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 PfWB Knebel-bart (Bd. 4, Sp. 344)   PfWB Bart (Bd. 1, Sp. 584)   PfWB Voll-bart (Bd. 2, Sp. 1495) 
   Knebel-bart m.:
1.
a. 'kurzer, rundgeschnittener Bart am Kinn', Knewwelbaart, Knewel- [verbr.]; vgl. PfWB Knebel 2a α. E Schnorres un e Knewelbart - das steht mer ganz passawel [Firmenich III 248 (KL-Landstl)]. —
b. 'Spitzbart', Knewelbaart [mancherorts], -bäärtche [ RO-Alsbr]; vgl. PfWB Knebel 2a α, PfWB Geißenbart.
2. 'Stirnhaar des Pferdes', Knewwelbaart [ HB-Kirrbg]. — Südhess. III 1485; RhWB Rhein. IV 907. —

 

   Bart m.:
1. beim Menschen.
a. 'Haarwuchs um Mund und auf den Wangen'; sich de Bart stehe losse [allg.]. Form und Beschaffenheit des Bartes: korzer, langer, dichter, schitterer B.; e B. wie e Owwerferschder 'Oberförster', e Bart wie e Gääß 'Geiß' u. ä. Ein kurzer B. wird meist rtche (Bärtl) genannt. Zur näheren Bezeichnung des Bartes dienen (oder dienten) Zs.: PfWB Backen-, PfWB Franzosen-, PfWB Freischärler-, PfWB Geißen-, Haber-, Hambacher-, PfWB Hecker-, PfWB Juden-, Kaiser- Wilhelm-, PfWB Kellner-, PfWB Kinn-, Knaster-, PfWB Knebel-, PfWB Knottel-, PfWB Kotelett-, PfWB Männer-, PfWB Milch-, PfWB Mucker-, PfWB Napoleons-, PfWB Räuber-, PfWB Schnauz-, PfWB Schneider-, PfWB Schnurr-, PfWB Spitz-, PfWB Stoppel-, PfWB Streusel-, PfWB Stumpf-, PfWB Stutzer-, PfWB Umherum-, PfWB Voll-, Vollmonds-, PfWB Zottelbart; in Uznamen: Knoblauchs-, Sacktuch-, Schwarz-, Weißbart. RA.: Denne kann die Katz ablecke, von schwachem Bartwuchs [allg.]. Wart emool, bische e B. hascht, dann kannsche heirade [ ZW-Bechhf]. Er kriet 'n am B. 'haut ihn' [KL-Alsbn, verbr.]. Um Kaisers B. streire 'um lächerliche Dinge streiten' [ FR-Bockh, allg.]. SprW.: E Mann ohne Bart hot kee(n) Art [Hebel 46]. —
b. 'Kinn'. Er esch uf de Bart gefall [ ZW-L'wied, allg.]. Der hot zwee Bärt, e doppelter B., e dicker B., e Keitche 'Grübchen' im B. [allg.]; e dreidoppelter B. [ LU-Alsh]. Zs.: PfWB Doppel-, PfWB Grieben-, PfWB Ober-, PfWB Schnäpper-, PfWB Unterbart. RA.: An de B. stouße 'verhauen' [SP-Harths, verbr.]; um de B. gehe 'umschmeicheln' [allg.]; ääm unner de B. greife 'einem helfen' [SP-Harths, verbr.]; de B. stelle 'sich in die Brust werfen' [PS-Burgalb, verbr.]. Der kann noch net iwwer de Bart spaue 'spucken', wer für eine Sache noch zu jung ist [Fogel Prov. Penns Nr. 90]. KR.: Sternche (Stirn) ruck, Ägelche zuck, Näsche schnapp, Bäckelche rot, Mäulche eßt Brot, Bärtche (Kinn) zopp, zopp, zopp [Thedor Zink, Pfälzische Kinderreime. Kaiserslautern 1911]. —
2. bei Tieren und Pflanzen. Die herabhängenden Hautlappen am Kopf von Hahn und Huhn [allg.]; der Federbart am

[Bd. 1, Sp. 585]
Unterschnabel des Huhns [ KL-Lind]; der Bart der Ziege u. ä. Rätsel: 's kummt e Mann vun Ricke-Racke, der hot e Rock vun lauter Placke un e rode Bart (Hahn) [verbr. Gal Buch]. — Bartähnliche Pflanzen: Bocks-, Wiesen-, Wiesenbocksbart.
3. von Gegenständen.
a. der Bart am Schlüssel. Zs.: PfWB Schlüsselbart. RA.: Do es de B. ab [allg.]. Rätsel: Om Schlissel is 's, aach hot's de Mann, un on de Gäiß mer's sihn kann [ KU-Schmittw/O]. —
b. B. am Hammer, am Keil u. ä. 'das breitgeschlagene Ende' [allg.]. —
c. das bärtige Ende der Treibschnur [ KL-Fischb]. —
d. 'Drehpunkt am Hebeisen' [ KU-Diedk]. —
e. Die Bienen bilden rt am Ausflugbrettchen [ ZW-L'wied BZ-Klingmst]. —
f. Haarbüschelchen an Getreidekörnern [ FR-Bockh]. —
g. 'stehengebliebener Grasstreifen bei unsauberem Mähen' [ KL-Alsbn]. — F.: rd, bāÄrd, bād, brd, bÄd, bd. Mittlere bis helle Qualität des Vokals herrscht vor; die dunkle Qualität findet sich vornehmlich in NWPf, NPf und mittl. sowie südl. VPf; r ist meist geschwunden. Die Auslandspfälzer in Penns Don Gal und Buch sprechen fast allg. brd. Dim.: brdχə, bÄdχə [WPf nördl. VPf], bęÄdl [mittl. u. südl. VPf]. — RhWB Rhein. I 474 ff.; Saarbr. 17/18; LothWB Lothr. 25; ElsWB Els. II 92; Bad. I 121.

 

   Voll-bart m.: 'Backen- und Kinnbart', Vollbart (-bārd) [verbr.], Vull- [ RO-Rehborn]; Hambacher V. (dabei sind Backen und Lippen rasiert, das Kinn dagegen behaart) [ FR-Bockh]. Südhess. II 842; Rhein. IX 149; Bad. II 194.