buch-Satulmare St. Onufry Rußl-Worms]. Volksgl.: Wammer die junge Sai im Leeb 'Sternbild des Löwen' vun der Loos 'Muttersau' dut, kreische sie wiischt [Pennsylv. Dutch Cook Book 41]. — d. 'Blöken des Schafes' [ RO-Als KL-Reichb LA-Gommh]; vgl. PfWB plärren 1 b. RA.: Der kreischt »mäh« wie e Schoof [ KL-Reichb]. — e. 'Miauen, Schreien der Katze'; vgl. jaunzen. Die Katz kreischt [verbr.]. — f. 'Lautäußerung von Hausgeflügel und anderen Vögeln'. Das Hinkel kreischt [KU-Gumbsw, verbr.]. Der Hohn kreischt [KU-Odb, verbr.]. Die Gäns kreische [Frankth, verbr.]. Wie ich dehäm aus meim Schublädel des Angelzeig raushol, kreischt mein Bebgei (Papagei): »Petri Heil« [Pfälzer Art und Sinn 1. 12. 1933]. RA.: Der heert de Guckuck nimmi kreische, wenn ein Kranker das nächste Frühjahr nicht mehr erlebt [ LA-Gommh, BZ-Dernb]. BR.: Wann de Poo (Pfau) kreicht, gibt's Rege [LU-Alsh, Fogel Beliefs Penns Nr. 1136]. Dieselbe Regel auch vom Schreien der Raben, vgl. PfWB Krapp2 1 a [NW-Geinsh LA-Freimh Fogel Beliefs Penns Nr. 1223], der Dreckraben [Kus], des Dreckfinks [ ZW-L'wied], vom nächtlichen Schreien des Hahns [ KU-Odb], vom Kuckuck: Am 10. April kann er kreische, am 15. muß er k. [ KL-Fischb]. Volksgl.: Man muß mit'm Geld im Sack rappele, wann de Guckuck zum erschdemol kreischt, damit man das ganze Jahr über Geld hat [ NW-Wachh]. Wemmer de Guckuck zum erschdemol heert kreische un hot Geld im Sack, hot mer 's ganz Johr [ GH-Schwegh]. VR. s. PfWB Kappe 2 a, PfWB Klara. — g. Lautäußerung anderer Tiere. Die Krotte 'Frösche' k. [ LU-Friesh, mancherorts]; vgl. PfWB quaken. Im Frihjohr kreischen die Fresch [ Gal-Debolowka]. SprW.: Wammer de Krott uf de Bauch trett, kreischt se 'Wenn man jemandem weh tut, wehrt er sich' [ KU-Schmittw/O]. VR.: Die Freschelcher, die Freschelcher, des es e luschdich Kor, sie sitze in dem Wasser drin un kreische quack, quack, quack [ LU-Limbghf]; Var. s. PfWB Frosch I, PfWB Kor2 1, PfWB Krinoline. — 3. 'Geräusche verursachen'; vgl. PfWB knarren 1 a. Die Deer (Tür), die Sääg un die Feil kreische [ KU-Schmittw/O]. De Waache kreischt [ LU-Opp]. RA.: 's kreischt wie e Pluggerkärchel (Pflugskarren) [ LU-Muttstdt]. Die Speelleit kreische, vom Geräusch in den Gedärmen [ KU-Albess]; vgl. PfWB Därmekreischen. Schuh as kreische, sin noch net bezahlt [Fogel Beliefs Penns Nr. 2053]. — 4. 'in grellem Kontrast stehen'. Die Forwe (Farben) kreische [ KU-Schmittw/O]. »Alles Auffallende der äußeren Erscheinung 'kreischt' dem Pfälzer in die Augen« [Schandein Bav. IV,2 265]. — F.: Präs. Ind. Sg. 1. grai, 2. graid, 3. graid, Pl. 1. [Bd. 4, Sp. 579] graiə(n), 2. graid, graiə(n), 3. graiə(n); zur Verbr. der Pl.-Endung vgl. DSA, K. 7a; dgl. mit Stammvokal -ǫi-, grǫi usw. u. -i- s. Inf. bei 1 a. Part. Perf. gəˈgreə [PS-Erfw LA-Herxh Ilbh Nd'hochstdt Wollmh BZ-Dierb Bertram § 79 Heeger Südostpf. § 8], gəˈgriə [NW-Wachh LU-Friesh Opp Land GH-Kand Buffington-Barba Penns 152 Lambert Penns 70], gəˈgre [KU-Bedb Diedk Kaulb Kreimb Schmittw/O WD-Niedkch RO-Dielkch KB-Kriegsf Henn Mda.-Int. 98, 207], gəˈgri [KU-Brück Don (Steinmetz)], gre [Mang 98, 196]. Imp. Sg. grai, Pl. graid, graiən (-ǫi-, -i-). — Südhess. III 1804; RhWB Rhein. IV 1455; LothWB Lothr. 314; ElsWB Els. I 525.
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