Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Kloß (Bd. 4, Sp. 317)   PfWB Leber-knopf (Bd. 4, Sp. 853) 
   Kloß, Klußm.:
1. 'aus Mehl oder Grieß, Kartoffeln, Fleisch zur Kugel geformte Speise', Kloß (glōs), Pl. Kleß (glēs) [mancherorts]; vgl. PfWB Grundbirnenknopf 1. Zs.: Fleisch-, PfWB Grieß-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Häubel-, Häufelchens-, Karthäuser-, PfWB Leber-, Rehleberkloß. Heit essen mer runde Kleßjer 'Schneebällchen' [ KB-Kriegsf], halbleine Kleß 'Kartoffeln und Klöße' [ KU-Bedb]; vgl. PfWB halbleinen 2 a. RA.: Aans noom annern, wie mer die Kleß ißt! 'Nichts überstürzen!' [NPf]. Was in großer Eile getan wird, geht, wie e Bauer die Kleß ißt: eener im Maul, eener uf de Gawwel un eener in de Aae [Hebel 16]. —
2.
a. Pl. 'Hoden', Kleß (-ē-) [ KU-Brück RO-Dielkch KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Klicker 2 a. Syn. s. PfWB Hoden1 1. —
b. 'Spielkugel, Klicker', Kloß (glōs) [ WD-Niedkch]; 'bes. dicke Spielkugel aus Glas', Kluß (glūs) [ FR-N'lein]; 'farbige Spielkugel', Dim. Klußche [ FR-N'lein]. Zs. PfWB Glaskloß. Syn. s. PfWB Schießklicker. —
c. Pl. Kleß, Uzname der Bewohner von KU-Patb. — Südhess. III 1434/35; RhWB Rhein. IV 769 ff.

 

  -knopf m.:
1. = PfWB Leberknödel, -knopp, Pl. -knepp [KU-Bedb,

[Bd. 4, Sp. 854]
verbr., Krämer Gal 140], -knopf, Pl. -knepf [ GH-Kand]; Zs.: Rehleberknopf; Lewwerknepp un Sauerkraut, ein Pfälzer Leibgericht [ KB-Kerzh BZ-Albw]. »Obenan (in der pfälzischen Küche) steht der »Lewerknopp«, vorab des Abends gebacken, mit grünem Gartensalat. Um eine Platte voll Rehleberknöpfe läßt sich mancher Pfälzer stundenweit locken, und wenn es Spieß regnet; aber sie müssen auch darnach sein: wenn man mit der Hand leicht an den Tisch stößt, so müssen sie auf der Platte zittern, erst dann sind sie gelungen« [Schandein Bav. IV,2 415]. Waschbecken nennt se jed Lavor / Un Püppchen jedi Bobb, / In Leberkloß verschandelt se / 'n echte Lewwerknobb [Sommer Ich frää mich 46]. —
2. Schimpfw., Lewerknopp [Sunndag 14. 9. 58]. — Südhess. IV 218; RhWB Rhein. V 266; ElsWB Els. I 507.