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 PfWB Knecht (Bd. 4, Sp. 345)   PfWB Spinn-rad (Bd. 6, Sp. 292) 
   Knecht m.:
1.
a. 'Dienstknecht', Knecht (gnęχd, selten -e-) u. Kneecht (gnēχd) bzw. Knäächt (gnχd) [zur Verbr. s. K. 244], Knescht (gnęd) [ KU-Rothsbg Kaislt], Knacht (gnaχd) [ PS-Petbch GH-Wörth], Knaacht (gnāχd) [ PS-Nothw GH-Neubg]; Auslandspfälzer: Knecht (gnęχd) [verbr.], Kneecht (gnēχd) [mancherorts Don Gal, doch vgl. 1bβ]; e guder, fleißicher, fauler K.; e K., wo gut, fleißich schafft [verbr.]; e K. dinge 'in Dienst nehmen'; sich als K. verdinge [verbr. schon seit etwa 1930 selten werdend]. RA.: Bin ich dann dei K.? [ Gal-Michalowka Dolina Obl Buch-Tereblestie]. SprW.: Wer sich selbscht macht zum K., dem geschiehts recht [ RO-H'stätt]. Sei aajner K., sei aajner Herr [ Don-Tscherwk mancherorts Don Gal Buch]. 'me gude K. gehts net schlecht [ Don-Gertianosch]. —
α. im bes. 'Knecht, der beim Bauern dient'; Zs.: PfWB Bauern-, PfWB Pferds- 1, PfWB Vieh-, PfWB Fuhr-, PfWB Futter-, Gäuls-, PfWB Koppel-, Küh-, PfWB Neben-, PfWB Stall-, PfWB Stuten-, Wingertknecht. Knechte wechseln die Stellung gewöhnlich am zweiten Weihnachtstag; vgl. Bündels-, PfWB Wandertag. De K. fiedert 's Vieh, fahrt mit de Kih (de Gail) [(1930) verbr.]. RA.: Das is fun dem K. seim Werrer, von schlechtem Wetter [ NW-Frankeck]; vgl. RhWB Rhein. IV 913 Knechtenwetter. SprW.: For K. un Maad is nimmand zu schad [LA-Edh, verbr. Don Gal Buch]. De Weingarte brauch e K., ke Herr [mancherorts Don (Steinmetz)]. VR. (Dienstbotenvers aus alter Zeit): Ich bin meim Herr sei liewer K., was ich dun, is alles recht [ HB-Böckw]. Sechs mol sechs es sechsedreißich, unser Maad es noch so fleißich, unser K. es noch so faul wie e alder Schäsegaul [ KU-Kaulb]; Var. s. PfWB fleißig 1, vgl. auch VR bei Bettlade 1. —
β. Zs.: PfWB Pfeffer-, PfWB Bier-, Besuchs-, +Turn-, +Forst-, Gestüts-, +Grempel-, Haus-, Hengst(en)-, +Opfer-, Saal-, +Spett-, Stubenknecht.
γ. 'im Rang unter dem Ritter stehender Edelmann'; vgl. +knechtisch. Zs. PfWB Edelknecht. 15. Jh.: Kumpt ein man, er sy ritter oder knecht, pfaff oder leye [PfWeist. I 244 (LA-Diedf)]. —
b.
α. 'junger

[Bd. 4, Sp. 346]
Bursche, der
αα. 'zur Hochzeit einlädt, als Brautführer fungiert'; vgl. Zs. PfWB Braut-, PfWB Haupt-, PfWB Ladeknecht. - -
ββ. 'beim Quackumzug an Pfingsten den Pfingst(en)quack abgibt'; vgl. Zs. PfWB Pfingstenknecht. - -
γγ. 'sich keck gebärdet'; vgl. Zs. Rauschenblattknecht. —
β. 'lieber kleiner Junge', Kosewort, Kneecht, Knäächt, -che [(1925) verbr. WPf NPf NW-Gönnh verbr. Don Gal Buch (ältere Gener.)], Knecht, -che, -el [mancherorts VPf Rußl-Worms]. Kosewort der Mutter zu ihrem folgsamen Söhnchen: Du bischt mei Kneechtche! [KU-Trahw, verbr.], mei braver K. [ Gal-Sap]. Kumm her, mei Knecht! [LA-Impfl]; vgl. PfWB Magd. —
2. übertr.
a. von Tieren; vgl. PfWB Bäcker-, Kukkucks-, PfWB Schneider-, PfWB Weberknecht. —
b. Hilfswerkzeuge u. Geräteteile.
α. 'Tritt des Spinnrads, womit das Rad in Bewegung gesetzt wird', Knäächt [KU-Kaulb HB-Limb (PfId. 77)], Knecht [ NW-Frankeck], Knechdel [ LA-Venn]. —
β. 'Schüttler der Windmühle', Knecht [ KB-Bennhs]. —
γ. 'Eisenzapfen am Kelterkranz, der beim Vordrehen des Kelterbackens die Kelterschraube mitnimmt, sie beim Rückdrehen im Gewinde ruhen läßt', Knecht (gnęχd) [Bertram § 278]. Auch: 'zwei schmale Latten, auf denen in der Kelter die Legdielen beim Zudecken des Leseguts ruhen', Knechde, Pl. [Bassermann-Jordan Weinbau]. Syn. s. PfWB Bajaß 7. —
δ. 'Gestell des Schreiners, das dazu dient, lange Bretter, die an einem Ende in die Hobelbank eingedreht sind, zu stützen, um das Herabsinken zu verhindern', Kneecht [ KU-Kaulb Gal-Mierow]. Zs. Leimknecht. —
ε. Zs. PfWB Standknecht 'Wabenständer'. —
ζ. 'Balken des Fachwerks', Pl., Knechde [ LA-Gommh]. — Südhess. III 1486 ff.; RhWB Rhein. IV 908 ff.; LothWB Lothr. 297; ElsWB Els. I 502.

 

 -rad n.:
1. 'Gerät zum Spinnen von Wolle, Hanf, Flachs', wichtigste Bestandteile sind ein Fußtritt, mit dem über eine Kurbelstange (vgl. PfWB Knecht 2 b α) das Schwung- und Antriebsrad in Bewegung gehalten wird. Von diesem aus wird über einen Treibriemen (vgl. PfWB Saite 2) die Spule mit den Flügeln angetrieben, auf der sich der gesponnene Faden aufwickelt. In der Pf finden sich zwei Haupttypen, bei dem einen, langgebauten, befindet sich die Spule neben dem Schwungrad (vgl. PfWB Geiß 3 a, PfWB Schubkarch 2 a), bei dem anderen, hochgebauten jedoch über dem Schwungrad (vgl. PfWB Bock 4 f, PfWB Schleifstein 2); vgl. Abb. 90 a und b, Spinnrad, -radd [verbr., Lambert Penns 140 Krämer Gal 202], Spenn- [mancherorts SOPf westl. WPf], Pl. -räder, -rärer, -rädder, -rärrer, Verbr. der einzelnen Formen wie PfWB Rad. Bei dem flackeriche Feierlicht hann dann die

[Bd. 6, Sp. 293]

Alte ehr Spinnrärrer schnurre losse [Schneider Singersepp 9]. Was iss dann dess heut mit meim Spinnerad? Dess geht jo gar nett erum! [Kühn Kumödi 73]. RA.: Dem sei Maul geht wie en Spinnrä- rel (Dim.), von einem Geschwätzigen [ PS-Erfw]. Die is so derr wie e Sp., von einer sehr Mageren [ LU-Opp]. Sie nimmt ein wie e Sp., wohl vom Bild des Spinnrades, das fortwährend Spinngut einzieht und aufwickelt [Schandein Sprachsch. 65 Hebel 17]. Volksgl.: »Wer in der Weihnachtszeit oder gar an einem Adventssonntage geboren ist ... hört auch wie an Samstagabenden die Spinnräder der Geister schnurren, ganz besonders auch am Heiligen Abend« [PfMus. 1889, 68]. a. 1761: Ein Köst (Kiste) habe die sembtl. Geschwister der Jüngste Schwester Catarina ohne Vergeltung zukommen laßen, gleich einem Spinnrath [LeinGbl. 1911 75 (RO-Gonb)]. —
2. Neckname für die Bewohner von Kaiserslautern (wegen der dort bis 1984 existierenden Spinnerei), nur Dim. Pl. Spinnrädcher [Pirmas]. — Rhein. VIII

[Bd. 6, Sp. 294]
357/58; LothWB Lothr. 487; ElsWB Els. II 232.