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 PfWB Kleid (Bd. 4, Sp. 289)   PfWB Ball (Bd. 1, Sp. 538) 
   Kleid, Kleidchenn.:
1. Sing.
a. 'Kleid der Frau, des Mädchens'; Formen u. Verbr. für 1927: Hauptformen sind Klääd (gld) u. Klaad (glād, gld) [die Grenzen der Verbr. zeigt die K.

[Bd. 4, Sp. 290]
242]; bei Klaad überwiegt (glād); (gld) [ WD-Ostbr RO-Teschmosch Gonb Würzw KB-Orb Bennhs LU-Altr]. Seltener belegt Kleed (glēd) [ KU-Diedk Erdb Börsbn Gumbsw HB-Einöd ZW-Ernstw RO-Schweisw PS-Geisbg KB-Weyhf FR-Bobh Gr'niedh NW-Dürkh Wachh LA-Edk Nußd BZ-Albw], Kläid (glęid) [ KU-Schmittw/O WD-Niedkch], Klaaid (glāid) [ GH-Neubg]. Diminutivformen s. K. 242. Auslandspfälzer: Kleed (glēd) [Buffington-Barba Penns 152 mancherorts Don verbr. Gal], Klaad (glād, gld) [verbr. Gal], Klääd (gld) [ Gal-Beckdf Untwald], Klaaid (glāid) [ Gal-Sap]; Pluralformen dieselben wie bei 2; e korz, lang, leicht, waarm, fein, gut, schään, stolz 'vornehmes',

[Bd. 4, Sp. 291]
nei-, altmodisch, zottlich, hell, dunkel K. [KU-Bedb, verbr.]; e K. zuschneide, nähe, aanprowiere, ännere; e K. fresch von der Norel weg [ WD-Niedkch]. 's K. geht 'paßt' [ ZW-Bechhf]. 's K. is vellich 'weit', vgl. PfWB völlig [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch]. 's K. is knapps 'eng' [ ZW-Ernstw]. RA.: Durch dein K. kennen die Gäns Hawere fresse, von einem dünnen K. [ NW-Neidfs]. Wenn nur 's Klädche recht isch, ufs Mädche werd wenicher geguckt [ ZW-Battw]. Neckreim s. PfWB iks. —
b. 'Anzug des Mannes', Klääd [(1925) Pirmas LU-Opp (bis etwa 1880) Böhl], Klaad [mancherorts NPf KL-Neukch]. Er hot e schän K. an [ KB-Kriegsf, mancherorts]. SprW.: Im letschde K. hot mer ken Sack [ NW-Kallstdt] (gilt auch für 1a). Volksgl.: Wammer in der Busch geht un verliert sich, muß mer en Stick Kleed letz andun, no kammer widder aus em Busch [Fogel Beliefs Penns Nr. 2079] (auch zu la). —
2. Pl. 'Oberbekleidung', bes. 'Anzug des Mannes', Klääder, Kleeder, Klaader, Klääre(r), Klaarer, Klääler, Klaaler [zum Stammvokal s. 1a]. Du bisch ganz naß wore, zieh numme annere Kläärer an [ PS-Erfw]. Mondag morjens werren die Klääder ausgekloppt un ausgeberscht [Frankth, verbr.]. Er dut sein Klääder in acht nemme, schone, sauwer halle [LA-Maik, verbr.]. Er hält sein Kleeler in der Reih, dass. [ KU-Erdb]. Wer es beim Ankleiden sehr eilig hat, fahrt in die Klääder [ SP-Berghs, mancherorts]; auch: springt in die K. [ GH-Nd'lustdt]. RA.: Ausdruck des Ärgers: Da kennt mer aus de Klärer fohre! [ KU-O'alb]. Der verliert sich in de Kläärer, wenn sie ihm zu groß sind [ PS-Hintwdth]. Wer auffallend abgemagert ist, fallt aus de Kläärer [ GH-Nd'lustdt]. Wer bis tief in die Nacht hinein arbeiten muß, kummt nit aus de Kläärer [ BZ-Münchw]. Der Eitle hengt sein Geld on die Kläirer [ KU-Schmittw/O]. Wem alles weggepfändet wurde, dem han se norre die Kläärer uf'm Leib geloß [ KL-Reichb]. Von zerknüllten Kleidern sagt man im Scherz: Sie waren in der Sunndagskischt [verbr. Gal Buch Don-Gertianosch]. Scherzhafter Ausdruck des Wohlbehagens: Ich mään grad, ich wär im Himmel un hätt mei(n) beschte Klääder an [Feierowend 1955, Nr. 31, S. 7]. SprW.: Kläärer mache Leit [KU-Wolfst, verbr.]; mancherorts mit dem Zusatz: un Lumbe mache Lais [ KL-Weilb], oder: awr nar vun ausewenzich 'äußerlich' [ Don-Gottlob]. Sorgen und Krankheiten begleiten den Menschen durch sein ganzes Leben, sie bleiwe nit in de Kleeder hänge [ NW-Mußb, vereinzelt]. Volksgl.: Wann eens die fallet Kranket hot, soll mer vun seine Kleeder verbrenne [Fogel Beliefs Penns Nr. 1604]. Zs.: Kleid (Kleider) nach dem Material: Baumwoll-, Tuch-, Flor-, Kammgarn-, Kattun-, Leinen-, Sammet-, Seiden-, Spitzen-, Woll-, Wollmusselin-, Zeugkleid; nach

[Bd. 4, Sp. 292]
Personen, für die das Kleid (die Kleider) bestimmt ist (sind): Braut-, Dirndel-, Toten-, Trauer-, Goten-, Kinder-, Konfirmanden-, Kristkindchens-, Mädchen(s)-, Männer-, Mannsleute-, Musikanten-, Narren-, Weiber-, Zivilkleid(er); nach dem Ort seiner (ihrer) Verwendung: Feld-, Haus-, Kirchen-, Schul-, Straßen-, Wiesenkleid(er); nach Anlaß und Zeit für das Tragen des Kleides (der Kleider): Abendmahls-, Arbeits-, Ball-, Tanz-, Tauf-, Trauer-, Fastnachts-, Feiertags-, Firm-, Heu-, Hochzeit(s)-, Kirbe-, Kommunion-, Konfirmations-, Kränzchen-, Leichen-, Musik(s)-, Nachtmahls-, Oster-, Ostermontags-, Reise-, Schaff-, Sommer-, Sonntags-, Sports-, Werktags-, Winterkleid(er); nach Stil und Form: Prinzeß-, Schleif-, Schemise-, Schlepp-, Schürzen-, Staats-, Wäschkleid; ferner: Brimmen-, Ober-, Unter-, Überkleid(er). Südhess. III 1394 ff.; RhWB Rhein. IV 685 ff.; LothWB Lothr. 290; ElsWB Els. I 490; Bad. III 157/58.

 

  Ball1 m., n.: 'Tanzfest', Baal bei der älteren Gener., Ball bei der Jugend; uf de B. gehe, de B. aanfihre, en B. mitmache [allg.]; vgl. PfWB Musik. — Zs.: PfWB Tanzstunden-, PfWB Turner-, Feuerwehr-, PfWB Gesangvereins-, PfWB Gras-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Juden-, Lumpen-, PfWB Matratzen-, PfWB Neujahrs-, PfWB Reiter-, Silvesterball. — F.: bāl verbr. mittl. WPf, sonst bl; Pl. bl, Gal: bēlər; Dim. (selten) blχə. In der Pfalz fast allg. der B.; HB-O'bexb und Gal: 's B. Aus frz. bal 'Tanzfest'. — RhWB Rhein. I 417; Saarbr. 15; LothWB Lothr. 20, ElsWB Els. II 31; Bad. I 111.