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 PfWB Knecht (Bd. 4, Sp. 345)   ElsWB Knëcht (Bd. 1, Sp. 502b)   PfWB Bauern-knecht (Bd. 1, Sp. 621) 
   Knecht m.:
1.
a. 'Dienstknecht', Knecht (gnęχd, selten -e-) u. Kneecht (gnēχd) bzw. Knäächt (gnχd) [zur Verbr. s. K. 244], Knescht (gnęd) [ KU-Rothsbg Kaislt], Knacht (gnaχd) [ PS-Petbch GH-Wörth], Knaacht (gnāχd) [ PS-Nothw GH-Neubg]; Auslandspfälzer: Knecht (gnęχd) [verbr.], Kneecht (gnēχd) [mancherorts Don Gal, doch vgl. 1bβ]; e guder, fleißicher, fauler K.; e K., wo gut, fleißich schafft [verbr.]; e K. dinge 'in Dienst nehmen'; sich als K. verdinge [verbr. schon seit etwa 1930 selten werdend]. RA.: Bin ich dann dei K.? [ Gal-Michalowka Dolina Obl Buch-Tereblestie]. SprW.: Wer sich selbscht macht zum K., dem geschiehts recht [ RO-H'stätt]. Sei aajner K., sei aajner Herr [ Don-Tscherwk mancherorts Don Gal Buch]. 'me gude K. gehts net schlecht [ Don-Gertianosch]. —
α. im bes. 'Knecht, der beim Bauern dient'; Zs.: PfWB Bauern-, PfWB Pferds- 1, PfWB Vieh-, PfWB Fuhr-, PfWB Futter-, Gäuls-, PfWB Koppel-, Küh-, PfWB Neben-, PfWB Stall-, PfWB Stuten-, Wingertknecht. Knechte wechseln die Stellung gewöhnlich am zweiten Weihnachtstag; vgl. Bündels-, PfWB Wandertag. De K. fiedert 's Vieh, fahrt mit de Kih (de Gail) [(1930) verbr.]. RA.: Das is fun dem K. seim Werrer, von schlechtem Wetter [ NW-Frankeck]; vgl. RhWB Rhein. IV 913 Knechtenwetter. SprW.: For K. un Maad is nimmand zu schad [LA-Edh, verbr. Don Gal Buch]. De Weingarte brauch e K., ke Herr [mancherorts Don (Steinmetz)]. VR. (Dienstbotenvers aus alter Zeit): Ich bin meim Herr sei liewer K., was ich dun, is alles recht [ HB-Böckw]. Sechs mol sechs es sechsedreißich, unser Maad es noch so fleißich, unser K. es noch so faul wie e alder Schäsegaul [ KU-Kaulb]; Var. s. PfWB fleißig 1, vgl. auch VR bei Bettlade 1. —
β. Zs.: PfWB Pfeffer-, PfWB Bier-, Besuchs-, +Turn-, +Forst-, Gestüts-, +Grempel-, Haus-, Hengst(en)-, +Opfer-, Saal-, +Spett-, Stubenknecht.
γ. 'im Rang unter dem Ritter stehender Edelmann'; vgl. +knechtisch. Zs. PfWB Edelknecht. 15. Jh.: Kumpt ein man, er sy ritter oder knecht, pfaff oder leye [PfWeist. I 244 (LA-Diedf)]. —
b.
α. 'junger

[Bd. 4, Sp. 346]
Bursche, der
αα. 'zur Hochzeit einlädt, als Brautführer fungiert'; vgl. Zs. PfWB Braut-, PfWB Haupt-, PfWB Ladeknecht. - -
ββ. 'beim Quackumzug an Pfingsten den Pfingst(en)quack abgibt'; vgl. Zs. PfWB Pfingstenknecht. - -
γγ. 'sich keck gebärdet'; vgl. Zs. Rauschenblattknecht. —
β. 'lieber kleiner Junge', Kosewort, Kneecht, Knäächt, -che [(1925) verbr. WPf NPf NW-Gönnh verbr. Don Gal Buch (ältere Gener.)], Knecht, -che, -el [mancherorts VPf Rußl-Worms]. Kosewort der Mutter zu ihrem folgsamen Söhnchen: Du bischt mei Kneechtche! [KU-Trahw, verbr.], mei braver K. [ Gal-Sap]. Kumm her, mei Knecht! [LA-Impfl]; vgl. PfWB Magd. —
2. übertr.
a. von Tieren; vgl. PfWB Bäcker-, Kukkucks-, PfWB Schneider-, PfWB Weberknecht. —
b. Hilfswerkzeuge u. Geräteteile.
α. 'Tritt des Spinnrads, womit das Rad in Bewegung gesetzt wird', Knäächt [KU-Kaulb HB-Limb (PfId. 77)], Knecht [ NW-Frankeck], Knechdel [ LA-Venn]. —
β. 'Schüttler der Windmühle', Knecht [ KB-Bennhs]. —
γ. 'Eisenzapfen am Kelterkranz, der beim Vordrehen des Kelterbackens die Kelterschraube mitnimmt, sie beim Rückdrehen im Gewinde ruhen läßt', Knecht (gnęχd) [Bertram § 278]. Auch: 'zwei schmale Latten, auf denen in der Kelter die Legdielen beim Zudecken des Leseguts ruhen', Knechde, Pl. [Bassermann-Jordan Weinbau]. Syn. s. PfWB Bajaß 7. —
δ. 'Gestell des Schreiners, das dazu dient, lange Bretter, die an einem Ende in die Hobelbank eingedreht sind, zu stützen, um das Herabsinken zu verhindern', Kneecht [ KU-Kaulb Gal-Mierow]. Zs. Leimknecht. —
ε. Zs. PfWB Standknecht 'Wabenständer'. —
ζ. 'Balken des Fachwerks', Pl., Knechde [ LA-Gommh]. — Südhess. III 1486 ff.; RhWB Rhein. IV 908 ff.; LothWB Lothr. 297; ElsWB Els. I 502.

 

  Knëcht [‘Xnat Pfetterhsn.; Knaχt Attenschw. Eschenzw. Hi. Mü. Obhergh. Dü.; Knêχ Dollern; Knáχt Ndhsn. K. Z. Betschd. Han.; Knǽt Hirschland; Knát Geisp.; Knǽχt Str.; Knêχt Kindw. Lohr; Pl. –ə, od. = Sing. U. W.] m. 1. Knecht, Geselle: Balwierers K. Friseurgehülfe Str. Rda. E K. un e Magd un e Stroühüut seiⁿ nämme (nur) für e Jüoʰr güut Mb. JB. VI 147. Spw. ‘Der Lehner isch ’s Verlehners Knecht d. h. in seiner Gewalt’ Rathgeber 33. 2. Nebeneinrichtung an einem Gerät: Peitschenhalter an der Geize (Seite 253) Hi.; Lager für die Spule des Spinnrades ebd.; verstellbare Schraubenzwinge zum Spannen grosser Bretter Obhergh. 3. (Kosewort) Knabe: [ty pe jó minər Knáχt Hf.] — Schweiz. 3, 720. Bayer. 1, 1345.

 

  -knecht m.: 'Knecht der beim Bauern dient', -knecht (-gnęχd, -gnχd) [allg.]. Bad. I 128; Schwäb. I 725. —