Kipp-karren m.: 'zweirädriger Wagen, dessen [Bd. 4, Sp. 220] Wagenkasten nach hinten gekippt wird', Kippkarre [Kus IB-Ensh Klein Wag. 114], -korre [ WD-Ostbr]. Südhess. III 1317; RhWB Rhein. IV 507. — | | -karch m.: 'zweirädriger Karren', Bollerkarch [KL-Gimsb u. Umg. verbr. NPf nördl. VPf BZ-Dörrb], 'einspänniges Fuhrwerk' [Schandein Ged. 240], 'einrädriger Schubkarren' [ KL-Mölschb H'spey]. Vor den zweiräderigen P. werden gew. Kühe gespannt. Beim Entladen wird er umgekippt, wodurch bei entsprechender Ladung ein polterndes Geräusch verursacht wird. VR.: Der Bollerkarch rappelt, es kreischen die Kieh, sie mechde gäre (möchten gerne) Kleehei, sie kriehns awwer nie [KL-Gimsb u. Umg.]. Do rumpelt's un do rappelt's doch vum Bollerkarch in's Kellerloch [Schandein Ged. 108]. Syn. s. PfWB Schnappkarch. RhWB Rhein. I 852. — | | -karch m.:1. 'meist zweirädriger Wagen, der über die Achse nach hinten gekippt werden kann und von einem Zugtier gezogen wird', Schnappkarch (nabkarχ) [LU-Maud, verbr. VPf mancherorts übrige Pf], -kärch (-kęrχ) [ RO-Lettw KL-Baalbn], -korch (-kǫrχ) [ KU-Kübbg RO-Steinb], -karsch (-kar) [ KL-W'lein LU-Friesh], -karich (kariχ) [ KL-Frankst LU-Altr BZ-Dernb], -kaisch (-kai) [ ZW-Hornb], Schnäppkarch (nębkarχ) [ KL-Siegb], -kärch (-kęrχ) [ KB-Bennhs Gauh]; Pl. -kärch (-kęrχ) [ ZW-Battw]; Dim. Schnappkärchel (nabkęrχəl) [ BZ-Dimb]; vgl. PfWB Karchzaine; Syn.: PfWB Pflugskarch, PfWB -karren, PfWB Pfuhlkarch, -pritsche, PfWB -wagen, PfWB Polterkarch, PfWB -karren, PfWB Bordkasten, Pudel-, PfWB Dielkasten, PfWB Tummel(wagen), PfWB Karch, PfWB Karchschnippe, PfWB Karren, PfWB Kastenkarch, -kar- [Bd. 5, Sp. 1242] ren, PfWB -wagen, PfWB Kippkarren, PfWB Mistkarch, PfWB -karren, PfWB -wagen, Sand-, PfWB Scher(en)karch, PfWB Schnäppe 3, PfWB Schnappkarren, PfWB -kasten, PfWB Schubkarch, PfWB -karren, Stein-, PfWB Stoßkarch, PfWB -karren, PfWB Wagen; weitere Bezeichnungen s. PfWB Bordenwagen, PfWB Karch, PfWB Karren, Schub-, Schütt-, PfWB Stoßkarch, PfWB Wagen; s. Abb. 78; K. 59 Bordwagen, K. 70 Karch/Karren. Der Sch. wurde meist einspännig mit Pferd, früher (vor 1930) manchmal auch zweispännig gefahren [RO-Sippf]. Er war der gewöhnlich benutzte Wagen [ LU-Alsh/Gr]. In der Mitte unter dem Kasten 2 mit den Landen befindet sich die Achse mit zwei hohen Rädern [ SP-Mechth], (vier Räder [ KB-Gauh BZ-Dernb]). Die Schere 2 a zum Einspannen sitzt fest am Karch [ KL-Hütschhs], (Deichsel [ KB-Gauh], Deichsel mit Doppeljoch [RO-Sippf]). Das vordere Brett des Kastens steht fest, das hintere (Türchen 3 b, PfWB Schild 2 b) ist abnehmbar. Nach Entfernen des Kastennagels kippt er hintenüber und lädt rasch ab (Klein Wag. 114). Mit ihm fuhr man Mist [ NW-Bobh]. Besonderheiten: Sch. in den achtziger Jahren (1880) verbunden mit dem steifen Joch [ RO-Teschmosch]; Sch. hat wie ein Schubkarch zwei Hörner [ KL-Reichb]. E Schnappkarch voll Flasche, e Deelwah(n) (Dielenwagen) voll Glesser [Christmann Grummet 45]. — 2. 'Karren mit zwei Hebegriffen zum Befördern kleinerer Lasten, Schubkarch' [ ZW-Battw KL-Stelzbg]. — RhWB Rhein. VII 1546 Schnappkarre, -kasten; LothWB Lothr. 457 Schnappkarrich; Schwäb. V 1031 Schnappkarre; Hess.-Nass. III 361 Schneppkarren; DWB DWb. IX 1175 Schnappkarren, 1319 Schneppkarre. — |
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