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| PfWB Kirbe (Bd. 4, Sp. 220) | PfWB schwanger (Bd. 5, Sp. 1546) | PfWB tragen (Bd. 2, Sp. 394) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. ursprünglich das Erinnerungsfest der Einweihung der örtlichen Kirche, seit langem aber ein rein weltliches Fest, dem im dörflichen Leben besondere Bedeutung zukommt; in der WPf u. NPf fast allg. die Kerb (kärb), in der VPf sowie im Raum um Kaislt u. O-PS die Kerwe (kärwə), in der lothr. SWPf sowie um Hombg die Kirb (kirb) genannt (vgl. K. 235); seltenere F.: Keerb (kērb) [ PS-Windsbg HB-Einöd], Kerw (kärw) (!) [ KU-Altkch Dennw], Ka(r)b (karb, kab) [ KU-Adb RO-Rehbn], Karw (karw) (!) [ ZW-Battw RO-Rehbn], Karwe (karwə) [RO-Duchr (nach Bertram § 89) mittl. VPf von Norden her bis LU-Oggh Schauh Rh'gönh Böhl Hochd NW-Rödh Niedkch SP-Schiffstdt Dudhf Hanhf], Käärwe (krwə) [nach Bertram § 89 LU-Altr SP-Ottstdt Berghs NW-Iggb LA-Nd'hochstdt GH-Schwegh Nd'lustdt], Kirwe (kirwə) [ GH-Neubg]. Auslandspfälzer, bei denen das Fest seine ursprünglich einfachere Form und Anklänge kirchlicher Art bewahrt hat (vgl. Enders 10/11), erscheint zumeist Kerb (kärb), selten (Schwarzmeerpfälzer durchweg) Kerwe (kärwə); als erstes Glied des Kompositums allg. Kerwe-. Man geht, fahrt, kummt uf die K. [ NW-Frankeck, allg.]. Ruf der Kirbebuben (-burschen): Wem is die K.? Unser! [Zweibr, verbr.]. Die Kirbedevise: Heit gilt's, heit isch K.! [ LU-Böhl]. Ein Rausch zur K. wird nicht übelgenommen: Dofor is K.! [ LU-Opp]. Antwort des Schuljungen auf die Frage nach den drei höchsten Feiertagen im Kirchenjahr: Fassenacht, K. un Metzelsupp [Feierowend 1954, Nr. 33]. RA.: Eine scherzhaft in Aussicht gestellte Belohnung: An de K. danze mer aa metnanner [Kaislt]. Auch: Bis K. kriegscht e Silwernixel un e goldich Wadeweilche (Wart-ein-weilchen) [ LA-Gommh]. Wenn man gerade kein Geld hat, tröstet man sich: Besser wie an de K. nix! [ GH-Kand]. Er hot'n uf d' K. gelare 'hat ihm den Götzgruß entboten' [LA-Nd'hochstdt, verbr., auch Gal]. Umschreibung für 'Streit haben': Es halle zwää K. metnanner [ KL-Wörsb]. Androhung von Schlägen: Dein Ärschje hat gleich K.! [ IB-Herbh]. Scherzhafte Bez. weitläufiger Verwandtschaft: Sie warn emol mitenanner uf de Dusebricker K. [ ZW-Battw]. SprW.: 's is ke Derfel so kleen, so is doch 's Johrs eemol K. drin [ LU-Muttstdt]. Mer blaurert sou lang vun de K., bis se do esch [ LA-Nd'hochstdt]. 's isch nor eemol K. im Johr, also darf man sich zur K. was gönnen [ LA-Mörzh, mancherorts, auch Gal Buch]. Wann bei de Jure wär käin Oschtere un bei de Krischte wär käin K., mischte [Bd. 4, Sp. 221] ![]() [Bd. 4, Sp. 222] wird in der festlosen Hälfte des Kirchenjahres abgehalten. Örtliche Benennungen der K. nach der Zeit ihrer Abhaltung: Apfelschmier-, Backenbirnen-, Pfefferminz-, Bremers-, Brombeeren-, Butzel-, Erbsen-, Gänse-, Heidstorren-, Johannis-, Kästen-, Kirschen-, Kuckucks-, Mai-, Quetschenkuchen-, Rehbocks-, Rüben-, Spelzen-, Strauben-, Waffelnkirbe. Brauchtum: Die Straußbuben (Kirbeburschen) holen mehrere Tage vor dem Fest einen jungen Baum aus dem Wald und fahren ihn unter Musikgeleit durch das Dorf. In einer Scheune wird der Strauß von Burschen und Mädchen mit Bändern geschmückt. Wenige [Bd. 4, Sp. 223] Tage vor dem Fest vergraben die Burschen insgeheim außerhalb des Dorfes eine Flasche Wein, das Sinnbild der K. Am Kirbesamstag ziehen sie mit Musik unter Vorantragung des Kirbestraußes an diesen Ort, graben die Flasche aus, binden sie an den Kirbestrauß und bringen sie ins Dorf zurück. Man nennt diesen Vorgang: die Kerb (Kerwe) abhole bzw. hole. Mancherorts wird dem Ortsbürgermeister unterwegs ein Ständchen gebracht und ein kleiner Umtrunk mit ihm gehalten. Der Zug bewegt sich dann zum Tanzlokal, wo der Kirbestrauß (-baum) aufgesteckt und — mancherorts — mit Wein gedaaft (begossen) wird. Der führende Kirbebursche hält nun die Kirberede, mancherorts auch PfWB Kirbepredigt genannt, in der er in launiger Weise alle Verkehrtheiten, die sich im Laufe des Jahres im Dorf ereignet haben, verulkt. Damit ist das bunte Treiben eröffnet. Die Musikanten spielen im Tanzsaal zunächst einen Tanz für »die Abwesenden oder den Saal« (Becker Vk. 335). Die darauf folgenden erschte Drei sind für die Straußbuben bestimmt. Von nun an darf jeder sich am Tanz beteiligen. Mancherorts, bes. in der VPf, wird ein bebänderter Kranz mit einer Weinflasche an die Decke des Tanzsaales gehängt. Es heißt dann: Do hängt die K. Der Tanz dauert mit Unterbrechungen bis Dienstagmorgen. Es wird dann die K. ausgedanzt, d. h. die in der Mitte des Saales hängende Weinflasche gehört dem Paar, das zum Zeitpunkt des Weckerrasselns gerade an der Flasche vorbeitanzt. Das Paar muß dafür für alle ein Faß Bier bezahlen. So werd die K. versoff. Am Kirbedienstag, mancherorts am Kirbemittwoch wird die K. begrab. Klagende Rufe ausstoßend, ziehen die Straußbuben vor das Dorf und vergraben da eine (meist leere) Weinflasche und mancherlei Überreste der K. (Kuchenreste, Knochen u. dgl.). Dabei spielt die Musik auf und einer der Burschen hält eine launige Abschiedsrede auf die vergangene K. Mancherorts wird die K. in Gestalt einer Strohpuppe oder eines Strohbündels verbrennt. Auch in Gal-Walddorf wurde die K. »begraben«. »Die Musigande sin voraus un hun e trauriche Marsch gespielt, un 's junge Volk is hinnenoh. In em Körbche hun se e Flasch Schnaps getraa. Vor de Kerch unnich de Linnebäm (Lindenbäumen) hot mer e Loch gegrabt, dort is 's Körbche mit de Flasch ninnkomm. Alle hun gejomert un sich verschnipst 'verweint', un am ärichschte war's, wie zugeschaufelt is wor« [Rech, Pfälzer im Osten S. 50]. — Manche der beschriebenen Bräuche sind in mehreren Orten schon in den dreißiger Jahren nicht mehr geübt worden. Weitere Angaben enthalten die nachfolgenden Stichwörter. Vgl. auch Becker Vk. 331 ff. u. Stoll 66 ff. — a. 1444: in dem ampt zu Zweinbrucken sal man off [Bd. 4, Sp. 224] diesen ... kirwihen win schencken [ZweibrLuRb. Nr. 541]. a. 1451: of unser Capellen Kirchwihe Dag, das ist nemelich of des helgen Cruczes Dag in dem Maie [NUrkKG 342 (KL-Erlb)]. a. 1529: wehr in diesem gericht wein zu schencken habe zu der kirben [PfWeist. I 113 (IB-Bierb)]. a. 1565: Zu Belheim hats jerlich ein kirben vff sontag nach Bartholomej (24. Aug.) [PfWeist. I 95 (GH-Bellh)]. a. 1596: Von 3½ Ohm Wein ... zur Kirben verzöpfft [WerschwSchR 34]. — b. α. Zs. PfWB Nachkirbe. — β. Zs.: PfWB Bauern-, PfWB Dorf-, PfWB Freß-, PfWB Sau-, PfWB Scheißkirbe. — 2. a. 'Menstruation'; die Kerb [ KU-Rothsbg LU-Limbghf Muttstdt]. — b. 'das Ausbleiben der Menstruation, Schwangerschaft'. Se muß Kerb halle 'ist schwanger' [ WD-Niedkch]. — Südhess. III 1317 ff.; RhWB Rhein. IV 514 ff.; LothWB Lothr. 287; ElsWB Els. I 433 Kilb(i), II 805/06 Kirchweihe.
| [Bd. 5, Sp. 1547] bald niederkommen (s. PfWB niederkommen); schnäkig sein (s. PfWB schnäkig 1 d); in einem anderen Stand sein (Stand 4); in (anderen, besonderen) Umständen sein (s. PfWB Umstand) u. a. Die es sch. [ KL-Gimsb]. Die is vun dem sch. [ RO-Dielkch]. Ich glaab, sie iss sch. [Damm Nachtdischlamp 17]. RA.: Der hot Laune wie e schwangeri Fraa [ Gal-Dornf]. Das is e schwanger Edechs, von einem, der wenig vertragen kann [ KU-Diedk]. Die verfehrt e Gang wie e schwangeri Omenzel (Ameise), von sonderbarer Gehweise [ Gal-Dornf]. Volksgl. (Meldungen aus dem Jahr 1932): Schwangere sollen keine Schnur und keine Kette um den Hals tragen, damit es keine Nabelschnurverwicklung um den Hals des Kindes gibt [ LA-Gommh]; auch sollen sie aus diesem Grunde unter keiner Schnur, keinem Wäscheseil, keinem Wagen, keiner Deichsel, keiner Stange oder durch enge Öffnungen durchschlüpfen [ KB-Kriegsf mancherorts]. Schläft die Schwangere mit hochgehobenen Händen, so kann sich die Nabelschnur des Kindes verwickeln [ IB-Aßw]; ebenso, wenn sich die Schwangere in einem engen Raum umdreht [ ZW-Bechhf], sich schnell umdreht [ RO-Feilbg], tanzt [ KB-Kriegsf, mancherorts], in gebückter Stellung rückwärts geht [ BZ-Bindb, vereinzelt], hüpft [ RO-Kalkof, mancherorts], Fenster putzt [ IB-Biesing], Wäsche aufhängt [ FR-Hertlhs, mancherorts], strickt [ NW-Dürkh], Wolle aufwickelt [ LU-Fußgh NW-Ungst SP-Ottstdt], etwas schnürt [ LU-Iggh GH-Hagb], die Kaffeemühle dreht [ KL-Samb]. Besteigt eine Schwangere eine Leiter, so soll sie zur Vermeidung von Nabelschnurverschlingungen diese wieder hinabsteigen, ohne sich in der Zwischenzeit um ihre eigene Achse gedreht zu haben [ SP-Dudhf]. Für einen guten Verlauf der Schwangerschaft oder zur Erleichterung der Geburt soll die Schwangere (zehn mal) einen Schurz voll Steine den Berg hinauftragen und diese wieder herunterrollen lassen [Ingb ZW-Bechhf Knopp/Lab Wattw PS-L'mühl], Steine auf den Speicher tragen [ IB-Ensh], Steine auflesen und forttragen [ PS-H'eischw]. Damit das Kind schön wird, soll die Schwangere Äpfel essen und Schnaps trinken [ SP-Dudhf, ZW-Nd'aub]. Fällt der Schwangeren ein Besen die Stiege hinunter, soll sie ihn noch einmal hochholen und hinunterwerfen [ KB-Biedh]. Wenn eine Schwangere nach außergewöhnlichen, häßlichen, aufregenden oder schrecklichen Dingen (z. B. wüste, wilde Tiere, schlimme Verletzungen, Mißbildungen, Entstellungen, Tote, Erhängte, Wasserleichen usw.) schaut (vgl. PfWB vergucken 2, PfWB versehen 2 a), kann das Kind ein entsprechendes Mal bekommen oder es kann sonstige Mißbildungen erleiden [ NW-Kallstdt, mancherorts]. Wenn eine Schwangere vor etwas erschrickt, (z. B. einer Maus, Ratte, einem Frosch usw.), kann das Kind ein [Bd. 5, Sp. 1548] Muttermal bekommen [ KL-Alsbn, mancherorts]. Schaut eine Schwangere wilde Tiere an, so kann das Kind eine Hasenscharte bekommen [ LA-Insh]. Erschrickt eine Schwangere, so darf sie sich nicht sofort in das Gesicht greifen, sonst bekommt das Kind an dieser Stelle ein Mal [ PS-Dahn, vereinzelt]. Hat sich eine Schwangere gestoßen oder sich sonst wehgetan, so soll sie diese Stelle nicht sofort berühren, damit das Kind an dieser Stelle kein Mal bekommt [ KU-Dittw, vereinzelt]. Verbrennt sich eine Schwangere beim Kochen, so kann das Kind an der Stelle, an der sich die Mutter verbrannte, ein Mal bekommen [ BZ-Dernb, mancherorts]. Die Schwangere soll nicht in das Feuer schauen, sonst bekommt das Kind ein Mal in das Gesicht [ BZ-Nd'horb]. Eine schwangere Frau darf kein Holz über das Knie brechen [ HB-Schwarzack]. Schwangere dürfen in fremden Gärten beliebig viele Früchte essen [ LU-Opp]. Die Schwangere soll sich nicht von der Hexe beschrauen (s. PfWB beschrauen 1) lassen, sonst wird das Kind behext oder lahm oder es schreit zur Geisterstunde oder bekommt die Gichtern (s. PfWB Gichtern 1) [LA-Insh (um 1890)]. »Wenn eine schwangere Frau ein Kind aus der Taufe hebt, so muß entweder das ihrige, oder das aus der Taufe gehobene Kind sterben« [Journ. 7/1790, 8. Stück S. 142-144]; vgl. auch Heeger Vhk. 70/71. Südhess. V 868; RhWB Rhein. VII 2001.
| I. einen, etwas t., traan, traan, traa(e), traache, trage, s. F. 1. 'von einem Ort zum andern t.'; 's Däschche in de Hand, 's Kind uf'm Aarm (uf'm Buckel) traa(e) [NPf, allg.]. Sie tragt ehr Kind uf'm Buckel wie die Hääre (Heiden 'Zigeuner') [ BZ-Dernb]. Er traacht de Sack Hawwer uf de Schilder [LA-Gommh, verbr.]. Die kann e Korb voll Aajer uf'm Kopp traa [ Gal-Dornf]. Ich muß gleich 's Mettagesse in die Fawerik (Fabrik) traache [ PS-Erfw]. Mer missen heit Mischt in de Wingert traae [NW-Frankeck, verbr.]. Der kann Läscht (Lasten) troon wie e Besembinner [ KU-Schmittw/O]. Der Mihlknecht [Bd. 2, Sp. 395] muß schwer traache [LA-Gommh, verbr.]. De Aarem (Arm) dut mer weh vum Traae [Gal-Dornf, verbr.]. Do kammer sich bucklich traa, von einer schweren Last [RO-Münstapp]. Er hot sich en Bruch getrage, sich durch Tragen einen Bruch zugezogen [BZ-Dernb, verbr.]. Kumm, ich helf der trage! [ SP-Mechth]. RA.: E Judd hot's uf der Stang getraa, Scherzwort, wenn jemand etwas vergeblich sucht [ Gal-Dornf]. Des traat 's Wasser hoch, von einem hochbeinigen Mädchen [ Don-Schowe Torscha]. Er traat sei Tornischder uf'm Buckel noh, von einem Buckligen [ KL-Reichb]. Einen Sommersprossigen neckt man: Gell, du hoscht Puhl (Jauche) mit'm Korb getraa? [ KL-Bann]. SprW.: Die (verschwenderische) Frää tracht im Schorz mehn aus'm Haus, als der Mann mit'm Wache (Wagen) neinfahrt [BZ-Dernb, verbr., auch Don Gal Buch]. Volksgl.: Wammer 'n jung Kind tragt un hot selwert kens, erbt's 'wird man selbst bald eins haben' [Fogel Beliefs Penns Nr. 171]. VR.: Hannes, Trawannes, traa Wasser ins Haus; die Millich lääft iwwer un 's Feier geht aus [Trifels 24. 12. 1933, ähnlich Gal]. Traa mich, traa mich, traa mich net weit; traa mich noh Mackebach, wo's so scheen geit (geigt; Mackenbach ist als Musikantendorf weithin bekannt) [ KU-H'einöd]. Wenn einem Kind etwas heimlich angehängt wurde, rufen die anderen: De Esel träät, de Esel träät; er träät e Sack voll Kleie un wääß net, wo se leie [ KU-Bedb]. Ein Fingerspiel s. bei PfWB Bach (I 502, Z. 16). a. 1514: Item 4 sch. 11 pf. vor 8 tage myscht in die wingert zu berghußn zu dragen [GgHospR]. a. 1518: haben sanct philipsen geert mit eim silber Kyndelin, dregt (hält) ein silber appel yn die linker hant [Lehmann, Dipl. Gesch. des Stifts zu Zell]. Ein Zitat von a. 1539 s. bei PfWB Teig 1. a. 1571: Item 2 Lagell (s. PfWB Logel) darin man wasser dregt [ZweibrKellR]. Zs. PfWB ab-, PfWB ane-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB tot-, durch-, PfWB ein-, PfWB fort-, PfWB heim-, PfWB heraus-, PfWB herbei-, PfWB herein-, PfWB her-, PfWB herum-, PfWB hinab-, PfWB hinauf-, PfWB hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinüber-, PfWB hinunter-, PfWB hoch-, PfWB nach-, PfWB voran-, PfWB vor-, PfWB zusammentragen. — Insbes. a. gegenst. α. de Aarem in de Schlink (Schlinge) traache [ LA-Gomm, allg.]; dass. auch kurz: 's Kind dut sein Ääremche traan [KU-Brück, verbr.]. — β. 'n Bruchband trage [NW-Elmst, verbr.]; e Benn (Binde) traan, dass. [WD-Niedkch, verbr.]. — γ. Kläärer (Kleider) traache, wie schd. [Land, verbr.]. De Mantel krieht e neier Krage, do kannscht'ne noch drei Johr trage [Krieger 37]. Was ich ammer (an mir) traa, muß echt sein [ FR-Bockh]. So Fetze, wie sie heit traaen, dät ich kene um de Leib, Ausspruch einer alten Frau [ ZW-Gr'bundb]. SprW.: Wer lebt vun Fische un Jage, muß verissene Kleeder drage [Penns]. — δ. e Brill t., wie schd. [allg.]. Ich glaab, ich muß e Brill [Bd. 2, Sp. 396] naun traae; ich geh noch heit zum Obdiguss [Kühn Schnitze II 37]. — ε. De Hund traat de Schwanz scheen, wenn er ihn leicht herabhängend und gebogen hält [ PS-Schmalbg]. Die Kuh trägt de Schwanz iwwer'm Loch, zum Zeichen, daß sie nicht trächtig ist [ SP-Harths]. — ζ. Die Been traan mich nimmi (vor Müdigkeit) [ Gal-Dornf]. Er geht fort, so weit'n die Bäin troon [ KU-Schmittw/O]. — η. 's Eis traacht 'ist schon so fest, daß es einen sicher trägt' [BZ- Albw, verbr.]. Der Balke tragt net 'ist zu schwach für die vorgesehene Belastung' [ BZ-Dernb]. — θ. Das Gewehr traat weit 'hat eine große Schußweite' [KB-Biedh, verbr.]. — b. übertr., s. auch Zs. PfWB ab-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB be-, PfWB davon-, durch-, PfWB ein-, PfWB er-, PfWB herum-, PfWB nach-, PfWB über-, PfWB ver-, PfWB vor-, zer-, PfWB zutragen. — α. Des Geschäft tragt nix 'bringt keinen Gewinn' [BZ-Dernb, verbr.]. — β. die Koschde (Kosten) t., wie schd. [verbr.]. — γ. sein Los, sein Schicksal t., wie schd. Sie tragt ehr hart Los geduldig [ BZ-Dernb]. Sie trägt ehr Leide mit Geduld [ NW-Frankeck]. Er träät schwer dron 'macht sich viel Sorgen und Kummer um etwas oder um jemand' [ KU-Schmittw/O, KB-Bubh]. — δ. a. 1314: der sol von der getat duen und dragen zwivaltige pene 'die doppelte Strafgebühr entrichten' [SpeyUrk. 222]. — ε. 'Abbruch tun', mit Dat. a. 1507: Zum letzten spricht man zu recht, daß wasser vnd weydt der gemein sey, darin soll ir niemandt tragen [PfWeist. I 551 (LA-Frankw)]. — 2. Weitere RA. u. SprW. zu I 1: Er traat Wasser uf zwee Schuldere 'handelt zweideutig' [KU-Trahw, verbr., auch Penns]. Die dun Holz zum Feier traache 'schüren den Streit' [LA-Impfl]; Stafette traae 'tratschen' [ RO-Duchr]; die Kerch ums Dorf traae 'am Wesentlichen vorbeireden' [RO-Dielkch, verbr.]. Der traat awwer sei Nas hoch 'ist eingebildet' [Kus, verbr.]; uf de Hänn traae 'mit liebevoller Sorgfalt umhegen' [KU-Kaulb, verbr.]. Er hot net schwer se troon, weil er dumm und beschränkt ist [ KU-Schmittw/O]. Was der hergibt, is gut traae, von einem Geizhals [ KU-Schmittw/O]. Das is ken Schäfche, wie' s Woll träät 'ist nicht so, wie es nach außen hin scheint' [ KU-Bedb]. Das hebt un träät net 'ist nichts Rechtes' [ KU-Adb, Kaislt]. Die RA. Brief t. s. bei PfWB Brief 2 c. SprW.: 's hot jerer sein Päckche (auch: Bindelche) 'sein Schicksal' se traan [ KU-Hundh]. Des Knächelche, wo em beschert is, traat em ken Hund fort, dass. [NPfGV Nr. 8/1934]. An dem, was m'r gelehrt (gelernt) hat, traat m'r nit schwer [ PS-Schindhd, KU-Schmittw/O BZ-Dierb]. Wer bringt, traat aach 'Wer Neuigkeiten über andere bringt, trägt auch Neuigkeiten weiter', Warnung vor Zuträgern [ Don-Gottlob]. — 3. Frucht t., s. die Zs. PfWB austragen 3 a. — a. von Tier und Mensch. α. vom Tier. Die Kuh (de Gaul, die Stut, die Loos 'Mutterschwein') traat [Bd. 2, Sp. 397] 'ist trächtig' [verbr. mittl. u. südl. WPf, allg.]; dass. häufiger in der Verneinung: traat net, träät nimmi usw. Die Kuh is net ans Trage se bringe [ KL-Rodb]. Die Kuh is tragend [ HB-Kirrbg BZ-Hermbghf]. Scherzrede: En Gaul un en Has tragen en Johr (die Stute 48 Wochen, der Hase 4) [ BZ-Dernb]. Volksgl.: Fieder e Kuh, as net tragend bleibt, Dulibuhneblädder (Tulpenblätter) [Fogel Beliefs Penns Nr. 796]. Vgl. die Zs. groß-, PfWB hochtragend u. die Syn. bei trächtig. — β. selten vom Menschen; unner'm Herz troon, wie schd. [ KU-Schmittw/O, BZ-Dernb]. — b. von der Pflanzenwelt. De Acker hot noch nie soviel getrage wie desjohr [GH-Kand, verbr.]. Das klääne Bäämel do tragt schun [ BZ-Dernb]. Volksgl.: Uf der Äppeldag (25. März) eb (vor) Sunneufgang schittelt mer die Äppelbääm; noh trage sie immer gut [Fogel Beliefs Penns Nr. 1058]. — 4. 's Geld traat Zinse, wie schd., [KU-Kaulb, verbr.]. — II. refl. 1. 'sich kleiden'. Er träät sich iwwer seine (!) Stand 'zu aufwendig' [ WD-Niedkch]. Sie tragt sich modern [ BZ-Dernb]. — 2. vom kleidsamen Stoff, vom passenden Kleidungsstück. Der Stoff (auch: der Aanzug) träät sich gut (auch: träät sich net gut, träät sich schlecht) [ KU-Schmittw/O, allg.]. — 3. sich mit einem Gedanken, mit Plänen t., wie schd. Er tragt sich mit dem Gedanke auszewannere [ BZ-Dernb]. Er tragt sich mit grouße Plän (mit houche Stange) [ebd.]. — F.: Inf.: drān/drn RO-O'hs Durchr Lettw Westteil der mittl. WPf (bis zur Linie KU-Hachb—KU-Krottb) SWPf (bis zur Linie KU-Kübbg—ZW-Mauschb), dazu eine Insel um KL-O'mohr; drān/drn ostwärts anschließend bis zur Linie RO-Ebbg—KL-Mackb—KL-Hauptstl; drāə/drə noch weiter ostwärts anschließend bis zur Linie FR-Bobh—NW-Leistdt— NW-Weidth—PS-Glashtt, dazu GH-Neubg; drāgə/drgə u. drāxə/drxə im Hauptteil der VPf einschl. Ost-PS ab der Linie PS-Hintwdth— PS-Bundth (nördl. des Speyerbaches -x- u. -g-, südl. davon fast allg. -x-, selten -g-) — Präs. Sing. 1.: drān/drn westl. NPf u. MPf bis zur Linie RO-Wintbn—RO-Nd'mosch—KL-Rodb — KL-Miesb—ZW-Battw—HB-Brenschb; drā(ə)/dr(ə) anschl. bis zur Linie FR-Bockh—NW-Weish/S— NW-Weidth—PS-Petbch mit Einzelorten ostwärts der Linie; drāg/drg vorn. (FR u. LU); drāx/ drx u. selteneres trāg/trg mittl. VPf; drx südl. VPf mit Ost-PS ab der Linie PS-Hintwdth— PS-Fischb; 2./3.: drād/drd bzw. drād/drd mittl. u. südl. WPf nördl. VPf bis zur Linie FR-Höning—FR-Bockh; drd/drēd bzw. drd/ drēd NPf bis zur Linie KU-Blaub—KU-Kaulb— KB-Bubh, dazu IB-Reinh Bebh WD-Niedkch (drd in KU-Hundh RO-Odh Duchr Als Ebbg); drāg(d)/drg(d) und drāx(d)/drx(d) bzw. drāgd/drgd und drāxd/drxd südl. VPf bis zur Linie LA-Wey—GH-Westh mit Ost-PS ab der [Bd. 2, Sp. 398] Linie PS-Schönau—PS-Dahn—PS-Haust; drg(d) drēg(d) bzw. drgd/drēgd vorn. nördl. VPf, seltener mittl. VPf; drχ(d)/drēχ(d) bzw. drχd/ drēχd mittl. VPf, seltener nördl. VPf. — Präs. Pl. (für alle 3 Pers.): drā(ə)n/dr(ə)n NPf u. WPf (zweisilbig bes. im Ostteil der NPf); drāxən/drxən, seltener drāgən/drgən Westteil der VPf bis zur Linie FR-Lambsh—BZ-V'weidth (bez. -g- u. -x- s. Angaben beim Inf.); drāxə/ drxə ostwärts anschließend (südl. der Linie NW-Duttw—Spey im mittl. Teil neben der Endung -ə auch -ən). — Imp.: drā/dr WPf ohne Ost-PS NPf mit nördl. VPf bis zur Linie FR-Bockh—FR-Gr'karlb—NW-Hardbg, dazu GH-Neubg; drāg/drg und drāx/drx VPf (-g hauptsächlich im N, -x- im S einschl. Ost-PS ab der Linie PS-Hintwdth—PS-Fischb). — Part. Perf.: gədrā(ə)/gədr(ə) WPf u. NPf etwa entsprechend der F. gebroch auf K. 1; gədrāgə/gədrgə und gədrāxə/gədrxə VPf (-g- vorw. nördl. u. teilweise mittl. VPf, -x- vorw. südl. u. z. T. mittl. VPf sowie Ost-PS). — Dunkle Qualität des -a- vorn. SOPf, NWPf und z. T. Süd- HB u. Süd-IB. — Intervokalisch erscheint der Velarreibelaut im nördl. Teil der mittl. VPf häufig nicht als -x-, sondern als -γ-. Daneben ist nach Bertram 120 noch eine Lautstufe zu hören, die zwischen γ und g steht, aber doch noch Reibelaut ist. — Auslandspfälzer: Formen aus Penns: draje, gedrāje Lambert Penns 43; drāge Horne Penns 238; drgd, seltener dreχd PSA K. 60; dr‧e., Wood Schärf. Penns 237. Formen aus Gal: dr(ə), selten drā(e); entspr. die konjugierten Formen: dr, dr(d), drd, drn (seltener drə), gədr. Rußl-Spey hat im Inf. drāxə. — Südhess. I 1625 ff.; RhWB Rhein. VIII 1268 ff.; Saarbr. 210; LothWB Lothr. 99; ElsWB Els. II 743/44; Bad. I 522ff.
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