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 PfWB Kittchen (Bd. 4, Sp. 253)   PfWB Wolf (Bd. 6, Sp. 1437)   PfWB Fleisch-maschine (Bd. 2, Sp. 1448) 
   Kittchen n.:
1. 'Gefängnis, das Arrestlokal im Dorf', Kittche (kidχə) [zur Verbr. s. K. 239]. Syn.: PfWB Allo, PfWB Andreas 3, PfWB Arrest 2, PfWB Arresthaus, -lokal, PfWB Betzenkammer 1, -loch 1, PfWB Bolles2 2, PfWB Bozenkammer, PfWB Prisangel 2, PfWB Prison1, PfWB Prisonhaus, PfWB Pritsche 4 e, PfWB Brummer 6, PfWB Bummerloch, PfWB Puppenhannes, PfWB Damperloch, PfWB Depot 2, PfWB Tittchen, PfWB Tor 2 a, PfWB Tralje 2, PfWB Drill2 1 a, PfWB Driller 1 b, +Drillkäfig, Dunkelhaus, -kammer, Tüpfen 6, PfWB Turm 2, PfWB Gardinen 2, PfWB Gefängnis, PfWB Gehorsam, PfWB Herberge 1 b, PfWB Kaffee2 2, PfWB Käfig 2 b, PfWB Kahn1 2 b, PfWB Kammer 3, PfWB Kascho 1, PfWB Kasten 3 a β, PfWB Katzenkammer, PfWB Loch, PfWB Numero PfWB sicher, PfWB Rußkammer, PfWB Sauser, PfWB Sitzenloch, Spritzen-, PfWB Stockhaus, PfWB Verwahrungslokal, PfWB Wachthaus, -lokal, -stube, PfWB Wolf. Er kummt ins K. [ NW-Freinsh]. Er sitzt im K. [Wilms Alph. 34]. —
2. 'Freiplatz beim Fangspiel' [ HB-Jägbg]. Syn. s. PfWB Bott 1. — Aus dem Rotw. (Wolf Nr. 2640). Das Wort geht auf mhd. kūte 'Loch' (s. Kaute 1) zurück (vgl. Weigand I5 1014 1Kaute, Kluge-Mitzka20

[Bd. 4, Sp. 254]
372 - DUDEN WB 1471). — Südhess. III 1351; RhWB Rhein. IV 577; LothWB Lothr. 290; ElsWB Els. I 480 Keiterle.

 

   Wolf m.:
1.
a. 'das Tier Canis lupus', Wolf (wolf, wǫlf) [verbr., Christmann Kaulb 65 Lambert Penns 180 Krämer Gal 244], Wollef (woləf) [HB-Breitft IB-Ensh (Glass II 77) Don-Schowe], Wulf (wulf) [ KU-Körbn WD-Niedkch]; Pl. Welf [verbr., Christmann Kaulb 21 Heeger Tiere I 24], Wellef [ HB-Breitft]; RA. und Vergleiche: Hunger wie e W. 'großer Hunger' [HB-Kirrbg, verbr.]; hungrich wie e W. [RO-Dielkch, verbr.]; fresse wie e W. 'gierig essen, schlingen' [KU-Diedk, verbr.]; met de Welf heile 'sich einer herrschenden Meinung, einem gemeinsamen Tun anschließen' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]; e W. im Schafspelz 'Wer sich harmlos gibt, es aber nicht ist', nach Matth. 7, 15 [ KB-Mauchh, mancherorts]. Der kaut wie e Häsje un schlickt wie e W., dass. [ Gal-Josbg]. Der reißt de Rache uf wie e W. 'Wer sehr laut ist, den Mund sehr voll nimmt' [ RO-Als, KU-Bedb]. Er bessert sich wie e junger W. 'Er wird immer schlimmer' [ KU-Schmittw/O]. Er bet wie e W. am Kuhschwanz [Hebel 17, Gal-Neudorf]. Der hat noch keen klene W. g'sihn, von einem Aufschneider [ KU-Bedb]. Heit Nacht is e W. verfror, neckt man einen, der sich zu warm kleidet [KL-Fischb (Kleeberger 129)]. Die (Das) hot's Geriß wie 's Biddels Gans - siwwe Monet uf 'm Mischt g'hockt un dann hot se de W. g'fresse [ NW-Haßl]. Wie mer (Wammer) de W. nennt, kummt

[Bd. 6, Sp. 1438]
er gerennt, gesagt, wenn eine Person hinzukommt, von der man gerade gesprochen hat [ KB-Kerzh, mancherorts]. Doo saan sich Fuchs un W. Gunnacht, von einer verlassenen Gegend [ Gal-Bagbg, mancherorts]. SprW.: Wammer unner de Welf is, muß mer mit ne heile [KB-Bischh, mancherorts, Fogel Prov. Penns Nr. 1809]. E (alder) W. verliert die Hoor, awwer net die Nuppe (Naupe) [ IB-Bliesmg/Bolch, mancherorts Don Gal Buch]. De W. loßt ehder (eher) sein Fell wie sei Ducke (s. PfWB Tuck, PfWB Tucken) [ LU-Böhl]. De W. zieht's in de Wald serick [ LA-Edh, mancherorts Don Gal Buch]. De W. frißt aach gezeichelde Schoof, d. h. 'Ein Bösewicht, das Unglück macht keinen Unterschied' [ KU-Schmittw/O]. Wer de Name W. hat, hat en 'Vorurteile oder schlechter Leumund sind schwer zu beseitigen' [ WD-Niedkch]. Wer de Name Welfche hat, hat aa gleich de Name W. 'Jemandem mit einem kleinen Vergehen wird auch Schlimmeres zugetraut' [ KU-Bedb]. BR.: Im Januar (An Lichtmeß) sieht mer liewer en W. uf 'm Feld, als en Bauer ohne Mutze (Wamsch) [ GH-Bellh, HB-Kirrbg]. Im Hornung is 's besser, wann der W. zum Finschder ninguckt als wie die Sunn [mancherorts Gal]. VR. s. PfWB Polizei, PfWB Rosenkranz 1, PfWB Schäferbube. Kinderspiel: De W. kommt [PfH 16/1931]. Ausruf bei einem Kinderspiel: Der Fuchs kummt, W. ausm Loch! [ KL-Hoheck]; vgl. auch die Kinderspiele Eisbär-, Wagenwolf. a. 1590: Item einem Vonn Beckweiler so ein wolff vmbgetragen ... 1 alb. zum historischen Hintergrund s. PfWB Wolfsbalgträger [HornbSchR]. —
b. der Wolf als Schreckgestalt für Kinder [mancherorts]; Zs.: PfWB Nachtwolf; Syn. s. PfWB Butzenmann 1 a, PfWB Nachteule 1 b. De W. kummt! [ KB-Rams]. De W. holt dich! [ KL-Reichb]. De W. kummt un freßt dich! [ PS-Saalstdt]. —
c. der Wolf in Wendungen zum Wogen des Korns im Wind: De W. geht dorchs (im, iwwers) Korn, auch Die Welf gehn ... [verbr. NWPf mancherorts SWPf RO-Potzb KL-Alsbn BZ-Apphf, Wilde 146]; vgl. PfWB Werwolf 3, PfWB wolfen 5 und Christmann Vk. 39-42 (mit Karte). —
2. sonstige Tiere.
a. eine Hunderasse (Wolfshund, Wolfsspitz u. ä.) [ KB-Kerzh NW-Ungst GH-Nd'lustdt]. —
b. Hundename, bes. für Wolfs-, Schäferhunde [verbr.]. —
c. vgl. PfWB Bienen-, PfWB Immenwolf. —
3. übertr. auf Menschen.
a. 'gefräßiger Mensch' [Kus WD-Niedkch PS-Gersb]. —
b. 'habgieriger Mensch, Geizhals' [ WD-Niedkch HB-Kirrbg Germh]; Syn. s. PfWB Geizhals. —
c. vgl. PfWB Werwolf 3. —
4. Krankheiten, Schäden.
a. 'wundgeriebene Stelle zwischen den Oberschenkeln, den Gesäßbacken', vom vielen Laufen, Reiten herrührend [verbr., Klein Prov. 236]; Zs.: PfWB Arsch-, PfWB Sauwolf. Ich häb e W. [ LA-Mörzh]. Ich hab de W. [ HB-Kirrbg]. Er hot de W. am Arsch [ KB-Kriegsf]. Er hot sich en (de) W. geloffe [LU-Limbghf, verbr.]. Ich hab de W. kriet [ NW-Wachh]. Volksmed.: Mittel gegen den W.: Einfetten mit Hirschtalg [ NW-Frankeck]. —
b. 'Krankheit im Schwanz von Kühen' (die Mangelkrankheit Knochenweiche, vgl. Rhein.

[Bd. 6, Sp. 1439]
IX 620, Z. 28 f., ElsWB Els. II 821) [Beam Penns 110 Fogel Beliefs Penns Nr. 770]. Volksmed.: Wann en Kuh der W. im Schwanz hot, schlitzt mer'n uff un dutt Salz un Peffer nei un Ruß un bindt der Schwanz widder zu [Fogel Beliefs Penns Nr. 770]. —
c. 'Pilzbefall an Reblaub oder Trauben' (Gewährsmann: Graufäulepilz) [ NW-Kallstdt]. —
5. Geräte.
a. 'Maschine zum Zerkleinern von Fleisch' [ LU-Limbghf LA-Wollmh]; vgl. PfWB Fleischmaschine, -mühle. —
b. 'schwere Hanfbreche' [ BZ-Dernb]. —
c. 'Vorrichtung mit zahlreichen (beweglichen) Haken, mit der man in den Brunnen gefallene Eimer herausfischt' [KU-Bedb Kus O'alb, Krämer Gal 244]; Zs.: PfWB Brunnenwolf. —
d. eine besondere Art von Pflug [ KU-Altkch]; und einen W. geschärft [Schmiederechnung vom Jahr 1873 (KU-Altkch)]. —
e. nicht näher bezeichnetes eisernes Gerät. a. 1571: Item 1 eisen Wolff [WerschwSchR]. a. 1596: 1 Eyßner Wolff [WerschwSchR 601]. —
f. 'im Boden eingelassenes Eisen, an dem zweiflüglige Tore beim Schließen anschlagen' [Kaislt]. —
g. 'Vorrichtung zum Heben schwerer Steine, die in ein schwalbenschwanzförmiges Loch des Steins festgekeilt wird' [ KL-Trippstdt]. —
h. 'zylindrisches, über Reifen gespanntes Fischnetz, das in einer Spitze ausläuft' [ LU-Friesh Rh'gönh Ruchh NW-Geinsh Weish/S SP-W'see LA-Gommh Germh]; vgl. Abb. 104 PfWB Wartolf; auch 'Pfosten, an dem das Fischernetz befestigt ist' [Heeger Tiere I 24]. —
i. 'großer Spielklikker' [ RO-Gundw]; Syn. s. PfWB Schießklicker. —
6. 'vereinzelt stehender, struppiger Baum', Forstspr. [ KL-Trippstdt PS-Salzwg Kirchhbol BZ-V'weidth]. —
7. 'verhärteter Nasenschleim' [ KL-Weilb]. Er harre (hat einen) W. in de Nans [ KL-Weilb]. —
8. 'Arrestlokal' [ LA-Edk]; Syn. s. PfWB Kittchen 1. —
9. Namen.
a. Kurzform für den Vornamen Wolfgang [ BZ-Dernb]. —
b. Familienname, in der wortspielerischen RA.: Zu Sausenem hot's die Welf un die Bäre gefrore (in FR-Saush gibt es die FN Wolf und Bär) [ FR-Albsh]. Frau mit dem FN Wolf: die Wolfen [ RO-Als]. —
c. nur Pl.: Neckname für die Bewohner von LA-Rhodt GH-Hagb, Welf [ LA-Rhodt GH-Bellh Berg Büchbg Kand Max'au Neubg Wörth]. —
d. FlN, amtl. Im Wolf [ KU-Rehw]; W. ist als Bestimmungswort in FlN in der Pf. häufig, vgl. dazu Christmann: Flurnamen als Zeugnisse für das Vorkommen des Wolfes im Westrich und in der gesamten Pfalz. In: Westricher Heimatblätter NF 5/1974 113-115. In den folgenden Wortartikeln sind nur die wichtigsten FlN auf Wolf- dargeboten. RhWB Rhein. IX 615 ff.; LothWB Lothr. 548; ElsWB Els. II 820.

 

   Fleisch-maschine f.: 'Gerät zum Zermahlen des zur Wurstbereitung bestimmten Fleisches', Flääsch-, Fleesch-, Flaaschmaschin [verbr.]; vgl. PfWB Fleischmühle. Mit der F. wird auch das Wurstfüllsel in die Wursthülle gepreßt [ WD-Niedkch]. Südhess. II 794; Rhein. II 594 Z. 30; Bad. II 175. —