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 PfWB Knottel-suppe (Bd. 4, Sp. 380)   PfWB Suppe (Bd. 6, Sp. 813)   ElsWB Supp(e) (Bd. 2, Sp. 368a) 
  -suppe f.: = PfWB Ribbelsuppe, -supp [Lambert Penns 68]. Südhess. III 1547. —

 

   Suppe f.:
1. 'flüssige, mit verschiedenen Zutaten angerichtete Speise', Supp (sub) [verbr. (außer NWPf), Bertram § 117 Höh 58 Lambert Penns 152 Krämer Gal 211], Sopp (sob) [verbr. NWPf westl. NPf vereinzelt übrige NPf SWPf GH-O'lustdt Westh Christmann Kaulb 17 Mang 111 Müller Dietschw 59], Soup [ IB-Rohrb]; Pl. -e [verbr.]; Dim. Sippche, Sippsche [verbr. WPf NOPf], Seppche [Altenhofer 15], Sippel, Seppel [SOPf O-PS]; s. K. 373; Pl. Sippcher [vereinzelt WPf], Sipplich, Sepplich [Land u. Umg.], Sipple [ GH-Kand]; vgl. PfWB Schnelle2; Zs.: PfWB Bampel-, PfWB Bartbampel-, PfWB Bettelmanns-, PfWB Bibilchens-, PfWB Bier-, Blumenkohl-, PfWB Bohnen-, PfWB Braunmehl-, PfWB Brennsel-, PfWB Brenn-, PfWB Brockel-, PfWB Brockelbohnen-, PfWB Brocken-, PfWB Brot-, PfWB Buchstaben-, PfWB Buttermilch-, PfWB Tomaten-, PfWB Einbrenn-, PfWB Einlauf-, PfWB Erbsen-, PfWB Eß-, PfWB Faulweiber-, PfWB Fleischbrüh-, PfWB Fleischknöpfe-, PfWB Fleisch-, PfWB Franzosen-, PfWB Gemüse-, PfWB Gersten-, PfWB Grieß-, PfWB Gropel-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Grünkern-, PfWB Hahnen-, PfWB Hasen-, PfWB Hirsen-, PfWB Hörnchen-, PfWB Hühner-, PfWB Hünkels-, PfWB Julien-, PfWB Kartoffel-, PfWB Katzen-, PfWB Kerbel-, PfWB Kicherling-, PfWB Kindbett-, PfWB Kirschen-, PfWB Klöß-, PfWB Knochen-, PfWB Knöpfe-, PfWB Knöpfel-, PfWB Knottel-, PfWB Kraft-, PfWB Kraut-, PfWB Krebs-, PfWB Krottenlaich-, PfWB Leberknöpfe-, PfWB Linsen-, PfWB Maggi-, PfWB Makkaroni-, PfWB Markklößchen-, PfWB Markknöpfe-, PfWB Mehl-, PfWB Metzel-, PfWB Milch-, PfWB Mittags-, PfWB Molken-, Morgen-, PfWB Most-, PfWB Nacht-, PfWB Nudel-, PfWB Ochsenschwanz-, PfWB Rahm-, PfWB Reis-, PfWB Ribbel-, Ribbelchens-, PfWB Rindfleisch-, Rind-, PfWB Rüben-, PfWB Rummeln-, PfWB Sago-, PfWB Sauerampfel-, PfWB Sauermilch-, PfWB Sauerrahm-, PfWB Schlacht-, PfWB Schleim-, PfWB Schnaken-, PfWB Schüppchen-, PfWB Spargel-, PfWB Spatzen-, PfWB Spital-, PfWB Süßmilch-, PfWB Wasser-, PfWB Weck-, PfWB Wein-, PfWB Wurst-, PfWB Zwiebelsuppe; e gut, sämich Sippche [Pirmas]; die S. rehre (rühren) [ KU-Schmittw/O]; ebbes an die S. rihre 'etwas in die Suppe einrühren' [ NW-Elmst]. Die S. laaft aus 'kocht über' [ LU-Alsh]. Ach, is des e gut Sippche! [ NW-Freinsh]. Schepp der S. raus! [ LA-Nd'hochstdt]. Hol e bissi Grienes for in die S.! [ KU-Schmittw/O]. Die S. isch noch e bissel leiser 'fade', ich will noch e paar Kerner Salz dran dun [ PS-Erfw]. Die S. is a werrer net gesalzt un net geschmelzt [Westricher Kalender 1957 102]. Die S. is

[Bd. 6, Sp. 814]
kalt, die braucht mer nimmi se bloose [ KU-Schmittw/O]. Vumme alde Hinkel gibt's e gut S. [ KU-Schmittw/O]. Brave Kenn esse gere S. [ WD-Niedkch]. Ich guck in moi Dibbche / dagdäglich eninn / un drin kocht e Sippche / mit Riwwelcher drin [Damm Nachtdischlamp 16]. Jemmernää, die S. doo esch sou hannich (handig 'scharf, salzig'), das ziechder 's Hämb hinnenie! [Braun Lääsebuuch II 116]. Ich honnda de Reschd Supp ins Backeebche geschdelld, konnschs noch deoowed esse! [Glass II 3]. Noot schlaa(n) eich mer zwee Aier nin / Un eß mei Supp halt selwer! [Ranssweiler 84]. Kaum war die Supp eweg vum Disch, / Do kommt e Rieseplatt voll Fisch [Münch Werke I 115]. RA.: nore langsam mit de haaße Subb! 'nur mit der Ruhe!' [Kühn Hamet 87 Kühn Kumödi 16]; e Hoor in de S. finne 'etwas Nachteiliges an einer Sache entdecken' [KU-Bedb, verbr.]; net es Salz in de S. verdiene 'nichtsnutzig sein' [Kaislt]; sich (eem) die S. versalze 'sich (jemandem) eine Sache, Angelegenheit verderben; Unannehmlichkeiten bereiten' [Don-Gottlob, verbr.]; eem in die S. spauche, dass. [ LU-Opp]; sich e S. inbrocke 'etwas anrichten, sich in eine unangenehme Situation bringen' [KU-Kaulb, verbr., Kühn Kumödi 37]; die S. ausleffele, wo mer sich eingebrockt hat 'die unangenehmen Konsequenzen seines Handelns tragen' [Bergz, verbr.]; Pederle (Petersilie) uf alle Suppe sein 'überall dabei sein wollen, mitreden wollen, aber nicht bei der Sache bleiben' [BZ-Dernb, vereinzelt, Kühn Hamet 135 Wilde 187]; in die S. kumme 'dazu gehören' [Thielen So rerre mer 113]; nimmeh S. saan kenne '(vor Übersättigung, Erschöpfung) nichts mehr sagen können' [ KU-Hundh, mancherorts]; vun siwwe Suppe e Schniet (Schneet) (s. PfWB Schnitte 1) 'weitläufig miteinander verwandt sein' [Land, verbr. SOPf]; vun siwwe S. ee Aa, dass. [ FR-Bockh]; ehm saan, was drei Linse for e S. koche '(tätlich) zurechtweisen, schlagen' [ KL-Wörsb]. Er hot 's Fett vun de S. abgescheppt 'Er hat das Beste im Voraus für sich genommen' [ LU-Limbghf]. Do will jeder sei eichnes Sippel koche 'Da will jeder eigene Wege gehen, den eigenen Vorteil suchen' [Bergz (Kamm 86)]. Er wollt nore sei eichenes Sippche koche, dass. [Schneider Dillje 148]. Der redt ach 's Fett vun de S. runner 'nimmt durch vieles Reden das Beste für sich' [ Gal-Sap]. Das macht die S. nit fett 'Das ist unbeträchtlich, nicht der Mühe wert' [Bayer Hackm. 69, mancherorts]. Die Supp is uf de Sunn (uf em Feier) gekocht, wenn sie heiß ist, und uf em Mond, wenn sie kalt ist [ ZW-Gr'bundb, vereinzelt]. In die S. gucke meh Aue enin als wie eraus, von einer Suppe mit wenigen Fettaugen [ KU-Diedk]. Die S. isch hochmierig (hochmütig), die guckt enne mit kääm Ääg an, dass. [ PS-Erfw]. 's is immer die alt S. 'Es ist immer dasselbe' [Kaislt]. Das is sicher wie S. [Hebel 19]. Nor langsam mid de hääße S.! 'Keine Überstürzung!' [ GH-Westh, vereinzelt]. Des is meh wert wie e Teller voll S. [ Don-Schowe Torscha]. Des is so glatt gange

[Bd. 6, Sp. 815]

wie e Hoor aus de S. [ LU-Neuhf]. Ich schlaan der ans Unnermaul, daß 's Ewermaul keen S. meh freßt! [ KL-Wörsb]. Ich glaiwe nore, daß zwee Pond Rendfleisch e gutt S. gewwe, skeptische Entgegnung, wenn jemand eine Behauptung, Aussage in Frage stellt [ WD-Niedkch]. Die missen d' S. aach mit Wasser koche, Äußerung, mit der die Ansichten über vermeintlich Bessergestellte relativiert werden sollen [ LA-Gommh]. Der muß aa heißi S. esse un kalt Wasser trinke, dass. [ Don-Gert]. Wammer dich net hätt (Wann du net wärscht) un die Leffel, mißt mer die S. trinke (saufe) [PS-Gersb, verbr.]. Der Langschläfer sagt: Gummorsche S.! Wu esch de Leffel? [ BZ-Dierb]. Antwort auf die Frage: Was gibt's heit? - S., Salat un Kaffee! [Bergz (Kamm 85) Thielen So

[Bd. 6, Sp. 816]
rerre mer 113]. SprW.: Viel Kinner - dinne Suppe [ LU-Oggh, vereinzelt]. Viel Kech (Köche) versalze (verderwe) die S. [ ZW-Battw, KU-Kaulb] 's werd kä S. so hääß gesse, wie se gekocht werd [NW-Elmst, verbr.]. Besser die S. gebloos, wie 's Maul verbrennt 'Wer rechtzeitig Vorsorge trägt, fährt besser' [Pirmas]. Wer lang S. eßt, lebt lang, scherzh. SprW., häufig gesagt, um Kinder zum Suppenessen zu verleiten [PS-Erfw, verbr.]. E Kuß ohne Schnorres, is wie e S. ohne Salz [Feierowend 31/1955 7]. Aach bei reiche Leit werd die S. mit Wasser gekocht [LA-Impfl]. E gut Sippche spiert mer bis enunner an die groß Zehb (Zehe) [ ZW-Battw]. Wer die S. versalzt, ist verliebt [ ZW-Gr'steinhs]. Vk.: Suppen waren früher häufiger Bestandteil von Mahlzeiten; vgl. Morgenes-

[Bd. 6, Sp. 817]
sen, -suppe, Nachtsuppe und Schandein Bav. IV,2 415. Vereinzelt geben Gewährsleute an, daß das Kaffeetrinken anstelle von Suppenessen getreten sei. Volksmed.: En Trunk in die S. bringt de Dokder in die Stubb 'Während des Suppeessens trinken, macht krank' [ BZ-Dernb]. VR.: E schänes Vechelche, des is die Muck, Muck, Muck, fliet iwwer's Schisselche, fallt in die Supp [Kröher Lyoner 98]. Weitere VR. s. PfWB Amen, hopperlopopp, PfWB kreischen 1 a, PfWB Löffel 1, PfWB Maikäfer 1 a. a. 1354: dem gericht ein sup [Grimm Weist. V 689 (ZW-Hornb)]. a. 1382: zue dem ersten desz morgens soll er in geben ein suppen [Grimm Weist. V 561 (BZ-Queichhmb)]. a. 1442: sal man yne soppen essen vnd dricken geben [Zweibr II 541, Bd. 1]. a. 1487: Item mann weist auch dem armann des morgens eine supp zu geben und zu dem wagen ein rockenbrod [PfWeist. 249 (RO-Dörnb)]. a. 1537 (Abschr. 1604): auch soll vnnser her ... acht schilling heller vor die soppen ... geben [SchWeist. RO-Falkst 28]. —
2. 'undefinierbare Brühe, flüssiger Straßenkot' [ KU-Kaulb, vereinzelt]; Syn. s. PfWB Baberatsch. —
3. 'Person'. Des isch e bleedi Supp [Bergz (Kamm 87)]; dumm(ie) Subb [Hussong Kirkel 156]; vgl. die Zs.: PfWB Pappel-, PfWB Brummel- 2, Brutzel-, PfWB Gropel- 2, PfWB Milchsuppe 2. —
4. 'Malzeichen, nach dem beim Klickerspiel geworfen wird' [KU-Sand ZW-Lambsbn Groh Wörschw 188]; vgl. PfWB Suppcherns; Syn. s. PfWB Bott 1. —
5. Neckname für die Bewohner von RO-Gaugrw: Supp ohne Ää (Augen) [RO-Münstapp]. —
6. vgl. die Zs.: PfWB Brenn- 2, PfWB Pröpel-, PfWB Brummel-, PfWB Grummel-, PfWB Knebel-, PfWB Knüppel-, PfWB Knussel-, PfWB Kochlöffel-, PfWB Nacht- 2, PfWB Ölsuppe.RhWB Rhein. VIII 1000; LothWB Lothr. 513; ElsWB Els. II 368; Kluge-Seebold22 715.

 

  PfWB  LothWB  RhWB Supp(e) [Sùpə S.; Sùp O. U. W.; Demin. Sìpl Str., Sepl K. Z.] f. 1. Suppe. Gang,

[Bd. 2, Sp. 368b]
rüer d Suppe-n-üf! Liebsd. Fraü, koch Supp! Kindervers, um den Klang dreier Dreschflegel wiederzugeben Hattst. ‘magere Suppe’ in der Fastenzeit Mü. Mat. 5, 71. Wenn ich das täte, so müesstik iʰ s alle Tag uf dr S. frësseⁿ oder so hätt iʰ s alle Tag uf dr S. so müsste ich mir's Tag für Tag vorwerfen lassen Su. Wënn mⁱr dich nit hätteⁿ un s täjliʰ (sonst auch: s liewe) Brot nit, so müssteⁿ mⁱr d Supp trinkeⁿ Str. (oder mit m Leffl ësseⁿ Str., oder schlappereⁿ Co.) scherzh. Rda., die man Leuten, bes. Kindern, gegenüber braucht, wenn sie sich wichtig machen. Jo, sunst nit meʰʳ, aˡs d Supp zerst! ablehnende Antwort, Fortführung zu sunst nix (s. d.) Obhergh. Su. Er hett d S. verschüttt die Gunst jemds. verscherzt Z. Spw. ‘De Supp ist gut, awer s Rindfleisch ist besser’ W. JB. XI 61. Rda. Dass Gott rbarm, sibeⁿ Suppeⁿ un keⁱni warm! Hi. Kindervers, um den Trommelschall nachzuahmen: Räü, bläü, bläü! D Supp ist gekocht! Was fur e Supp? E Grumbireⁿsupp! Wer het si kocht? E Büreⁿfrau! Drum iss ich si auʰ! Str. Wiegenliedchen s. unter Nina. Spw. ‘Zwischen dem mund vnd der suppen fellt vil yn’ Geiler, Als. 1862, 152. ‘Maidele, brenn di nit, D’ Subbe-n-isch heiss!’ aus einem Kinderliedchen Pfirt Stöber Volksb. 28. Si hai iʰn uf alleⁿ Suppeⁿ er kommt oft auf Besuch Schlierb. Zss. Suppeⁿgrüens Dü., –beckeⁿ. 2. in bildl. Rda. etwas Unangenehmes. Du hes dⁱr do e schöni S. aⁿgerichtt Hi. Bf. Iʰ will dⁱr e S. iⁿ brockeⁿ! Dü. s. auch wëlsch. Wër sich d S. iⁿ brockt, soll si aüʰ usfrësseⁿ soll auch die Folgen tragen Dü., ähnl. Dehli. JB. XI 58. E Suppe-n-usfrësseⁿ unschuldiger Weise leiden Olti. 3. Ich ha ni gnue S. ich muss mehr haben: so sagt ein Kind zum andern, wenn sie auf einer kunstlosen Schaukel (Brett, in der Mitte aufgelegt) sich wiegen und das Gleichgewicht nicht richtig her gestellt ist Geberschw.; oft ruft auch der Benachteiligte: Meʰ Supp! Ruf. D Supp is kocht! unter Kindern Rufzeichen und Aufforderung etw. Verstecktes zu suchen Ruf. ‘Supp ësseⁿ’ ein Spiel aus der Kunkelstube s. JB. XIV 141. 4. Eigenname ‘Hans Suppe der sein Spiel allhie auff dem Baarfüser Platz gespielt

[Bd. 2, Sp. 369a]
ein Charlatan Jean Potage’ Martin Parl. N. 280. — Basel 285. Bayer. 2, 318.