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 PfWB kleben (Bd. 4, Sp. 282)   PfWB binden (Bd. 1, Sp. 915) 
   kleben schw.:
1. trans.
a. wie schd., klewe (glwə) [verbr.], (glēwə) [vereinzelt]; dafür in echter Mda. bappe; vgl. PfWB pappen 1a Zs.: PfWB an-, ein-, PfWB über-, PfWB zu-, PfWB zusammenkleben. Du e Mark uf de Brief k. [verbr.]. Auf die zweifelnde Bemerkung Das do glääw (glaube - klebe) ich awwer nit, wird im Scherz erwidert: Wann's nit glääbscht, kannschst's bappe [ KB-Bischh LA-Edk]. RA.: Ich kleb der e Schipp voll Speis ufs Maul [Höh 138]; vgl. 1b. —
b. em ene k. 'einem eine (Ohrfeige) versetzen' [KU-Erdb, verbr.]; e paar hinner die Ohre k., dass. [ IB-Bliesmg/Bolch]; vgl. PfWB hinkleben. Syn. s. PfWB verhauen 1. —
2. intrans., wie schd. [mancherorts]; vgl. PfWB pappen 2. De Leim klebt gut [ KU-Schmittw/O]. D' Zung klebt mer am Gaume [ GH-Zeisk]. Er klebt an seim Ämtel [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB klebenbleiben. — Südhess. III 1386/87; RhWB Rhein. IV 675 ff.; LothWB Lothr. 293; ElsWB Els. I 488/89; Bad. III 154.

 

   binden st.:
1.
a. 'anbinden, festmachen'.
α. gegenst.; de Strick an de Wißbaam (Wiesbaum) binne [NPf, allg.]; e Duch um de Hals b. [allg.]. Binn der's ans Ohr (damit du es nicht verlierst) [ Don-Gottlob]. RA.: die Gail mit de Schwänz an die Kripp b. 'die Pferde an die leere Krippe binden' [KU-Schmittw/O verbr. Gal]. Volksmed.: Wammer en weher Hals hot, soll mer en wollner Strump um de Hals b. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1556]. —
β. übertr. sich eene (ans Been) b. 'sich einen Rausch antrinken' [ Don-Lenauh]; eem e paar b. 'Ohrfeigen geben' [ KB-Jakobsw]; vgl. PfWB kleben. Jemand eppes an (auch: uf) die Nas b. 'verraten' [ FR-Bockh, allg.] ... uf die Seel b. 'einschärfen' [verbr.]. Ich bin gebunn 'verpflichtet' [verbr.], an Hänn un Fiß gebunn 'nicht Herr meiner Entschlüsse' [WPf, allg.]. SprW.: Verlobt isch halb gebunne [ LU-Böhl]. Es is kee Johr an de Stecke gebunn, 's geht alle Dag e Stick devun 'Die Zeit vergeht' [Gal-Dornf, verbr. Don Gal Buch]. —
b. 'steif werden, fest werden, von Soße, Leim, Zement u. ä. RA.: Das bindt, saat de Spatz, do hat er dem Küfer uff de Räf geschiß [Hebel 50]. —
2. 'zubinden'; de Sack, die Worscht b. [allg.]. —
3. 'zusammenbinden'.
a. Hawwer (Korn usw.) b. 'zu Garben zusammenbinden' [allg.], auch ohne Obj.: Mer gehn b. [allg.]. Gruß- und Anredeformel gegenüber Leuten, die auf dem Feld mit dem Binden der Garben beschäftigt sind: Binne? Hänner gebunne? [VPf, allg.]. a. 1425: ein morgen haberns vorrechts zu snyden zu binden vnd zu bereiden [LeinArch. (Löhne)]. RA.: Häcksel b. 'Unnötiges tun, Unsinn schwatzen': Guck, Liese, ruft er seiner Fraa, ich will kee Häcksel binne; doch so e Kind wie unsersch do, so werd mer wenig finne [Müller Luscht un Lewe]. —
b. Besem b. 'Birkenreiser u. dgl. zu Besen zusammenbinden' [allg.]. —
c. den Schuh binden (in RA. und historischen Belegen): Der werd noch sei Schuh mit Weire b. 'mit Weiden b., d. h. es wird ihm noch schlecht gehen' [Krieger 4]. a. 1425: von eyme par gebonden schoe [LeinArch. (Löhne)]. —
d. de Waan (Wagen) b.
α. 'den Lastwagen in der Mitte mit der durch den Bindreitel angezogenen Bindkette umspannen', damit er schwere Lasten aufnehmen kann [verbr. NPf (einschl. nördl. VPf) WPf]; vgl. PfWB aufbinden 1 aδ. Syn. s. PfWB reiteln. —
β. de Haaiwaa b. 'die Heu- oder Getreideladung mit dem durch die Bindkette bzw. die Bindleiter u. den Wiesbaumstrick

[Bd. 1, Sp. 916]
herabgezogenen Wiesbaum festdrücken' [WPf NPf]; vgl. PfWB Bindachse, -spieß. De Waa is richt 'gut', lorrer 'locker' gebunn [ ZW-Gr'bundb, allg.]. —
4. 'bannen'. Volksgl. (Brauchformel, mit der die Wirkung der Waffen feindlicher Krieger unschädlich gemacht wird): Du Reiter und Fußknecht kommst daher, wohl unter deiner Huth, du bist besprengt mit Jesu Christi Bluth, mit den heilgen fünf Wunden sind dir dein Rohr, Flinten und Pistohl gebunden, Säbel, Degen und Messer gebannt und verbunden; im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Dieses muß dreimahl gesprochen werden [RO-Sippf (schriftlich aus dem 19. Jh.)]; Variante hierzu s. PfWB Blutstropfen 1, vgl. HwbAbergl. I. 877. — Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB darauf-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB zu-, PfWB zusammenbinden. — F.: fast allg. binə; bində in PS-Schönau; benə haben WD-Niedkch u. lothr. SWPf; bęnə verschiedene Orte der mittl. VPf. Nach Bertram 47 ist das i vor Nasenlauten im größten Teil der mittl. VPf erhalten; der Süden zeigt Senkung, die mit gleichzeitiger Öffnung zu ęn verbunden ist. Part. Perf. in der WPf gəbun, in der VPf gəbunə (s. K. 1, Linie gebroch/gebroche); in Ingb. u. Umg. gəbon. Südhess. I 851/52; Rhein. I 696 ff.; Saarbr. 28; LothWB Lothr. 44; ElsWB Els. II 58; Bad. I 231.